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Allgemein Verein

Hier stehen wir, wir können nicht anders…

Symbol_HandschriftLiebe Leserinnen und Leser unserer Präsenzen,

ich möchte kurz die letzten beiden Gelegenheiten zur Kenntnis geben, bei denen wir übelst bepöbelt wurden. Nicht, um die permanent unterirdischer werdende Qualität vieler Diskussionen in den sozialen Netzwerken zu bejammern, das haben schon andere vor uns getan und es hat ja auch nichts geholfen. Nein, wir möchten Euch damit etwas in Erinnerung rufen:

Fall 1: Im Ausgangspost des fraglichen Facebook-Threads ging es um die Compact-Ausgabe mit dem Konterfei von Frau Petry auf dem Cover, die in einem Polizeifahrzeug sehr ungeschickt positioniert wurde. Unserer Meinung nach wurde damit die Neutralität verletzt, die die Polizei an den Tag legen muss. Erwartungsgemäß kamen in dem Thread sehr unterschiedliche Ansichten zum Tragen. Eine Person bezeichnete dann uns, Keine Gewalt gegen Polizisten e.V., als „feige“ und „vorverurteilend“. „Auf wessen Seite steht Ihr eigentlich?“ wurden wir abschließend gefragt.

Fall 2: Schauplatzwechsel zu Twitter. Die Wellen schlagen hoch um ein qualitativ höchst schlechtes Video über einen Polizeieinsatz in Kaiserslautern. Wir verweigern uns, auf Fingerschnipp über die eingesetzten Polizisten herzufallen, zumal die Staatsanwaltschaft Kaiserslautern sich sehr schnell sehr weit aus dem Fenster gehängt hat und keinen Anlass sieht, gegen die eingesetzten Polizisten ein Verfahren zu eröffnen. Ein Nutzer nennt uns „blindwütig“ und „armselig“.

Merkt Ihr selbst, liebe Leser, ne?

Deswegen noch einmal zur Erinnerung an alle, was wir seit 2009, schon lange vor der Vereinsgründung, gebetsmühlenartig wiederholen:

  1. Wir stehen hinter unseren Polizeibeamten.
  2. Wir stehen aber nicht hinter ihnen, weil sie Polizisten sind, sondern weil sie Polizisten einer besonderen Polizei sind – einer Polizei, die demokratisch legitimiert und rechtsstaatlich aufgestellt ist.
  3. Wir sind kein Polizeiverherrlichungsverein.

Die Polizei ist eine aus Menschen gemachte Institution. Menschen sind nicht perfekt. Folgerichtig kann diese Institution nicht perfekt sein und die einzelnen Menschen darin auch nicht.

Wir stehen hinter unserer Polizei, weil sie eine tolle Arbeit macht, für die man nicht genug danken kann. Was wir im übrigen täglich tun. Aber wir stehen da eben auch, weil man sie kritisieren darf. Zu wahrer Freundschaft gehören Kritik und Widerspruch. Deswegen werden wir uns weiterhin herausnehmen, einzelne Polizeibeamten und ggf. auch eine ganze Behörde zu kritisieren, wo wir es für notwendig erachten. Auch das Bezeichnen von Polizistinnen und Polizisten, die Missstände in ihrem beruflichen Umfeld aufdecken, als „Anscheißbeamte“, stellt aus unserer Sicht Gewalt gegen Polizisten dar. An dem Tag, an dem ich die deutsche Polizei nicht mehr sachlich kritisieren darf, stehe ich für mein Amt nicht mehr zur Verfügung und wahrscheinlich auch nicht mehr für diese Republik.

Wir werden uns aber weiterhin verweigern, auf der Basis von irgendwelchen Videos, die Hinz und Kunz ins Netz stellen und auf denen sie Polizeigewalt zu erkennen glauben, pflichtschuldigst in den Empörungsmodus zu verfallen. Wir weigern uns, verbal auf Menschen in Uniform einzuschlagen, die möglicherweise juristisch gerechtfertigte Gewalt anwenden. Die Polizei macht die Drecksarbeit für diese Gesellschaft. Es liegt auf der Hand, dass man beim Verrichten von Drecksarbeit eben nicht immer aussieht wie beim Balletttanzen, sondern dass es unschön werden kann. Es ist uns als Mitgliedern dieser Gesellschaft auch verdammt noch mal zuzumuten, das zu kapieren. Ebenfalls ist uns als denkenden Menschen zuzumuten, zu begreifen, was Sinn und Zweck der Gewaltenteilung ist und dass Soziale Netzwerke nicht Bestandteil der Judikative sind.

