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Allgemein Verein

Keine Gewalt gegen Polizisten e. V. und der DANKE-POLIZEI-TAG

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Da ein paar Fragen aufkamen, wann und wie wir eigentlich auf diese Idee kamen, hier ein paar Hintergrundinfos dazu:

Keine Gewalt gegen Polizisten e.V. hat eine Geschichte mit dem Danke-Polizei-Tag, auch wenn wir ihn erst seit diesem Jahr so nennen und dieses Jahr zum ersten Mal systematisch begehen.

Keine Gewalt gegen Polizisten gibt es seit 2009 im Internet (Homepage, auf Facebook, auf der mittlerweile geschlossenen Plattform wer-kennt-wen, auf twitter und mittlerweile auch auf google+).

2011 wurde daraus ein Verein. Von 2009 bis 2012 haben wir uns darauf beschränkt, diesen Tag dadurch zu begehen, dass wir entsprechende Aufrufe aus dem englischsprachigen Raum auf Facebook geteilt haben.

2013 sind unter Verweis auf seinen angelsächsischen Ursprung Mitglieder von Keine Gewalt gegen Polizisten e.V. in insgesamt acht Dienststellen gewesen, um Danke zu sagen.

Seit dem 1. November sind wir mit der Seite “Keine Gewalt gegen Polizisten e.V. sagt Danke” auf Facebook sowie einem entsprechenden Blog online, weil wir der Ansicht sind, dass man der Polizei 365 Tage im Jahr Danke sagen kann.

Anfang des Jahres 2014 haben Mitglieder von Keine Gewalt gegen Polizisten e.V. in einem Brainstorming den Namen “Danke-Polizei-Tag” entwickelt. Das Plakat steht seit Mai 2014.

Die Planungen für die Kick-off-Veranstaltung am 10.09. begannen bereits im Mai. An dieser Stelle möchte ich Dr. Pföhler, dem Landrat des Kreises Ahrweiler, an dieser Stelle noch einmal herzlich für die Unterstützung danken. Eine solche Veranstaltung bedarf langer, intensiver und sorgfältiger Planung, die sich bis kurz vorher hinzog. Ebenfalls im Mai erklärte sich Frau Staatssekretärin Heike Raab bereit, die Schirmherrschaft für die Aktion unseres Vereins zu übernehmen, mit der Keine Gewalt gegen Polizisten e.V. den “Danke-Polizei-Tag” unter diesem Namen nach angelsächsischem Vorbild in Deutschland eingeführt hat. Auch dafür ganz herzlichen Dank. Auch bei der Kick-off-Veranstaltung wurde von allen Verantwortlichen auf den angelsächsischen Ursprung des Tages verwiesen.

Es ist Sinn und Zweck von Kick-offs, dass die Kommunikation nach außen erst im Anschluss daran stattfindet. Allerdings ist die Planung einer solchen Veranstaltung kein Pappenstil und erfordert eine Menge Einsatz und Herzblut. An dieser Stelle ein großes Danke an alle, die sich darin eingebracht haben, besonders an Polizeipräsident Wolfgang Fromm als Redner am 10.09.. Auch den netten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Kreisverwaltung Ahrweiler, alle Gäste und besonders die Mitglieder von Keine Gewalt gegen Polizisten e.V. ohne deren Ideenreichtum das alles gar nicht so zustande gekommen wäre.

Keine Gewalt gegen Polizisten e.V. ist ein Verein, den Bürger für Polizeibeamten gegründet haben und dessen fast 100 Mitglieder mehrheitlich Nichtpolizisten sind, die sich hinter ihre Polizei stellen wollen. Vor diesem Hintergrund begrüßen wir es grundsätzlich, wenn Bürger der Polizei danke sagen. Dabei ist es uns nicht so wichtig, von wem sie sich letztlich dazu animiert fühlen und unter welchen Namen sie das tun. Auch im englischsprachigen Raum existieren unterschiedliche Bezeichnungen. Hauptsache, sie tun es! Das ist unser Ziel, an dem wir mit aller Kraft und allem Herzblut arbeiten. Und wir arbeiten unter dem von uns erdachten und in Deutschland eingeführten Namen “Danke-Polizei-Tag” daran.

Allgemein Verein

Kick-off Veranstaltung zum Danke-Polizei-Tag am 20.09.2014

Bürgerinnen und Bürger sagen Danke

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Für Rheinland-Pfalz hat Frau Staatssekretrin im Innenministerium Heike Raab die Schirmherrschaft übernommen.

Am 10. September 2014 fand um 19 Uhr im Großen Sitzungssaal der Kreisverwaltung Ahrweiler die Kick-off Veranstaltung für den ersten Danke-Polizei-Tag in Deutschland statt. Eröffnet wurde der Abend durch Landrat Dr. Pföhler als Gastgeber, es folgten Staatssekretärin im Innenministerium Heike Raab, der Koblenzer Polizeipräsident Wolfgang Fromm sowie Gerke Minrath als Vorsitzende des Vereins Keine Gewalt gegen Polizisten e. V.

Im angelsächsischen Raum ist es Tradition, dass Bürger an einem Tag Ende September zu ihrer örtlichen Polizeistation gehen, um den “say thank you to a police officer day” zu begehen. Der Verein “Keine Gewalt gegen Polizisten e.V.” wird diesen Tag am 20.09.2014 als Danke-Polizei-Tag in Deutschland mit Schwerpunkt im Kreis Ahrweiler einführen. Mit einer Plakat- und Postkartenaktion sowie persönlichen Besuchen wo es möglich ist, möchten die Bürger im Verein ihre Anerkennung für die von der Polizei geleistete Arbeit ausdrücken, zumal diese oftmals mit Gewalt gegen Polizeibeamte verbunden ist.

“Freiheit ist ohne die Sicherheit, die eine demokratisch verfasste und rechtsstaatlich aufgestellte Polizei bietet, nicht möglich”, so die Vorsitzende Gerke Minrath. “Für diese Sicherheit und diese Freiheit sagen wir Danke.”

(Hier ein Link zu einem sehr schönen Bericht im Generalanzeiger zu diesem Abend.)

 

Allgemein Verein

Aktivitäten des Vereins “Keine Gewalt gegen Polizisten e.V.” im Juli und August 2014

logoIn Juli und August haben wir drei neue Mitglieder dazugewonnen. Wir waren per 31.08.2014 genau 94 Mitglieder.  Nähere Informationen zu unserer Mitgliederstruktur per 30.06.2014 finden Sie hier.

