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Allgemein Polizistenstimmen

Polizisten eine Stimme geben: Manchmal läuft’s

Symbolfoto, das keinen Rückschluss darauf zulässt, in welchem Bundesland diese Geschichte spielt
Symbolfoto, das keinen Rückschluss darauf zulässt, in welchem Bundesland diese Geschichte spielt

Im Mai diesen Jahres, morgens gegen drei Uhr, wurden mein Kollege und ich zu einem Kellereinbruch in Magdeburg gerufen. Wir stellten den Streifenwagen auf einem Parkplatz ab, der zum Haus des Anrufers gehörte. Als wir ausstiegen, stellen wir als erstes fest, dass der Anrufer und Anzeigenerstatter stark alkoholisiert war. Entsprechend war eine Sachverhaltsaufnahme vor Ort nur sehr schwer möglich, da er aufgrund des Alkoholisierungsgrades kaum klare Worte äußern konnte. Dennoch haben wir die Anzeige aufgenommen.

Dann wurde der Geschädigte aber unverschämt. Zuerst wollte er, dass wir nicht vorhandene Spuren sichern sollten. Und dann sollten wir ihm gefälligst ein neues Schloss besorgen. Wir beendeten höflich den Einsatz.

Damit war der Herr alles andere als zufrieden. Kurzerhand klappte er einen Poller zur Zufahrt des Parkplatzes hoch. Mehrmalige Aufforderungen, uns den Weg freizumachen, schlugen fehl. Irgendwann verschwand er einfach.

Wir mussten Kollegen mit einem Pollerschlüssel anfordern. Eine halbe Stunde später haben die uns dann “befreit”. Eine Anzeige wegen Nötigung folgte.

Im Dezember fand die Gerichtsverhandlung statt. Urteil: 90 Tagessätze à 75 Euro, also 6.750 Euro insgesamt. Für mich ein Fingerzeig der sehr guten Richterin! Eine positive Überraschung!

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Polizisten für Obachlose e. V.

Bereits seit April 2013 hörte ich bei Berlinbesuchen von dem Berliner Verein “Polizisten für Obachlose e. V.” “Die sind super”, sagte einmal ein junger Bundespolizist zu mir. Seitdem war ich neugierig.

Dann wurde es doch Februar 2014, bis ich endlich in Berlin den aktuellen Vorsitzenden dieses Vereins, Kersten Müller-Beyer, kennenlernen und mit meinen Fragen dazu bombardieren konnte.

Die Geschichte dieses Vereins begann im Jahre 1999 mit einem Anruf. Eine Polizeibeamtin der Berliner Polizei, die dann später die erste Vorsitzende werden sollte, wurde informiert, dass ein Herr lag drei Tage lang in einer Bushaltestelle. Bei Eintreffen der Polizei reagierte er zuerst ablehnend: “Lasst mich in Ruhe! Ich habe genug!” Eigentlich nur ein Beispiel von vielen für die Hilflosigkeit, der sich viele Polizeibeamte im dienstlichen Alltag ausgeliefert fühlen, weil sie nicht in der Lage sind, diesen Leuten zu helfen! Immerhin handelt es sich dabei in Berlin mittlerweile um über 10.000 Menschen.

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Uneigentlich eine Initialzündung. Man WOLLTE helfen. Die Polizistin und ein Kollege sammelten intern bei der Polizei Kleidung für diesen Herrn, sowie andere Obdachlose. Eine erste Idee war, diese bei der Bahnhofsmission am Bahnhof Zoo auszugeben, das wurde aber abgelehnt. Also stellte man sich dort am Bahnhof in einen Durchgang. Mittlerweile stellt die Bahnhofsmission ihre Räumlichkeiten für Ausgaben zur Verfügung.

Nach zwei Jahren inoffizieller Arbeit erfolgte 2001 die Vereinsgründung. Derzeit besteht der Verein aus sieben Mitgliedern. Fünf davon arbeiten bei der Bundes- bzw. der Landespolizei, hinzu kommen ein Rentner und eine Ordnungsbeamtin.

Bild_1_KMB“Polizisten für Obdachlose e.V.” verfügt über Sammelcontainer am Berliner Hauptbahnhof, am Ostbahnhof, im Bundespolizeirevier vom Bahnhof Zoo sowie in der Bundespolizeidirektion in der Schnellerstraße. Unterstützt wird er sowohl von der Bundespolizeidirektion Berlin, die die Nutzung von Dienst-Kfz für den Transport der Sachspenden zur Ausgabestelle gestattet, als auch vom Polizeipräsidenten in Berlin, der Räumlichkeiten in der Direktion 4 für die Lagerung der Sachspenden zur Verfügung stellt.

Die Sachspenden darin werden gesammelt, gelagert und sortiert. Einmal die Woche findet eine Ausgabe statt. Im Sommer ist es etwas ruhiger, weil die Menschen weniger frieren.

Die Reaktionen der Leute, die zu den Ausgaben erscheinen, beschreibt Kersten Müller-Beyer als durchweg positiv. “Man erfährt teilweise bewegende Geschichten”, sagt er – und ich konnte es ihm in diesem Augenblick ansehen, wie ihn diese Schicksale anrühren. “Man sieht sich gegenseitig als Mensch.”

00000027Obwohl der Verein “Polizisten für Obdachlose e.V.” von Frank Zander unterstützt wird, der einmal jährlich ein Gänseessen mit Obdachlosen organisiert, werden immer wieder Spenden benötigt, besonders jetzt in der kalten Jahreszeit.

Gebraucht wird Kleidung, allerdings nur Herrenbekleidung. Besonders dringlich sind Hosen, vor allen Dingen strapazierfähige Jeans. Außerdem sind Schlafsäcke bzw. Wärmematten dringend notwendig, sowie Hygieneartikel.

Wer diesem großartigen Verein etwas spenden möchte, kann seine Sachspenden an Herrn Kersten Müller-Beyer, Bundespolizeiinspektion Berlin Ostbahnhof, Am Ostbahnhof 1, 10243 Berlin schicken. Weiter Informationen finden sich unter http://www.pfo-berlin.de. Weitere Informationen, wie bspw. eine Spendenkontonnummer, können unter info@pfo-berlin.de erfragt werden.