Für die, die nicht differenzieren können: das heißt jetzt NICHT, dass wir IMMER von der Unschuld der Polizisten ausgehen. Wir gehen aber weiterhin von der Annahme aus, dass die überwiegende Mehrheit (ich sage gerne 98% von ihnen) einen tollen Job machen. Und wir kennen den Grundsatz „in dubio pro reo“ und warten den Ausgang eines Verfahrens ab. Wir sind nicht die Judikative (und die vielen Hobbyrichter im WWW auch nicht, auch wenn sie das nicht in ihre Köpfe kriegen wollen).

Wem das alles als Weltbild zu komplex ist, der möge sich bitte von uns verabschieden. Es gibt ganz wunderbare Seiten, auf denen Polizisten niemals angezweifelt werden. Für die andere Seite gibt es tolle Präsenzen für stramme Polizistenhasser diversester Geschmacksrichtungen. Ob sie sich linksaußen, rechtsaußen, im Umfeld von Fußballvereinen oder sonstwie zu ihrem Weltbild zusammengerottet haben. Da werdet Ihr viele offene Ohren für Eure angeblichen Beweise finden. Die fragen auch nicht nach Hintergrundinformationen, nerven nicht damit rum, was möglicherweise vor der fraglichen Videosequenz passiert ist und sind auch nicht so abgefahren, dass sie nach der Gesetzeslage fragen. Da gibt es ganz viele Leute, die auf Euer Zeichen hin Schaum vorm Mund entwickeln und vorverurteilen, was das Zeugs hält.

Spart Euch Eure Zeit, in der Ihr das bei und mit uns versucht.

Zu unserem Weltbild gehört aber auch die Akzeptanz von Eigenverantwortung. Es steht jedem frei, sich über unsere Vereinsziele zu informieren und die Diskussionsregeln auf der Facebook-Seite nachzulesen. Wer das nicht tut und einfach mal wild seinen Frust in unsere Kommentarspalten kotzt und dabei andere per Rundumschlag bepöbelt, der darf hinterher nicht klagen, wenn ihm entsprechender Gegenwind entgegenschlägt, der ihn möglicherweise irgendwann von unseren Präsenzen herunterweht.

Unser Verein hat sich über Jahre gebildet. Wir reden viel miteinander und unsere Ziele und unser Weltbild haben sich über viele Jahre gefestigt. Wer meint, Keine Gewalt gegen Polizisten e.V. mit einer (gerne auch anonymen) Pöbelei in irgendeinem sozialen Netzwerk in eine Kursänderung zwingen zu können, der ist auf dem Holzweg. Ein Blick ins Vereinsrecht, wer uns Vorschriften über unsere Öffentlichkeitsarbeit machen darf, kann da sehr erhellen. Wie so oft gilt auch hier: Ein Blick ins Gesetz erleichtert die Rechtsfindung – und erspart eine Menge Arbeit.

Allgemein Trauriges

Ins Wasser mit ihnen!!!

Ist es nicht toll, im Jahre 2013 in einem Land zu leben, das einen funktionierenden Rechtsstaat sein eigen nennt? Hier kann man nicht vom Mob geteert, gefedert, durchs Dorf getrieben und im Anschluss an diese Demütigung gelyncht werden. Schade nämlich, wenn’s nach solchen Aktionen den Falschen erwischt hatte. Deswegen haben wir die Wahrheitsfindung an entsprechende Ermittlungsbehörden abgegeben.

Mittlerweile jedoch sind wir alle so blendend informiert, dass wir diese Behörden im Grunde getrost wieder einsparen könnten. Würde auch schneller gehen. Was brauchen die auch immer so ewig? Lesen die keine Zeitung?

