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Allgemein Trauriges Verein

Polizeiliche Kriminalstatistik des Bundes 2014 – Gewalt gegen Polizeibeamte steigend

PKS_2014Vor wenigen Tagen kam die neue Polizeiliche Kriminalstatistik des Bundes heraus, in der es seit 2010 ein Kapital über “Polizeivollzugsbeamte als Opfer” gibt. Dieses interessiert uns als Verein Keine Gewalt gegen Polizisten e.V. natürlich besonders.

Nachdem im Grunde zu Beginn keine verlässliche Aussage getroffen werden konnte, ob die Gewalt gegen Polizeibeamte nun ansteigt oder nicht, weil der Beobachtungszeitraum viel zu kurz war, kommen wir allmählich in ein Zeitfenster, bei dem man schon mit aller Vorsicht eine Aussage treffen kann – und die gefällt uns nicht. Geht der seit 2010 vorliegende Trend in der Zukunft so weiter, dann steigt die Gewalt gegen Polizisten weiterhin an.

Wobei ich dabei betonen möchte, dass bereits der Ausgangspunkt im Jahre 2010 mit insgesamt 54.843 Straftaten gegen Polizeibeamte aus Sicht von Keine Gewalt gegen Polizisten e.V. inakzeptabel hoch war. 2014 waren es 62.770 Stratftaten gegen Polizeibeamte. Das sind durchschnittlich 172 gewalttätige Übergriffe gegen Polizeibeamte am Tag. Durchschnittlich findet also quasi alle 8 Minuten ein Übergriff gegen einen Polizeibeamten statt. Natürlich ist das nur ein Durchschnittswert, aber diese helfen dabei, sich das vorzustellen. Acht Minuten Verweildauer im Internet und unterdessen hat wieder ein Polizist oder eine Polizistin einen Angriff erlebt. Von 2010 nach 2014 machte das eine Steigerung von etwa 14%. Das ist beunruhigend.

Ganz auf Null setzen wird man das Phänomen sicherlich nicht können. Aber es wird dringend an der Zeit für klare Signale aus Politik und Gesellschaft. Vor diesem Hintergrund erfreulich, dass immer mehr polizeifreundliche Initiativen aus dem Boden sprießen. Nichts anderes haben unsere Beamte einer demokratisch legitimierten und rechtsstaatlich verfassten Polizei verdient, die auf täglicher Basis den Kopf für uns hinhalten und in Einsätze gehen, vor denen wir Bürger weglaufen.

Hier auf der Homepage des BKA finden sich die Links zum Download der Informationen zur PKS des Bundes.

Allgemein Trauriges Verein

Stellungnahme des Vereins Keine Gewalt gegen Polizisten e.V. zu den Vorgängen innerhalb der Polizei Herford

logoVorgeschichte:

Im Juni 2014 fand eine Verkehrskontrolle statt. Im Anschluss behaupteten ein Autofahrer sowie sein Cousin, dass ein Polizist sie grundlos angegriffen habe. Die eingesetzten Polizeibeamten hingegen sagten aus, die beiden Männer seien gewalttätig geworden.

Nach Ermittlungen durch die Kripo Herford wurde der zuständigen Staatsanwaltschaft eine Ermittlungsakte übergeben, mit der die Schuld der kontrollierten Männer belegt worden zu sein schien. Die Staatsanwaltschaft erhob Anklage wegen Widerstandes und Körperverletzung.

 

Der Vorfall wurde von einer im Streifenwagen befindlichen Kamera aufgezeichnet. Dieses Video wurde Montag im Prozess gezeigt. Das Video zeigt offenbar, dass die Gewalt von dem kontrollierenden Polizeibeamten ausging. In der Ermittlungsakte, die der Staatsanwaltschaft zugegangen war, hatten sich nur Fotos aus dem Video befunden, die die Version der Polizeibeamten zu bestätigen schienen. Laut Staatsanwalt fehlten die entscheidenden 20 Sekunden.

Offenbar hat der betroffene Polizist noch im Gerichtssaal eingelenkt und sich beim Angeklagten entschuldigt.

Die Staatsanwaltschaft Bielefeld hat Ermittlungen gegen die beteiligten Beamten eingeleitet.

Stellungnahme:

Wir vom Verein Keine Gewalt gegen Polizisten e.V. beziehen zu den in diesem Artikel beschriebenen Vorgängen innerhalb der Kreispolizeibehörde Herford Stellung wie folgt:

Unter der Voraussetzung, dass die Berichterstattung korrekt ist und dies tatsächlich so stattgefunden hat, ist es aus unserer Sicht unhaltbar, Unschuldige mit falschen Vorwürfen in rechtliche Bedrängnis zu bringen. Daran ändert sich auch nichts, wenn der betroffene Polizist wegen einer schweren Beleidigung seine Beherrschung verloren haben sollte.

Wir wissen darum, wie sehr permanentes Beleidigtwerden an die Substanz gehen und Menschen an ihr Limit bringen kann. Nicht umsonst thematisieren wir Beleidigungen regelmäßig auf unseren Präsenzen. Beleidigungen gehören unbedingt zu unserer Definition von Gewalt gegen Polizeibeamte (wofür wir ja auch oftmals harsche Kritik einstecken).

Aber selbst wenn hier eine solche Situation vorgelegen haben sollte, in der ein Mensch durch übelste Verbalinjurien über seine Grenzen gebracht worden sein sollte, so rechtfertigt das keinesfalls den ganzen nachfolgenden Rattenschwanz aus Falschaussagen offenbar über mehrere Dienststellen hinweg – immer unter der Voraussetzung, dass es wirklich so gewesen ist, wie in dem Artikel dargestellt.

Ein solches Verhalten würde die vielen, vielen echten Gewalterfahrungen, die Polizisten im Dienst an uns Bürgern machen müssen, entwerten. Dem großen Anteil der rechtlich einwandfrei arbeitenden Polizeibeamten würde hier von Kollegen ein Bärendienst erwiesen. Nicht die sind unkollegial, die solche Vorgänge anprangern, sondern jene, die solche Dinge tun.

Die im ersten der per URL verlinkten Artikel zitierte Aussage des Rechtsanwalts, die Polizei verspiele jedes Vertrauen, weisen wir als übertrieben zurück. Aus unserer Sicht gibt es keinen Anlass, aufgrund des Fehlverhaltens einzelner einer ganzen Institution das Vertrauen zu entziehen. Die bundesdeutsche Polizei, auch die Kreispolizeibehörde Herford, genießt nach wie vor unser uneingeschränktes Vertrauen.

Hier nun ein Katalog weiterer uns zu der Thematik vorliegenden Links:

http://www.westfalen-blatt.de/OWL/Lokales/Kreis-Herford/Herford/1965080-Ermittlungen-gegen-Herforder-Polizei-Schlaege-Tritte-Pfefferspray-Polizeivideo-belastet-Beamten

http://www.lz.de/owl/20451296_Polizist-attackiert-Autofahrer-Staatsanwaltschaft-ermittelt.html

http://www.welt.de/regionales/nrw/article140611590/Gericht-zweifelt-an-Notwehrversion-von-Polizisten.html

http://www.westfalen-blatt.de/OWL/Lokales/Kreis-Herford/Herford/1965433-Polizeipraesidium-Bielefeld-ermittelt-gegen-Herforder-Beamte-Nach-Polizeigewalt-Ermittlungsakte-frisiert

http://www.westfalen-blatt.de/OWL/Lokales/Kreis-Herford/Herford/1965475-Richterin-spricht-angeblich-aggressiven-Autofahrer-frei-Ermittlungen-gegen-mehrere-Polizisten-Schlaege-Tritte-Pfefferspray-Polizeivideo-belastet-Beamten

http://www1.wdr.de/themen/aktuell/herford-staatsanwalt-ermittelt-gegen-polizisten-100.html

http://www.mt.de/lokales/regionales/20451712_Polizist-attackiert-Autofahrer-zuerst.html

 

Allgemein Demo

Prügel, die keine waren (Blockupy)

Symbolfoto
Symbolfoto

Warum mir Gewalt gegen Polizisten stinkt dürfte den meisten Lesern mittlerweile bekannt sein.