Auf unserer Mitgliederversammlung am 11.04.2014 haben wir eine Satzungsänderung beschlossen, die uns ermöglicht, auch Fördermitglieder aufzunehmen. Diese Fördermitgliedschaft richtet sich explizit an jene, die uns zwar gut finden und gern regelmäßige Unterstützung in Form von Geld liefern möchten, aber aus den verschiedensten Gründen keine Vollmitgliedschaft anstreben. Ich persönlich bin bspw. Fördermitglied bei der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger. Abgesehen davon, dass mein Weg zur Küste schlicht zu weit ist, hätte ich auch viel zu viel Angst, bei Orkan auf die Nord- oder Ostsee rauszufahren. Allerdings finde ich, dass solche Menschen unterstützt gehören, also habe ich mich dort für die Fördermitgliedschaft entschieden.

Diese Satzungsänderung ist nun auch eingetragen. Es ist also möglich, reines Fördermitglied bei uns zu werden.

Wir haben im Juli  370 Euro an Spenden bekommen (davon 360 Euro von der GdP Hessen), im August 50 Euro. Die von uns eingenommenen Spenden sind hier auf unserer Spenderliste aufgeschlüsselt. Vielen Dank den Spendern. Wir freuen uns über jede Spende.

Zum Thema Geldeingänge für unseren Verein möchte ich noch die Zuweisungen von Auflagenzahlungen erwähnen. In Ermittlungs- und Strafverfahren kann dem Beschuldigten eine Auflage erteilt werden, einen bestimmten Betrag an eine gemeinnützige Einrichtung zu zahlen. Es ist sinnvoll, dass die gemeinnützige Einrichtung das Gebiet bearbeitet, auf dem der Täter auffällig wurde. So wird oft jemandem, der Tierquälerei begangen hat, auferlegt, eine bestimmte Summe an einen Tierschutzverein zu überweisen. In den Bundesländern werden Listen gemeinnütziger Einrichtungen geführt, damit Staatsanwälte, Richter und weitere Mitarbeiter von Justizbehörden sich entsprechend informieren können, welche Vereine es gibt.

Wir stehen in folgenden Bundesländern auf dieser Liste: Rheinland-Pfalz, Nordrhein-Westfalen, Hessen und seit August auch im Saarland. Weitere Bundesländer werden nach und nach folgen. Liebe Polizeibeamte, wenn Sie Opfer von Gewalt werden – sagen Sie das bitte Ihren Anwälten. Danke sehr!

Was treiben wir nun mit dem Geld, das wir aus Spenden, Mitgliedsbeiträgen und Zuweisungen einnehmen?

Nun, wir verfolgen, grob gesagt, zwei Vereinsziele, nämlich die steigende Gewalt gegen Polizeibeamte bekannt zu machen” und “Polizeibeamten Rückhalt zu vermitteln”.

Vereinsziel “Bekanntmachen der Problematik”:

Im Juli 2014 wurden in unserer “Galerie der Gewalt”  insgesamt 533 Meldungen über Gewalt gegen Polizeibeamte veröffentlichttp://kggp.de/Blogosphere/kggp-classic/wp-admin/post-new.phpht. Von diesen Meldungen stammen sechs aus der Schweiz, 26 aus Österreich und vier aus Luxemburg. Keine davon betraf Zoll- oder Ordnungsbeamte.

Insgesamt 152 dieser Meldungen hatten verletzte Polizeibeamte zum Inhalt. Ende Juli wurde ein Polizeibeamter in Bischofsheim erschossen. Das war kein Polizistenmord im engeren Sinne, da er Zufallsopfer wurde. Dennoch möchten wir ihn nicht unerwähnt lassen. Des weiteren starb ein Polizeibeamter in Asbach-Bäumenheim, der seine Kollegen bedrohte, durch einen Schuss aus einer Polizeiwaffe. Last but not least ertrank der Polizeibeamte Stefan Pfusch am 9. Juli, als er versuchte, einen in Not geratenen Schwimmer zu retten. Zwar war er privat unterwegs, aber die Selbstlosigkeit seines Einsatzes ist unbestritten. In diesem Zusammenhang machen wir auf den Spendenaufruf der PD AFB Eutin aufmerksam, der mittlerweile verländert wurde.

Im August 2014 wurden insgesamt 415 Meldungen über Gewalt gegen Polizeibeamte veröffentlicht. Von diesen Meldungen stammen vier aus der Schweiz, 20 aus Österreich und eine aus Luxemburg. Eine davon betraf Zollbeamte, keine Ordnungsbeamte.

Insgesamt 147 dieser Meldungen hatten verletzte Polizeibeamte zum Inhalt. Glücklicherweise hatten wir diesen Monat wieder keine Meldungen über getötete Polizisten zu vermelden.

Das sind natürlich nur die Gewaltakte, die uns bekannt werden, also die Spitze des Eisbergs. Hier und da flutscht uns mal was durch, es wird vieles aus ermittlungstaktischen Gründen nicht veröffentlicht und manches auch nicht, um das Sicherheitsgefühl des Bürgers nicht zu stören. Last but not least muss auch eine Auswahl getroffen werden, denn vor dem Hintergrund, dass laut der polizeilichen Kriminalstatistik in 2013 ungefähr 59.044 gewalttätige Übergriffe auf Polizeibeamte verübt wurden, wird klar, dass das keine Presse leisten kann. Das wären durchschnittlich 162 Übergriffe am Tag und ca. 4.920 im Monat. Schon diese Zahlen zeigen, dass wir nur etwa ein Zehntel des Problems abbilden können.

Es bleibt natürlich nicht nur bei den Blogs, wir haben in Facebook, google+ und auf Twitter weitere Präsenzen. Allein mit dem Sammeln der Pressemitteilungen, dem Posten im Blog sowie dem Weiterverteilen dieser Meldungen in die anderen Internetpräsenzen sowie der Überwachung dieser (der Betreiber eines Blogs ist rechtlich verantwortlich für die Inhalte, auch wenn andere sie dort hinterlassen) sowie weiteren Recherchen sind insgesamt acht Vereinsmitglieder mehr oder weniger täglich beschäftigt.

Unsere Broschüren, mit denen wir außerhalb des Internets informieren, können hier eingesehen werden.

Vereinsziel “Rückhalt”:

* Im Juli 2014 haben wir wieder in 46 Fällen Genesungskarten an schwer, krankenhausreif und dienstunfähig verletzte Polizeibeamte geschickt. Auch durch Unfall verletzte Polizeibeamte verdienen dabei unseren Rückhalt. Weitere Informationen zu dieser Thematik sind in unserer Satzung einsehbar. Im August 2014 wurden urlaubsbedingt keine Karten geschrieben.