Da sieht man doch, was wichtig ist. Beispielsweise, was die bayerische Polizei für ein Haufen ist. Wie der Bajuware halt so ist, ne? Haut mal gerne drauf. Kennt man ja. Polizisten sind sowieso ausnahmslos Schläger. In Kombination kann das ja nicht gut gehen. Mich wundert schon, dass ich damals, als ich für ein paar Tage in München war, nicht halb tot geprügelt worden bin, als ich in meiner grenzenlosen Naivität wagte, eine Polizeistreife nach dem Weg zu fragen. Die müssen irgendwie ihren sozialen Tag gehabt haben, ich habe nämlich eine sehr gute Wegbeschreibung bekommen und hatte in meiner damaligen Ahnungslosigkeit das Gefühl, mit freundlichen Menschen zu tun gehabt zu haben.

Der jüngste Fall aus dem Freistaat betrifft einen Münchner Polizisten.

Es begann am 20.01.2013, als gegen 15:20 Uhr eine 23-jährige Frau telefonisch die Polizei über einen Beziehungsstreit mit ihrem Ex-Freund verständigte. Dieser soll sie zuvor bedroht und geschlagen haben. Zur Klärung des Sachverhaltes wurden beide Personen zur Polizeiinspektion 21 (Au) gefahren.

Die Frau rastete während der Fahrt sowie auf der Polizeiinspektion– nach Angaben der eingesetzten Polizeibeamten vermutlich unter Drogeneinfluss stehend – aus und musste deshalb gefesselt werden.

Ich zitiere im Folgenden aus der Pressemitteilung vom 05.02.2013: „Auf der Polizeiinspektion wurden ihr die Handfesseln abgenommen, worauf sie sofort wieder begann, um sich zu treten. Nachdem ihr die Handfesseln wieder angelegt wurden, spuckte sie einem Beamten ins Gesicht. Nach Angaben des eingesetzten Polizeibeamten versuchte sie anschließend mit dem Kopf nach ihm zu stoßen. Um sich davor zu schützen, versetzte er ihr einen Faustschlag gegen den Kopf.

Die 23-Jährige wurde wegen Körperverletzung, Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte und Beleidigung zur Anzeige gebracht. Im Rahmen der Anzeigenerstattung wurde bereits der Fauststoß des Polizeibeamten gegen den Kopf der Frau dokumentiert.

Zur Klärung des Drogenkonsums der 23-Jährigen, der von ihr vor Ort auch eingeräumt wurde, sollte eine Blutentnahme durchgeführt werden. Diese wurde zwar von der Staatsanwaltschaft beantragt, aber vom diensthabenden Richter abgelehnt. Mit einer freiwilligen Blutentnahme war die 23-Jährige nicht einverstanden.

Nach Hinzuziehung eines Notarztes wurde die junge Frau in ein Krankenhaus verbracht. Die Beamten fertigten von den Verletzungen Lichtbilder.

Am 25.01.2013 erstattete ihr Rechtsanwalt fernmündlich beim Polizeipräsidium München Anzeige, da seine Mandantin im gefesselten Zustand zwei Faustschläge ins Gesicht erhalten habe.

Zur Klärung des Sachverhaltes wurden entsprechende Ermittlungen eingeleitet.

Die 23-Jährige wurde noch am selben Tag im Beisein ihres Rechtsanwalts vom Dezernat für Amtsdelikte als Zeugin einvernommen.

Im Rahmen der weiteren Ermittlungen wird zu klären sein, ob die vom Beamten angenommene Notwehrsituation vorlag.

Die bisherigen Ermittlungsergebnisse wurden der Staatsanwaltschaft München I vorgelegt.“

Interessant dazu die erste mediale Reaktion, die mir zur Kenntnis kam. Ich zitiere was am 05.02.2013, dem Erscheinungstag exakt dieser Pressemitteilung, auf der Webseite des Bayerischen Rundfunks [1] zu lesen war: „Vorwürfe gegen PolizeiBeamter in München soll Frau geschlagen haben: In München gibt es möglicherweise einen erneuten Fall von Polizeigewalt. In einem Polizeirevier in der Au soll ein Polizist einer 23-jährigen Frau ins Gesicht geschlagen und sie schwer verletzt haben.“

Eine doch recht erstaunliche Formulierung. Es ist zwar durchaus korrekt, dass es möglicherweise einen Fall von Polizeigewalt gibt. Es ist aber genauso korrekt, dass es möglicherweise einen Fall von falschen Verdächtigungen geben könnte. Interessant, für welche Formulierung sich da zu diesem Zeitpunkt bereits entschieden wurde…

Die sonst in Sachen Polizei eher gemäßigte Welt schlagzeilte am 20.02.2013 mit dem Worten „Polizeigewalt –Münchner Prügel-Opfer geht an die Öffentlichkeit“ und machte damit deutlich, wessen Variante ihr glaubwürdiger erschien.