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Wir danken für den Demoeinsatz – Remagen, 22.11.2014

Alljährlich hat die Stadt Remagen das außerordentlich zweifelhafte Vergnügen, Gastgeber eines Neonazi-Aufmarsches sein zu dürfen. Vielfältige Initiativen wehren sich dagegen, u.a. durch ein Stadtfest in Verbindung mit einem Tag der Demokratie, den das Bündnis für Frieden und Demokratie Remagen ausrichtet.

Wir von Keine Gewalt gegen Polizisten e. V. vertreten den Standpunkt, dass ein deutliches Bekenntnis zu einer demokratisch legitimierten und rechtsstaatlich verfassten Polizei eine klare Absage an jede Form des Extremismus darstellt. Deswegen beteiligten wir uns dieses Jahr wieder am Versorgungseinsatz der GdP (Gewerkschaft der Polizei), bei dem Polizeibeamten der Einsatz mit Nussecken versüßt wurde.

Um viertel nach neun holte ich eine Mitstreiterin, Nadine, am Bahnhof ab. Nette Bundespolizisten ließen meinen Mann noch schnell über einen so gut wie gesperrten Parkplatz fahren, damit ich pünktlich sein konnte. Das erste Danke des Tages! wp-monalisa icon

Der Remagener Bahnhof, polizeilich noch eher leer...
Der Remagener Bahnhof, polizeilich noch eher leer…

Auf dem Weg zur Feuerwache stieß unser dritter Mitstreiter, Gerhard, zu uns. In der Feuerwache, wir waren um einiges zu früh, warteten schon einige Polizisten auf ihren Einsatz oder fuhren noch ein schnelles Frühstück ein. Die Aufschrift “KGgP” auf unseren Westen erregte Neugier. “Was ist das denn für ein Verein?” hörten wir, also klärte Nadine ein bisschen auf und reichte die ersten Vistitenkarten heraus, auf deren einer Seite unser Dank prangte, auf der anderen Seite die Koordinaten des Vereins sowie unser Motto “Menschenrechte gelten auch für Polizeibeamte”.

Das Motiv unserer Visitenkarte für diesen Großeinsatz
Das Motiv unserer Visitenkarte für diesen Großeinsatz

Dieses Motto animierte dann auch einen Polizisten dazu, das Gespräch mit mir zu suchen. Er stellte fest, dass er für sein Empfinden seine Menschenrechte abgegeben habe. “Zumindest fühle ich mich selten behandelt wie ein Mensch.” Ich sagte: “Bei uns haben Sie Ihre Rechte nicht abgegeben.” Daraufhin sagte er: “Ich weiß.”

Solche Erlebnisse motivieren mich auch – und es sollte nicht das letzte gewesen sein.

Ein netter junger Mann von der Kommunikationseinheit beruhigte uns auch, dass unsere blauen Westen mit der silbernen Aufschrift keinerlei Amtsanmaßung wären, eine kleine Sorge, die Nadine mit sich herumgetragen hatte und nun los war.

Pünktlich um zehn kamen unsere Mitstreiter von der GdP, Ralf Pörtner und Gerhard Wagner. Schnell konnten wir damit loslegen, die Nussecken der GdP zu verteilen. Dieses Jahr hatten wir uns etwas Besonderes ausgedacht und auch Hundekekse für die Diensthunde dabei. Darüber freuten sich die Hundeführer sichtlich. Und erst die Hunde… einer sprang seinem Herrchen, kaum dass der das Tütchen mit den Keksen in der Hand hatte, aus dem Stand bis an die erhobene Hand. Das war allerdings ein sehr junger Hund. Und sehr hübsch…

Einer der Hundeführer wollte sogar mit auf's Foto (v.l.n.r.: Gerhard Horstmann, Gerke Minrath, Nadine Imo (alle KGgP), Hundeführer, Gerhard Wagner (GdP)
Einer der Hundeführer wollte sogar mit auf’s Foto (v.l.n.r.: Gerhard Horstmann, Gerke Minrath, Nadine Imo (alle KGgP), Hundeführer, Gerhard Wagner (GdP))

Eine Hundeführerin verfütterte den ersten Keks noch in unserer Anwesenheit.

Yummi!
Yummi!

Von hier ging es zur BFE-Einheit (Beweissicherungs- und Festnahmeeinheit). Zwei der Polizeibeamten konnten sich noch aus dem Vorjahr an uns erinnern. Wer genau hinsieht, kann sie auf diesem Foto wiedererkennen. Und immer gab es zu der Nussecke der GdP unser Dankekärtchen dazu.

Bei der BFE-Einheit. (v.l.n.r Gerhard Wagner (GdP), Gerhard Horstmann, Nadine Imo, Gerke Minrath (alle KGgP))
Bei der BFE-Einheit. (v.l.n.r Gerhard Wagner (GdP), Gerhard Horstmann, Nadine Imo, Gerke Minrath (alle KGgP))

Nach einer Bereitschaftspolizeieinheit aus Mainz wurde auch die MKÜ (Mobile Kontroll- und Überwachungseinheit) der Bundespolizei Koblenz nicht vergessen.

MKÜ
MKÜ

Last but not least vergaßen wir auch nicht die Unterstützungskräfte aus Bayern, das USK (Unterstützungskommando) Dachau, die einen sehr weiten Weg gekommen waren.

Bayern in Norddeutschland... ;-)  Na ja, ok. Fast...
Bayern in Norddeutschland… ;-)
Na ja, ok. Fast…

Natürlich freuten sich alle über etwas Süßes, und wir hörten auch immer wieder sehr nette Reaktion auf unser Danke. “Oh, wie schön. Die hänge ich mir an meine Pinnwand.” “Das gab es ja noch nie.” “Das finde ich ja toll.” Leider ist es eher unüblich, dass Bürgerinnen und Bürger sich bei der Polizei für ihren Einsatz bedanken. Das sollte dringend anders werden.

Da blieben noch die drei Gendarmen aus Straßburg zu erwähnen, die wir am Bahnhof trafen. Offenbar ein Informationsbesuch bei der Polizei des Nachbarn. Die freuten sich auch, als ich ihnen ein fröhliches “Bonjour” entgegenschmetterte und sie von den GdPlern je eine Nussecke in die Hand gedrückt bekamen. Nach einer in meinem eingerosteten Französisch etwas holperigen Erklärung, wer die GdP ist (was nicht leicht ist, wenn man die Vokabel für “Gewerkschaft” vergessen hat) und welche Inhaltsstoffe eine Nussecke hat, kam ich natürlich auf die Bedeutung der Buchstaben KGgP zu sprechen. Die Tatsache, dass wir ein Verein von Bürgern sind, die sich gegen Gewalt gegen Polizisten wenden, entlockte einem Gendarm ein: “Il faudrait ça en France aussi.” – “So etwas bräuchte es in Frankreich auch.” Am Ende verabschiedeten sich alle auf deutsch – merci, Messieurs. Zu schade, dass keine Zeit mehr für ein Foto war.