Was mir auch stinkt, ist, wenn Gewalttäter im Nachgang ihre Taten rechtfertigen, weil eigentlich nicht sie die Täter seien, sondern das ominöse System. Das ist sehr praktisch. Wenn das “System” den Stein aufhebt oder den Streifenwagen mit Menschen darin anzündet, dann ist man ja nicht selbst derjenige, der den Tod oder schwere Verletzungen anderer billigend in Kauf nimmt.

Auch die nur sehr zögerliche, wenn überhaupt, Distanzierung anderer, friedlicher “System”gegner von derartigen Gewaltakten, stinkt mir. Da scheint ein vordergründig gemeinsames Ziel wichtiger zu sein als die körperliche Unversehrtheit von Mitmenschen. Schade!

Und am allermeisten stinkt mir, wenn im Nachgang die Geschichte umgeschrieben werden soll, weil eigentlich nämlich gar nicht gewaltbereite “Systemgegner” Gewalt gegen Polizisten verübt haben, sondern Polizisten gewalttätig waren. Ach so?

Festgemacht wird das Ganze u.a. an einer in vielen Fotos festgehaltenen Szene, die sich derzeit auch in der Presse einer großen Beliebtheit erfreut. Zwei sachsen-anhaltische Bereitschaftspolizisten führen eine Frau, der Blut durch das Gesicht läuft. Hinter ihnen weitere Polizisten. Aus urheberrechtlichen Gründen kann ich die entsprechenden Bilder nur verlinken.

 

Frankfurter Allgemein, 18.03.2015 (Mittwoch, also der Tag des Geschehens selbst):

http://www.faz.net/aktuell/rhein-main/blockupy/linke-krawalle-in-frankfurt-nur-noch-blinder-hass-13491675/blockupy-2015-zur-eroeffnung-13490879.html

Die gesamte Fotostrecke stand unter dem Titel “Linke Krawalle in Frankfurt – nur noch blinder Hass” und es gab keine Bildunterschriften. So gesehen ließ zu diesem Zeitpunkt das Foto, so erschreckend es auf den ersten Blick auch sein mag, unterschiedliche Interpretationen zu.

 

Handelsblatt, 18.03.2015:

http://www.handelsblatt.com/politik/deutschland/proteste-gegen-ezb-politik-blockupy-sorgt-fuer-chaos-in-frankfurt/11519998.html#item19

Die Fotostrecke war durchaus polizeifreundlich intendiert. Die Bildunterschrift lautet ” Polizisten führen Demonstranten ab – Auch mehrere Blockupy-Aktivisten wurden bei den Ausschreitungen verletzt”. Vordergründig ist das neutral formuliert, lässt aber doch die Frage aufkommen: Wie wurde eigentlich diese Demonstrantin verletzt?

 

Rhein-Neckar-Zeitung, 23.03.2015 (man beachte, wir sind hier einige Tage weiter – am Montag, der den Ausschreitungen folgte)

http://www.rnz.de/politik/hintergrund_artikel,-Blockupy-Aktivisten-kritisieren-die-Polizei-_arid,85100.html

Die Bilder der Fotostrecke wechseln automatisch. In der Minivorschau unter der Fotostrecke kann man durch Anklicken auswählen, welches Bild angesehen werden soll. Ganz links haben wir “unsere” Szene.

Im Gesamtzusammenhang des Artikels mit der Bildunterschrift “Angeblich habe die Polizei bei den EZB-Proteste in Frankfurt “bürgerkriegsähnliche Zustände herbeigeführt”” kommt da schon der Verdacht auf, die abgebildeten Polizisten könnten für das Blut verantwortlich sein, dass der Frau in Strömen über das Gesicht läuft.

 

Ein Ausriss aus einer Boulevardzeitung, nicht zu datieren

http://www.hart-brasilientexte.de/wp-content/uploads/2015/03/Frankfurt152.jpg

Hier wird dann jegliche Zurückhaltung und Recherche zu Gunsten billigster Effekthascherei aufgegeben. Bei solchen Bildausschnitten kann man dann auch gerne mal den intellektuellen Habitus aufgeben, der einem eigentlich verbietet, sich der Lektüre von Zeitungen mit großen Buchstaben hinzugeben.

 

Tatsächlich wird diesen sachsen-anhaltischen Polizisten vorgeworfen, sie hätten diese Frau verprügelt, bevor sie sie brutal abführten. Diese Vorwürfe sind in diversen Bildkommentaren zu finden und einem Augenzeugen zufolge wurden sie bereits vor Ort mit diesen Vorhaltungen konfrontiert.

 

Weit gefehlt!

 

Dem mir vorliegenden Augenzeugenbericht zufolge, wurde diese sachsen-anhaltische Polizeieinheit mit einem Steinhagel eingedeckt. Die Frau auf dem Bild warf eifrig mit. Schließlich bekam sie einen Stein der eigenen Leute ins Gesicht. Friendly fire sozusagen. Die Polizisten halfen ihr auf und brachten sie aus der Schusslinie. Natürlich war sie durch den Steinwurf benommen. Entsprechend fest mussten die Polizisten zugreifen, damit sie nicht stürzt. Insofern führen sie sie zwar ab, denn sie wollten wegen der von ihr ausgehenden Steinwürfe auch ihre Personalien feststellen. Gleichzeitig stützen sie sie ab. Von “brutalem Abführen” kann jedenfalls keine Rede sein.

 

Auf diesem (lustigerweise ganz und gar nicht polizeifreundlich intendierten) Video findet sich der Beweis dafür, dass die sachsen-anhaltischen Polizeibeamten diese Frau nicht geschlagen haben.

Hier der Link zum Video (ich bitte um Verständnis, dass ich es nicht einbinden möchte):

https://www.youtube.com/watch?v=EDUPqcslkUg&feature=youtu.be

 

Ab 4:40 sieht man die fragliche Einheit im Einsatz. Die Polizisten laufen in eine Zone-30-Straße. Aus dieser Straße heraus wurden sie laut Augenzeugenbericht mit Steinwürfen eingedeckt.

Ab 5:00 sieht man eine Gruppe Polizisten und eine auf dem Bürgersteig am Boden liegende Person. Zwei der Polizisten knien neben der Frau. Ein Polizist steht dahinter. Links im Bild laufen weitere Polizisten dieser Einheit durchs Bild. Der Polizist mit der Aufschrift ST 113 beugt sich zu der Person. Man hört deutlich, wie sein Schlagstock über den Asphalt klappert, weil er ihn eben so hält, dass der Mensch am Boden ihn nicht abbekommt.

Irgendwann sieht man, dass es ich um die Frau von den weiter oben verlinkten Fotos handelt.

Bei 5:05 sieht man, wie ein Polizist der Persönlichkeitsrechte der Verletzten schützen will. Das wiederum wird mit einem in sehr patzigen Tonfall vorgetragenen “Ich bin von der Presse” quittiert. Bei 05:16 stellt der aggressive Pressevertreter fest: “Ja, die ist verletzt.”

Ein Polizist antwortet: “Sie kriegt ja auch gleich einen Rettungssanitäter.”

Meinem Augenzeugen zufolge traf dieser auch unverzüglich bei der Frau ein.

(Es gehört nicht zum Thema der verletzten Frau, aber davon, lieber “Presse”vertreter, dass man aggressiv herumbrüllt, man sei von der Presse, stört man immer noch eine Amtshandlung. Hier wird doch sehr deutlich, wie bereits zu diesem Zeitpunkt versucht wird, den eingesetzten Polizeibeamten alles Erdenkliche unterzuschieben. Auch sein “Das geht auch anders!” (5:40) zeigt eindeutig ein ganz übles Unverständnis von Ursache und Wirkung. Er stört die Amtshandlung, er lässt die Beamten durch aggressives Gebrüll nicht zu Wort kommen und als sich dann einer Gehör verschafft, indem er ihn übertönt, ist natürlich auch das wieder falsch.)