Der Faustschlag selbst steht übrigens in keiner Weise zur Debatte. Den hat der Polizeibeamte von Anfang an zugegeben. Im Raum steht eigentlich nur die Frage, ob der Beamte sich objektiv in der Notwehrsituation befand, in der er sich subjektiv glaubte. Das wird uns das Ermittlungsergebnis zeigen.

Genau, wie das Bauchgefühl des betreffenden Polizisten kein Kriterium für einen Freispruch sein darf, darf aber auch das Bauchgefühl der interessierten Öffentlichkeit nicht die Grundlage für eine Verurteilung darstellen.

Die Wortmeldungen des Polizeipräsidiums München in der Angelegenheit sind wohltuend sachlich. Selbst derart sachliche Meldungen kann man aber noch missinterpretieren. So sah man sich am 16.02.2013 zu der Pressemitteilung genötigt, dass der Polizeipräsident „zu keinem Zeitpunkt den Faustschlag des Beamten in der Polizeiinspektion Au als konsequent bewertet [hat]. Vielmehr hat er ausschließlich die Sichtweise des betreffenden Beamten geschildert. Gleichzeitig hat er ausdrücklich erklärt, dass die Bewertung des Faustschlages allein der Staatsanwaltschaft vorbehalten bleibt.“

Ja, da hat er Recht, der Herr Polizeipräsident. So sieht es aus in einem Rechtsstaat. Und das von einem dieser rustikalen Bayern, der zu allem Überfluss auch noch für die Polizei arbeitet…

Leider kommt man in heutiger Zeit mit Sachlichkeit kaum an gegen die wirklich schrecklichen Bilder der Frau, die diesen Faustschlag eingesteckt hat. Ja, sie tut mir leid. Wirklich. Aber mal eine dumme Frage: Hatte sie die Polizei nicht gerufen wegen eines Beziehungsstreites und weil ihr Ex-Freund sie unter anderem geschlagen hatte? Was ja mittels der Aufnahme des Notrufes zu belegen sein dürfte. Woher wissen eigentlich die ganzen Hobbystaatsanwälte an den Bildschirmen der Republik, dass diese Verletzungen ausschließlich von dem Polizeibeamten stammen? Aus meiner Sicht haben wir hier einen Fall von Aussage gegen Aussage…

Sie sagt, sie hätte zwei Fausthiebe bekommen. Der Polizeibeamte spricht von einem. Wieder diese lästige Konstellation, bei der man eigentlich nicht wissen kann, wer denn nun die Wahrheit spricht.

Anstatt diesbezüglich auf die Ergebnisse eines ordnungsgemäßen Verfahrens zu warten, wissen eine Menge medial umfassend informierter Menschen ausreichend Bescheid, um den Polizeibeamten schuldig sprechen zu können. Besonders gut gefiel mir in dem Zusammenhang die Aussage einer Dame, sie könne Menschen im Gesicht ansehen, ob diese lügen oder nicht. Eine Fähigkeit, nach der sich nicht nur Richter alle zehn Finger ablecken dürften. Sie „weiß“ jedenfalls, dass die 23-Jährige die Wahrheit spricht und findet deswegen Menschen „nicht in Ordnung“, die da auf das Ergebnis eines rechtsstaatlichen Vorgangs warten wollen. Schade, dass der Polizeibeamte da strategisch geringfügig im Nachteil ist, weil er sich eben nicht vor eine Kamera stellen kann. Mich würde schon interessieren, was die Dame machen würde, falls seine schönen Augen auch nicht lügen können.