Es handelt sich hierbei um die Anzahl der Fälle, da kann es sich durchaus um mehrere Karten handeln. Ein Extremfall war sicherlich der Gewaltexzess vom 21.12.2013 in Hamburg, da steckten in einem Umschlag 20 Karten.

* Wir schreiben auch Polizeibeamten, die harte Einsätze, wie bspw. einen Schusswaffengebrauch, hinter sich bringen mussten oder die auf eine besonders harte Art angegriffen werden. Hier Beispiele aus den Vormonaten, weil wir in diesen Monaten keine entsprechenden Vorfälle zur Kenntnis bekamen: Im Mai ging eine Karte an die Polizeibeamten in Lohr (Bayern), nachdem durch einen Frontalzusammenstoß zwischen ihrem Streifenwagen und einem VW Scirocco der 18-jährige Fahrer des Wagens an den Unfallfolgen verstarb. Im Juni gingen Karten wegen Schusswaffengebräuchen nach Leipzig, Mannheim, Tübingen und Heinsberg. Außerdem ging eine Karte nach Gelsenkirchen als Antwort auf diese Pressemitteilung, bei der zwar niemand verletzt wurde, die aber irgendwie alles sagt.iffen werden.

* Zudem leisten wir noch in einigen anderen Dingen hier und da ein bisschen Unterstützung an den einen oder anderen Polizeibeamten. Da kann ich an dieser Stelle aber nicht ins Detail gehen. Mit seelsorgerlicher Arbeit wurden in etwa sieben Stunden verbracht.

* Last but not least haben wir ein nicht mehr ganz neues neues Präventionsprojekt. Wir wollen dieses Plakat (jedes Bundesland sowie die Bundespolizei hat eine eigene Version) in alle KiTas, Grundschulen und Polizeidienststellen Deutschlands bringen, ebenso an alle Bahnschalter. In Rheinland-Pfalz und Sachsen-Anhalt läuft es schon. Die Bundespolizei hat uns vorläufig abschlägig beschieden, was wir schade finden, aber aufgeben werden wir nicht. In Österreich haben wir auch einige der Plakate abgegeben.

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Mehr Infos zum Plakatprojekt finden Sie hier.

Abschließend sei gesagt, dass die Grenzen zwischen den Zielen fließend sind. Für so manchen Polizeibeamten bedeutet es schon Rückhalt, dass wir das Thema überhaupt aufgreifen. Das wird aus vielen Rückmeldungen deutlich, die man teilweise hier im Gästebuch nachlesen kann.

Natürlich ist das in diesem Beitrag Aufgeführte nicht alles, was wir tun, aber ich bitte in Hinblick auf unsere Tätigkeiten, den hier verlinkten Blogbeitrag zu unserem einjährigen Bestehen zu lesen oder auch einen Blick in die hier verlinkten Ausgaben der Mitgliederzeitschriften zu werfen.

Allen Unterstützern, Spendern, und besonders den Mitgliedern herzlichen Dank für Eure Unterstützung!!!

Allgemein

Spendenaufruf für die Hinterbliebenen des ertrunkenen Polizeibeamten Stefan Pfusch

Schleswig Holstein_1Am 9. Juli verlor der Polizeibeamte Stefan Pfusch, den seine Kollegen als liebenswert und immer hilfsbereit beschreiben, beim Versuch einen Ertrinkenden zu retten, am 9. Juli in der Ostsee am Sehlendorfer Strand selbst sein Leben.

Stefan Pfusch hat sich selbstlos eingesetzt, um einem in Not geratenen Menschen das Leben zu retten und dabei sein eigenes verloren. Er war da, wo andere in Angst erstarren, sich zitternd abwenden oder in Panik flüchten. Als Polizeibeamter hat er seine Gesundheit und sein eigenes Leben riskiert – er hat alles gegeben und alles verloren.

Das Begreifen der schrecklichen Ungerechtigkeit eines solchen Unglücks fällt seinen Angehörigen, Freunden und Kollegen schwer.  Sie schreiben in ihrem Spendenaufruf: “Stefan fehlt uns und wir sind unendlich traurig. Stefan hinterlässt in der Landespolizei und insbesondere bei uns eine große Lücke.

Mit unseren Gedanken und Gefühlen sind wir bei der Familie und den Eltern, die noch einen weit größeren Verlust erlitten haben, weil er z. B. als Vater und Sohn fester Bestandteil ihres Lebens war.

Stefan Pfusch hinterlässt eine 20-jährige Tochter und einen 16-jährigen Sohn, also zwei heranwachsende Kinder, die künftig noch viel Hilfe und Unterstützung brauchen, sowie die Mutter der Kinder.

Im Einvernehmen mit der Familie wird darum gebeten, auf Blumenschmuck bei der Trauerfeier zu verzichten. Stattdessen würde sich die Familie sehr über Geldspenden zur Finanzierung der weiteren Ausbildung der beiden Kinder freuen. ”

Wir haben hierfür ein Konto eingerichtet bei der

VR Bank Ostholstein Nord-Plön eG
IBAN: DE 48 213900 081 000 646 180
Kontoinhaber Jens Borchardt (Leiter SB 44 PD AFB)

Dieses Konto wird bis zum 31.08.2014 eingerichtet bleiben.

(Spendenaufruf durch die Kollegen des Verstorbenen in der PD AFB Eutin, Schleswig-Holstein)

Allgemein Polizistenstimmen

Polizisten eine Stimme geben: Mal von außen draufgeschaut

IMG_7574_kleinIch war auf einem Volksfest. Dieses Mal nicht als Polizist, sondern als Sanitäter fürs BRK (Bayerisches Rotes Kreuz). Unsere Wache lag genau neben dem Stützpunkt der Polizei.

Plötzlich kamen zwei kleine Jungen zu uns.  “Wir haben unsere Eltern verloren”, piepste einer. Wir brachten die beiden zur Polizei, nachdem wir ihnen etwas zu trinken und ein paar Süßigkeiten gegeben haben.

Die Polizisten kümmerten sich ganz toll um die Jungs. Ein Kollege ging sogar extra los, um ihnen zwei Teddys von einer Schießbude zu organisieren. Da haben die Kleinen sich richtig gefreut. Erst recht haben sie sich gefreut, als die Eltern ermittelt werden konnten…

Je später die Stunde desto reichlicher wurde “getankt”. Ich habe von Anfang an gespürt, dass einer der Männer auf dem Fest es auf einen Konflikt anlegte. Er provozierte die ganze Zeit über andere Gäste und steigerte sich schließlich in Randale hinein. Also erteilten ihm meine Kollegen einen Platzverweis. Anstatt zu gehen, wurde er noch aggressiver. Also wurde er umstellt.