An dieser Stelle trennten sich die Wege von GdP und KGgP, denn die GdPler wollten unter anderem noch nach Bad Neuenahr, wir waren hingegen eher nach Remagen orientiert. Dort besuchten wir das Stadtfest, und u.a. den gemeinsam Stand von DGB und GdP, an dem auch unsere Infomaterialien auslagen. Danke dafür!

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Erste Reihe: Christian Günter, Sabrina Kunz, Nadine Imo und Gerhard Horstmann

Schließlich wanderten Nadine und ich noch durch Remagen; dabei trafen wir eine Menge freundlicher Polizisten. Schließlich wurden wir an einer Versorgungsstation von zwei sehr netten Polizeibeamten zu fröhlichem Auftauen in einem warmen Raum und einem strammen Kaffee eingeladen. Danke!

Anschließend gaben wir noch unseren Dank in der Polizeiinspektion Remagen ab. Dann wurde uns definitiv zu kalt und wir gingen nach Hause.

Allen, die gestern in Remagen im Einsatz waren und die wir nicht erreicht haben, und natürlich auch allen, die an anderen Orten im deutschsprachigen Raum im Einsatz waren, an dieser Stelle nochmal ein Danke. Danke für Euren täglichen Einsatz für uns alle.

Nadine und ich waren uns einig, dass wir einen tollen Tag gehabt hatten. Wir hatten viele gute Gespräche, viel gelacht (mit zwei Westerwäldern im Auto schmeißt man sich fast pausenlos weg vor Lachen), gute Gesellschaft und viel Bewegung an der frischen Luft bekommen. Für mich persönlich kann ich diesen Tag auch als ganz enormen Motivationsschub verbuchen. So ganz nebenbei konnte ich auch meine persönliche Kollektion von Fotos von Polizeifahrzeugen erweitern.

Heli der Polizei RLP
Heli der Polizei RLP

Und wir hatten vielen Polizeibeamten unser Danke übermitteln können. Das war die Hauptsache!

Einziger Wehrmutstropfen – ein Polizeibeamter wurde durch einen Steinwurf aus den Reihen der Gegendemonstranten verletzt. An dieser Stelle unsere herzlichsten Genesungswünsche. Es macht mich traurig, dass so etwas ausgerechnet am Vereinssitz passieren musste.

Bliebe noch der junge Mann zu erwähnen, der weder Polizeibeamter noch Mitglied der GdP ist, und sich nur zu nahe am  GdP-Stand in der Innenstadt aufhielt. Der junge Mann, der dafür angespuckt wurde.

So lange solche Dinge geschehen, braucht es Keine Gewalt gegen Polizisten e. V.

Allgemein

Verspätetes Danke

Symbolfoto
Symbolfoto

Vor wenigen Tagen kam ich aus beruflichen Gründen an der Autobahnausfahrt vorbei, die zur Autobahnpolizei Ludwigshafen führt. Das erinnerte mich daran, wie mir die Mitarbeiter, insbesondere einer, dieser Dienststelle im Sommer 2013 mal weitergeholfen hatten. Damals war es ganz untergegangen, mich dafür zu bedanken. Dann eben jetzt.

Damals war ich auf dem Weg nach Zürich. Am Rasthof Wonnegau hielt ich an. Toilette. Kaffee. Wie ich wieder auf die A61 auffuhr, wurde plötzlich der Bildschirm meines Navis schwarz. So ein Mist!

Nun traute ich mir durchaus zu, die Schweiz auch ohne Navi zu finden. Nötigenfalls in der Schweiz auch noch Zürich. Aber in Zürich meine Zieladresse? Schwierig bis hoffnungslos!

Also fuhr ich den nächsten Parkplatz an und versuchte mich in Reanimation. Mehrfaches An- und Ausschalten. Fehlanzeige! Navi blieb tot. Vielleicht würde ein Reset helfen. Zwar hatte ich, ganz Frau, meinen halben Hausstand dabei. Blöderweise aber nichts, was spitz genug gewesen wäre, es in mein Navi einzuführen, um den Reset-Knopf zu erreichen. Und nun?

Ich erinnerte mich, dass ich soeben noch auf der Autobahn ein Schild gesehen hatte: “Polizei 5 km”. Also fuhr ich wieder auf die Autobahn und dann diesem Schild nach, das mich zur Autobahnpolizei Ludwigshafen führte.

Ich klingelte.

“Ja, bitte?”

Ich schilderte mein Problem.

Ein kurzes, rauschendes Schweigen.

“Ich wollte fragen, ob Sie mir eine Büroklammer leihen könnten. Für einen Reset. Und falls das nicht klappt, mir den Weg zu einem Geschäft beschreiben könnten, wo ich ein neues Navi kaufen kann.”

Kurze Stille. Dann: “Es kommt jemand raus.” In der Stimme schwang definitiv ein breites Grinsen mit. Es sei ihnen gegönnt.

Tatsächlich kam ein junger Kommissar vor die Polizeistation und überreichte mir als erstes eine Büroklammer. Nach einigen Wiederbelebungsversuchen musste ich einsehen, dass dieses Navi sein Leben endgültig ausgehaucht hatte. Also folgte eine Wegbeschreibung zu einem entsprechenden Geschäft. Die war super! Mein Vertrauen in die Polizei war mal wieder voll gerechtfertigt gewesen.

Übrigens hat auch der Verkäufer sich erst einmal darin versucht, das alte Navi zu reparieren, bevor er mir ein neues verkaufte. Auch eine Berufsgruppe, die man nicht über einen Kamm scheren sollte.

Mit dem neuen Navi schaffte ich es dann nach Zürich. Irgendwie tat sich da dann so viel, u.a. schafften es sowohl Kantons- als auch Stadtpolizei Zürich einen sehr guten Eindruck zu hinterlassen, dass ich völlig vergaß, mich bei der Autobahnpolizei Ludwigshafen zu bedanken. Vor Ort tat ich das natürlich schon mündlich. Das Schriftliche hole ich hiermit nach.