Ich fröne da lieber weiter der „Einseitigkeit“. Einseitig ist nämlich nach neuester Lesart nicht, wer einem Polizeibeamten auf der Basis doch arg bruchstückhafter Informationen und ohne ihn anzuhören, Schuld attestiert. Einseitig ist, wer auf die Unschuldsvermutung verweist und ein faires Verfahren abwarten möchte. Etwas, auf das jeder ein Recht hat und auch haben sollte. Ein Recht, das jedem Räuber, jedem Vergewaltiger und jedem Serienmörder zusteht. Vielleicht sollte man es dann auch einem Polizeibeamten zubilligen.

Ich habe diesen Polizisten mit keinem Wort für unschuldig erklärt, was in meinen Augen wirklich einseitig wäre. Das steht mir überhaupt nicht zu. Ich will das auch gar nicht, denn ich war nicht dabei und habe nicht die leiseste Ahnung, was in dieser Polizeidienststelle wirklich vorgefallen ist. Aber ich höre mir gern beide Seiten an, bevor ich ein Urteil fälle. Und ich hätte gern alle Infos. Da ich die nicht kriegen kann, muss ich mich auf die zuständigen Behörden verlassen. Wenn das einseitig ist, bitte sehr. Lieber einseitig als Hexenjägerin.

Ja, ich nenne das mittlerweile Hexenjagd.

Es widert mich an, wie gegen diesen Mann gehetzt wird, bevor die Dinge klar liegen. Es widert mich an, wie ein Faustschlag, dessen Umstände nur die Beteiligten und Anwesenden kennen und niemand sonst, ein ganzes Polizistenleben entwerten kann. Auch dieser Polizeibeamte hat seinen Kopf für uns alle hingehalten. Und noch mehr widert es mich an, dass am 21. Februar unter einem Post für einen verletzten Polizisten in Facebook plötzlich kein einziger Genesungswunsch zu finden war, obwohl sonst immer vier bis fünf dort auftauchen. Zum Ausgleich hinterließ dort jemand einen reichlich Menschen verachtenden Spruch. Dieser verletzte Polizist verrichtet übrigens seinen Dienst ebenfalls in München. Honi soit qui mal y pense.

Alles klar! Scheißt doch einfach auf die Unschuldsvermutung und irgendwelche Staatsanwälte und Richter. Die kosten eh nur Geld und nerven mit ihrem Beharren auf Informationen, Spuren, Beweisen und hast du nicht gesehen. Wer braucht das bitte?

Es gab eine Zeit, in der man der Hexerei beschuldigte Menschen ins Wasser warf. Überlebten sie, waren sie mit dem Teufel im Bunde. Ihre Unschuld konnten sie nur beweisen, indem sie ertranken.

Ins Wasser mit angeklagten Polizeibeamten!!! Wenn die ihre 15 kg Schutzkleidung anlegen, dürfte es auch kein Problem mit dem Nachweis der Unschuld geben.

Das wäre auch gut für die Staatsfinanzen, denn langfristig fördert das den Stellenabbau. Und noch besser – wir Bürger können endlich das äußerst anstrengende Denken und Hinterfragen final einstellen. Und den Nachweis über Schuld und Unschuld einer extrem vertrauenswürdigen Instanz anvertrauen – den höheren Mächten.



[1] Folgt man mittlerweile der URL, so erscheint eine ganz andere Überschrift.

Allgemein

Offener Brief an die Mitglieder der Online-Communitys: Mildred macht Pause

Meine lieben Leser, liebe Mitstreiter,

vorab möchte ich sagen, dass dieser offene Brief nur eine Minderheit betrifft, aber wie üblich eine Mehrheit davon betroffen sein wird. Wobei das Schweigen der Mehrheit damit durchaus etwas zu tun hat. Allerdings muss sich wirklich nicht jeder den Schuh anziehen, den ich hier hinstelle. Ganz besonders nicht jene, die mir fleißig mit PMs unter die Arme greifen oder meine Co-Admins sind, oder mir ab und zu rückmelden, dass ich auf dem richtigen Weg bin.
Da habe ich mich also die ganze Woche, die sehr anstrengend und hektisch für mich war, auf mein Wochenende gefreut. Weil ich da mal ein bisschen Pause machen wollte,was auch nur begrenzt gelingt, weil beruflich dermaßen der Kittel brennt, dass ich jede Menge Arbeit mit nach Hause genommen habe. Ich glaube, ich sagte schon mehrfach, dass ich „nebenher“ einem Beruf nachgehe. Abgesehen davon, dass man diese Information auch auf der Projekthomepage nachlesen kann.