“Fasst mich bloß nicht an”, brüllte er.
Er ging aufgebaut auf einen Kollegen zu.
“Stehenbleiben”, rief der Kollege. Nicht nur einmal.
Der Kollege hat sehr besonnen reagiert und den Mann zu Boden gebracht. Als er ihm die Handschellen anlegte, ist der dann richtig noch aggressiver geworden, hat den Kollegen angespuckt und alle beleidigt.

Schade, nachdem der Einsatz mit den Kindern, denen meine Kollegen helfen konnten, so schön gewesen war. 

Allgemein Polizistenstimmen

Polizisten eine Stimme geben: Unverhoffter Dank

Diese Geschichte hat uns ein Polizist geschrieben. Mir gefällt sie sehr gut:

“Ich möchte gerne eine Geschichte erzählen, die vielleicht nicht herausragend ist. Aber der Mann hat es geschafft, mir die Tränen in die Augen zu treiben.

IMG_4040_kleinVerkehrskontrolle auf der Autobahn – ein südosteuropäischer Lkw-Fahrer musste dran glauben.

Während wir auf dem Rastplatz stehen und versuchen, dem Betroffenen mit Händen und Füßen sowie dem Anfertigen von Zeichnungen sein Fehlverhalten näher zu bringen, registrierte ich einen Mann, der gerade seinen Pkw auf dem Rastplatz zum Stehen gebrachte hatte. Zuerst sah es für mich aus, als wolle er nur eine Pause einlegen. Beim Aussteigen schien er uns zu bemerken und kam recht zügig-forschen Schrittes zu uns herüber. Für mich sah er auch aus wie ein Südosteuropäer.

Ich wappnete mich innerlich, denn ich glaubte zu wissen, was mich erwarten würde: Einer eilt seinem Landsmann zu Hilfe, um der bösen Polizei zu sagen, wie fies sie ist.

Als der Mann bei uns ankam, sprach er mich an – mein Kollege war noch in “Diskussion” mit dem Lkw-Fahrer.

“Entschuldigung”, sagte er. “Ich wollte gerade Rast machen und da sah ich Sie hier stehen. Ich möchte Ihnen nur etwas sagen: Vor ein paar Tagen war hier in der Nähe auf der Autobahn ein schwerer Unfall, wo ich als Zeuge vor Ort war. Ihre Kollegen haben die Unfallaufnahme dermaßen professionell und trotzdem menschlich und für die Beteiligten auch nachvollziehbar abgehandelt, dass ich wirklich froh, dankbar und stolz bin, in diesem Land leben zu dürfen.”

Sprach’s und ging wieder weg.

Während ich mit meinen Tränen kämpfte und wir den Lkw-Fahrer “bedienten”, rauchte er eine, setzte sich ins Auto, winkte uns noch zu und fuhr weiter.

An den Unfall konnte ich mich erinnern – ich war an dem Tag Funker – und die Kollegin und der Kollege, die den Unfall an diesem Tage aufnahmen und denen ich von meiner Begegnung erzählte, freuten sich noch mal doppelt so sehr wie ich.”

Allgemein Demo Presse Verein

Wir basteln uns einen Polizeiskandal – netter Versuch

FStW_Berlin_nachts_kleinEs begann mit einer Pressemitteilung der Berliner Polizei vom 6. Juli 2014:

Polizisten im Görlitzer Park angegriffen – sechs Beamte verletzt
Bei Angriffen aus einer Gruppe von etwa 60 Personen heraus wurden gestern Nachmittag (05.06.2014) sechs Polizisten verletzt. Gegen 17.45 Uhr alarmierten Zeugen die Polizei zum Görlitzer Park, da zu diesem Zeitpunkt etwa 20 Personen in eine Schlägerei verwickelt waren. Im Park eingetroffen, sahen die Beamten einen 25-jährigen verletzten Mann, der am Ohr stark blutete. Bei der nun folgenden Sachverhaltsklärung mischten sich zunächst mehrere Personen, die kurz zuvor an einer Demonstration von Neukölln nach Kreuzberg teilgenommen hatten, lautstark in die Ermittlungen der Beamten ein. Darüber hinaus stellte sich ein 22-jähriger Mann den Beamten in den Weg und störte sie bei der Sachverhaltsaufklärung. Nachdem die Polizisten ihn vergeblich des Platzes verwiesen hatten und die Behinderungen anhielten, zog ein Beamter den Störenfried zur Seite, woraufhin sich eine Personengruppe von bis zu 60 Personen in das Geschehen einmischte und die Einsatzbeamten attackierte. Aus der Gruppe heraus wurden zwei Fahrräder gegen die Beamten geschleudert, wodurch ein Polizist eine Kopfverletzung erlitt, die später in einem Krankenhaus ambulant behandelt werden musste. Mit Unterstützung weiterer hinzugerufener Polizisten wurde die Personengruppe abgedrängt und zwei Männer im Alter von 32 und 46 Jahren sowie eine 33-jährige Frau festgenommen. Gegen sie wird wegen gefährlicher Körperverletzung, versuchter Gefangenenbefreiung und schweren Landfriedensbruchs ermittelt. Insgesamt sechs Beamte wurden bei den Angriffen verletzt.
Hui. Sechs verletzte Polizeibeamte! Übrigens waren es an dem Wochenende in Berlin mindestens 15. Zumindest 15, die ihren Weg in die Pressemitteilungen der Berliner Polizei schafften. Im Rahmen des Demonstrationsgeschehens, das in der oben zitierten Pressemitteilung erwähnt wurde, wurden weitere sieben Polizeibeamte verletzt (vergleiche hier). In der Nacht zum 06.07.2014 wurden in zwei Fällen Polizeibeamte mit Steinen beworfen. Zwei von ihnen wurden von den die Scheiben des Einsatzfahrzeuges durchschlagenden Steinen derart verletzt, dass sie im Krankenhaus ambulant behandelt wurden und vom Dienst abtreten mussten (vergleiche hier).
Ich persönlich war milde erstaunt, als mir bereits gestern Abend ein Youtube-Video übermittelt wurde, auf dem ein Polizeiübergriff zu sehen sein soll, eingestellt von einem gewissen “Optik 5000″. Ort und Zeit des Geschehens passten. Aha! Der Film zur Pressemitteilung.
Da hier mal wieder Persönlichkeitsrechte auf das Übelste missachtet wurden, bette ich das Video nicht in diesen Blog ein. Soviel Zeit muss sein, dem Link zu folgen.
Das Video setzt, wie eigentlich üblich, wenn derartige Vorwürfe im Raum stehen, mitten in der Handlung  ein. Die erste Frage, die sich stellt, ist die, warum der Polizist, dessen Identifizierungsnummer zu Beginn des Filmes so betont wird, bereits bei einem kurzen “Ausweis her” angelangt ist. Es liegt eigentlich auf der Hand, dass vorher bereits das eine oder andere passiert sein muss. Schon vor dem Hintergrund dieses Fragezeichens ist eine gewisse Skepsis beim Konsum dieses Videos angebracht.
Man beachte, dass der junge Mann mit der Clownsmaske schon bei 0:20 anfängt zu brüllen. Die Polizisten hatten ihn zu diesem Zeitpunkt gerade mal angefasst. Die Skepsis steigt.
Ab etwa 1:00 sieht man, wie sich immer mehr Umstehende einmischen und die Polizeibeamten bedrängen. Niemand stellt die Frage, die auf der Hand liegt: “Gibt es einen Grund für die Festnahme?” Alle im Bild sichtbaren Menschen scheinen davon überzeugt zu sein, dass die Polizei nicht im Recht ist. Woher nehmen sie diese Überzeugung?
Bei 2:24 kommt aus dem linken Bildrand ein Fahrrad geflogen. Übrigens ganz wie in der obigen Pressemitteilung der Polizei nachzulesen. Es ist mittlerweile sehr laut geworden, auf die Polizeibeamten wird eingeschrieen und was man an Vokabeln verstehen kann ist nichts, was ich als gewaltfreie Kommunikation bezeichnen würde.
Bei 2:53 legt die junge Frau mit den roten Haaren ein Schauspiel hin, gegen das altgediente Schwalbenkönige wie Maradona und Co. als blasse Waisenknaben erscheinen.
Bei 3:59 trifft die Verstärkung ein, in Schutzkleidung. Bei den am 05.07. in Berlin herrschenden Temperaturen lässt das tief blicken, wie die aufgeheizte Lage eingeschätzt wurde.
Das Video endet mit der Bitte, es an “wichtige Zeugen”, u. a. die Presse weiterzuleiten.
Das ist offensichtlich gelungen. “Die Polizei, dein Feind und Helfer” schlagzeilt die Zeit (!) in einem Artikel, in dem sie der Polizei ein Problem sowie wachsenden Widerstand aus der Bevölkerung bescheinigt.
Kleines Kuriosum am Rande: In diesem Artikel findet sich der Absatz “Zwar zeigen Umfragen wie der GfK-Vertrauensindex nach wie vor, dass die Institution Polizei ein hohes Ansehen bei mehr als 80 Prozent der Menschen genießt, doch dass diese Zahl leicht sinkt. Und die Polizeigewerkschaften und Vereine wie Keine Gewalt gegen Polizisten beklagen, dass das Klima den Beamten gegenüber feindlicher wird. Doch wenn es in der Bevölkerung tatsächlich wachsenden Widerstand gegen die Polizei gibt, stellt sich die Frage: Was löst ihn aus?”
Ich bin ja geschüttelt und gerührt, dass unser kleiner 91-Mitglieder-Verein mit Institutionen mit 170.000 Mitgliedern (GdP) bzw. 94.000 Mitgliedern (DPolG) in einem Atemzug genannt wird. Danke! Aber der in diesem Absatz konstruierte Gegensatz “Polizeigewerkschaften und Vereine wie Keine Gewalt gegen Polizisten” und “Bevölkerung” passt nicht. Wir bestehen nach wie vor überwiegend aus Nichtpolizisten (53%) und bei unserer Gründung waren 11 Nichtpolizisten und ein Polizist. Wir sind ein Verein aus Bürgern für Polizisten, in dem auch Polizisten Mitglied werden können. D.h. wir sind Teil der Bevölkerung. Wir sehen das ein bisschen anders mit dem angeblich wachsenden Widerstand aus der Bevölkerung. Und was das sinkende Vertrauen in die Polizei auslöst – das könnte auch etwas mit der Berichterstattung über derartige Videos zu tun haben. Nicht jeder schaut die sich bis zum Ende an.
Zurück zur Polizeigewalt vor dem Görlitzer Park, die so ausufernd war, dass sechs verletzte Polizisten dabei herauskamen. Die Polizei Berlin hat gestern (07.07.) eine Stellungnahme dazu herausgegeben, die ich unseren Lesern im Wortlaut mitteilen möchte:
“Nach der Veröffentlichung eines Videos im Internet, auf dem die Festnahme eines 22-jährigen Mannes am Görlitzer Park zu sehen ist, möchte die Polizei Berlin folgende Ergänzungen bekanntgeben: 
Das veröffentlichte Video zeigt nur einen Ausschnitt der Ereignisse vom vergangenen Samstag, 5. Juli 2014. Vorausgegangen war ein Polizeieinsatz anlässlich einer Schlägerei am Görlitzer Park, bei der ein 25-jähriger Mann schwer am Ohr verletzt worden war. Die alarmierten Polizisten kümmerten sich zunächst um den Verletzten und alarmierten die Berliner Feuerwehr. In der weiteren Folge nahmen die Beamten die Personalien des jungen Mannes auf und versuchten nun, den Sachverhalt aufzuklären und die Täter der gefährlichen Körperverletzung zu ermitteln. Hierbei wurden die Polizisten hartnäckig gestört. Der in dem Video zu sehende Mann, ein 22-Jähriger, behinderte die Beamten mehrfach bei ihrer Arbeit und verhinderte, dass die Beteiligten der Schlägerei ermittelt werden. Der Abgebildete erhielt nun einen Platzverweis, dem er nicht nachkam, so dass er weggeführt werden musste. Nachdem sich der Einsatzbeamte nun dem mittlerweile im Rettungswagen sitzenden Verletzten zugewandt hatte, ging der 22-Jährige erneut auf die Beamten zu. Hier beginnt die Videoaufnahme. 
Ein Polizist wollte die Personalien des jungen Mannes feststellen, um ihm dann einen so genannten qualifizierten Platzverweis auszusprechen. Hier widersetzte sich der auf dem Video zu sehende Mann und versuchte sich zu entfernen, so dass er von den Einsatzbeamten festgehalten werden musste und zu Boden gebracht wurde. Der Mann versuchte sich der Personalienfeststellung zu entziehen, indem er sich auf seine Arme legte und damit verhinderte, dass die Beamten ihn zur Identitätsfeststellung zu einem Polizeifahrzeug führen konnten. 
Sowohl während der veröffentlichten Videosequenz als auch danach kam es zu gewalttätigen Angriffen gegen die Polizisten, die in dem Filmausschnitt nicht zu sehen sind und die Beamten vor so große Probleme stellten, dass weitere Polizisten zur Unterstützung verständigt werden mussten. Weiterhin ist in den Sequenzen nicht zu erkennen, dass ein 46-jähriger Mann und eine 23-jährige Frau versucht hatten, den 22-Jährigen zu befreien. Ein Polizist erlitt bei den Attacken eine Gehirnerschütterung und musste in einem Krankenhaus ambulant behandelt werden. Einem weiteren Beamten wurde in die Hand gebissen. Darüber hinaus setzte ein bislang Unbekannter Reizgas gegen die Beamten ein. Insgesamt sechs Einsatzbeamte wurden bei den Angriffen verletzt.”
Damit dürfte alles gesagt sein. Zumindest sollte jetzt klar sein, dass es mindestens zwei Meinungen dazu gibt und der Polizei zumindest, wie vor Gericht, zubilligen, eine andere Sichtweise zu haben. Im Zweifel also für den Angeklagten.
Dazu die Zeit in einem nachträglich eingefügten Absatz: “Zu der Behandlung des 22-Jährigen äußert sie sich nicht.”
Nun ja. Wer Augen hat zu sehen, der sehe.
Übrigen wüsste ich nur zu gern, warum folgende “Vorfälle”, die in Berlin stattgefunden haben, offenbar kein Skandal sind:
Aber schon klar, dass ist das, was wahrscheinlich wieder unter dem Stichwort “Aufrechnung” unter den Tisch gekehrt wird.
Abschließend noch mein herzlicher Dank den den Kriminalreporter der Berliner Zeitung, der heute Morgen mit dem Kommentar “Was das Video der Festnahme nicht zeigt” das Video als das entlarvt, was es ist. “Es gibt Videos im Netz, die polizeiliches Fehlverhalten sehr genau dokumentieren und zu Disziplinarverfahren führten. Dieser Film aber ist kaum mehr als Propaganda.” Abgesehen von den essentiellen Szenen, die überhaupt zu diesem Einsatz führten, fehlt auch die eine oder andere Gewalttat gegen Polizeibeamte. Es “zeigt auch nicht, dass der Beamte, der den Ausweis des 22-Jährigen sehen wollte, am Schluss von oben bis unten bespuckt war.”
Allgemein Verein

