http://solidaritaet-mit-soldaten.de/

Egal, wie man zu den Einsätzen der Bundeswehr steht - die Soldaten selbst verdienen unsere Solidarität. Sie verdienen nicht die Gleichgültigkeit, mit der ihnen begegnet wird.

Ich, Mildred, hatte selbst so meine Probleme mit diesen Einsätzen. Zu sehr roch mir das nach Krieg. Dazu waren mir, trotz eisernen Schweigens der Betroffenen, die Kriegsfolgen bei meinen Großeltern einfach zu präsent. Allein schon zu erleben, wie meine Großmutter bei jedem Sirenengeheul neben mir zur Salzsäule erstarrte, hat mich bereits als Kind nichts mehr fürchten lassen als Krieg. Folgerichtig war ich Zeit meines Lebens Kriegsgegnerin.

Das hat sich noch durch die Lektüre der Feldpostbriefe meines Großvaters noch verschärft. Er hat viele schlimme Dinge getan, aber er hat auch unbeschreiblich gelitten. Das kam aus jeder seiner Zeilen heraus.

Gleichzeitig jedoch wurde mir klar, dass die Gefühle der Soldaten im Einsatz auch eine wichtige Rolle spielen und zur Kenntnis genommen werden sollten. Die Art Kriegsgegnerschaft, die beispielsweise "BAMM" präsentiert, ist nicht die meine. Deren Aussagen dazu halte ich für Menschen verachtend und kalt. Die Soldaten im Einsatz sind Menschen, die meine ganze Solidarität haben.

Hinzu kommt, dass ich mittlerweile einige afghanische Menschen hier in Deutschland kennen gelernt habe, die mir klar gemacht haben, dass unsere Bundeswehrsoldaten trotz aller Schwierigkeiten da unten einen tollen Job machen. Ein Mädchen erzählte mir, dass sie bis zum Alter von 13 Jahren nicht in die Schule gehen durfte, obwohl sie nichts mehr wünschte (das all jenen, die auf die Propaganda der von Taliban geleiteten Mädchenschulen hereinfallen). Ein Junge erzählte mir, was Familienmitgliedern passiert ist, die von den Taliban gefangen gehalten wurden.

Ich weiß, dass unsere Soldaten da im Dauereinsatz Minenfelder räumen. Minen, die sie nicht hinterlassen haben. Sie tun das in dem Gedanken daran, dass hoffentlich bald keine Kinder mehr auf den Sanitätsstationen der westlichen Streitkräfte landen, weil Landminen diesen Kindern Glieder abgerissen haben.

Diese Informationen machen es mir unmöglich, an meiner Gegenerschaft zu diesem Einsatz festzuhalten. Meine Gedankengänge diesbezüglich habe ich noch lange nicht abgeschlossen und sie sind weiterhin in Bewegung. Fakt ist, dass die Soldaten sich da allein gelassen fühlen - von der Politik, aber auch von uns. Ein Gefühl, das ich von unseren Polizisten sehr gut kenne. Deswegen möchte ich den Soldaten hier wenigstens eine kleine Seite dieser Homepage widmen.

Ich möchte hier auf die Aktion "Briefe und Päckchen für Soldaten im Auslandseinsatz" aufmerksam machen. Daran habe ich zu Weihnachten das erste Mal teilgenommen und sehr bewegende Briefe erhalten.

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Auch hier kann man seine Solidarität auf Facebook mit einem Picbadge bekunden.

Beim Thema "Gelbe Schleife" muss ich natürlich auch gleich noch das "Netzwerk Gelbe Schleife" erwähnen. Die Gelbe Schleife dient dazu, unabhängig von der persönlichen Einstellung zu den Einsätzen der Bundeswehr, den Soldaten im Einsatz ein Stück Solidarität zu zeigen. Denn gerade im derzeitigen Afghanistan-Einsatz erleben diese Menschen Dinge, die uns hier kaum vorstellbar sind. Sie verdienen unsere Solidarität und nicht, mit dem ganzen Mist allein gelassen zu werden.

Zur Homepage des Netzwerks geht es hier.