Schon der Start ins Wochenende wurde mir mal wieder so richtig versaut.  Als erstes erhielt ich eine Beschwerde aus dem Bereich WKW. Meine Art der Informationsdarstellung dort ist nicht genehm. Dabei hatte ich mehrfach erklärt, warum ich es so handhabe.

Mal ehrlich – ich glaube allmählich, mich streift ein Bus.

Abgesehen davon, dass ich es als nur sehr mäßig höflich und einfühlsam empfinde, das Wochenende anderer Menschen damit einzuleiten, indem man ihnen erstmal hinreibt, was sie alles falsch dabei machen, wenn sie sich ihren Arsch bis zur Halskrause aufreißen, geht es doch um etwas ganz anderes:

Sagt mir, wenn ich mich täusche, aber ich dachte bisher, es geht hier eigentlich um das Projekt „Keine Gewalt gegen Polizisten“. Also um die Sache. Mir geht es jedenfalls in erster Linie darum. Was der Hauptgrund dafür ist, dass ich die WKW-Gruppe immer noch am Leben halte. Weil ich hoffe, dass trotz der minimalen Resonanz, die zum lange dort von mir gelieferten Input in keinerlei Verhältnis stand, Leute erreicht werden können. Den damaligen Input kann und will ich zur Zeit einfach nicht leisten. Aus Gründen, die ich wahrlich oft genug dargelegt habe.

So, jetzt rede ich mal ganz kurz und ganz ausnahmsweise über mich. Nicht, dass ich das jetzt zum ersten Mal erkläre, aber ein Polizist lobte ja schon einmal mein Geduld (die ich vorher nicht hatte, insofern hat mich dieses Projekt echt weitergebracht):

Ich mache das hier seit nunmehr fast zwei Jahren. Jeder Versuch, kostenlose Hilfe in meinem Sinne zu bekommen, ist gescheitert. Ich mache das gern, aber es ist ein Arsch voll Arbeit, den ich so gut erledige wie ich kann.

Zu 95% ALLEIN!

Ich denke, wenn man sich das vor Augen hält, kann man wohl sagen, dass ich es sehr gut mache.

Es ist auch aus meiner Sicht niemandem zuzumuten, das gleiche Herzblut und die gleiche Leidenschaft wie ich in das Projekt zu legen, deshalb kann niemand kostenlos meinen Job machen. Das verstehe ich.

Mein Tag hat, Überraschung, Überraschung, ganze 24 Stunden. Darin sind enthalten mindestens 8 Stunden für meinen Hauptberuf (eher mehr), im Schnitt 3 Stunden für das Projekt (eher mehr), dazu Essen, Schlafen, Familie, ab und zu etwas mit Freunden unternehmen. Ach ja, eine Ausbildung zur Seelsorgerin mache ich auch noch. Was ja auch zum Projekt gehört.

Meinem Hobby „schreiben“ habe ich seit letztem Sommer exakt einmal gefrönt – es kam dabei eine drei Seiten lange Kurzgeschichte heraus. Früher, vor „Keine Gewalt gegen Polizisten“, habe ich in vergleichbaren Zeiträumen 700-Seiten-Romane verfasst. Nur mal so als Richtwert, was ich bereits gebe.

Ich erwarte nicht, dass man dafür vor Dankbarkeit vor mir auf den Knien liegt. Ich gebe das nämlich gerne und von Herzen.

Aber ich erwarte im Gegenzug ein Minimum an Entgegenkommen und Respekt. Respekt im Sinne der Grundwertschätzung, die jedem menschlichen Wesen aufgrund seiner Menschenwürde zusteht. Aus meiner Sicht hat es mit Menschenwürde nicht allzu viel zu tun, jemandem, der sich freiwillig den Arsch aufreißt bis zur Halskrause, mitzuteilen, dass er ihn noch nicht weit genug aufreißt. Und das an einem Wochenendbeginn nach einer harten Arbeitswoche, in der dieser Mensch das Projekt trotzdem weiter betrieben hat.