Leider setzt die Videosequenz hier aus. Aber man sieht ziemlich deutlich, dass die Polizisten die Frau nicht verprügelt haben. Selbst für die eine Sekunde, die man nicht sieht, muss man feststellen: Bei der Menge an Kameraleuten, die die Polizisten beim Hineinlaufen in diese Straße begleiten, würde es von dieser Szene formatfüllende Aufnahmen geben. Warum es die nicht gibt, hat ja mein Augenzeuge klar gemacht. Weil es keine Schläge an die Adresse dieser Frau gab.

Nachdem die Polizisten, die diese Frau nachweislich nicht verprügelt hatten, ihr aufgeholfen hatten, führten sie sie meinem Augenzeugen zufolge in einen nahe gelegenen Netto-Markt, um aus dem Getümmel herauszukommen. Dort wurden sie sofort von anwesenden Einkäufern bedrängt. Es fielen Sätze wie: “Warum verprügelt die Polizei eine hilflose Frau?” oder auch “Polizisten prügeln immer ohne Grund – sogar ältere Frauen.” Warum auch nicht ohne Hintergrundinfos erstmal Beschuldigungen raushauen, wenn sie doch so schön ins eigene Weltbild passen?

Da es im Netto folglich definitiv nicht ruhiger war als draußen, entschieden die Polizeibeamten, die Frau zu ihrem Einsatzfahrzeug zu bringen. Sie bestellten den Rettungswagen, den sie bereits angefordert hatten, dorthin. Die dazu abgehenden Funksprüche müssten eigentlich auch durch andere Umstehende gehört worden sein.

Schämt Euch, Polizeikritiker vor Ort, dass Ihr solche Dinge verschweigt! Schämt Euch, dass es Euch nicht interessierte, dass diese Menschen in Uniform einer von Euch halfen und Ihr sie sogar dabei noch bedrängt und gestört habt. Da muss man dann schon fragen dürfen – worum geht es Euch eigentlich?

Niemand will Polizeibeamten, die überziehen. Auch ich nicht. Das habe ich oft genug deutlich gemacht – auch wenn manche das gerne überlesen. Aber bevor man uneingeschränkt Vorwürfen glaubt bzw. diese selbst erhebt, sollte man hinterfragen und überprüfen. Es bleibt dabei: Nicht die Polizei hat in Frankfurt gezündelt. Der friedliche Teil der Blockupy-Demonstranten täte besser daran, sich endlich klar und deutlich von diesen Eskalationen zu distanzieren, anstatt die Geschichte nachträglich umzuschreiben.

 

Glücklicherweise beteiligen sich dieses Mal deutlich weniger Presseerzeugnisse daran als sonst. Offenbar wurde dieses Mal nicht nur für mich eine Grenze überschritten – und das gibt Hoffnung!

 

 

Allgemein Polizistenstimmen Verein

Polizisten eine Stimme geben: Ich bin Polizeibeamter – seit fast 30 Jahren

Symbolfoto
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Ich bin Polizeibeamter in Berlin, seit fast 30 Jahren.

Nach meinen dienstlichen Verwendungen in den geschlossenen Einheiten versehe ich nun bereits seit vielen Jahren meinen Dienst auf einem Abschnitt. Ich bin Vater eines fast 4-Jahre alten Sohnes, meine Frau ist ebenfalls Kollegin.

Dass Berlin schon immer ein “heißes Pflaster” war, ist und war mir immer bewusst. Leider ist Berlin aber nicht nur schöner, aufregender oder auch ärmer geworden; nein, Berlin ist in den letzten Jahren, ganz besonders für die Polizei, gefährlicher geworden. LEBENSGEFÄHRLICH!

Aber es interessiert keinen!

Es vergeht kein Tag, keine Nacht, in der die Polizei nicht Opfer von Beleidigungen, Anfeindungen, körperlichen Übergriffen ist. Polizeifahrzeuge werden mit Steinen beworfen, angezündet. Dabei interessiert es die “Verbrecher” nicht im Geringsten, dass sie in solchen Fällen mit dem Leben der Kollegen spielen.

Aber das überrascht ja nicht. Wie oft muss man den Satz dieser (linken) Gruppen hören: “Nur ein toter Bulle ist ein guter Bulle!” Es macht keinen Spaß mehr, Polizist zu sein!

“Dein Freund und Helfer”, eine Werbeparole aus den 80er-Jahren, möchten wir gerne sein, für unser Gegenüber sind wir das schon lange nicht mehr!

Was in Frankfurt die letzte Woche passiert ist, ist in Friedrichshain jede Woche an der Tagesordnung – angegriffene Polizeibeamte und zerstörte Fahrzeuge. Das lässt mich langsam deprimieren. Ich kann gegen diesen Zustand aber auch nichts machen. Der Stachel sitzt zu tief, weil auch die Rückendeckung fehlt.

Politiker melden sich nach Krawallen kurz zu Wort, verurteilen die Übergriffe auf die Staatsgewalt, um dann schnell wieder unterzutauchen. Manchmal bekommt man den Eindruck, dass diese linke Gewalt nicht “hochgespult” werden darf. Aber sie ist da! Es gibt in unserem Land nun mal rechte und linke Gewalt! Beides muss bekämpft werden, denn beides ist schlimm!

Aber es fällt einem Politiker anscheinend leichter, den Steinwurf gegen ein Wohnheim als barbarisches Verbrechen zu verurteilen als den Steinwurf gegen einen fahrenden Funkwagen gleichzustellen!

Herr Gysi, Fraktionsvorsitzender der Linken, hatte zu Wochenbeginn in einem Interview gesagt, dass die linke Gewalt nicht so schlimm ist wie die rechte. Wo ist der Unterschied, lieber Herr Gysi? Auf beiden Seiten sollen Menschen angegriffen werden. Sie sollen verletzt werden. Ihnen soll Angst gemacht werden. Nur ein toter Bulle…!

Ich habe langsam die Schnauze voll, immer und immer wieder meinen Kopf hinzuhalten. Ich fordere von allen Verantwortlichen mehr Rückendeckung und Anerkennung für meinen Beruf! Dies vermisse ich! Es wird sich auch nach diesen Zeilen nichts ändern. Aber zumindest konnte ich meinen Frust von der Seele schreiben, bevor ich diese Wut noch in mich rein fresse und/oder unbeteiligte Bürger davon etwas abbekommen. Es wird in jedem Polizistenhaushalt weiter gehen… Frauen werden ihre Männer (oder umgekehrt) an der Haustür verabschieden. Die Worte sind dabei immer die gleichen: “Pass auf dich auf, du hast eine Familie, die dich wieder gesund zu Hause haben will!” Aber die Hemmschwelle sinkt und sinkt.

Meine Motivation auch, während meine Angst steigt, dass mir im Dienst mal was Schwerwiegendes passiert. Aber das ist ja alles nicht so schlimm, Herr Gysi und Kollegen…!

Allgemein Demo

Das hatten wir alles schon viel schlimmer – in grauer Vorzeit

Symbolfoto
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Mir sagte einmal ein Polizist, den ich sehr schätze, dass Herr Behr ein netter Mensch sei, der im Grunde dasselbe wolle wie ich – keine Gewalt gegen Polizisten.

Mein damaliger Gesprächspartner ist mittlerweile in Pension und hat eine gestandene Polizistenkarriere hinter sich: Bereitschaftspolizei, Wechselschichtdienst, Führungsaufgaben. Also durchaus jemand, der weiß, was auf der Straße los ist. Wir sind auch einmal kräftig aneinandergeraten. Vielleicht schätze ich ihn gerade deswegen so hoch.

Weil ich nun diesem Polizisten vor seinem Hintergrund insgesamt eine hohe Urteilskraft zutraue, versuche ich seit diesem Gespräch die Äußerungen des Herrn Behr mit anderen Augen zu sehen.

Ich scheitere regelmäßig grandios!

Es ist mir bislang nicht gelungen, auch nur ein einziges Interview o.ä. zu finden, das ich nicht irgendwie beleidigend für Polizeibeamte empfände. Es tut mir leid, das sagen zu müssen, aber offenbar habe ich da einen echt blinden Fleck.