PTBS-Eisblume

Birgit Klimkiewiczs Sohn kam aus einem Afghanistan-Einsatz zurück. Nach seiner Rückkehr wurde bei ihm PTBS diagnostiziert. Das hat Birgit Klimkiewicz veranlasst, eine Selbsthilfegruppe für Angehörige von an PTBS erkrankten Soldatinnen und Soldaten zu gründen. Ein Initiative, die ich sehr unterstützenswert finde. Zur Homepage von PTBS-Eisblume geht es hier.

Roter Freitag

"Jeden Freitag zieht sich Holger Roßmeier ein rotes T-Shirt an – egal ob es regnet oder die Sonne scheint. Der 40-Jährige hat kein besonderes Modebewusstsein. Aber er hat ein Anliegen.
...
'Ich will meine Solidarität, meinen Respekt und meine Anerkennung für alle Soldaten und vor allem für deren Angehörige zeigen', sagt Roßmeier..."

Zur Homepage der Initiative "Roter Freitag" geht es hier.

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Zum Glück gibt es mittlerweile einige wenige Bücher, mit deren Hilfe man sich einen Einblick in die Seelen der Soldaten verschaffen kann. Diese Lektüre kann ich jedem nur empfehlen.

Achim Wohlgethan: Schwarzbuch Bundeswehr - überfordert, demoralisiert, im Stich gelassen (Wer sich so richtig ärgert, wenn Menschen ungerecht - und das ist milde ausgedrückt - behandelt werden, der sollte dieses Buch lesen)
Feldpostbriefe deutscher Soldaten aus Afghanistan (Sehr berührend. Ich habe mittlerweile auch einige Feldpostbriefe erhalten, die nicht minder schön und berührend sind. Dieses Buch sollte jeder lesen, der Vorurteile gegen Uniformierte mit sich herumschleppt.)
Julian Reichelt / Jan Meyer: Ruhet in Frieden, Soldaten! Wie Politik und Bundeswehr die Wahrheit über Afghanisten vertuschten (Ein Buch, das traurig macht, aber über vieles die Augen öffnet.)
Heike Groos: Ein schöner Tag zum Sterben: Als Bundeswehrärztin in Afghanistan (Heike Groos berichtet hier von ihren eigenen Einsätzen und ihrem PTBS, das sie sich in Afghanistan zugezogen hat.)
Heike Groos: Das ist auch Euer Krieg: Deutsche Soldaten berichten von ihren Einsätzen (Hier gibt Heike Groos Soldaten und einem Polizisten Raum, von ihren Auslandseinsätzen zu berichten. Berichte, die jeder lesen sollte. Berichte, die bislang so nicht bekannt waren.)
Marc Lindemann: Unter Beschuss: Warum Deutschland in Afghanistan scheitert (Ein Offizier beschreibt den Einsatz aus seinem Blickwinkel. Er beschreibt, wie der Westen, besonders jedoch Deutschland, den Taliban mit vollkommen unzureichenden Mitteln gegenübertritt und warum.)
Achim Wohltgethan: Endstation Kabul: Als deutscher Soldat in Afghanistan - ein Insiderbericht (Der Einsatz aus der Sicht eines Mannschaftsgrades - man lernt nicht nur über die Gefühlswelt der Soldaten, sondern auch über das Land Afghanistan. Ein Buch, das Vorurteile erschüttern kann.)
Achim Wohlgethan: Operation Kunduz: Mein zweiter Einsatz in Afghanistan (Wieder ein spannender Einblick in das Leben eines Soldaten in Afghanistan - und ein spannender Einblick in die zunehmend problematischere Situation, der unsere Soldaten ausgesetzt sind.)
Ahmed Rashid: Taliban: Afghanistans Gotteskämpfer und der neue Krieg am Hindukusch (Ein Buch, das klarmacht, mit welchem Gegner es die deutschen Soldaten zu tun haben, und nach dessen Lektüre man sich fragt: Was denkt sich unsere Regierung eigentlich dabei, diesen Einsatz so zu fahren, wie sie es tut?)

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