Ich wünsche mir von den Unterstützern des Projekts eine Winzigkeit an Eigeninitiative. Und eben nicht noch mehr Ansprüche an meine Person. Möglicherweise erwarte ich auch von denen, die das nicht so sehen wie die Anspruchsteller, ein bisschen Rückendeckung. Ich bin mir da nicht sicher. Aber gut anfühlen würde es sich schon, wenn sich auch nur einer der vielen tausend Mitleser aus sich heraus an meine Seite stellen könnte und die Anspruchsteller mal fragen könnte, ob sie das wirklich selbst angemessen finden, was sie fordern.
Es ist nämlich eine Sache, es irgendwo in einer theoretisch über mir schwebenden Wolke zu wissen, dass die Mehrheit das nicht so sieht. Es ist aber eine ganz andere Sache, das zur Abwechslung mal demonstriert zu bekommen, indem man öffentlich nicht allein im Regen stehen gelassen wird.

Weiters erwarte ich auch ein bisschen Geduld, bis das Projekt zum Verein geworden ist und damit eine juristische Grundlage dafür da ist, dass ich mir bezahlte Hilfe leisten kann. Dann wird vielleicht die Informationsdarstellung auch wieder besser. Kommt auf das Geld an, das reinfließt… So eine Vereinsgründung lässt sich allerdings auch nicht übers Knie brechen. Ich arbeite dran. So schnell es geht. Mehr geht nicht. Punkt!

Es geht bei dem Projekt „Keine Gewalt gegen Polizisten“ um die Sache. Sollte es da nicht egal sein, wo es stattfindet? Ist es vor dem Hintergrund des Projektzweckes wirklich unzumutbar, ein E-Mail-Abo meiner Blogs durchzuführen? Das sind ganze zwei Mausklicks. Wem das zu viel ist, der kann doch einfach den Links zu meinem Blog folgen. Ist das tatsächlich schon zu viel verlangt? Speziell von jenen, die hier sowieso nur mitlesen wegen der Informationsbeschaffung und weil es ihnen guttut? Es ist schön, dass es Euch guttut. Das freut mich und ist auch Sinn des Projekts, aber kann man lesen nicht auch in meinen Blogs, von denen einer exakt die Infos abbildet, die auch in den Online-Communities zu finden sind????

Wem das zu viel ist, der kann sich ja mal überlegen, wie viel Arbeit es bedeutet, diese Informationen zusammenzustellen. Abgesehen davon, dass es wirklich nicht die allerlustigste Lektüre ist, sich täglich in Meldungen über Gewalt gegen Polizisten zu vertiefen und dabei auf Twitter den unsäglichen Menschen verachtenden Dreck aus der Extremistenecke zur Kenntnis nehmen zu müssen und so ganz nebenbei jeden Tag um die 500 Polizeipressemeldungen zu streifen. Ob es vor dem Hintergrund wirklich angemessen ist, sich bei mir über die Darstellung der Informationen zu beklagen?

Nein, ich finde das jedenfalls nicht angemessen.

Nun zu einem Hilfsangebot, dass ich erhalten habe. Ich finde Hilfsangebote toll. Allerdings habe  ich an der Stelle, an der ich es erhalten habe, bereits mehrfach klar geäußert, wie man mir helfen kann. Zum Beispiel, indem man Besserungswünsche für verletzte Polizisten genau an der Stelle hinterlässt, um die ich bitte, nämlich in meinem Blog. Wem es also wirklich um das Projekt geht, der erfüllt einfach meine simplen Bitten um Hilfe.

Allerdings habe ich über dieses Angebot nachgedacht und möchte eine weitere Bitte um Hilfe äußern:

Hilfreich wäre, angesichts der vielen Projektfacetten, mir die Links, die Ihr postet, auch an meine Mailadresse zu schicken, anstatt mir noch eine zusätzliche Plattform zu schaffen, die ich einsehen muss. Auch das würde mir Arbeit sparen. Wem zwei Links zu setzen zuviel ist, kann es auch nur an mich mailen. Immerhin schreibe ich im Regelfall immer dazu, woher ich den Link habe.

Auf Facebook ist die Resonanz so gut, dass ich das vollkommen in Ordnung finde, wenn ein Teil der Diskussion dort läuft, anstatt in meinem Blog. Auch mit Links auf Facebook kann ich gut leben, weil ich darüber eine Benachrichtigung bekomme.