P.S.: Für mich ist es eigentlich kein Thema. Mein Eindruck von dem jungen Polizisten war sehr, sehr gut, und damit hat sich der Fall für mich. Für mich ist ein Mensch ein Mensch. Aber da es auf unseren Präsenzen, insbesondere auf Facebook, uns zunehmend als Thema aufgezwungen wird, möchte ich an dieser Stelle dazu sagen, dass dieser junge Polizist einen Migrationshintergrund hat. Aus meiner Sicht kann die Polizei Rheinland-Pfalz froh sein, ihn zu haben.

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Leserbrief: Danke an Keine Gewalt gegen Polizisten e. V. und die Polizei

SchreibenLieber Verein Keine Gewalt gegen Polizisten e.V.,

ich bin kein Polizist, und ich möchte einfach mal Danke sagen. Danke, dass ihr unserer Polizei den Rücken stärkt! Wir ganz normalen Bürger stehen der momentanen Situation in Deutschland ziemlich ohnmächtig gegenüber, und wissen nicht wie wir unserer Polizei helfen können. Ich persönlich lese die Meldungen auf FB und die machen mich traurig. Aber eine Idee, wie der Bürger unseren Polizisten den Rücken stärken kann? Hab ich nicht.

Ich arbeite beruflich oft mit der Polizei zusammen. Da lerne ich super Menschen kennen, die einen unglaublich schweren Beruf ausüben.

Liebe Polizistinnen und Polizisten,

der große Teil der Bürger, die ihr beschützt, danken euch für eure aufopferungsvolle Arbeit. Danke, dass ihr kommt und eingreift wenn ich Hilfe brauche. Danke, dass ihr versucht unser Leben sicherer zu machen. Dass ihr hilflosen Menschen helft, oft Geduld beweist, oder bei Unfällen einfach nur da seid.
Danke, dass ihr Euren Kopf für uns alle hinhaltet und kriminelle außer Gefecht setzt, um uns zu schützen!
Ich weiß nicht, wie ihr das alles im Moment aushaltet! Ich wünsche euch weiterhin viel Kraft!
Alles Gute für euch und eure Familien. Danke, dass ihr mir immer freundlich gegenüber tretet. Ich habe noch nie schlechte Erfahrungen mit euch gemacht. Selbst wenn ich mich mal falsch verhalten habe. Danke dafür!

Und wenn euch in HH mal irgendein Passant sagt: danke, dass Sie Polizist sind, dann habt ihr mich auch kennengelernt….


Alles Gute!!!

Allgemein Polizistenstimmen

Autorenlesung: Ich musste sie töten (Gerhard Starke)

Gerhard Starke
Gerhard Starke

Am Donnerstag, 23.10.204, fand um 20 Uhr abends eine Autorenlesung in Hauffes Buchsalon in Remagen statt. Der Kriminalhauptkommissar a.D. Gerhard Starke las aus seinem zweiten Buch “Ich musste sie töten.”

Ich hatte seine Bücher bereits letzten April verschlungen. Nicht nur, weil ich ein Interesse für Polizeiarbeit habe, sondern auch, weil Gerhard Starke in seinen Büchern über Fälle schreibt, die er in seiner aktiven Zeit als Mordermittler im Polizeipräsidium Koblenz bearbeitet hat. Übrigens hat dieses Präsidium in Sachen Mord seit Jahren eine Aufklärungsquote von 96 bis 98%.
Natürlich bewegten mich die Geschichten mehr als üblich, weil sie in der Gegend stattfanden, in der ich zuhause bin.
Es war, obwohl ich die Handlung kannte, ein besonderes Erlebnis, sie von Starke selbst dargelegt zu bekommen. Nicht nur, weil er der Autor ist. Nein, weil er sie erlebt hat. Weil er all diese unvorstellbaren Dinge gesehen hat und weil sie ihn immer noch berühren. Weil er, wie ich finde, gemeinsam mit seinen Kollegen, der Menschheit einen Dienst erwiesen hat, die Täter hinter Schloss und Riegel zu bringen. Und, so ganz nebenbei, weil er, wie eine junge Bekannte zu mir sagte, eine Stimme hat, mit der man auch Hörbücher machen könnte. Das stimmt.
Natürlich kam in Remagen auch der Vierfachmord zur Sprache, der in diesem beschaulichen Städtchen 1999 stattgefunden hatte – direkt gegenüber des örtlichen Krankenhauses. Er geht mir besonders nahe, weil er den Ort betrifft, in dem sich der Vereinssitz befindet und in dem sich unsere Heimat-Polizeidienststelle befindet. Unvorstellbar, was die Streifenbeamten, die als erste am Tatort gewesen waren, sehen nussten. Auch diese Menschen haben Bilder im Kopf, die sie niemals wieder loswerden.
Als Starke darüber informierte, dass Zurwehme, der Mann, der diese Morde auf seinem Gewissen hat, bereits in der U-Haft in Koblenz so um die 20 Heiratsangebote von Frauen bekommen hat, ging ein Raunen durch den Saal. Das haute mich auch um. Nun glaube ich schon lange nicht mehr an den Unsinn, dass Frauen die besseren Menschen wären. Aber solche Dinge sind mir derart unverständlich, dass mein Gehirn an solchen Stellen komplett in Streik tritt. Vielleicht ist das auch ganz gut so.
Natürlich kam die Frage auf, wie man es aushalten kann, einen derartigen Beruf 34 Jahre lang auszuüben. Gerhard Starke hat in diesen 34 Jahren, wie er sagte, über 400 Leichen gesehen. Er hat versucht, zu erklären, dass man diese Bilder einerseits nie los wird. Andererseits denkt man nicht rund um die Uhr dran.
Meiner persönlichen Ansicht nach, glaube ich auch, dass man sich einerseits ein Stück weit an all das Schreckliche gewöhnen kann. In sehr geringem Ausmaß kann ich das vielleicht mit meinem Engagement für KGgP vergleichen. Als wir anfingen, ging mir jeder Gewaltakt, über den ich las, unter die Haut. Mittlerweile ist das nicht mehr so. Da muss es schon sehr dicke kommen, um mich wirklich tief zu berühren. Das heißt nicht, dass mir diese verletzten Polizeibeamten egal sind oder das Problem der Gewalt gegen Polizeibeamte mich mittlerweile kalt lässt. Im Gegenteil! Aber ich komme besser mit der Brutalität aus zweiter Hand klar. Und das ist auch gut so, denn sonst könnte ich KGgP nicht mehr machen.
Übrigens äußert sich diese Gewöhnung auch darin, dass mir Krimis zunehmend flach vorkommen. Das verstärkte sich noch durch Lektüre der Polizei-Poeten. Wenn man Krimis nicht mehr spannend findet, dann können die Bücher von Gerhard Starke wirklich weiterhelfen. ;-)
Zudem hatte Gerhard Starke, wie er sagte, sehr viel Freude daran, diese ganzen Puzzleteile zusammenzufügen, die zur Lösung eines Falles beitragen. Das steht nicht unbedingt in Widerspruch zu der Tatsache, dass einen Menschen bestimmte Bilder nie wieder loslassen. Es hat auch nichts mit Kaltschnäuzigkeit zu tun. Es ist einfach Ausdruck der Tatsache, dass Menschen ziemlich komplexe Lebewesen sind und dass das Leben an sich auch eine recht komplexe Angelegenheit ist. Wir haben alle endlos viele Facetten und passen in bestimmte Schubladen einfach nicht hinein.