Sein neuestes Interview in der Zeit vom 18.03.2015 (hier) empfinde ich da sogar noch vergleichsweise harmlos. Aber ich war ja auch nicht in Frankfurt, wurde nicht mit Steinen und anderem Wurfmaterial eingedeckt und mir wurden auch nicht die Arbeitsmittel unterm Hintern weg abgefackelt.

Dabei geht es mir auch nicht um unterschiedliche Meinungen. Herrn Behrs Ausfälle gegen die Gewerkschaften buche ich für mich darunter ab, dass man in einer Demokratie aushalten muss, wenn unterschiedliche Meinungen existieren. Auch werden wir uns in Sachen Kennzeichnungspflicht niemals einig werden. Ist aber auch wurscht. Müssen wir auch nicht. Ich halte Arbeitnehmervertretungen für einen essentiellen Bestandteil der Demokratie und bin mir sicher, dass Polizeigewerkschafter immer noch dichter am alltäglichen Erleben der Menschen, die sie vertreten, sind, als ein Wissenschaftler. Mit Verlaub. Bei aller Hochachtung, die ich für Wissenschaftler hege. In Sachen Kennzeichnungspflicht sind wir uns nicht mal innerhalb des Vereins einig. Auch gut!

Aber wieso muss man, wenn man doch keine Gewalt gegen Polizisten möchte, diese Menschen dann noch in öffentlichen Interviews herunterputzen und unter Druck setzen? Wieso muss man jenen in die Hände spielen, die jetzt schon wieder fleißig die Geschichte umschreiben und die Mär von der gewalttätigen Polizei verbreiten, indem man sich direkt nach derartigen Geschehnissen mit ungerechtfertigter Gewalt durch Polizeibeamte befasst. Das sind Verhaltensweisen, die sich mir einfach nicht erschließen. Für mich passt da was nicht zusammen.

Da wird durch Herrn Behr ein Vergleich gezogen zwischen dem 18.03.2015 und den Auseinandersetzungen um die Startbahn West und deswegen könnte man nicht sagen, noch nie sei es so schlimm gewesen.

Vielleicht lese ich die falschen Verlautbarungen. Aber das sagt doch auch keiner. Und dass der Mittwoch von Frankfurt seit diesem damaligen Höhepunkt eine neue Steigerung der Gewalt ist, das muss man doch wohl zugeben.

Herr Behr ist ja nun nicht mehr der Jüngste, er ist Baujahr 1958. Selbst ich, um einiges jünger, bin nicht mehr so ganz taufrisch. An die Konflikte um die Startbahn West kann ich mich nur undeutlich erinnern. Ich war damals ein Kind / eine Jugendliche und an Politik nur sehr marginal interessiert.

Das Durchschnittsalter der Polizeibeamten, die am Mittwoch in Frankfurt Dienst taten, lag mit Sicherheit deutlich unter meinem Alter. Für die meisten dieser jungen Menschen ist schon der Mauerfall tiefste Vergangenheit. Die DDR ist für sie irgendwie fast schon Steinzeit. Und denen wollen Sie damit um die Ecke kommen, dass in den 80ern doch alles viel schlimmer war? Hallo? Da dürften viele der Mittwoch im Einsatz befindlichen Beamten noch nicht mal in Planung gewesen sein. Ähnliches dürfte auch für die meisten der Gewalttäter gelten.

Ob das für einen fühlenden Menschen nun wirklich so einen immensen qualitativen Unterschied macht, ob er nun mit Zwillen und Stahlnägeln beschossen wird, oder mit Steinen beworfen oder ob das Polizeiauto, in dem er sitzt, in Brand gesetzt wird, bevor er rauskommt, das lasse ich mal dahingestellt. Das überlasse ich der persönlichen Empathiefähigkeit eines jeden.

Ja, 1987 starben Polizeibeamte bei den Auseinandersetzungen um die Startbahn West. Aber es fand wenigstens dann eine Distanzierung der friedlichen Gegner davon statt, eine DEUTLICHE Distanzierung. Diese fehlt heutzutage völlig. Insofern ist es in der Tat schlimmer.

Herr Behr beklagt die “Entmenschlichung” der Demonstranten, die seiner Ansicht nach durch den Terminus “Mob aus ganz Europa” geschieht. Herr Behr, hier verkürzen Sie aber ganz gewaltig. Sogar Blockupy-Demonstranten selbst haben u.a. auf unseren Präsenzen beschrieben, dass die Gewalttäter aus ganz Europa anreisten. In den Verlautbarungen, die ich gelesen habe, wurde ganz klar unterschieden zwischen Gewalttätern und friedlichen Demonstranten. Soviel IQ dürfen Sie Ihren früheren Kollegen dann aber schon zutrauen, dass sie unterscheiden können zwischen einem Menschen, der sie mit Steinen bewirft und einem echten “Kapitalismus”kritiker, der sich auf dem Boden des Versammlungsrechtes bewegt. Wenn überhaupt jemand dazu beiträgt, Demonstranten zu entmenschlichen, dann jene, die Straftäter in diesem Zusammenhang weiterhin ungebrochen als “Aktivisten”, “Demonstranten” und “Widerständler” bezeichnen und somit schwere Sachbeschädigung, versuchte und vollendete Körperverletzung sowie versuchten Totschlag in einen Topf werfen mit friedlichen Nutzern des vornehmsten Rechtes, das das deutsche Grundgesetz bereithält.

Es ist übrigens in vielen Bundesländern schon lange nicht mehr der Fall, dass Bereitschaftspolizisten durch die Bank jene sind, die im ersten Jahr nach der Ausbildung unterwegs sind. Das kann sein, muss aber nicht. Mir sind auch durchaus Bereitschaftspolizisten bekannt, die das nun seit 10 Jahren machen, oder Polizisten, die nach einer Zeit im Wechselschichtdienst wieder zur Bereitschaftspolizei gehen. Diese Menschen also durch die Bank als überforderte und schlecht ausgebildete Pulverfässer darzustellen, geht in meinen Augen gar nicht. Abgesehen davon, dass es auch weit an der tatsächlichen Qualität der Ausbildung vorbeigeht. Solche Äußerungen am gleichen Tag zu tätigen, an dem in Frankfurt / Main heftigste Angriffe auf Polizisten stattgefunden hatten, zeugt von keinerlei Empathie. Traurig, wenn man bedenkt, dass Herr Behr in diesem Interview von “verletzten Polizistenseelen” spricht. Damit, Salz in die Wunden dieser verletzten Seelen zu streuen, hat er offenbar kein großes Problem.

Bedenklich, dass es an einem Tag wie diesem dann auch noch um “entgrenzte Gewalt in ihren Reihen”, also den Reihen der Polizei, geht. Sicher, niemand will überreagierende Gewalttäter in den Reihen der Polizei. Wirklich niemand! Und wenn man welche hat, muss man sie entfernen. Ob man dieses Thema allerdings Menschen hinreiben muss, die das erlebt haben, was Polizeibeamte am 18. März in Frankfurt/Main im Einsatz erlebten, weiß ich auch nicht. Das ist für diese Menschen schlicht ein Schlag ins Gesicht.

Immerhin kamen die BFE-Einheiten gut weg. Dafür möchte ich mich ausdrücklich bedanken.

Was den Rest betrifft, so muss ich sagen, dass entweder der von mir so hochgeschätzte Polizist eine andere Definition von “nett” hat als ich – oder aber dass Herr Behr seine Nettigkeit in Bezug auf seine ehemaligen Kollegen sehr gut zu verbergen weiß. Fragt sich nur, warum.

Allgemein Demo Verein

Wir meinen: 150 verletzte Polizeibeamte sind zuviel

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Wir danken den Einsatzkräften in Frankfurt / Main. Den insgesamt 150 verletzten Polizeibeamten wünschen wir an dieser Stelle gute Besserung!

