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Allgemein Presse Trauriges

Trauriges von der Tagesschau

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Auszüge einer Mail, die ich am 26.12.2015 gegen 09:20 Uhr an die Redaktion der Tagesschau schickte:

Sehr geehrte Damen und Herren,

ich war am 24.12. abends nicht daheim, weil ich unterwegs war…

[Unsere Polizeibeamten sind jene,] die dafür sorgen, dass wir friedlich Weihnachten feiern können und unsere Hauptsorge sein kann, was an Essen auf den Tisch kommt und dass die Geschenke passen. …

An diesem Heiligabend war… ein Polizist im hessischen Herborn gewaltsam getötet worden. …

Gestern Abend erzählte mir ein Bekannter, Polizist, dass der in Herborn im Dienst an uns brutal getötete Polizist in den 20-Uhr-Nachrichten, also der Tagesschau, kein Thema war. Das konnte und wollte ich gar nicht glauben, denn die Tagesschau ist seit Jahren meine Lieblingsnachrichtensendung und von mir sehr hoch geschätzt. Also schaute ich mir diese Folge soeben in Ihrer Mediathek an. Doch tatsächlich….!

Das kann ich nicht verstehen! Wir haben eine demokratisch legitimierte und rechtsstaatlich verfasste Polizei, so transparent wie nie – und wenn ein Mensch, der sich für den Beruf des Polizisten in dieser Polizei und damit für den Dienst an uns allen entschieden hat, in diesem Dienst an uns stirbt, hat die Hauptnachrichtensendung dieser Republik kein Wort für ihn übrig? Das ist, mit Verlaub, empörend.

Hochachtungvoll

Frau Gerke Minrath-Grunwald
Keine Gewalt gegen Polizisten e.V.
Vorsitzende, Öffentlichkeitsarbeit
www.kggp.de

 

Als Antwort erhielt ich bis jetzt eine Standardantwort:

Sehr geehrter User/Internetnutzer/Zuschauer,

haben Sie vielen Dank für Ihre E-Mail.
Wir bitten um Verständnis, wenn nicht jede einzelne Zuschrift ausführlich und individuell beantwortet werden kann. Aber die Redaktion von ARD-aktuell erreichen täglich viele Hunderte Rückmeldungen der Zuschauer.

Sie können jedoch versichert sein, dass alle Reaktionen der Zuschauer aufmerksam gelesen, ausgewertet und in den Redaktionssitzungen diskutiert werden.

Wir würden uns freuen, wenn Sie uns weiterhin gewogen blieben.

Mit freundlichen Grüßen

Zuschauerservice
ARD-aktuell / tagesschau.de
www.tagesschau.de

 

Ich gehe zu diesem Zeitpunkt auch nicht mehr davon aus, da eine tiefschürfendere Reaktion zu erhalten. Meinem in meiner Mail erwähnten Bekannten, der ebenfalls der Tagesschau-Redaktion geschrieben hatte, wurde übrigens individuell geantwortet. Er erhielt die Erklärung, dass über den Tod von Polizisten in der Hauptausgabe der Tagesschau nur berichtet werde, wenn dieser einen terroristischen Hintergrund habe.

Am 25.12. wurde in der Hauptausgabe thematisiert, dass am 1. Weihnachtstag Vollmond war. Nicht, dass das nicht jeder selbst hätte sehen können, der mal aus dem Fenster geschaut hätte. Am 24.12. war der Andrang vor dem Berliner Dom Bestandteil der Hauptnachrichtensendung. Sehr spannend, insbesondere für die Menschen, die in irgendeiner der doch hier und da vorhandenen anderen Kirchen der Republik einen Sitzplatz haben wollten. Die Menschen IM Andrang vor dem Berliner Dom dürften das auch ohne die Tagesschau bemerkt haben. Das sind also Themen für die Hauptausgabe. Am 21.12.2015 wurde über die „Sportler des Jahres“-Gala in Baden-Baden berichtet. Sicherlich ein interessantes Thema. Aber leisten Polizisten denn weniger für unsere Gesellschaft als Sportler? Ich denke, nein.

Ein Mensch, der im Dienst an uns allen niedergestochen wurde, ist keine Silbe wert, weil ihn die falsche Tätergruppe umgebracht hat. Das muss man sich auf der Zunge zergehen lassen….

Nun ist ja Bestandteil der Pressefreiheit, zu berichten, über was man berichten möchte. Es ist aber auch integraler Bestandteil meiner Freiheit, der Tagesschau-Redaktion zu sagen, was sie nicht hören will: in meinen Augen ist diese Nichtberichterstattung einfach nur beschämend.
Nachtrag vom 27.01.2016:

Bereits am 13.01.2016 erhielt ich eine Antwort der Tagesschau-Redaktion. Allerdings war ich in den letzten beiden Wochen zu eingespannt, um mich früher darum zu kümmern.