Aktivitäten des Vereins “Keine Gewalt gegen Polizisten e.V.” im Mai und Juni 2014

In Mai und Juni haben wir zwei neue Mitglieder dazugewonnen. Wir waren per 30.06.2014 genau 91 Mitglieder.  Nähere Informationen zu unserer Mitgliederstruktur per 30.06.2014 finden Sie hier.

Auf unserer Mitgliederversammlung am 11.04.2014 haben wir eine Satzungsänderung beschlossen, die uns ermöglicht, auch Fördermitglieder aufzunehmen. Diese Fördermitgliedschaft richtet sich explizit an jene, die uns zwar gut finden und gern regelmäßige Unterstützung in Form von Geld liefern möchten, aber aus den verschiedensten Gründen keine Vollmitgliedschaft anstreben. Ich persönlich bin bspw. Fördermitglied bei der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger. Abgesehen davon, dass mein Weg zur Küste schlicht zu weit ist, hätte ich auch viel zu viel Angst, bei Orkan auf die Nord- oder Ostsee rauszufahren. Allerdings finde ich, dass solche Menschen unterstützt gehören, also habe ich mich dort für die Fördermitgliedschaft entschieden.

Diese Satzungsänderung ist nun auch eingetragen. Es ist also möglich, reines Fördermitglied bei uns zu werden.

Wir haben im Mai 23,77 Euro an Spenden bekommen, im Juni 60 Euro. Die von uns eingenommenen Spenden sind hier auf unserer Spenderliste aufgeschlüsselt. Vielen Dank den Spendern. Wir freuen uns über jede Spende.

Zum Thema Geldeingänge für unseren Verein möchte ich noch die Zuweisungen von Auflagenzahlungen erwähnen. In Ermittlungs- und Strafverfahren kann dem Beschuldigten eine Auflage erteilt werden, einen bestimmten Betrag an eine gemeinnützige Einrichtung zu zahlen. Es ist sinnvoll, dass die gemeinnützige Einrichtung das Gebiet bearbeitet, auf dem der Täter auffällig wurde. So wird oft jemandem, der Tierquälerei begangen hat, auferlegt, eine bestimmte Summe an einen Tierschutzverein zu überweisen. In den Bundesländern werden Listen gemeinnütziger Einrichtungen geführt, damit Staatsanwälte, Richter und weitere Mitarbeiter von Justizbehörden sich entsprechend informieren können, welche Vereine es gibt.

Wir stehen in folgenden Bundesländern auf dieser Liste: Rheinland-Pfalz, Nordrhein-Westfalen, Hessen und seit August auch im Saarland. Weitere Bundesländer werden nach und nach folgen. Liebe Polizeibeamte, wenn Sie Opfer von Gewalt werden – sagen Sie das bitte Ihren Anwälten. Danke sehr!

Was treiben wir nun mit dem Geld, das wir aus Spenden, Mitgliedsbeiträgen und Zuweisungen einnehmen?

Nun, wir verfolgen, grob gesagt, zwei Vereinsziele, nämlich die steigende Gewalt gegen Polizeibeamte bekannt zu machen” und “Polizeibeamten Rückhalt zu vermitteln”.

Vereinsziel “Bekanntmachen der Problematik”:

Im Mai 2014 wurden in unserer “Galerie der Gewalt”  insgesamt 489 Meldungen über Gewalt gegen Polizeibeamte veröffentlicht. Von diesen Meldungen stammen fünf aus der Schweiz, 23 aus Österreich und neun aus Luxemburg. Eine davon betraf Zollbeamte, zwei Ordnungsbeamte.

Insgesamt 172 dieser Meldungen hatten verletzte Polizeibeamte zum Inhalt. Zum Glück hatten wir diesen Monat wieder keine Meldungen über getötete Polizisten zu vermelden.

Im Juni 2014 wurden insgesamt 475 Meldungen über Gewalt gegen Polizeibeamte veröffentlicht. Von diesen Meldungen stammen eine aus der Schweiz, 30 aus Österreich und sechs aus Luxemburg. Eine davon betraf Zollbeamte, drei Ordnungsbeamte.