Last but not least glaube ich, dass es auch beim Verarbeiten schrecklicher Dinge hilft, wenn man weiß, dass die eigene Arbeit sinnvoll ist. Wenn man in seiner Arbeit Sinn sieht, kann man vermulich sehr, sehr viel aushalten. Und ich kann mir vorstellen, dass ein Mordermittler seine Arbeit als sehr sinnvoll empfinden kann – und das absolut zu Recht.

In meinen Augen gibt es fast keine Arbeit innerhalb der Polizei, die nicht sinnvoll ist – auch wenn die Damen und Herren das viel zu selten von uns zurückgemeldet bekommen. Ihre Arbeit ist so unendlich essentiell für uns alle. Dafür gebührt ihnen ein dickes Danke. Jetzt danke ich aber erst einmal Gerhard Starke für diesen interessanten und berührenden Einblick in seine Arbeit.

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Polizisten eine Stimme geben: Grillabend in Euskirchen (Wolfram Welsch)

Wolli_ShirtIch stamme aus Euskirchen. Aus einem Gefühl der Heimatverbundenheit heraus gründete ich vor gut eineinhalb Jahren bei Facebook die Gruppe “Wir aus EU”, wobei EU das Kfz-Kennzeichen von Euskirchen darstellt. Das ist so eine Art Stammtisch, nur dass es im Internet stattfindet und man das Ganze im Grunde vom heimischen Sofa aus abwickeln kann. Schnell reichte uns das aber nicht mehr aus, also führten wir einen echten Stammtisch ein.

Bei monatlichen Treffen tauschten wir Informationen aus. Wir waren uns einig, dass die Teilnahme am echten Stammtisch einen Euro Teilnahmegebühr kostet. Den Inhalt dieser Sammeldose wollten wir dann irgendwann einem guten Zweck zukommen lassen.

Schließlich entschieden wir, ein Grillfest für Wohnungslose auszurichten. In der Mitgliederschar fanden sich dann Spender für Grillfleisch und Getränke. Insgesamt fanden sich 50 Wohnungslose ein, die nicht nur gesättigt wurden, sondern sich auch freuten, einen ganz normalen Grillabend verbringen zu können anstatt auf der Suche nach Mitteln zum Überleben zu sein.

Der Inhalt der Sammeldose, ca. 600 Euro, wurde der Caritas überreicht.

Wolfram Welsch übergibt dem Bereichsleiter der Caritas, Herrn Becker, den Umschlag mit dem gesammelten Geld (Bildquelle: privat)
Wolfram Welsch übergibt dem Bereichsleiter der Caritas, Herrn Becker, den Umschlag mit dem gesammelten Geld (Bildquelle: privat)

Allerdings war es eine zweckgebundende Spende. Auf unseren Wunsch hin wurde ein neuer PC angeschafft, der die Wohnungslosen bei der Wohnungs- und Arbeitssuche unterstützt. Auch das eigentliche Grillfest war ein voller Erfolg und fand am 4. Juli 2014 statt.

Wolfram Welsch und Frans Jacobs, Mitglieder der Gruppe "Wir in Eu" (Bildquelle: privat)
Wolfram Welsch und Frans Jacobs, Mitglieder der Gruppe “Wir in Eu” (Bildquelle: privat)

Anschließend sahen wir uns gemeinsam das WM-Viertelfinal-Spiel der Deutschen gegen Frankreich an. Das deutsche Tor, das ein weiterer Schritt auf dem Weg zum vierten Weltmeisterschaftstitel war, rundete den Abend in erfreulicher Weise ab.

(Anm. der Red. Die Wohnungslosen mochten keine Bilder von sich veröffentlicht haben, das muss man dann respektieren.)

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Polizisten eine Stimme geben: Dank an Kollegen

Symbolfoto
Symbolfoto

Ich bin Polizist bei der Bundespolizei. Am Freitag, den 12.09., war ich gegen Mittag nach meinem Dienst in Frankfurt / Main mit meinem privaten Kfz auf dem Weg nach Hause. Ich war noch in Uniform. Kurz vor der Autobahn krachte es. Ein Auto war mit von hinten aufgefahren.

Der Unfallverursacher und ich waren uns über die Schuldfrage einig. Also setzten wir ein für die Versicherung auf und unterschrieben dieses. Er reichte mir eine Visitenkarte mit seinen Personalien.

Nun kann man ja auf eine Visitenkarte alles drucken. Also bat ich ihn um einen Ausweis oder Führerschein. Irgendetwas, was mir die Sicherheit geben konnte, dass er derjenige war, der er zu sein vorgab.  Da war es dann vorbei mit seiner Kooperation.

“Dann rufe ich jetzt die zuständige Polizei an”, sagte ich. “Dann können die Ihre Angaben überprüfen.”

Noch während ich die Nummer der zuständigen Dienststelle wählte, kam zufällig eine Streife der Wachpolizei von Offenbach vorbei. Schnell winkte ich den Kollegen, die dann auch anhielten. Ich teilte ihnen den Sachverhalt mit.