Antwort der Tagesschau-Redaktion:

Sehr geehrte Frau Minrath-Grunwald,

vielen Dank für Ihre E-Mail. Bitte entschuldigen Sie, dass wir erst jetzt antworten. Aufgrund der Vielzahl von Zuschriften, die uns derzeit erreichen, war dies leider nicht eher möglich. Der Tod des Polizisten ist furchtbar!
Auch unsere Gedanken sind bei den Angehörigen. Berichtet haben wir unter tagesschau.de. In der 20-Uhr-Ausgabe hat sich die Redaktion entschieden, andere Themen in den Vordergrund zu stellen.
Aufgrund der begrenzten Sendezeit ist die Redaktion jeden Tag gefordert, aus einer Vielzahl von Nachrichten auszuwählen. Mord und Totschlag sind leider in Deutschland an der Tagesordnung.
Einzelne, auch sehr tragische Vorfälle wie etwa der Tod der elfjährigen Janina, die an Silvester erschossen wurde, finden sehr oft nicht in die Berichterstattung der Hauptausgabe der Tagesschau.
Je nach Dimension oder Hintergrund einer Tat entscheidet die Redaktion in jedem konkreten Fall. Ein terroristischer Hintergrund würde zum Beispiel sehr sicher von der 20 Uhr-Ausgabe berücksichtigt.

Mit freundlichen Grüßen
Publikumsservice ARD-aktuell

 

Darauf antwortete ich heute Morgen:

Sehr geehrte Damen und Herren,

vielen Dank für Ihre Antwort. Auch ich entschuldige mich, dass es zu meiner Redaktion etwas länger gedauert hat, aber ich betreibe das Ganze ja ehrenamtlich und hatte auch beruflich genug um die Ohren in den letzten Tagen.

Ich freue mich über Ihre einfühlenden Worte in Hinblick auf den Tod des Polizisten.

Dennoch sehe ich die Sachlage nach wie vor anders als Sie. Es geht aus meiner Sicht nach bei den Meldungen in der Hauptnachrichtensendung der Republik nicht um den Grad an Tragik, den ein Vorfall hat, sondern um den Grad, in dem die Gesamtbevölkerung davon betroffen ist. Deswegen gebe ich Ihnen vollkommen Recht darin, dass der zweifellos sehr tragische Tod der kleinen Janina nicht in der Tagesschau gemeldet werden muss.

Der gewaltsame Tod eines Polizisten jedoch betrifft uns alle. Unsere Polizei ist demokratisch legitimiert und rechtsstaatlich verfasst. Noch nie war sie so transparent wie heute. Unsere Polizistinnen und Polizisten halten jeden Tag für uns alle den Kopf hin. Dabei ist es auch vollkommen egal, in welchem Bundesland derjenige seinen Dienst verrichtet. Wenn ich mein Heimatbundesland Rheinland-Pfalz verlasse und nach Hessen fahre, würden eben im Zweifel hessische Polizisten den Kopf für mich hinhalten. Deswegen ist es aus meiner Warte auch vollkommen egal, wer diesen Polizisten tötet. Im Gegenteil betrifft es uns meiner Ansicht nach deutlich mehr, wenn eine Kleinigkeit wie eine Fahrkartenkontrolle so eskaliert, dass jemand erstochen wird, als wenn es einen Terroranschlag gibt. So schrecklich Terroranschläge sind – die Wahrscheinlichkeit, einen solchen selbst mitzuerleben, ist doch eher gering einzuschätzen. Unter anderem übrigens wegen der sehr guten Arbeit unserer Sicherheitskräfte. Auch so gesehen betrifft es uns alle, wenn einer von ihnen im Dienst an uns allen sein Leben lassen muss.

Und wenn ich diesen Maßstab anlege – inwieweit sind wir alle als Gesamtgesellschaft von einer Meldung betroffen? – muss ich mich schon fragen, inwieweit die Meldung, dass der Berliner Dom an Heiligabend gerammelt voll war, Platz fand und der getötete Polizist eben nicht. Ich behaupte mal, dass nicht einmal die Mehrheit der Berliner an diesem Abend im Dom war. Inwiefern ist also die Gesamtgesellschaft davon betroffen?

Ich danke Ihnen jedenfalls, dass Sie mit mir in Dialog getreten sind in dieser Frage.

Mit freundlichen Grüßen

Frau Gerke Minrath-Grunwald
Keine Gewalt gegen Polizisten e.V.
Vorsitzende, Öffentlichkeitsarbeit
www.kggp.de

Ich distanziere mich an dieser Stelle von jeglichem Versuch, mein Schreiben an die Tagesschau als „Beleg“ für die „Lügenpresse“-These zu benutzen (was wohl hier und da bereits passierte). Man kann punktuell unterschiedlicher Ansicht sein, ohne gleich die gesamte Berichterstattung auf solche Weise in Frage zu stellen und im Rundumschlag zu diffamieren. Ich kritisiere ja auch punktuell einzelne Polizeibeamte, ohne gleich die ganze Polizei als „Bande von korrupten Prügelknaben“ zu bezeichnen – im Gegenteil stehe ich hinter der Polizei. Differenzieren heißt das Zauberwort. Allerdings bin ich nicht gewillt, mich wegen jener, die genau das nicht können, nicht mehr frei zu äußern.