Wir verurteilen die Gewalt, die in Frankfurt verübt wurde – sei es an Menschen im Einsatz (Polizeibeamten, Feuerwehrleuten), sei es an Material – was sich ja durchaus überschnitten hat, denn das Anzünden eines Einsatzfahrzeuges, in dem noch Menschen sitzen, nimmt bei diesen Menschen zumindest schwere Verletzungen in Kauf!

Unserer Ansicht nach sollten sich die Veranstalter endlich eine Distanzierung von dieser Gewalt abringen, um ihr eigenes Anliegen nicht endgültig zu delegitimieren.

Wir distanzieren uns von jedem, der versucht, die brutale Gewalt gegen Einsatzkräfte in irgendeiner Form zu rechtfertigen.

Wir distanzieren uns von jedem, der die Geschichte im Nachgang wieder umschreiben und die Schuld an diesen Eskalationen den eingesetzten Polizeibeamten in die Schuhe schieben will. Es reicht jetzt wirklich mal! Es gibt keine Rechtfertigung dafür, in derartiger Form gegen Angehörige einer demokratisch legitimierten und rechtsstaatlich verfassten Polizei vorzugehen.

Ganz persönlich möchte ich dazu sagen, dass ich mich im Nachgang schäme, auch mal Demonstrantin gewesen zu sein. Allerdings demonstrierte ich im ursprünglichen Sinne des Wortes auf dem Boden des Versammlungsrechtes. Dennoch – ich schäme mich.
Und das ist eigentlich schlimm, denn das Demonstrationsrecht ist aus meiner Sicht eines der vornehmsten Rechte in einer westlichen Demokratie. Aber ich fühle mich von dem, was dort vorging, im Nachgang missbraucht und beschmutzt.

 

Allgemein Presse Trauriges

Datenklau und Bedrohung von Polizisten und Justizvollzugsbeamten im großen Stil

Vor drei Tagen stolperte ich über einen Artikel in einer französischen Zeitung, “Le Figaro” – ein durchaus seriöses Blatt. Was ich zu lesen bekam, gruselte mich durchaus.

 

Hier eine Übersetzung des Inhalts:

 

Ein Anti-Cops- und Anti-Gefängniswärter-Rache-Website entrüstet Polizei und Strafvollzug

 

Eine Gruppe mit eine Nähe zur extremen Linken hat in einem sehr eindeutigen Blog Fotos von Polizei- und Justizvollzugsbeamten aus der Region in und um der französischen Stadt Rennes online gestellt, ebenfalls von deren Kindern. Die Staatsanwaltschaft leitete eine Untersuchung ein.

 

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Symbolfoto

“Die indiskrete Polizei als Opfer von Indiskretionen, geschlagen mit ihren eigenen Waffen.” Das ist in etwa der Grundtenor des Blogs, der im Innenministerium und der Strafvollzugsverwaltung Ärgernis erregt. Unter dem Titel “Rache” sieht man Fotos von Beamten beider Behörden aus der Region in und um Rennes. Obendrein sieht man auf Schnappschüsse die Ehepartner der Betroffenen sowie weitere den Beamten nahestehende Personen, dazu auch Geburtsdaten, Namen, persönliche Adressen. Alles Daten, die diese Beamten unvorsichtigerweise selbst auf ihren eigenen Facebook-Seiten veröffentlich hatten.

 

Die Achillesferse der sozialen Netzwerke und des Wunsches, von sich zu erzählen, wurde also auf zynische Weise von Personen ausgenutzt, die der linksextremistischen Strömung nahestehen, die ihre Thesen auf den alternativen Websites des Indymedia-Kollektivs veröffentlicht und darüber kommuniziert. Sie bilden damit auf ihre Weise nach, was das Netzwerk “Copwatch”, das sich die Denunziation “gegen polizeiliches Fehlverhalten” auf die Fahnen geschrieben hatte, mit der Veröffentlichung von 450 Fotos von Polizeibeamten, die in der Region Ile-de-France (in und um Paris) und im Norden des Landes ihren Dienst verrichten, in Frankreich einzurichten versuchte. Allerdings machte die französische Justiz dieser Provokation im September 2011 ein Ende.

 

Doch dieses Mal geht die Grenzüberschreitung weiter. Diese Seite hat nicht das Ziel, tatsächliche oder vermeintliche polizeiliche Übergriffe zu denunzieren. Sie nimmt willkürlich Familien ins Visier, Kinder der Beamten, manchmal gerade ein paar Monate alte Babys, teilweise in den Armen ihrer Eltern zu sehen – ohne jede Verpixelung. Namen und das Alter der Kinder werden erwähnt. “Das ist untragbar und die Wortwahl ‘Rache’ durch jene, die sich an derartigem Missbrauch beteiligen, lässt das Schlimmste für die Familien der betroffenen Beamten befürchten, die durch diese öffentliche Anprangerung jedem Verrückten ausgeliefert wurden”, beklagt Nicolas Comte, stellvertretender Vorsitzender der Polizeigewerkschaft “Unité-SGP-Police”.

 

Die herausgepickten Gefängniswärter arbeiten im Gefängnis von Rennes, die Polizeibeamten bei der Schutzpolizei bzw. der Kriminalpolizei von Rennes. Die Blogger, die ihr letztes Foto eines Justizvollzugsbeamten am 20. Februar posteten, machen über ihre “Zielscheiben” ironische Bemerkungen. Hier wiederholen sie die Formulierung eines Aufsichtsbeamten, der auf seiner persönlichen Seite schreibt: “Verheiratet mit Fabienne, die mir drei schöne Kinder geschenkt hat. Glücklich…”. Dort liefern sie “KFZ-Kennzeichen von Bullen, BAC (Anmerkung der Übersetzerin: Brigade Anti-Criminalité, eine Einheit, die insbesondere für den Einsatz in Problemvierteln eingerichtet wurde), Diensthundeführern und weiteren Spielarten nächtlicher Bullen”, mit Fotos von Autos.

 

Darüber hinaus werden Beamten “demaskiert”, die früher beim Inlandsgemeindienst arbeiteten. Und dieses Mal werden Fotos offenbart, die auf der Straße aufgenommen wurden. Mit folgender Bildunterschrift: “Man beachte, dass der kleine Letzte im Nazilook nun Uniform trägt. Er hatte ohne Zweifel Appetit auf Steine.” Ebenfalls werden Nummernschilder von Justizvollzugsbeamten und sogar von Bewährungshelfern gezeigt.

 

Die Generaldirektion der Police Nationale sowie das Justizministerium wurden von den Gewerkschaften zum Handeln aufgerufen. Die Staatsanwaltschaft in Rennes hat ein Verfahren eröffnet wegen “betrügerischen Zugangs in ein Datenverarbeitungssystem” sowie “Bedrohung”. Sie hat die Ermittlungen der Kriminalpolizei von Rennes übertragen, ebenso wie dem französischen Äquivalent des Bundesamtes für Datensicherheit.

 

Die französischen Polizeigewerkschaften drängen darauf, den Zugang zu dieser Website zu sperren. Der Gewerkschafter Nicolas Comte ist allerdings kaum optimistisch. “Die Seite ist immer noch zugänglich, obwohl der Magistrat ein Eilverfahren anstrebt. Ich wette, dass die juristischen Probleme, die sich auftun werden, die französischen Behörden behindern werden.” Zudem liegen die Blogs von Indymedia häufig auf ausländischen Servern, in Ländern, die jeglicher Zusammenarbeit auf juristischem Gebiet abgeneigt sind. Die Gewerkschaften von Polizei und Strafvollzugspersonal sehen sich gekränkt davon, die Fotos von Kindern und Babys ihrer Mitglieder zu sehen – heute bedroht und für immer im Internet preisgegeben.