Wenn ich jedoch explizit und in klaren, deutlichen Worten darum bitte, Besserungswünsche für verletzte Polizeibeamte direkt in meinem Blog zu hinterlassen und das einfach mal locker ignoriert wird und der erste Post unter dieser Bitte ein Besserungswunsch ist, dann weiß ich nicht so genau, was ich davon halten soll.

Erstens würde mir das eine Menge Zeit sparen. Überlegt doch mal bitte: ich poste die Meldung einmal, anstatt mehrfach. Ich muss nicht mehr an mehreren Stellen nachfragen, ob Ihr einverstanden seid damit, das Ganze an den betroffenen Polizisten zu schicken, denn ein Post in einem öffentlich einsehbaren Blog zeigt implizit, dass man mit Öffentlichkeit einverstanden ist. Ich spare mir, auf die Antworten auf diese Frage zu warten, ich muss nicht mehr an mehreren Stellen Screen-shots machen, Bilder bearbeiten, das Ganze farbig ausdrucken, in einen Umschlag stecken und zur Post tragen. Ich kann eine Karte von KGgP nehmen, liebe Wünsche aller KGgPler draufschreiben und auf den für jeden einsehbaren Blog verweisen.

Wenn diese winzige Bitte, die für mich große Auswirkungen hat, einfach kommentarlos ignoriert wird, fühlt sich das für mich so an, als sei meine Hingabe an das Projekt schon in den Bereich der selbstverständlichen Dienstleistung gelangt. Es fühlt sich an, als sei es egal, was die doofe Mildred möchte – Hauptsache, sie funktioniert. (Ich sage nicht, dass jemand so denkt, ich sage lediglich, wie es sich für mich anfühlt.)

Zweites ist es doch auch für den verletzten Polizisten ganz schön, wenn er diese netten Worte lesen kann, ohne irgendwo in eine Online-Community eintreten zu müssen. Auch für ihn bedeutet das freien Zugang zu Informationen, die ihn betreffen. Und wenn er sehen kann, dass sich Menschen öffentlich hinter ihn stellen.

Drittens wäre es ja auch ein eindeutiges Signal an so manchen Extremisten und Sympathisanten von Extremisten, der mich aus Feindbeobachtungsgründen liest. Vielleicht löst es auch da Denkprozesse aus, dass es viele Menschen gibt, die sich nicht über verletzte Polizeibeamte freuen, sondern Mitgefühl haben. (Die Hoffnung stirbt ja bekanntlich zuletzt!)

Also geht es selbst bei dieser Bitte noch nicht einmal zu 100% um mich, sondern um die Sache. Vielleicht hilft das ja, meiner Bitte möglicherweise doch zu entsprechen…

Ich brauch jetzt mal eine Teilpause von dem Projekt. Den Rest meines Wochenendes würde ich nämlich gern genießen.

Es gab in letzter Zeit viele positive Rückmeldungen. Dafür möchte ich an dieser Stelle danke sagen.

Leider ist es  im Augenblick so, dass diese zunehmende Anspruchshaltung, die mir für ein unbezahltes und freiwilliges Ehrenamt ins Gesicht geschlagen wird, durch die positiven Rückmeldungen kaum noch aufgewogen werden kann.

Ich bin eigentlich nicht masochistisch veranlagt. Wenn ich anfange mich zu ärgern, gibt es erstmal keinen Grund für mich, die Sache, die mich ärgert, ohne Pause fortzusetzen. Ich unternehme jetzt mal etwas mit Lebewesen, denen es gut genug ist, was ich tue, und die mir zeigen, dass sie sich über die Zeit freuen, die ich ihnen widme.

Auf meiner Domain werde ich weitermachen. Wen das Projekt an sich wirklich interessiert, kann ja da gucken kommen. Den Rest werde ich noch sehen.

Liebe Grüße,

Mildred

P.S.: Bitte sagt mir jetzt nicht: „Aber wir haben Dir doch gesagt, dass wir Deine Arbeit schätzen.“ Das weiß ich und ich danke Euch für diese Rückmeldungen.  Aber wenn Ihr meine Arbeit schätzt, dann unterstützt sie auch bitte, indem Ihr schlicht ganz einfache und kleine Bitten erfüllt, die Euch nicht einmal Arbeit machen, mir sie aber stark vereinfachen.