 

Allgemein Trauriges Verein

Die Polizei Hessen trauert um ihren getöteten Kollegen Christoph R. – Spendenkonto eingerichtet

Polizeistern-HessenDie Polizei Hessen trauert um ihren getöteten Kollegen Christoph R.

Durch eine unfassbare Tat starb er am frühen Morgen des 24.12.2015.

Speziell für die Hinterbliebenen des getöteten Christoph R. wurde ein Spendenkonto eingerichtet.

Die Kontodaten:

Personalrat beim PP Mittelhessen
Volksbank Mittelhessen
IBAN: DE86513900000116208504
BIC:   VBMHDE5F

Verwendungszweck: Herborn

Weitere Informationen finden Sie hier.

Wer bereits auf das ebenfalls von uns hier beworbene Konto der Markus-Paul-Stiftung gespendet hat, braucht sich aber keine Sorgen um seine Spende zu machen. Das ist eine absolut seriöse Stiftung. Das Geld wird in jedem Fall dort ankommen, wo es hinsoll.  Wir bewerben beide Konten, denn wir hoffen, dass so möglichst viel bei der Familie ankommt, wenn ihnen schon niemand mehr ihren Angehörigen zurückbringen kann.

Allgemein Trauriges Verein

Spendenaufruf zu Gunsten der Angehörigen des in Herborn getöteten und des dort schwer verletzten Polizeibeamten

Polizeistern-HessenLiebe Leserinnen und Leser,

ich wünsche Euch frohe Weihnachten.

An Heiligabend wurde im hessischen Herborn ein Polizist bei einem Messerangriff getötet, ein anderer schwer verletzt (siehe hier). Für die Angehörigen des einen und den anderen wurde nun von der Markus-Paul-Stiftung in Baden-Württemberg ein Spendenkonto eingerichtet.

Die Markus-Paul-Stiftung ist eine Stiftung, die nach dem gewaltsamen Tod des Diensthundeführers Markus Paul eingerichtet wurde. Es ist also gesichert, dass das Geld da ankommt, wo es hinsoll.

Keine Gewalt gegen Polizisten e.V. wird in jedem Fall spenden, aber vielleicht möchte ja der eine oder andere von Euch auch privat spenden. Ich möchte das beispielsweise.

Hier die Daten des Spendenkontos sowie ein Link zur entsprechenden Seite der Stiftung:

Bankverbindung für Spenden:

Volksbank Kurpfalz H+G

Kto-Nr. 0079867004, BLZ: 67290100

IBAN: DE61 6729 0100 0079 8670 04

BIC: GENODE61HD3

Verwendungszweck: „Spende Herborn“

Alle Spenden, die unter diesem Verwendungszweck eingehen, werden wir unverzüglich den Familien der Kollegen übergeben.

http://www.markus-paul-stiftung.de/aktuelles.html

An dieser Stelle wünsche ich Euch allen einen guten Rutsch ins neue Jahr 2016.

Mit den besten Grüßen aus dem Vorstand des Vereins Keine Gewalt gegen Polizisten e.V.,

Gerke Minrath

Allgemein Trauriges

Auch nach 40 Jahren – unvergessen! 20-jähriger Polizist wurde an Weihnachten 1974 erschossen

Polizeistern_RLPEs ist der Erste Weihnachtsfeiertag im Jahr 1974.

Am Nachmittag dieses 25. Dezember wird die Schutzpolizeiinspektion Brodenbach gegen 15.45 Uhr vom DRK darüber informiert, dass in der Schulstraße in Burgen eine männliche Person Schussverletzungen erlitten habe und der mutmaßliche Täter noch im Haus sei.

Polizeihauptwachtmeister Erwin Hoffmann fuhr mit seinem Streifenpartner sofort zum Einsatzort.

Während sich die Mitarbeiter des DRK um den Verletzten kümmerten, betraten die Beamten das Haus, um nach dem Täter zu suchen.

Sofort eröffnete der 50-jährige Mann das Feuer und traf einen der eingesetzten Polizeibeamten am Kopf. Der schwer verletzte Polizist konnte sich noch aus dem Haus retten.

Der damals 20-jährige Erwin Hoffmann reagierte sofort.

Aus seiner Dienstpistole gab er mehrere Schüsse in Richtung des Täters ab, traf und verletzte ihn.

Trotz dieser Verletzungen gelang es dem 50-jährigen Mann ebenfalls zu schießen. Er traf den Polizisten am Kopf und verletzte ihn tödlich.

Der Täter zündete anschließend das Haus an und erschoss sich mit der Dienstpistole des getöteten Erwin Hoffmann.

Seit Kriegsende sind im Bereich des Polizeipräsidiums Koblenz insgesamt 19 Polizeibeamte während der Dienstausübung ums Leben gekommen.

Das Polizeipräsidium Koblenz hält alle Verstorbenen in ehrendem Gedenken.

PM des PP Koblenz vom 18.12.2014