Allmählich wurde immer klarer, dass der Unfallverursacher mich bezüglich seiner Personalien belogen hatte. Offenbar hatte er auch den Wagen von einem Würzburger Autohaus in Würzburg unterschlagen und hatte wegen ähnlicher Betrugsdelikte in der Vergangenheit schon im Gefängnis gesessen.

Die zufällig gekommenen Kollegen nahmen sich der Sache an und mich ins “Schlepptau” zur zuständigen Polizeistation Neu Isenburg. Die Kollegen dort waren sehr freundlich, der Unfall wurde aufgenommen und ich konnte meine Heimreise mit Verspätung antreten.

Leider hatte ich vergessen mir die Namen der beiden Kollegen von der Wachpolizei von Offenbach geben zu lassen. Ich bin sehr dankbar, dass sie sich meiner Sache so gewissenhaft und kollegial angenommen haben und den Sachverhalt vor Ort so gut geklärt haben. Ohne ihre Hilfe wäre die Geschichte vielleicht nicht so reibungslos abgelaufen. Das ganze Erlebnis verdeutlichte mir wieder einmal den kollegialen Umgang zwischen Polizisten aus unterschiedlichen Behörden, immerhin waren in den ganzen Sachverhalt ich als Bundespolizist in Uniform auf privater Heimreise, die zwei Kollegen der Wachpolizei Offenbach und die Kollegen der Landespolizei von Neu Isenburg eingebunden.

Anbei hänge ich einen Zeitungsbericht an, der den Sachverhalt öffentlich machte: http://www.mainpost.de/regional/wuerzburg/Nach-Haftentlassung-Auto-unterschlagen-Unfall-gebaut;art492151,8326000

Außerdem möchte ich dem Verein “Keine Gewalt gegen Polizisten e.V.” für Ihre moralische Rückendeckung und Unterstützung danken, vielen Dank!

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“Kunst im PP” – Menschen im Polizeipräsidium Koblenz

Schon als KGgP noch ein Projekt war, hatte ich immer die Künstler im Polizeidienst im Auge. Schließlich ist eines unserer Anliegen, dass auch der Mensch im Polizisten erkannt wird. Künstlerisches Schaffen ist sicherlich ein Ausdruck des Menschseins.

Am Mittwoch, 15. Oktober, eröffnete der Koblenzer Polizeipräsident die Vernissage zur Ausstellung, die bis zum 12. November dieses Jahres dort zu sehen sein wird. Es kamen über 130 Werke von 15 Künstlern zusammen.

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Dies ist bereits die zweite Ausstellung ihrer Art. Im Jahr 2012 fand zum ersten Mal eine Ausstellung auf Anregung von Claudia Völkel statt.

Insgesamt stellen 15 Künstler dort aus, darunter auch ein Polizeiseelsorger. Zu sehen sind Werke der Malerei, der Fotografie, aber auch Modellbau und Skulpturen. Eine Bodypainterin zeigt per Fotos ihre Kunst und zwei Autoren stellen ihre Werke vor.

Viele Interessierte fanden sich zur Vernissage im Polizeipräsidium ein
Viele Interessierte fanden sich zur Vernissage im Polizeipräsidium ein.

 

Gerhard Starke
Gerhard Starke

Mit einigen der Künstler kam ich auch ins Gespräch. Besonders gefreut habe ich mich über ein kurzes Gespräch mit Gerhard Starke, der in Zusammenarbeit mit Christoph Kloft zwei Bücher geschrieben hat, u.a. das Buch “Ich musste sie töten”. Darin berichtet er über seine Zeit als Mordermittler. Da der Vereinssitz in einem Ort liegt, in dem ein besonders schrecklicher Mord stattgefunden hat und ich in der Gegend, in der Gerhard Starke seine Fälle gelöst hat, aufgewachsen bin haben mich seine Bücher besonders fasziniert. Kleine Anekdote am Rande: Empfohlen wurden mir die Bücher von einem anderen Mitarbeiter der Polizeipräsidiums im Polizeipräsidium. Mehr über Gerhard Starke ist auf seiner Homepage www.starke-kriminalfaelle.de nachzulesen.

 

 

 

 

 

 

 

 

Eddie Bragard
Eddie Bragard

Anschließend traf ich Eddie Bragard, der seine Fotos mit Photoshop zu digitaler Malerei verschmelzen lässt. Er kombiniert klassische Inhalte mit der modernen Medienkultur und interpretiert diese neu. Unter der eingetragenen Marke think tank ART® fokussiert er in seinen Erotik- und Fetischbildern provozierende Motive und düstere Obsessionen, vermittelt gleichzeitig auch eine intime Nähe und Sensibilität, die in seinen Portraitaufnahmen besonders deutlich werden. Unter dem Label ttA on tour fotografiert er auch u.a. Landschaften oder sucht sich Ansichten von Koblenz. Mehr Infos und auch Ansichten seiner Werke sind auf www.think-tank-art.de zu finden.

 

 

 

 

 

 

 

Wilhelm Schäfer
Wolfgang Linker

Wolfgang Linker fotografiert ebenfalls. Über viele Jahre arbeitete er beim Erkennungsdienst. Dort wird sich mit Spurensuche, Spurensicherung, Spurenauswertung sowie auch mit der Personenbeschreibung befasst. Dabei entwickelt man einen guten Blick für das Detail. Dies schlägt sich in überraschenden Detailaufnahmen nieder, in denen Wilhelm Schäfer eigentlich bekannte Motive, wie bspw. den Fernsehturm am Alexanderplatz oder auch den Reichstag, auf überraschende Weise festhält.

 

 

 

Carmen Müller
Carmen Müller

Carmen Müller von der Polizeiinspektion Westerburg ist Bodypainterin. Dabei spielt sie mit Farben und dem Ungewöhnlichen. Sie bemalt u.a. die Bäuche von Schwangeren mit lustigen Motiven, wie bspw. einem Garfield, der von dem Bauch abrutscht. Meist arbeitet sie mit Fotografinnen zusammen, um das Ergebnis festzuhalten. Da ich selbst fotografiere, haben mich die Bilder sehr beeindruckt, auf denen Frauen mit farbigen Flüssigkeiten beworfen wurden, und auf dem Bild der Eindruck entsteht, es handele sich um ein Kleid. Ich kann nachempfinden, wie oft dies wiederholt werden musste, um ein brauchbares Bild herauszubekommen. Aber, so versichert Carmen Müller, alle Beteiligten haben dabei ihren Spaß. Sie selbst beschreibt sich so: “Einfach mal anders sein, sich anders sehen, das Beste aus jedem herauszuholen – das ist es, was Menschen dazu bewegt, sich unter ‘meine Hände’ zu begeben.” Carmen Müller ist bei Facebook unter dem Namen Carmen’s Art vertreten.