Insgesamt 139 dieser Meldungen hatten verletzte Polizeibeamte zum Inhalt. Zwar hatten wir diesen Monat wieder keine Meldungen über getötete Polizisten zu vermelden, aber in Herne wurde ein Polizist beschossen und schwer verletzt. Durch den Staatsanwalt wurde Haftbefehl wegen versuchten Mordes beantragt.

Das sind natürlich nur die Gewaltakte, die uns bekannt werden, also die Spitze des Eisbergs. Hier und da flutscht uns mal was durch, es wird vieles aus ermittlungstaktischen Gründen nicht veröffentlicht und manches auch nicht, um das Sicherheitsgefühl des Bürgers nicht zu stören. Last but not least muss auch eine Auswahl getroffen werden, denn vor dem Hintergrund, dass laut der polizeilichen Kriminalstatistik in 2013 ungefähr 59.044 gewalttätige Übergriffe auf Polizeibeamte verübt wurden, wird klar, dass das keine Presse leisten kann. Das wären durchschnittlich 162 Übergriffe am Tag und ca. 4.920 im Monat. Schon diese Zahlen zeigen, dass wir nur etwa ein Zehntel des Problems abbilden können.

Es bleibt natürlich nicht nur bei den Blogs, wir haben in Facebook, google+, wer-kennt-wen.de und auf Twitter weitere Präsenzen. Allein mit dem Sammeln der Pressemitteilungen, dem Posten im Blog sowie dem Weiterverteilen dieser Meldungen in die anderen Internetpräsenzen sowie der Überwachung dieser (der Betreiber eines Blogs ist rechtlich verantwortlich für die Inhalte, auch wenn andere sie dort hinterlassen) sowie weiteren Recherchen sind insgesamt acht Vereinsmitglieder mehr oder weniger täglich beschäftigt.

Unsere Broschüren, mit denen wir außerhalb des Internets informieren, können hier eingesehen werden.

Vereinsziel “Rückhalt”:

* Im Mai 2014 haben wir wieder in 37 Fällen Genesungskarten an schwer, krankenhausreif und dienstunfähig verletzte Polizeibeamte geschickt. Auch durch Unfall verletzte Polizeibeamte verdienen dabei unseren Rückhalt. Weitere Informationen zu dieser Thematik sind in unserer Satzung einsehbar. Im Juni 2014 waren es insgesamt 48 Karten.

Es handelt sich hierbei um die Anzahl der Fälle, da kann es sich durchaus um mehrere Karten handeln. Ein Extremfall war sicherlich der Gewaltexzess vom 21.12.2013 in Hamburg, da steckten in einem Umschlag 20 Karten.

* Wir schreiben auch Polizeibeamten, die harte Einsätze, wie bspw. einen Schusswaffengebrauch, hinter sich bringen mussten oder die auf eine besonders harte Art angegriffen werden. Im Mai ging eine Karte an die Polizeibeamten in Lohr (Bayern), nachdem durch einen Frontalzusammenstoß zwischen ihrem Streifenwagen und einem VW Scirocco der 18-jährige Fahrer des Wagens an den Unfallfolgen verstarb. Im Juni gingen Karten wegen Schusswaffengebräuchen nach Leipzig, Mannheim, Tübingen und Heinsberg. Außerdem ging eine Karte nach Gelsenkirchen als Antwort auf diese Pressemitteilung, bei der zwar niemand verletzt wurde, die aber irgendwie alles sagt.

* Zudem leisten wir noch in einigen anderen Dingen hier und da ein bisschen Unterstützung an den einen oder anderen Polizeibeamten. Da kann ich an dieser Stelle aber nicht ins Detail gehen. Mit seelsorgerlicher Arbeit wurden in etwa drei Stunden verbracht.

* Last but not least haben wir ein nicht mehr ganz neues neues Präventionsprojekt. Wir wollen dieses Plakat (jedes Bundesland sowie die Bundespolizei hat eine eigene Version) in alle KiTas, Grundschulen und Polizeidienststellen Deutschlands bringen, ebenso an alle Bahnschalter. In Rheinland-Pfalz und Sachsen-Anhalt läuft es schon. Die Bundespolizei hat uns vorläufig abschlägig beschieden, was wir schade finden, aber aufgeben werden wir nicht. Hier die Mecklenburg-Vorpommern-Version, die die GdP vor Ort hier kurz beworben hat.

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Mehr Infos zum Plakatprojekt finden Sie hier.

Abschließend sei gesagt, dass die Grenzen zwischen den Zielen fließend sind. Für so manchen Polizeibeamten bedeutet es schon Rückhalt, dass wir das Thema überhaupt aufgreifen. Das wird aus vielen Rückmeldungen deutlich, die man teilweise hier im Gästebuch nachlesen kann.

Natürlich ist das in diesem Beitrag Aufgeführte nicht alles, was wir tun, aber ich bitte in Hinblick auf unsere Tätigkeiten, den hier verlinkten Blogbeitrag zu unserem einjährigen Bestehen zu lesen oder auch einen Blick in die hier verlinkten Ausgaben der Mitgliederzeitschriften zu werfen.

Allen Unterstützern, Spendern, und besonders den Mitgliedern herzlichen Dank für Eure Unterstützung!!!

Allgemein Polizistenstimmen

Polizisten eine Stimme geben: Heimfahrt mit Überraschungen

Symbolfoto, das keinen Rückschluss darauf zulässt, in welchem Bundesland diese Geschichte spielt

Symbolfoto, das keinen Rückschluss darauf zulässt, in welchem Bundesland diese Geschichte spielt

Ich war auf dem Weg zum Zug. Mein Dienst war beendet und ich wollte nach Hause. Ich trug Uniform und hatte meine Dienstwaffe dabei. Wenn ich in Uniform unterwegs bin, bin ich als Polizist erkennbar und kann jederzeit als solcher vom Bürger angesprochen werden. Je nach dem, wie ich dann polizeilich tätig werden muss, ist es sinnvoll, eine Waffe dabeizuhaben.

Schon am Bahnhof hatte ich bemerkt, wie mir ein Mann hinterherlief. Nach einiger Zeit fuhr mein Zug ein.

Im Zug suchte ich mir einen Platz. Auf der Nachbarbank saßen zwei ältere Damen, so um die 55 und um die 70. Hier konnte ich mich niederlassen.

Der Typ vom Bahnhof setzte sich auf die Bank neben mich. Ich registrierte seinen trüben Blick – vermutlich ordentlich betrunken, der Kerl.