 

Quelle:
http://www.lefigaro.fr/actualite-france/2015/03/11/01016-20150311ARTFIG00201-un-site-de-vengeance-anti-flics-et-anti-matons-scandalise-la-police-et-la-penitentiaire.php

 

Ich bin sicher, dass die allermeisten von Euch ein Bewusstsein für entsprechende Gefahren haben. Schließlich machen Kollegen von Euch zu diesem Thema Präventionsveranstaltungen in Schulen. Wie auch die allermeisten Eurer französischen Kollegen. Das sieht man schon daran, dass allein in der Region Ile-de-France etwa 12.000 Polizisten Dienst verrichten und in der Region Nord-Pas de Calais etwa 10.000. Darin ist die Police Municipale nicht mal eingerechnet. Davon hatte Copwatch es gerade mal auf 450 Fotos gebracht. Aber offenbar gab es ja in Frankreich einige, denen dieses Bewusstsein fehlte.

 

Man kann jetzt natürlich sagen, selbst Schuld! Sicherlich hat jeder eine Eigenverantwortung für seine Daten, so wie überhaupt für Eigensicherung. Dennoch ist es eben für manch einen offenbar unglaublich, wozu Menschen fähig sind. Und Schuld trägt immer der Täter. Man selbst kann sich nur so gut es geht zu schützen versuchen.

 

Übrigens habe ich in den letzten Monaten die eine oder andere Freundschaftsanfrage bekommen von mir vollkommen unbekannten Menschen Menschen, die die sattsam bekannte Buchstabenkombination, die ich persönlich mit “All cops are brave” zu übersetzen pflege, in Profil- oder Titelbild hatten. Oder gerne auch mal  verwandte Symbole/Schriftzüge. Ich habe diese Anwärter immer abgelehnt und somit ins digitale Nirwana gekickt. Dabei habe ich mich immer gefragt: “Was wollen die von mir als bekennender Polizistenfreundin?” Ich denke, der Artikel gibt darauf möglicherweise eine Antwort – wenn auch eine sehr hässliche.

 

In dem Zusammenhang allen mit mir auf Facebook liierten Menschen zur Kenntnis: Ich habe meine Freundesliste so eingestellt, dass niemand sie einsehen kann.

 

Passt auf Eure Daten auf! Wir brauchen Euch und Ihr braucht Eure Lieben!!!!

Allgemein Polizistenstimmen Verein

Polizisten eine Stimme geben: Was ist mit mir los? Ich dachte immer ich bin stark!

Symbolfoto
Symbolfoto

Es ist noch gar nicht so lange her. Es war eine Nachtschicht, die super lief. Wir (meine Streifenpartnerin und ich) hatten eine Menge Spaß in dieser Nacht. Wir haben gelacht, haben uns klasse Musik reingezogen und den Dienst genossen.

 

Und dann kam dieser vorletzte Einsatz.

 

Wir waren bei einem Einsatz wegen häuslicher Gewalt. Häusliche Gewalt heißt es, wenn es zu Straftaten innerhalb einer Beziehung kommt. Der Lebensgefährte hatte seine Freundin leicht gewürgt. Nichts besonderes in meinem Bereich. Das ist eigentlich Tagesordnung. Ich ging zum Fahrzeug um ein Atem-Alkohol-Messgerät zu holen.

 

Als ich nun am Kofferraum stand kam jemand vorbei und beleidigte mich ohne Grund. Er war sehr aggressiv und mit Unterstützung konnte ich dann seine Personalien feststellen und er bekam seine verdiente Anzeige.

 

Allerdings war schon zu diesem Zeitpunkt etwas anders. Ich regte mich sehr stark darüber auf, dass mich jemand beleidigt, ohne dass ich überhaupt etwas mit ihm zu tun hatte. Es gab keinen vernünftigen Grund für sein Tun.

Ich stand fast immer über diesen Sachen. Einen Einsatz, ob ich Funkwagen war oder der Einsatzleiter, schüttelte ich einfach so aus dem Ärmel. Es gab nichts, was ich während meiner gut 25 Jahren Dienst, nur auf diesem Abschnitt, noch nicht erlebt habe.

 

Nach der Ablösung fuhr ich nach Hause und schlief erst mal.

 

Allerdings war die Nacht früh zu Ende. Meine Frau, die sich von mir getrennt hat, wollte vorbeikommen. Die Trennung ist frisch und schmerzt.

 

Als sie wieder weg war telefonierte ich mit einer mittlerweile sehr guten Freundin. Sie gibt mir sehr viel Halt in dieser schweren Zeit. Wir redeten über Gott und die Welt. Und ich erzählte ihr auch von meinem Erlebnis in der Nacht. Immer wieder kamen mir die Tränen. Ich hatte es einfach nicht im Griff, nicht zu heulen. Sie legte mir nahe zum Arzt zu gehen. Sie sagte: „Du hast ein Burnout!“

 

Es war wieder mal ein langes Gespräch. Ich ließ mich überreden. Zwischendurch meldete ich mich auf meiner Dienststelle krank. Ich hatte ja eigentlich wieder Frühschicht nach dem Nachtdienst.

 

Und es war der richtige Weg.

 

Ich ging also zum Arzt und wollte ihm in Ruhe von meinen Symptomen erzählen.

Antriebslosigkeit, Motivationslosigkeit, innere Leere und fehlende Erholungsphasen auf Grund des Dienstes und natürlich die Trennung.

 

Aber so weit kam ich gar nicht.

 

Ich setzte mich beim Arzt hin, wollte anfangen zu erzählen und fing an zu heulen. Unter Heulen erzählte ich ihm, was mit mir los ist.

 

Mein Arzt wusste sofort was mit mir passiert war. Seine Diagnose: anfängliche Depressionen. Schlicht und einfach im Volksmund gesagt „Burnout“. Er schrieb mich gleich mehrere Wochen krank. Er gab mir den Rat alles zu machen, was mir Spaß macht und mein Leben zu genießen. Das ist aber einfacher gesagt als getan. Ich werde es langsam angehen lassen. Ich muss mich erst einmal wieder selber finden.

 

Ich weiß noch nicht, ob ich aus dieser Situation selber wieder herauskomme oder ich mir noch psychische Hilfe holen muss.

 

Ich weiß nicht wie lange ich noch krank sein werde. Das ist mir auch egal. Ich war nie krank. Höchstens mal eine Erkältung oder eine OP. Aber ich habe geschaut, dass ich schnell wieder arbeiten bin, damit die Kollegen nicht so belastet sind.

 

Eines weiß ich aber:

Ich will raus aus der Depression. Ich will wieder ein normales Leben führen. Ich will wieder Spaß haben

 

Das kann nicht der Sinn des Lebens sein, sich für seinen Dienstherrn aufzuopfern. Ich habe mir auch vorgenommen ruhiger zu treten, wenn ich wieder im Dienst bin. Ob ich schaffe weiß ich jetzt auch noch nicht.

 

Auch wenn ich das hier anonym schreibe, weiß ich doch, dass mich hier einige erkennen werden. Aus meinem Kollegenkreis, Bekanntenkreis und Freundeskreis.

 

Das ist mir aber egal. Ihr sollt wissen, was mit mir los ist. Ich bin immer offen mit allem umgegangen.

 

Ich möchte, dass Euch so etwas nicht passiert, so wie es mir passiert ist.

 

Hört auf euren Körper und vor allem auf eure Seele.

 

Tretet kürzer und lasst Euch gegebenenfalls helfen.

 

Eines noch.

 

Ich möchte mich bei den drei Personen bedanken, die für mich da sind. An erster Stelle meine liebe Telefonfreundin. Du hast stets ein offenes Ohr für mich. Danke! Meine Streifenpartnerin, die ich auch immer telefonisch und auch persönlich mit meinen Problemen belästigen kann. Danke! Und meine gute Freundin hier. Sie weiß schon wen ich meine. Danke!

 

Also passt gut auf Euch auf und hört auf euren Körper und auf eure Seele.

(Der Autor des Textes ist dem Verein Keine Gewalt gegen Polizisten e.V. persönlich bekannt.)

Allgemein Demo Verein

Wir danken für den Demoeinsatz – Ludwigshafen, 08.02.2015

Als ich Ende Januar 2015 den Verein Keine Gewalt gegen Polizisten e. V. dem Ludwigshafener Polizeipräsidenten Jürgen Schmitt vorstellte, erfuhr ich vom Demonstrationseinsatz am 08. Februar in Ludwigshafen.