 

 

 

Paul Dresen
Paul Dresen

Paul Dresen hat als Polizeibeamter noch eine fundierte Ausbildung in Fotografie bekommen. Zu Zeiten der analogen Fotografie mussten Unfallort- und Tatortaufnahmen noch selbst entwickelt werden. Allerdings hatte man weniger Möglichkeiten als heute, digital nachzuhelfen, deshalb war es wichtig, sich mit Blenden- und Verschlusszeiteneinstellungen gut auszukennen. Deshalb beherrscht er das Handwerk des Fotografen aus dem FF. Er selbst will sich wegen der speziellen Wahrnehmung, die man als Polizeibeamter entwickelt, den Blick für die Schönheiten der Natur bewahren. Das sieht man seinen Bildern auch an. Neben idyllischen Landschaften hat er auch malerische Fotos von Autowracks geschossen.

 

 

 

Die Organisatorin Isabel Heinz im Gespräch mit dem Polizeipräsidenten Wolfgang Fromm vor einem Teil der Kunstwerke. (Bildquelle: PP Koblenz)
Die Organisatorin Isabel Heinz im Gespräch mit dem Polizeipräsidenten Wolfgang Fromm vor einem Teil der Kunstwerke. (Bildquelle: PP Koblenz)

Nicht unerwähnt lassen möchte ich an dieser Stelle die Organisatorin des Ganzen, Isabel Heinz. Angesichts dessen, was für ein irrer Aufwand schon die Organisation einer Mitgliederversammlung unseres Vereins ist, kann ich nur erahnen, wie viel Arbeit es gewesen sein muss, diese Ausstellung und Vernissage zu organisieren.

Leider waren nicht alle Künstler da und ich kam auch nicht mit jedem ins Gespräch. Deswegen möchte ich an dieser Stelle die Pressemitteilung des PP Koblenz vom 16.10.2014 dazu auszugsweise zitieren:  “Monika Baab, Norbert Göbel und Helga Schaller [sind] mit abstrakten, farbenfrohen Leinwandbildern und Zeichnungen [vertreten]. Helga Schaller kombiniert die Malerei mit ungewöhnlichen Collagen. Realistische Zeichnung und Malereien sind von Friedhelm Hermanni und Bernd Nüßer zu bewundern.

In der Sparte der Fotografie zeigt Reinhard Behnke makrohaft seine wesentlichen Augenblicke. Wolfgang Linker zeigt sein fotografisches Können in einer S/W Serie und… Wilhelm Schäfer kombiniert seine Bilder mit den verschiedensten Zitaten. Neben Fotos können die Gemälde und Holzskulpturen, die Achim Peesel ausstellt, bewundert werden. Mit viel Geduld und in vielen Arbeitsstunden hergestellte Modelle zeigt Wolfgang Mayer.

Auch die Literatur ist [auch durch] … Jörg Schmitt-Kilian vertreten. …

Diese Ausstellung zeigt uns die Polizeiwelt unter einem neuen Aspekt. Alle Teilnehmer finden in ihrer künstlerischen Tätigkeit einen Ausgleich zur Arbeitswelt. Durch die Präsentation der Werke erlauben sie uns einen Blick auf ihr Inneres. Sensibilität, Zweifel, Mut und Freude bleiben nicht länger verborgen und erlauben einen veränderten Blick auf die Künstler.

Ein Besuch lohnt sich und ist bis zum 12. November 2014, montags bis donnerstags zwischen 9:00 und 16:00 Uhr, freitags von 9:00 Uhr bis 13:00 Uhr möglich (während der Öffnungszeiten des Haupteinganges).

Der Eintritt ist selbstverständlich frei!”

Der Besuch lohnt wirklich. Das Polizeipräsidium liegt am Moselring 10 in Koblenz. Vereinsmitglieder können sich auch daran freuen, dass unser Plakat im Besuchereingang des Polizeipräsidiums hängt.

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Allgemein Verein

Aktivitäten des Vereins “Keine Gewalt gegen Polizisten e.V.” im September 2014

logoIm September haben wir fünf neue Mitglieder dazugewonnen. Wir waren per 30.09.2014 genau 99 Mitglieder.  Nähere Informationen zu unserer Mitgliederstruktur per 30.09.2014 finden Sie hier.

Auf unserer Mitgliederversammlung am 11.04.2014 haben wir eine Satzungsänderung beschlossen, die uns ermöglicht, auch Fördermitglieder aufzunehmen. Diese Fördermitgliedschaft richtet sich explizit an jene, die uns zwar gut finden und gern regelmäßige Unterstützung in Form von Geld liefern möchten, aber aus den verschiedensten Gründen keine Vollmitgliedschaft anstreben. Ich persönlich bin bspw. Fördermitglied bei der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger. Abgesehen davon, dass mein Weg zur Küste schlicht zu weit ist, hätte ich auch viel zu viel Angst, bei Orkan auf die Nord- oder Ostsee rauszufahren. Allerdings finde ich, dass solche Menschen unterstützt gehören, also habe ich mich dort für die Fördermitgliedschaft entschieden.

Diese Satzungsänderung ist nun auch eingetragen. Es ist also möglich, reines Fördermitglied bei uns zu werden.

Wir haben im September 155 Euro an Spenden bekommen. Die von uns eingenommenen Spenden sind hier auf unserer Spenderliste aufgeschlüsselt. Vielen Dank den Spendern. Wir freuen uns über jede Spende.

Zum Thema Geldeingänge für unseren Verein möchte ich noch die Zuweisungen von Auflagenzahlungen erwähnen. In Ermittlungs- und Strafverfahren kann dem Beschuldigten eine Auflage erteilt werden, einen bestimmten Betrag an eine gemeinnützige Einrichtung zu zahlen. Es ist sinnvoll, dass die gemeinnützige Einrichtung das Gebiet bearbeitet, auf dem der Täter auffällig wurde. So wird oft jemandem, der Tierquälerei begangen hat, auferlegt, eine bestimmte Summe an einen Tierschutzverein zu überweisen. In den Bundesländern werden Listen gemeinnütziger Einrichtungen geführt, damit Staatsanwälte, Richter und weitere Mitarbeiter von Justizbehörden sich entsprechend informieren können, welche Vereine es gibt.