“Du… du hältst dich wo auch für den Größten?” lallte er mich an. Ja, definitiv besoffen. Russischer Akzent? “Ohne… ohne deine Uniform wärst du nichts, durak.” Ja, ein Russe.

“Fü… fühlst dich stark, mit deiner Wa… waffe, stimmts, mersawjez?”

Langsam nervte er mich. Ich war einfach nur auf dem Weg nach Hause.

Schließlich kündigte er an: “Ich nehm’ deine Waffe. Das ist einfach für mich.”

Angst machte er mir nicht, dafür war er auch einfach zu besoffen. Die Auseinandersetzung würde ich gewinnen. Aber unangenehm wurde mir das allmählich schon.

Ich antwortete ihm: “Wenn Sie das auch nur versuchen, wird das sehr böse für Sie enden.”

Plötzlich schaltete sich eine der beiden Damen, die jüngere, ein. Sie sagte lautstark zu dem Delinquenten: “Benehmen Sie sich gefälligst. Der Mann ist immerhin Polizeibeamter.”

Dann maulte er sie an.

“Was willst du, kasa?”

Auch die 70-Jährige meldete sich nun zu Wort: “Der Mann ist Polizist. Da müssen Sie sich doch benehmen. Sie machen sich nur selbst Probleme.”

Tief in mir drinnen freute ich mich sehr darüber. Alte Schule, die beiden.

Unser besoffener Russe hingegen wurde immer lauter. “Darf man hier nicht seine Meinung sagen? Polizeistaat!” pöbelte er, und deckte uns alle drei mit weiteren Flüchen ein, auf russisch und auf deutsch.

Schließlich wurde klar, dass er es auf eine körperliche Auseinandersetzung mit mir anlegte. Nun hatte ich die Faxen dicke.

Beim nächsten Halt stand ich auf und rief: “Sie halten jetzt den Mund und steigen aus. Sofort!”

Zu meiner Überraschung regte sich Unterstützung. “Genau, halt endlich dein Maul”, hörte ich. Auf einmal war das ganze Abteil auf meiner Seite. 20 Personen, jeden Alters, auch einige Ausländer.

“Wenn Sie Hilfe brauchen, sagen Sie Bescheid”, bot mir jemand an.

Unser Betrunkener wollte aber nicht aussteigen. Nicht mit mir. Ich packte ihn am Arm, schob ihn zur Tür und bugsierte ihn aus dem Waggon.

Das ganze Abteil klatschte.

Endlich Ruhe!

An meiner Haltestelle stieg ich aus. Ein Mann, etwa 29, sehr kräftige Statur, Türke oder Araber, kam auf mich zu. Oha? Würde ich jetzt erzählt bekommen, dass ich nicht nett genug zu dem Mann gewesen sei?

“Ich wollte nur sagen…”, begann er. Das fing ja gut an. “Ich wollte nur sagen, was der Typ abgezogen hat, das geht gar nicht. Das ist kein Verhalten gegenüber der Polizei. Wenn Sie Hilfe gebraucht hätten, wäre ich eingeschritten.”

Eine Fahrt voller Überraschungen.

Allgemein Österreich Verein

Denkmal der Exekutive

Neulich war ich für ein paar Tage in Wien. Nicht nur für Menschen, die als Teenager die größten Fans westlich von Suez der Sissi-Reihe waren, ist diese Stadt interessant. Es gibt viel zu sehen, es gibt viel Schönes, Auffälliges und manchmal auch Bombastisches zu sehen.

Beinahe übersieht man zwei schwarze Blöcke aus schwarzem Stahl. Um genau zu sein hat mich ein Wiener Polizist darauf aufmerksam gemacht.

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Im Ensemble des Heldentores (links ausschnittsweise im Bild) und des Komplexes der neuen Hofburg sowie den beiden Museen vor der Hofburg (hier im Bild das kunsthistorische Museum), fallen diese beiden schlichten Blöcke wirklich kaum auf.

Dieses schlichte Denkmal, mitten auf dem Heldenplatz, ist den Polizisten und Gendarmen gewidmet, die seit 1945 in Österreich ihr Leben gelassen haben.

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Es steht auf einer Fläche aus leeren Betonplatten. Davor ist in den Boden eingelassen:

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Es wurde 2002 enthüllt. Zu diesem Zeitpunkt waren insgesamt 345 Polizisten und Gendarmen im Dienst am Bürger gestorben. (1) Bei der Enthüllung sagte der damalige Bundespräsident Thomas Klestil (ÖVP): „.. sie sind für uns alle, für Österreich, gestorben. Ich meine daher, dass es an der Zeit war, für diese Beamten ein sichtbares Zeichen zu setzen – ein Ehrenmal, das Ihren Kameraden wie auch den Hinterbliebenen, Freunden und allen Menschen zeigt, dass Österreich sie nicht vergessen hat. Jeder Tod ist für sich gesehen eine Tragödie – Leid, das nicht messbar ist: Für Ehepartner, Kinder, Eltern, Freunde und Kameraden.“ (2)

Warum hat Deutschland so etwas nicht? Und bitte, man möge mir die Antwort ersparen, dass dies so sei, weil Polizei Ländersache sei. Als habe das irgendetwas damit zu tun, dass da Menschen für uns als Gesellschaft Risiken eingehen. Mir ist das ehrlich gesagt vollkommen wurscht, ob mir ein Bayer, ein Rheinland-Pfälzer oder ein Mensch aus Mecklenburg-Vorpommern weiterhilft, wenn ich die Hilfe der Polizei brauche. Und es ist ja nun nicht so, als sei ein Hesse in Nordrhein-Westfalen nicht berechtigt, polizeiliche Hilfe in Anspruch zu nehmen.  Was solch ein Denkmal betrifft, genügt es schlichtweg ein Interesse daran zu haben, sich mit einem deutlich sichtbaren Zeichen hinter unsere Polizeibeamten zu stellen. Hinter jene Menschen, die unsere demokratisch verfasste und rechtsstaatlich legitimierte Polizei bilden. Die beste Polizei, die es je auf deutschem Boden gab, weil sie, entgegen anderslautender Behauptungen, keine Diktaturpolizei ist.

Es muss ja nichts Großes sein. Wie man in Wien eindrucksvoll sehen kann. Mir persönlich würde das sehr gut gefallen.

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(1) http://www.viennatouristguide.at/Ring/Denkmal_Bild/z_exekutive.htm

(2) http://austria-forum.org/af/Wissenssammlungen/Denkmale/Exekutive-Denkmal

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