Spontan entschieden wir, als Verein dort präsent zu sein, um den Polizeibeamten im Einsatz danke zu sagen und wie auch in Remagen unsere Danke-Kärtchen zu verteilen. Da die Polizei auf dem Boden der Verfassung steht, ist ein Einsatz für die Polizei definitiv ein Einsatz gegen jede Form von Extremismus. Netterweise bekamen wir von Herrn Schmitt die Erlaubnis. Danke!

Das Motiv unserer Visitenkarte für diesen Großeinsatz
Das Motiv unserer Visitenkarte für diesen Großeinsatz

Einige Personalräte der Gewerkschaft der Polizei nahmen uns unter ihre Fittiche und schon ging es los.

 

Bei der Gegenkundgebung des bürgerlichen Spektrums auf dem Theaterplatz trafen wir den Polizeirpräsidenten. (von links nach rechts: Gerke Minrath, KGgP, Udo Fremgen, GdP, Isabel Sorg, GdP, Nadine Imo, KGgP, Jürgen Schmitt, Polizeipräsident, Ralf Seiler, GdP, Siegmar Schäfer, GdP, Michael Harm, GdP)
Bei der Gegenkundgebung des bürgerlichen Spektrums auf dem Theaterplatz trafen wir den Polizeipräsidenten. (von links nach rechts: Gerke Minrath, KGgP, Udo Fremgen, GdP, Isabel Sorg, GdP, Nadine Imo, KGgP, Jürgen Schmitt, Polizeipräsident, Ralf Seiler, GdP, Siegmar Schäfer, GdP, Michael Harm, GdP)

Das Demonstrationsgeschehen selbst kann ich auch nicht besser zusammenfassen als die Polizei (siehe im Anhang an diesen Beitrag), also beschränke ich mich auf einige Anekdoten. Vorab möchte ich aber zwei Vorfälle nicht unerwähnt lassen, die im Zusammenhang mit dem Versammlungsgeschehen passierten. Wir befanden uns zu den fraglichen Zeitpunkten an anderem Ort, diese Infos lassen sich aber aus den Pressemitteilungen der Polizei im Anhang entnehmen:

Aus einem Aufzug lösten sich etwa 200 Linksautonome, um eine rechtsorientierte Versammlung zu stören. Eine Polizeikette wurde überrannt, einem Streifenwagen wurden die Scheiben eingeschlagen, unter den Streifenwagen wurde ein Bengalo geworfen, sodass der Eindruck enstand, der Streifenwagen würde brennen. Die drei Polizeibeamten in dem Streifenwagen konnten sich aus diesem retten. Sicherlich eine schockierende Erfahrung.

Am späten Nachmittag / frühen Abend befanden sich Angehörige des rechten Spektrums in Ludwigshafen in einer Gaststätte. Polizeibeamte vor dieser Gaststätte wurden aus diesen Besuchern heraus angegriffen, ein Polizeibeamter wurde verletzt. Gute Besserung!

Nun zurück zu unserem Einsatz.

Wie kommen wir hier nach Ludwigshafen?

IMG_6704_kleinVerabredet waren wir mit den Herren von der GdP in Ludwigshafen im Polizeipräsidium. Nadine und ich reisten über Mannheim an. Auch dort fand sich am Hauptbahnhof ein großes Polizeiaufgebot, gemischt aus Bereitschaftspolizei der Bundespolizei und des Landes Baden-Württemberg. Weil ich mir wirklich unsicher war, fragte ich einen der baden-württembergischen Polizisten, ob wir problemlos den Zug nach Ludwigshafen nehmen könnten. Er bejahte das und fügte hinzu: “Sie können aber auch mit dem Aufzug gehen, der gleich losgeht.” Ich bedankte mich für die Information und sagte dann: “Wir haben einen Termin im Polizeipräsidium, deswegen würde uns der Aufzug nicht wirklich weiterhelfen.” Er starrte mich an, als hätte ich den Verstand verloren, sagte dann aber: “Jedenfalls können Sie mit der Bahn problemlos nach Ludwigshafen fahren.”

Zum Abschied drückte ich ihm noch unser Danke-Kärtchen in die Hand. Ich hoffe, er weiß jetzt, dass wir wirklich einen Termin im klassischen Sinne im Polizeipräsidium hatten und unser Plan nicht war, derart aufzufallen, dass wir dort den Gewahrsam von innen sehen…

Gewalt gegen Polizisten e.V.

Das ist nur ein Polizist aus der Kette. Aber bei mir haben halt auch Polizeibeamte ein Persönlichkeitsrecht, deswegen sieht man nur ihn.
Das ist nur ein Polizist aus der Kette. Aber bei mir haben halt auch Polizeibeamte ein Persönlichkeitsrecht, deswegen sieht man nur ihn.

Wir waren schon eine Weile beim Dankesagen auf dem Weg durch die Reihen. Ich hinkte etwas hinter unseren Begleitern her, weil ich mal wieder meiner Blaulichtfotosucht frönen musste, und stand plötzlich vor einer Polizeikette. Nicht die riesigste des Tages, aber immerhin etwa zehn Polizisten. Einer von ihnen schaute mich scharf an und fragte sehr freundlich: “Machen Sie Witze?”

Ich (erstaunt): “Wieso?”

Er: “Gewalt gegen Polizisten e. V.?”

Oha! Blöd, wenn der Kragen der Jacke über der Beschriftung der Leuchtweste hängt. Blöd, wenn ausgerechnet der Teil des Vereinsnamens verdeckt wird, der die beim Gegenüber ankommende Botschaft um 180 Grad dreht.

Ich klappte also meinen Kragen beiseite und ließ den kompletten Vereinsnamen wirken. Dann erklärte ich, dass wir eigentlich vor Ort seien, um Polizeibeamten für ihren Einsatz zu danken. Da freute er sich dann doch.

 

Die sind richtig süß…

Nadine und ich standen an einer Polizeiabsperrung, hinter der Polizei. (Ist ja auch ein passender Standort für einen polizeifreundlichen Verein). Wir ließen ein wenig die Atmosphäre eines so großen Einsatzes auf uns wirken. Die offizielle Kundgebung auf der anderen Seite der Absperrung war bereits beendet. Dennoch liefen ab und an ein paar Demonstranten vorbei, von denen einige den Polizeibeamten hasserfüllte Blicke zuwarfen.

Die fragliche Polizeikette, allerdings zu einem anderen Zeitpunkt.
Die fragliche Polizeikette, allerdings zu einem anderen Zeitpunkt.

Das animierte Nadine zu der Bemerkung: “Die sind doch ganz lieb? Ich verstehe nicht, wieso man die schlagen muss.”

Ein junger Polizist wandte sich völlig verwirrt zu ihr um: “Wer ist lieb?”

Nadine: “Na, Sie. Ich würde nie auf Sie losgehen.”

Und zack, hatte er ein Kärtchen mit unserem Dank in der Hand. Manchmal klappt’s dann doch ganz unerwartet.

 

Das fehlt mir noch in meiner Kollektion

Das Foto, das mir noch fehlte in meiner Kollektion... ;-)
Das Foto, das mir noch fehlte in meiner Kollektion… ;-)

Ich hatte auch Gelegenheit, mein Sammlung von Fotos von Ärmelabzeichen zu erweitern, die immer wieder als Symbolfotos für entsprechende Postings dienen können. Diverse Polizisten erlaubten mir, ihres abzulichten. So kamen die Abzeichen der Bereitschaftspolizei der Bundespolizei, von Baden-Württemberg und des Saarlandes dazu. Es gibt sogar ein Ärmelabzeichen mit der Aufschrift “Personalrat der Polizei”.

Plötzlich ging ein Polizist mit einem Ärmelabzeichen “TEE RP” (Technische Einsatz Einheit Rheinland-Pfalz) an mir vorbei. Ich sprach ihn an mit den Worten: “Ooooh. Das fehlt mir noch in meiner Kollektion.”