Wir stehen in folgenden Bundesländern auf dieser Liste: Rheinland-Pfalz, Nordrhein-Westfalen, Hessen und seit August auch im Saarland. Weitere Bundesländer werden nach und nach folgen. Liebe Polizeibeamte, wenn Sie Opfer von Gewalt werden – sagen Sie das bitte Ihren Anwälten. Danke sehr!

Was treiben wir nun mit dem Geld, das wir aus Spenden, Mitgliedsbeiträgen und Zuweisungen einnehmen?

Nun, wir verfolgen, grob gesagt, zwei Vereinsziele, nämlich die steigende Gewalt gegen Polizeibeamte bekannt zu machen” und “Polizeibeamten Rückhalt zu vermitteln”.

Vereinsziel “Bekanntmachen der Problematik”:

Im September 2014 wurden in unserer “Galerie der Gewalt”  insgesamt 431 Meldungen über Gewalt gegen Polizeibeamte veröffentlicht. Von diesen Meldungen stammen vier aus der Schweiz, 21 aus Österreich und zehn aus Luxemburg. Eine davon betraf Zollbeamte, vier betrafen Ordnungsbeamte.

Insgesamt 118 dieser Meldungen hatten verletzte Polizeibeamte zum Inhalt.

Am 17.09.2014 starb in Berlin ein Polizeibeamter in zivil durch einen Unfall, bei dem er beim Überqueren einer Straße überfahren wurde. Wir haben eine Kondolenzkarte sowohl an seine Kollegen als auch an seine Angehörigen über die Polizei Berlin geschickt.

Das sind natürlich nur die Gewaltakte, die uns bekannt werden, also die Spitze des Eisbergs. Hier und da flutscht uns mal was durch, es wird vieles aus ermittlungstaktischen Gründen nicht veröffentlicht und manches auch nicht, um das Sicherheitsgefühl des Bürgers nicht zu stören. Last but not least muss auch eine Auswahl getroffen werden, denn vor dem Hintergrund, dass laut der polizeilichen Kriminalstatistik in 2013 ungefähr 59.044 gewalttätige Übergriffe auf Polizeibeamte verübt wurden, wird klar, dass das keine Presse leisten kann. Das wären durchschnittlich 162 Übergriffe am Tag und ca. 4.920 im Monat. Schon diese Zahlen zeigen, dass wir nur etwa ein Zehntel des Problems abbilden können.

Es bleibt natürlich nicht nur bei den Blogs, wir haben in Facebook, google+ und auf Twitter weitere Präsenzen. Allein mit dem Sammeln der Pressemitteilungen, dem Posten im Blog sowie dem Weiterverteilen dieser Meldungen in die anderen Internetpräsenzen sowie der Überwachung dieser (der Betreiber eines Blogs ist rechtlich verantwortlich für die Inhalte, auch wenn andere sie dort hinterlassen) sowie weiteren Recherchen sind insgesamt acht Vereinsmitglieder mehr oder weniger täglich beschäftigt.

Unsere Broschüren, mit denen wir außerhalb des Internets informieren, können hier eingesehen werden.

Vereinsziel “Rückhalt”:

* Im September 2014 haben wir nur in 10 Fällen Genesungskarten an schwer, krankenhausreif und dienstunfähig verletzte Polizeibeamte geschickt. Auch durch Unfall verletzte Polizeibeamte verdienen dabei unseren Rückhalt. Weitere Informationen zu dieser Thematik sind in unserer Satzung einsehbar.

* Wir schreiben auch Polizeibeamten, die harte Einsätze, wie bspw. einen Schusswaffengebrauch, hinter sich bringen mussten oder die auf eine besonders harte Art angegriffen werden. In diesem Monat ist da insbesondere der Shitstorm zu erwähnen, dem die Polizeibeamten in Rüsselsheim ausgesetzt waren.

* Zudem leisten wir noch in einigen anderen Dingen hier und da ein bisschen Unterstützung an den einen oder anderen Polizeibeamten. Beispielsweise schrieben wir einen Brief an die Ministerpräsidentin von Rheinland-Pfalz, da eine Ausgleichszahlung für Polizeibeamte, die früher aus dem Dienst gehen, wegfallen soll. Über weitere Unterstützung kann ich an dieser Stelle nicht ins Detail gehen. Mit seelsorgerlicher Arbeit wurden in etwa sieben Stunden verbracht.

* Last but not least haben wir ein nicht mehr ganz neues neues Präventionsprojekt. Wir wollen dieses Plakat (jedes Bundesland sowie die Bundespolizei hat eine eigene Version) in alle KiTas, Grundschulen und Polizeidienststellen Deutschlands bringen, ebenso an alle Bahnschalter. In Rheinland-Pfalz und Sachsen-Anhalt läuft es schon. Die Bundespolizei hat uns vorläufig abschlägig beschieden, was wir schade finden, aber aufgeben werden wir nicht. Eine nette Bestellung aus Niedersachsen konnten wir diesen Monat erfüllen.

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Mehr Infos zum Plakatprojekt finden Sie hier.

Abschließend sei gesagt, dass die Grenzen zwischen den Zielen fließend sind. Für so manchen Polizeibeamten bedeutet es schon Rückhalt, dass wir das Thema überhaupt aufgreifen. Das wird aus vielen Rückmeldungen deutlich, die man teilweise hier im Gästebuch nachlesen kann.

Last but not least bliebe der “Danke-Polizei-Tag 2014″ zu erwähnen, von dem wir hoffen, dass wir ihn in 2015 noch auf deutlich breitere Füße stellen können.

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Natürlich ist das in diesem Beitrag Aufgeführte nicht alles, was wir tun, aber ich bitte in Hinblick auf unsere Tätigkeiten, den hier verlinkten Blogbeitrag zu unserem einjährigen Bestehen zu lesen oder auch einen Blick in die hier verlinkten Ausgaben der Mitgliederzeitschriften zu werfen.

Allen Unterstützern, Spendern, und besonders den Mitgliedern herzlichen Dank für Eure Unterstützung!!!