“Nee, das kann ich Ihnen aber nicht geben”, sagte er und griff an seinen Ärmel. “Ich hab nur eins.”

Merke: Wenn die Sammlergier in den eigenen Augen leuchtet, sollte man sich klar ausdrücken, WAS genau man sammelt. Gut, ich hätte das Original auch genommen… aber zuerst einmal wollte ich nur ein Foto.

 

Hungrige Polizisten

Bei einer Polizeikette nutzte allerdings unser ganzer Charme nichts. Die Mehrheit der Damen und Herren wollte unseren Dank nicht und die Blicke, die sie mir zuwarfen beim Ablehnen, waren auch nicht gerade freundlich. Ich prüfte meinen Kragen. Saß. Daran konnte es nicht liegen. Irgendwann gab ich auf – ich kann auch manchmal ein Seelchen sein. Während ich mir noch den Kopf zerbrach, was denn nun ich falsch gemacht hatte, erfuhr ich von einem Polizisten, der unseren Verein kannte, dass die Damen und Herren seit morgens nichts gegessen hatten. Dabei war es etwa vier Uhr nachmittags.

Da konnte ich dann innerhalb eines Wimpernschlags Verständnis entwickeln. Wenn ich hungrig bin, bin ich auch der unausstehlichste Mensch westlich von Suez.

 

Persönlich bin ich nicht nur wegen des Vereinszwecks bei solchen Einsätzen dabei, sondern auch, weil ich dabei so viel lerne. Dieses Mal blieben insbesondere drei Dinge hängen:

  • Die Einsatzbelastung wird derzeit nicht weniger.
  • Die angeblichen Prügelpolizisten waren sogar dann ausgesucht höflich, als sie noch dachten, ich sei Mitglied bei “Gewalt gegen Polizisten e. V.”.
  • Sie werden so oft verarscht, dass es manchen von ihnen schwer fällt, freundliche Gesten zu akzeptieren. Es wird dringend Zeit, dass mehr Bürger sich zu solchen Gesten aufraffen. Bürgerinnen und Bürger, die sich das für sich vorstellen können, sind jederzeit bei uns im Verein willkommen.

 

Allen, die wir nicht erreichen konnten: DANKE für Euren Einsatz – in Ludwigshafen und an jedem anderen Ort, jeden Tag aufs Neue!

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Anhang:

Zwei Pressemeldungen der Polizei zum Einsatzverlauf:

Das polizeiliche Konzept zur Lagebewältigung ging auf. Die Trennung der Gruppierungen ist gelungen.

An unseren Appell, sich friedlich zu versammeln, haben  sich leider nicht alle Teilnehmer gehalten. 
Aus dem von Mannheim kommenden Aufzug mit dem Ziel Theaterplatz in Ludwigshafen lösten sich ca. 200 Linksautonome und  stürmten in Richtung Hauptbahnhof. Hierbei wurden Absperrungen und eingesetzte Kräfte der Polizei überrannt.
An einem Streifenwagen der Polizei wurden die Scheiben eingeschlagen und ein „Bengalo“ unter das Fahrzeug geworfen. Von außen entstand der Eindruck, dass das Polizeifahrzeug brennt.
Die drei Polizeibeamten konnten sich aus dem Fahrzeug retten.
Sie wurden ärztlich und seelsorgerisch betreut, konnten aber im Anschluss weiter Dienst verrichten.

Die Versammlung „GsD“ am Hauptbahnhof besuchten ca. 500 Teilnehmer.
25 Personen hatten Pflastersteine aufgenommen und mitgeführt.
An sie wurden Platzverweise erteilt.
Aus dem Bereich der linksautonomen Teilnehmer, die in Richtung Hauptbahnhof liefen, wurden Straftaten begangen.
Gegen 45 Personen wurde wegen des  Überrennens der Polizeiabsperrung, dem Angriff auf Streifenwagen und Polizeikräfte wegen besonders schwerem Landfriedensbruchs ermittelt.

Zudem wurden Sachbeschädigungen, zwei Verstöße gegen das Waffengesetz und Verstöße gegen das Versammlungsgesetz wegen des Mitführens von verbotenen Gegenständen und dem Abrennen von Bengalos, begangen.

Bei der Festnahme der Personen kam es weiterhin zu Widerstandshandlungen.

Insgesamt wurden 131 Personen in Gewahrsam genommen.
12 Jugendliche wurden nach Rücksprache mit der Staatsanwaltschaft nach Abschluss der strafprozessualen Maßnahmen entlassen. 

Bei den restlichen Festgenommenen wurde durch einen Richter der Gewahrsam bis in die Abendstunden angeordnet.

Momentan halten sich noch 50 – 60 Personen des rechten Spektrums in einer Gaststätte in der Innenstadt auf.
Ebenso Kleingruppen verteilt im Stadtgebiet.

Pressemitteilung des Polizeipräsidiums Rheinpfalz vom 08.02.2015

 

Nachdem die Kundgebung von „Gemeinsam stark Deutschland“ am Hauptbahnhof beendet war, entfernten sich die Teilnehmer in Kleingruppen vom Veranstaltungsort.
Dabei kam es vereinzelt zu Konfrontationen „rechter“ und „linker“ Gruppierungen.

Gegen 17.40 Uhr wurden Polizeibeamte vor einer Gaststätte in der Innenstadt angegriffen. Dabei erlitt ein Polizist ein Hämatom durch einen Schlag auf den Kopf.
Die Angreifer wurden festgehalten. Von ihnen und den weiteren Besuchern der Gaststätte wurden die Personalien festgestellt. Anschließend erhielten alle einen Platzverweis.
Diese Personen waren der rechten Szene zuzuordnen.

Vorläufige Bilanz
Insgesamt wurden 160 Personen in Gewahrsam genommen.
Mehr als 100 Personen wurden Platzverweise erteilt.
Über 30 Gegenstände wurden sichergestellt. Dabei handelte es sich unter anderem um Messer, Pfefferspray und Pyrotechnik.
Deutlich über 100 Strafanzeigen, vorzugsweise linksmotivierter Straftraften, müssen bearbeitet werden.

Folgen bei der Polizei
Ein Polizeibeamter wurde durch einen Schlag auf den Kopf verletzt.
Vier Fahrzeuge der Polizei wurden beschädigt: an einem Streifenwagen entstand ein Schaden durch das Zünden eines Bengalos und eine Scheibe wurde eingeschlagen; ein Streifenwagen wurde zerkratzt und die Spiegel eines Polizeimotorrades und eines Transportwagens beschädigt.

Pressemitteilung des Polizeipräsidiums Rheinpfalz vom 09.02.2015

Allgemein Polizistenstimmen

Polizisten eine Stimme geben: Trauerzug von Officer Joey Fabus

Hallo KGgP-Team!

Ich bin begeisterter Leser eurer Facebookseite und auch Polizist.

Bethel Park PD 103111Mir geht manchmal die Hutschnur hoch, wenn ich über Gewalt von Polizisten in den Staaten lese. Da kommentieren Leute, die niemals in einer solchen Hoch-Stress Situation waren, die Geschehnisse, als könnten Sie dies nur um entferntesten beurteilen.

Ein Kollege & Freund aus den Staaten hat mir ein Video geschickt, in welchem Polizisten (diese mordenden Bestien, ihr wisst schon?) einen Trauerzug für “Officer” Joey Fabus gefahren sind.

Was ist daran besonders? Joey Fabus wurde nur 8 Jahre alt, als ihn der Krebs viel zu früh aus dem Leben gerissen hat. Der größte Traum von Joey Fabus war es einmal Police Officer zu werden. Im Juli machte das Bethel Park Police Department diesen Traum zumindest für einen Tag zur Realität.

Joey wurde vereidigt, bekam eine Uniform und durfte einen Tag mit auf Streife.

Vielleicht ist diese Nachricht / das Video ein News auf euer FB-Seite wert, um mal das Bild der US Police Officer ins rechte Licht zu rücken.

Viele Grüße

Chris Gö
Hier das Video von seinem Tag als Officer:

Und hier das Video vom Trauerzug: