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Allgemein Polizistenstimmen

Polizisten eine Stimme geben: Mal von außen draufgeschaut

IMG_7574_kleinIch war auf einem Volksfest. Dieses Mal nicht als Polizist, sondern als Sanitäter fürs BRK (Bayerisches Rotes Kreuz). Unsere Wache lag genau neben dem Stützpunkt der Polizei.

Plötzlich kamen zwei kleine Jungen zu uns.  “Wir haben unsere Eltern verloren”, piepste einer. Wir brachten die beiden zur Polizei, nachdem wir ihnen etwas zu trinken und ein paar Süßigkeiten gegeben haben.

Die Polizisten kümmerten sich ganz toll um die Jungs. Ein Kollege ging sogar extra los, um ihnen zwei Teddys von einer Schießbude zu organisieren. Da haben die Kleinen sich richtig gefreut. Erst recht haben sie sich gefreut, als die Eltern ermittelt werden konnten…

Je später die Stunde desto reichlicher wurde “getankt”. Ich habe von Anfang an gespürt, dass einer der Männer auf dem Fest es auf einen Konflikt anlegte. Er provozierte die ganze Zeit über andere Gäste und steigerte sich schließlich in Randale hinein. Also erteilten ihm meine Kollegen einen Platzverweis. Anstatt zu gehen, wurde er noch aggressiver. Also wurde er umstellt.

“Fasst mich bloß nicht an”, brüllte er.
Er ging aufgebaut auf einen Kollegen zu.
“Stehenbleiben”, rief der Kollege. Nicht nur einmal.
Der Kollege hat sehr besonnen reagiert und den Mann zu Boden gebracht. Als er ihm die Handschellen anlegte, ist der dann richtig noch aggressiver geworden, hat den Kollegen angespuckt und alle beleidigt.

Schade, nachdem der Einsatz mit den Kindern, denen meine Kollegen helfen konnten, so schön gewesen war. 

Allgemein Polizistenstimmen

Polizisten eine Stimme geben: Unverhoffter Dank

Diese Geschichte hat uns ein Polizist geschrieben. Mir gefällt sie sehr gut:

“Ich möchte gerne eine Geschichte erzählen, die vielleicht nicht herausragend ist. Aber der Mann hat es geschafft, mir die Tränen in die Augen zu treiben.

IMG_4040_kleinVerkehrskontrolle auf der Autobahn – ein südosteuropäischer Lkw-Fahrer musste dran glauben.

Während wir auf dem Rastplatz stehen und versuchen, dem Betroffenen mit Händen und Füßen sowie dem Anfertigen von Zeichnungen sein Fehlverhalten näher zu bringen, registrierte ich einen Mann, der gerade seinen Pkw auf dem Rastplatz zum Stehen gebrachte hatte. Zuerst sah es für mich aus, als wolle er nur eine Pause einlegen. Beim Aussteigen schien er uns zu bemerken und kam recht zügig-forschen Schrittes zu uns herüber. Für mich sah er auch aus wie ein Südosteuropäer.

Ich wappnete mich innerlich, denn ich glaubte zu wissen, was mich erwarten würde: Einer eilt seinem Landsmann zu Hilfe, um der bösen Polizei zu sagen, wie fies sie ist.

Als der Mann bei uns ankam, sprach er mich an – mein Kollege war noch in “Diskussion” mit dem Lkw-Fahrer.

“Entschuldigung”, sagte er. “Ich wollte gerade Rast machen und da sah ich Sie hier stehen. Ich möchte Ihnen nur etwas sagen: Vor ein paar Tagen war hier in der Nähe auf der Autobahn ein schwerer Unfall, wo ich als Zeuge vor Ort war. Ihre Kollegen haben die Unfallaufnahme dermaßen professionell und trotzdem menschlich und für die Beteiligten auch nachvollziehbar abgehandelt, dass ich wirklich froh, dankbar und stolz bin, in diesem Land leben zu dürfen.”

Sprach’s und ging wieder weg.

Während ich mit meinen Tränen kämpfte und wir den Lkw-Fahrer “bedienten”, rauchte er eine, setzte sich ins Auto, winkte uns noch zu und fuhr weiter.

An den Unfall konnte ich mich erinnern – ich war an dem Tag Funker – und die Kollegin und der Kollege, die den Unfall an diesem Tage aufnahmen und denen ich von meiner Begegnung erzählte, freuten sich noch mal doppelt so sehr wie ich.”

Allgemein Demo Presse Verein

Wir basteln uns einen Polizeiskandal – netter Versuch

FStW_Berlin_nachts_kleinEs begann mit einer Pressemitteilung der Berliner Polizei vom 6. Juli 2014:

Polizisten im Görlitzer Park angegriffen – sechs Beamte verletzt
Bei Angriffen aus einer Gruppe von etwa 60 Personen heraus wurden gestern Nachmittag (05.06.2014) sechs Polizisten verletzt. Gegen 17.45 Uhr alarmierten Zeugen die Polizei zum Görlitzer Park, da zu diesem Zeitpunkt etwa 20 Personen in eine Schlägerei verwickelt waren. Im Park eingetroffen, sahen die Beamten einen 25-jährigen verletzten Mann, der am Ohr stark blutete. Bei der nun folgenden Sachverhaltsklärung mischten sich zunächst mehrere Personen, die kurz zuvor an einer Demonstration von Neukölln nach Kreuzberg teilgenommen hatten, lautstark in die Ermittlungen der Beamten ein. Darüber hinaus stellte sich ein 22-jähriger Mann den Beamten in den Weg und störte sie bei der Sachverhaltsaufklärung. Nachdem die Polizisten ihn vergeblich des Platzes verwiesen hatten und die Behinderungen anhielten, zog ein Beamter den Störenfried zur Seite, woraufhin sich eine Personengruppe von bis zu 60 Personen in das Geschehen einmischte und die Einsatzbeamten attackierte. Aus der Gruppe heraus wurden zwei Fahrräder gegen die Beamten geschleudert, wodurch ein Polizist eine Kopfverletzung erlitt, die später in einem Krankenhaus ambulant behandelt werden musste. Mit Unterstützung weiterer hinzugerufener Polizisten wurde die Personengruppe abgedrängt und zwei Männer im Alter von 32 und 46 Jahren sowie eine 33-jährige Frau festgenommen. Gegen sie wird wegen gefährlicher Körperverletzung, versuchter Gefangenenbefreiung und schweren Landfriedensbruchs ermittelt. Insgesamt sechs Beamte wurden bei den Angriffen verletzt.
Hui. Sechs verletzte Polizeibeamte! Übrigens waren es an dem Wochenende in Berlin mindestens 15. Zumindest 15, die ihren Weg in die Pressemitteilungen der Berliner Polizei schafften. Im Rahmen des Demonstrationsgeschehens, das in der oben zitierten Pressemitteilung erwähnt wurde, wurden weitere sieben Polizeibeamte verletzt (vergleiche hier). In der Nacht zum 06.07.2014 wurden in zwei Fällen Polizeibeamte mit Steinen beworfen. Zwei von ihnen wurden von den die Scheiben des Einsatzfahrzeuges durchschlagenden Steinen derart verletzt, dass sie im Krankenhaus ambulant behandelt wurden und vom Dienst abtreten mussten (vergleiche hier).
Ich persönlich war milde erstaunt, als mir bereits gestern Abend ein Youtube-Video übermittelt wurde, auf dem ein Polizeiübergriff zu sehen sein soll, eingestellt von einem gewissen “Optik 5000″. Ort und Zeit des Geschehens passten. Aha! Der Film zur Pressemitteilung.
Da hier mal wieder Persönlichkeitsrechte auf das Übelste missachtet wurden, bette ich das Video nicht in diesen Blog ein. Soviel Zeit muss sein, dem Link zu folgen.
Das Video setzt, wie eigentlich üblich, wenn derartige Vorwürfe im Raum stehen, mitten in der Handlung  ein. Die erste Frage, die sich stellt, ist die, warum der Polizist, dessen Identifizierungsnummer zu Beginn des Filmes so betont wird, bereits bei einem kurzen “Ausweis her” angelangt ist. Es liegt eigentlich auf der Hand, dass vorher bereits das eine oder andere passiert sein muss. Schon vor dem Hintergrund dieses Fragezeichens ist eine gewisse Skepsis beim Konsum dieses Videos angebracht.
Man beachte, dass der junge Mann mit der Clownsmaske schon bei 0:20 anfängt zu brüllen. Die Polizisten hatten ihn zu diesem Zeitpunkt gerade mal angefasst. Die Skepsis steigt.
Ab etwa 1:00 sieht man, wie sich immer mehr Umstehende einmischen und die Polizeibeamten bedrängen. Niemand stellt die Frage, die auf der Hand liegt: “Gibt es einen Grund für die Festnahme?” Alle im Bild sichtbaren Menschen scheinen davon überzeugt zu sein, dass die Polizei nicht im Recht ist. Woher nehmen sie diese Überzeugung?
Bei 2:24 kommt aus dem linken Bildrand ein Fahrrad geflogen. Übrigens ganz wie in der obigen Pressemitteilung der Polizei nachzulesen. Es ist mittlerweile sehr laut geworden, auf die Polizeibeamten wird eingeschrieen und was man an Vokabeln verstehen kann ist nichts, was ich als gewaltfreie Kommunikation bezeichnen würde.
Bei 2:53 legt die junge Frau mit den roten Haaren ein Schauspiel hin, gegen das altgediente Schwalbenkönige wie Maradona und Co. als blasse Waisenknaben erscheinen.
Bei 3:59 trifft die Verstärkung ein, in Schutzkleidung. Bei den am 05.07. in Berlin herrschenden Temperaturen lässt das tief blicken, wie die aufgeheizte Lage eingeschätzt wurde.
Das Video endet mit der Bitte, es an “wichtige Zeugen”, u. a. die Presse weiterzuleiten.
Das ist offensichtlich gelungen. “Die Polizei, dein Feind und Helfer” schlagzeilt die Zeit (!) in einem Artikel, in dem sie der Polizei ein Problem sowie wachsenden Widerstand aus der Bevölkerung bescheinigt.
Kleines Kuriosum am Rande: In diesem Artikel findet sich der Absatz “Zwar zeigen Umfragen wie der GfK-Vertrauensindex nach wie vor, dass die Institution Polizei ein hohes Ansehen bei mehr als 80 Prozent der Menschen genießt, doch dass diese Zahl leicht sinkt. Und die Polizeigewerkschaften und Vereine wie Keine Gewalt gegen Polizisten beklagen, dass das Klima den Beamten gegenüber feindlicher wird. Doch wenn es in der Bevölkerung tatsächlich wachsenden Widerstand gegen die Polizei gibt, stellt sich die Frage: Was löst ihn aus?”
Ich bin ja geschüttelt und gerührt, dass unser kleiner 91-Mitglieder-Verein mit Institutionen mit 170.000 Mitgliedern (GdP) bzw. 94.000 Mitgliedern (DPolG) in einem Atemzug genannt wird. Danke! Aber der in diesem Absatz konstruierte Gegensatz “Polizeigewerkschaften und Vereine wie Keine Gewalt gegen Polizisten” und “Bevölkerung” passt nicht. Wir bestehen nach wie vor überwiegend aus Nichtpolizisten (53%) und bei unserer Gründung waren 11 Nichtpolizisten und ein Polizist. Wir sind ein Verein aus Bürgern für Polizisten, in dem auch Polizisten Mitglied werden können. D.h. wir sind Teil der Bevölkerung. Wir sehen das ein bisschen anders mit dem angeblich wachsenden Widerstand aus der Bevölkerung. Und was das sinkende Vertrauen in die Polizei auslöst – das könnte auch etwas mit der Berichterstattung über derartige Videos zu tun haben. Nicht jeder schaut die sich bis zum Ende an.
Zurück zur Polizeigewalt vor dem Görlitzer Park, die so ausufernd war, dass sechs verletzte Polizisten dabei herauskamen. Die Polizei Berlin hat gestern (07.07.) eine Stellungnahme dazu herausgegeben, die ich unseren Lesern im Wortlaut mitteilen möchte:
“Nach der Veröffentlichung eines Videos im Internet, auf dem die Festnahme eines 22-jährigen Mannes am Görlitzer Park zu sehen ist, möchte die Polizei Berlin folgende Ergänzungen bekanntgeben: 
Das veröffentlichte Video zeigt nur einen Ausschnitt der Ereignisse vom vergangenen Samstag, 5. Juli 2014. Vorausgegangen war ein Polizeieinsatz anlässlich einer Schlägerei am Görlitzer Park, bei der ein 25-jähriger Mann schwer am Ohr verletzt worden war. Die alarmierten Polizisten kümmerten sich zunächst um den Verletzten und alarmierten die Berliner Feuerwehr. In der weiteren Folge nahmen die Beamten die Personalien des jungen Mannes auf und versuchten nun, den Sachverhalt aufzuklären und die Täter der gefährlichen Körperverletzung zu ermitteln. Hierbei wurden die Polizisten hartnäckig gestört. Der in dem Video zu sehende Mann, ein 22-Jähriger, behinderte die Beamten mehrfach bei ihrer Arbeit und verhinderte, dass die Beteiligten der Schlägerei ermittelt werden. Der Abgebildete erhielt nun einen Platzverweis, dem er nicht nachkam, so dass er weggeführt werden musste. Nachdem sich der Einsatzbeamte nun dem mittlerweile im Rettungswagen sitzenden Verletzten zugewandt hatte, ging der 22-Jährige erneut auf die Beamten zu. Hier beginnt die Videoaufnahme. 
Ein Polizist wollte die Personalien des jungen Mannes feststellen, um ihm dann einen so genannten qualifizierten Platzverweis auszusprechen. Hier widersetzte sich der auf dem Video zu sehende Mann und versuchte sich zu entfernen, so dass er von den Einsatzbeamten festgehalten werden musste und zu Boden gebracht wurde. Der Mann versuchte sich der Personalienfeststellung zu entziehen, indem er sich auf seine Arme legte und damit verhinderte, dass die Beamten ihn zur Identitätsfeststellung zu einem Polizeifahrzeug führen konnten. 
Sowohl während der veröffentlichten Videosequenz als auch danach kam es zu gewalttätigen Angriffen gegen die Polizisten, die in dem Filmausschnitt nicht zu sehen sind und die Beamten vor so große Probleme stellten, dass weitere Polizisten zur Unterstützung verständigt werden mussten. Weiterhin ist in den Sequenzen nicht zu erkennen, dass ein 46-jähriger Mann und eine 23-jährige Frau versucht hatten, den 22-Jährigen zu befreien. Ein Polizist erlitt bei den Attacken eine Gehirnerschütterung und musste in einem Krankenhaus ambulant behandelt werden. Einem weiteren Beamten wurde in die Hand gebissen. Darüber hinaus setzte ein bislang Unbekannter Reizgas gegen die Beamten ein. Insgesamt sechs Einsatzbeamte wurden bei den Angriffen verletzt.”
Damit dürfte alles gesagt sein. Zumindest sollte jetzt klar sein, dass es mindestens zwei Meinungen dazu gibt und der Polizei zumindest, wie vor Gericht, zubilligen, eine andere Sichtweise zu haben. Im Zweifel also für den Angeklagten.
Dazu die Zeit in einem nachträglich eingefügten Absatz: “Zu der Behandlung des 22-Jährigen äußert sie sich nicht.”
Nun ja. Wer Augen hat zu sehen, der sehe.
Übrigen wüsste ich nur zu gern, warum folgende “Vorfälle”, die in Berlin stattgefunden haben, offenbar kein Skandal sind:
Aber schon klar, dass ist das, was wahrscheinlich wieder unter dem Stichwort “Aufrechnung” unter den Tisch gekehrt wird.
Abschließend noch mein herzlicher Dank den den Kriminalreporter der Berliner Zeitung, der heute Morgen mit dem Kommentar “Was das Video der Festnahme nicht zeigt” das Video als das entlarvt, was es ist. “Es gibt Videos im Netz, die polizeiliches Fehlverhalten sehr genau dokumentieren und zu Disziplinarverfahren führten. Dieser Film aber ist kaum mehr als Propaganda.” Abgesehen von den essentiellen Szenen, die überhaupt zu diesem Einsatz führten, fehlt auch die eine oder andere Gewalttat gegen Polizeibeamte. Es “zeigt auch nicht, dass der Beamte, der den Ausweis des 22-Jährigen sehen wollte, am Schluss von oben bis unten bespuckt war.”
Allgemein Verein

Aktivitäten des Vereins “Keine Gewalt gegen Polizisten e.V.” im Mai und Juni 2014

In Mai und Juni haben wir zwei neue Mitglieder dazugewonnen. Wir waren per 30.06.2014 genau 91 Mitglieder.  Nähere Informationen zu unserer Mitgliederstruktur per 30.06.2014 finden Sie hier.

Auf unserer Mitgliederversammlung am 11.04.2014 haben wir eine Satzungsänderung beschlossen, die uns ermöglicht, auch Fördermitglieder aufzunehmen. Diese Fördermitgliedschaft richtet sich explizit an jene, die uns zwar gut finden und gern regelmäßige Unterstützung in Form von Geld liefern möchten, aber aus den verschiedensten Gründen keine Vollmitgliedschaft anstreben. Ich persönlich bin bspw. Fördermitglied bei der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger. Abgesehen davon, dass mein Weg zur Küste schlicht zu weit ist, hätte ich auch viel zu viel Angst, bei Orkan auf die Nord- oder Ostsee rauszufahren. Allerdings finde ich, dass solche Menschen unterstützt gehören, also habe ich mich dort für die Fördermitgliedschaft entschieden.

Diese Satzungsänderung ist nun auch eingetragen. Es ist also möglich, reines Fördermitglied bei uns zu werden.

Wir haben im Mai 23,77 Euro an Spenden bekommen, im Juni 60 Euro. Die von uns eingenommenen Spenden sind hier auf unserer Spenderliste aufgeschlüsselt. Vielen Dank den Spendern. Wir freuen uns über jede Spende.

Zum Thema Geldeingänge für unseren Verein möchte ich noch die Zuweisungen von Auflagenzahlungen erwähnen. In Ermittlungs- und Strafverfahren kann dem Beschuldigten eine Auflage erteilt werden, einen bestimmten Betrag an eine gemeinnützige Einrichtung zu zahlen. Es ist sinnvoll, dass die gemeinnützige Einrichtung das Gebiet bearbeitet, auf dem der Täter auffällig wurde. So wird oft jemandem, der Tierquälerei begangen hat, auferlegt, eine bestimmte Summe an einen Tierschutzverein zu überweisen. In den Bundesländern werden Listen gemeinnütziger Einrichtungen geführt, damit Staatsanwälte, Richter und weitere Mitarbeiter von Justizbehörden sich entsprechend informieren können, welche Vereine es gibt.

Wir stehen in folgenden Bundesländern auf dieser Liste: Rheinland-Pfalz, Nordrhein-Westfalen, Hessen und seit August auch im Saarland. Weitere Bundesländer werden nach und nach folgen. Liebe Polizeibeamte, wenn Sie Opfer von Gewalt werden – sagen Sie das bitte Ihren Anwälten. Danke sehr!

Was treiben wir nun mit dem Geld, das wir aus Spenden, Mitgliedsbeiträgen und Zuweisungen einnehmen?

Nun, wir verfolgen, grob gesagt, zwei Vereinsziele, nämlich die steigende Gewalt gegen Polizeibeamte bekannt zu machen” und “Polizeibeamten Rückhalt zu vermitteln”.

Vereinsziel “Bekanntmachen der Problematik”:

Im Mai 2014 wurden in unserer “Galerie der Gewalt”  insgesamt 489 Meldungen über Gewalt gegen Polizeibeamte veröffentlicht. Von diesen Meldungen stammen fünf aus der Schweiz, 23 aus Österreich und neun aus Luxemburg. Eine davon betraf Zollbeamte, zwei Ordnungsbeamte.

Insgesamt 172 dieser Meldungen hatten verletzte Polizeibeamte zum Inhalt. Zum Glück hatten wir diesen Monat wieder keine Meldungen über getötete Polizisten zu vermelden.

Im Juni 2014 wurden insgesamt 475 Meldungen über Gewalt gegen Polizeibeamte veröffentlicht. Von diesen Meldungen stammen eine aus der Schweiz, 30 aus Österreich und sechs aus Luxemburg. Eine davon betraf Zollbeamte, drei Ordnungsbeamte.

Insgesamt 139 dieser Meldungen hatten verletzte Polizeibeamte zum Inhalt. Zwar hatten wir diesen Monat wieder keine Meldungen über getötete Polizisten zu vermelden, aber in Herne wurde ein Polizist beschossen und schwer verletzt. Durch den Staatsanwalt wurde Haftbefehl wegen versuchten Mordes beantragt.

Das sind natürlich nur die Gewaltakte, die uns bekannt werden, also die Spitze des Eisbergs. Hier und da flutscht uns mal was durch, es wird vieles aus ermittlungstaktischen Gründen nicht veröffentlicht und manches auch nicht, um das Sicherheitsgefühl des Bürgers nicht zu stören. Last but not least muss auch eine Auswahl getroffen werden, denn vor dem Hintergrund, dass laut der polizeilichen Kriminalstatistik in 2013 ungefähr 59.044 gewalttätige Übergriffe auf Polizeibeamte verübt wurden, wird klar, dass das keine Presse leisten kann. Das wären durchschnittlich 162 Übergriffe am Tag und ca. 4.920 im Monat. Schon diese Zahlen zeigen, dass wir nur etwa ein Zehntel des Problems abbilden können.

Es bleibt natürlich nicht nur bei den Blogs, wir haben in Facebook, google+, wer-kennt-wen.de und auf Twitter weitere Präsenzen. Allein mit dem Sammeln der Pressemitteilungen, dem Posten im Blog sowie dem Weiterverteilen dieser Meldungen in die anderen Internetpräsenzen sowie der Überwachung dieser (der Betreiber eines Blogs ist rechtlich verantwortlich für die Inhalte, auch wenn andere sie dort hinterlassen) sowie weiteren Recherchen sind insgesamt acht Vereinsmitglieder mehr oder weniger täglich beschäftigt.

Unsere Broschüren, mit denen wir außerhalb des Internets informieren, können hier eingesehen werden.

Vereinsziel “Rückhalt”:

* Im Mai 2014 haben wir wieder in 37 Fällen Genesungskarten an schwer, krankenhausreif und dienstunfähig verletzte Polizeibeamte geschickt. Auch durch Unfall verletzte Polizeibeamte verdienen dabei unseren Rückhalt. Weitere Informationen zu dieser Thematik sind in unserer Satzung einsehbar. Im Juni 2014 waren es insgesamt 48 Karten.

Es handelt sich hierbei um die Anzahl der Fälle, da kann es sich durchaus um mehrere Karten handeln. Ein Extremfall war sicherlich der Gewaltexzess vom 21.12.2013 in Hamburg, da steckten in einem Umschlag 20 Karten.

* Wir schreiben auch Polizeibeamten, die harte Einsätze, wie bspw. einen Schusswaffengebrauch, hinter sich bringen mussten oder die auf eine besonders harte Art angegriffen werden. Im Mai ging eine Karte an die Polizeibeamten in Lohr (Bayern), nachdem durch einen Frontalzusammenstoß zwischen ihrem Streifenwagen und einem VW Scirocco der 18-jährige Fahrer des Wagens an den Unfallfolgen verstarb. Im Juni gingen Karten wegen Schusswaffengebräuchen nach Leipzig, Mannheim, Tübingen und Heinsberg. Außerdem ging eine Karte nach Gelsenkirchen als Antwort auf diese Pressemitteilung, bei der zwar niemand verletzt wurde, die aber irgendwie alles sagt.

* Zudem leisten wir noch in einigen anderen Dingen hier und da ein bisschen Unterstützung an den einen oder anderen Polizeibeamten. Da kann ich an dieser Stelle aber nicht ins Detail gehen. Mit seelsorgerlicher Arbeit wurden in etwa drei Stunden verbracht.

* Last but not least haben wir ein nicht mehr ganz neues neues Präventionsprojekt. Wir wollen dieses Plakat (jedes Bundesland sowie die Bundespolizei hat eine eigene Version) in alle KiTas, Grundschulen und Polizeidienststellen Deutschlands bringen, ebenso an alle Bahnschalter. In Rheinland-Pfalz und Sachsen-Anhalt läuft es schon. Die Bundespolizei hat uns vorläufig abschlägig beschieden, was wir schade finden, aber aufgeben werden wir nicht. Hier die Mecklenburg-Vorpommern-Version, die die GdP vor Ort hier kurz beworben hat.

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Mehr Infos zum Plakatprojekt finden Sie hier.

Abschließend sei gesagt, dass die Grenzen zwischen den Zielen fließend sind. Für so manchen Polizeibeamten bedeutet es schon Rückhalt, dass wir das Thema überhaupt aufgreifen. Das wird aus vielen Rückmeldungen deutlich, die man teilweise hier im Gästebuch nachlesen kann.

Natürlich ist das in diesem Beitrag Aufgeführte nicht alles, was wir tun, aber ich bitte in Hinblick auf unsere Tätigkeiten, den hier verlinkten Blogbeitrag zu unserem einjährigen Bestehen zu lesen oder auch einen Blick in die hier verlinkten Ausgaben der Mitgliederzeitschriften zu werfen.

Allen Unterstützern, Spendern, und besonders den Mitgliedern herzlichen Dank für Eure Unterstützung!!!

Allgemein Polizistenstimmen

Polizisten eine Stimme geben: Heimfahrt mit Überraschungen

Symbolfoto, das keinen Rückschluss darauf zulässt, in welchem Bundesland diese Geschichte spielt

Symbolfoto, das keinen Rückschluss darauf zulässt, in welchem Bundesland diese Geschichte spielt

Ich war auf dem Weg zum Zug. Mein Dienst war beendet und ich wollte nach Hause. Ich trug Uniform und hatte meine Dienstwaffe dabei. Wenn ich in Uniform unterwegs bin, bin ich als Polizist erkennbar und kann jederzeit als solcher vom Bürger angesprochen werden. Je nach dem, wie ich dann polizeilich tätig werden muss, ist es sinnvoll, eine Waffe dabeizuhaben.

Schon am Bahnhof hatte ich bemerkt, wie mir ein Mann hinterherlief. Nach einiger Zeit fuhr mein Zug ein.

Im Zug suchte ich mir einen Platz. Auf der Nachbarbank saßen zwei ältere Damen, so um die 55 und um die 70. Hier konnte ich mich niederlassen.

Der Typ vom Bahnhof setzte sich auf die Bank neben mich. Ich registrierte seinen trüben Blick – vermutlich ordentlich betrunken, der Kerl.

“Du… du hältst dich wo auch für den Größten?” lallte er mich an. Ja, definitiv besoffen. Russischer Akzent? “Ohne… ohne deine Uniform wärst du nichts, durak.” Ja, ein Russe.

“Fü… fühlst dich stark, mit deiner Wa… waffe, stimmts, mersawjez?”

Langsam nervte er mich. Ich war einfach nur auf dem Weg nach Hause.

Schließlich kündigte er an: “Ich nehm’ deine Waffe. Das ist einfach für mich.”

Angst machte er mir nicht, dafür war er auch einfach zu besoffen. Die Auseinandersetzung würde ich gewinnen. Aber unangenehm wurde mir das allmählich schon.

Ich antwortete ihm: “Wenn Sie das auch nur versuchen, wird das sehr böse für Sie enden.”

Plötzlich schaltete sich eine der beiden Damen, die jüngere, ein. Sie sagte lautstark zu dem Delinquenten: “Benehmen Sie sich gefälligst. Der Mann ist immerhin Polizeibeamter.”

Dann maulte er sie an.

“Was willst du, kasa?”

Auch die 70-Jährige meldete sich nun zu Wort: “Der Mann ist Polizist. Da müssen Sie sich doch benehmen. Sie machen sich nur selbst Probleme.”

Tief in mir drinnen freute ich mich sehr darüber. Alte Schule, die beiden.

Unser besoffener Russe hingegen wurde immer lauter. “Darf man hier nicht seine Meinung sagen? Polizeistaat!” pöbelte er, und deckte uns alle drei mit weiteren Flüchen ein, auf russisch und auf deutsch.

Schließlich wurde klar, dass er es auf eine körperliche Auseinandersetzung mit mir anlegte. Nun hatte ich die Faxen dicke.

Beim nächsten Halt stand ich auf und rief: “Sie halten jetzt den Mund und steigen aus. Sofort!”

Zu meiner Überraschung regte sich Unterstützung. “Genau, halt endlich dein Maul”, hörte ich. Auf einmal war das ganze Abteil auf meiner Seite. 20 Personen, jeden Alters, auch einige Ausländer.

“Wenn Sie Hilfe brauchen, sagen Sie Bescheid”, bot mir jemand an.

Unser Betrunkener wollte aber nicht aussteigen. Nicht mit mir. Ich packte ihn am Arm, schob ihn zur Tür und bugsierte ihn aus dem Waggon.

Das ganze Abteil klatschte.

Endlich Ruhe!

An meiner Haltestelle stieg ich aus. Ein Mann, etwa 29, sehr kräftige Statur, Türke oder Araber, kam auf mich zu. Oha? Würde ich jetzt erzählt bekommen, dass ich nicht nett genug zu dem Mann gewesen sei?

“Ich wollte nur sagen…”, begann er. Das fing ja gut an. “Ich wollte nur sagen, was der Typ abgezogen hat, das geht gar nicht. Das ist kein Verhalten gegenüber der Polizei. Wenn Sie Hilfe gebraucht hätten, wäre ich eingeschritten.”

Eine Fahrt voller Überraschungen.

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Denkmal der Exekutive

Neulich war ich für ein paar Tage in Wien. Nicht nur für Menschen, die als Teenager die größten Fans westlich von Suez der Sissi-Reihe waren, ist diese Stadt interessant. Es gibt viel zu sehen, es gibt viel Schönes, Auffälliges und manchmal auch Bombastisches zu sehen.

Beinahe übersieht man zwei schwarze Blöcke aus schwarzem Stahl. Um genau zu sein hat mich ein Wiener Polizist darauf aufmerksam gemacht.

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Im Ensemble des Heldentores (links ausschnittsweise im Bild) und des Komplexes der neuen Hofburg sowie den beiden Museen vor der Hofburg (hier im Bild das kunsthistorische Museum), fallen diese beiden schlichten Blöcke wirklich kaum auf.

Dieses schlichte Denkmal, mitten auf dem Heldenplatz, ist den Polizisten und Gendarmen gewidmet, die seit 1945 in Österreich ihr Leben gelassen haben.

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Es steht auf einer Fläche aus leeren Betonplatten. Davor ist in den Boden eingelassen:

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Es wurde 2002 enthüllt. Zu diesem Zeitpunkt waren insgesamt 345 Polizisten und Gendarmen im Dienst am Bürger gestorben. (1) Bei der Enthüllung sagte der damalige Bundespräsident Thomas Klestil (ÖVP): „.. sie sind für uns alle, für Österreich, gestorben. Ich meine daher, dass es an der Zeit war, für diese Beamten ein sichtbares Zeichen zu setzen – ein Ehrenmal, das Ihren Kameraden wie auch den Hinterbliebenen, Freunden und allen Menschen zeigt, dass Österreich sie nicht vergessen hat. Jeder Tod ist für sich gesehen eine Tragödie – Leid, das nicht messbar ist: Für Ehepartner, Kinder, Eltern, Freunde und Kameraden.“ (2)

Warum hat Deutschland so etwas nicht? Und bitte, man möge mir die Antwort ersparen, dass dies so sei, weil Polizei Ländersache sei. Als habe das irgendetwas damit zu tun, dass da Menschen für uns als Gesellschaft Risiken eingehen. Mir ist das ehrlich gesagt vollkommen wurscht, ob mir ein Bayer, ein Rheinland-Pfälzer oder ein Mensch aus Mecklenburg-Vorpommern weiterhilft, wenn ich die Hilfe der Polizei brauche. Und es ist ja nun nicht so, als sei ein Hesse in Nordrhein-Westfalen nicht berechtigt, polizeiliche Hilfe in Anspruch zu nehmen.  Was solch ein Denkmal betrifft, genügt es schlichtweg ein Interesse daran zu haben, sich mit einem deutlich sichtbaren Zeichen hinter unsere Polizeibeamten zu stellen. Hinter jene Menschen, die unsere demokratisch verfasste und rechtsstaatlich legitimierte Polizei bilden. Die beste Polizei, die es je auf deutschem Boden gab, weil sie, entgegen anderslautender Behauptungen, keine Diktaturpolizei ist.

Es muss ja nichts Großes sein. Wie man in Wien eindrucksvoll sehen kann. Mir persönlich würde das sehr gut gefallen.

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(1) http://www.viennatouristguide.at/Ring/Denkmal_Bild/z_exekutive.htm

(2) http://austria-forum.org/af/Wissenssammlungen/Denkmale/Exekutive-Denkmal

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Allgemein

Respekt

Die Erfahrungen der letzten Tage auf unseren Online-Präsenzen, insbesondere auf Facebook, haben mich intensiv über das Thema “Respekt” nachdenken lassen. Wie üblich ist nur eine Minderheit gemeint, die aber extrem auffällig ist.

 

Bei uns ist sehr häufig von Respekt die Rede. Polizeibeamte beklagen zu Recht, dass sie immer seltener respektiert werden, dass sie die Wertschätzung ihrer Arbeit in Gesellschaft und Politik vermissen würden.

 

Das ist in der Tat ein beklagenswerter Zustand, denn aus meiner Sicht haben Polizeibeamte für ihre verantwortungsvolle Arbeit Respekt, Wertschätzung und Anerkennung mehr als verdient. Deswegen habe ich im Jahre 2009 das Projekt “Keine Gewalt gegen Polizisten” ins Leben gerufen und deswegen sitze ich mit Freude und Engagement dem Verein “Keine Gewalt gegen Polizisten e.V.” vor, der 89 Mitglieder hat und überwiegend aus Nichtpolizisten besteht.

Symbolfoto

Symbolfoto

Wir haben in Deutschland (und in seinen Nachbarstaaten) eine demokratisch verfasste und rechtsstaatlich aufgestellte Polizei. Eine Polizei, die auch kritisiert werden darf. Dafür bin ich dankbar. Wäre das nicht so, gäbe es diesen Verein nicht, jedenfalls nicht mit mir als Vorsitzender. Wir sind kein Polizeiverherrlichungsverein. Wir stehen allerdings auf dem Standpunkt, dass es das menschliche Miteinander doch deutlich erquicklicher macht, wenn man seine Kritik sachlich und auf der Basis genau der Rechtsgrundlagen anbringt, auf denen die Polizei handelt. Auch das hat etwas mit Respekt zu tun.

 

Nun kann Respekt aus meiner persönlichen Sicht keine Einbahnstraße sein. Wenn ich Respekt für mich einfordere, muss ich den auch anderen geben – sonst sprechen wir nicht mehr von Respekt im herkömmlichen Wortsinne (Wertschätzung, Aufmerksamkeit, maximal noch Ehrerbietung), sondern von dem heutzutage gern genommenen, aber sprachlich falschen “Ey, du musst misch respektieren, Alter!” – womit wohl eher Angst gemeint sein dürfte.

 

Unsere Online-Präsenzen dienen unseren Vereinszielen: die Öffentlichkeit über die steigende Gewalt gegen Polizisten zu informieren und Polizeibeamten Rückhalt zu vermitteln. Auch das bitten wir zu respektieren.

 

Das Stichwort “Rückhalt” macht deutlich warum wir auf unseren Onlinepräsenzen keine Einsatznachbesprechungen durchführen und auch regelmäßig unsere Leser und Kommentatoren bitten, dies nicht zu tun. Eine Einsatznachbesprechung gehört in die Dienststelle und sollte von Menschen vorgenommen werden, die dabei waren oder alle Informationen und deswegen auch Überblick haben, was genau vorgefallen ist. Das ist unsere Art, unsere Wertschätzung gegenüber der professionellen Arbeit der Institution Polizei auszudrücken. Eine Einsatznachbesprechung gehört nicht auf eine öffentliche Internetseite, auf der jeder mitlesen kann. Es ist einfach verschärft unhöflich gegenüber einem betroffenen Kollegen, der eh schon am Boden liegt (möglicherweise verletzt, vielleicht aber auch “nur”, weil der Einsatz mies gelaufen ist), ihm auch noch öffentlich zu erklären, was er hätte besser machen sollen. Daraus folgt dann ja auch, was er (angeblich) alles falsch gemacht hat. Ratschläge sind auch Schläge, vor allen Dingen, wenn sie rückwirkend erfolgen und per Ferndiagnose. Sollte nicht, wer Respekt vom polizeilichen Gegenüber für sich selbst fordert, diesen auch den eigenen Kollegen entgegenbringen?

 

Außerdem wäre es vielleicht einen Gedanken wert, dass bei uns, eben weil es öffentliche Präsenzen sind, nicht nur bekennende Polizistenfreunde mitlesen. Da lesen aus Gründen der Feindbeobachtung durchaus Vertreter der extremistischen Szenen mit sowie der Ultra-Szene, die auch zuverlässig immer dann als Kommentatoren auftauchen, wenn die Polizei ihnen mal wieder Grenzen gesetzt hat, also angeblich einen überzogenen Einsatz abgeliefert hat und die ebenso zuverlässig noch nie ein Wort des Mitgefühls für einen verletzten Menschen im Polizeiberuf übrig hatten. Das können wir auf einer öffentlichen Seite nicht unterbinden. Das wollen wir auch gar nicht, denn es soll ruhig jeder sehen, dass es durchaus Menschen gibt, die A.C.A.B. für dämlich und falsch halten. Ob es aber vor dem Hintergrund wirklich sinnvoll ist, bei uns taktische Tipps zum besten zu geben?

 

Unser Verein ist naturgemäß bei “Polizeikritikern” unbeliebt und die Tatsache, dass wir Euch, liebe Polizeibeamte, Rückhalt vermitteln, ist da vielfach ein Dorn im Auge. Deswegen werden wir regelmäßig am äußersten rechten Rand verortet (wo auch sonst, wenn Uniformen im Spiel sind?) und uns wird genau das vorgeworfen, was wir eigentlich nicht tun – Polizeiverherrlichung. Begleitet wird das ganze vom Hauptkritikpunkt an der Polizei selbst, der in ständig wiederkehrender Weise lautet, dass Polizeibeamte durch die Bank brutale Schläger und rechts angehaucht seien. Wobei angehaucht ja noch reichlich untertrieben ist.

 

Ich weiß, dass dem nicht so ist. Ich habe mich in das Thema reingekniet und kenne eine Menge Polizisten. U, a. deswegen kann ich eine Frustäußerung von einem politischen Statement unterscheiden. Das könnt Ihr, liebe Polizeibeamten, aber nicht von jedem außenstehenden Bürger, erwarten. Und Ihr könnt schon gar nicht erwarten, dass jene, die aus Feindbeobachtungsgründen bei uns mitlesen, Euch die Liebe tun, Eure öffentlichen Kommentare zu Euren Gunsten auszulegen.

 

Wenn in einem Thread zu einem Übergriff gegen Polizeibeamte durch Migranten jemand schreibt, dass “der Ali” halt so sei und damit eindeutig Bezug auf ein unsägliches Plakat rechtsaußen nimmt, dann muss derjenige sich aber auch nicht wundern, wenn er in entsprechender Gesellschaft verortet wird. Abgesehen davon, dass aus meiner Sicht auch tiefsitzende Frustration nicht zu Menschenverachtung berechtigt. Vielleicht hat der eine oder andere schon mal gehört, dass nicht jeder Türke Ali heißt und dass nicht jeder Muslim Türke ist. Und dass es eine Menge Muslime gibt, die durchaus staatstragend sind.

Wer für sich den Respekt einfordert, nicht über einen Kamm geschoren zu werden, sollte zuerst einmal bei sich selbst damit anfangen, anderen denselben Respekt zu erweisen.

 

Wenn in einem weiteren Thread ein Mensch, der von sich sagt, er sei Polizeibeamter (kontrollieren können wir das nicht), zu einem Angriff auf Polizeibeamte schreibt: “Hoffentlich hat der Angreifer richtig auf’s Maul bekommen”, muss er sich nicht wundern, wenn er von uns sachlichen Widerspruch bekommt. Eben weil wir uns gegen das ständig wiederkehrende Bild des Prügelbullen zur Wehr setzen. Eben weil wir deswegen Fan der deutschen Polizei sind, weil sie eben anders ist als die Sheriffs im frühen Wilden Westen, die mal eben locker Exekutive und Jurisdiktion in eine Hand nahmen. Wenn wir dann auf diesen Widerspruch hin beleidigt und unter der Gürtellinie angegangen werden und uns, eingerahmt von äußerst bösen Worten, mitgeteilt wird, es sei doch sonnenklar gewesen, dass gerechtfertigte Gewalt im Sinne von gesetzlich festgeschriebenem unmittelbaren Zwang gemeint gewesen sei, dann frage ich mich schon: WAS hat das mit Respekt zu tun? Was genau ist daran respektvoll, uns Ratespielchen aufzugeben, indem man nicht das schreibt, was man meint, sondern etwas ganz anderes? Wo bleibt da der Respekt uns und unserer Arbeit gegenüber, wenn wir uns für einen sachlichen Widerspruch einen derartigen verbalen Ausfall bieten lassen müssen? Last but not least: warum genau sollte ich jemanden respektieren, der mir gegenüber in solcher Weise auftritt?

 

Wir bitten nicht um Einhaltung der Netiquette, um irgend jemanden zu ärgern. Wir bitten darum, weil es uns äußerst harte Arbeit gekostet hat, uns als seriösen Verein zu etablieren und wir uns dieses Ergebnis unserer harten Arbeit nicht kaputt machen lassen wollen. Ist das so unverständlich? Und verdammte Scheiße, es sollte doch erwachsenen Menschen möglich sein, ihrem Frust so Ausdruck zu verleihen, dass sie dabei niemandem persönlich an die Wäsche gehen. Ich kann das ja auch, wie man hier sieht.

 

Wir haben ein Nachrichtenfach und wir haben ein seelsorgerliches Angebot für Polizeibeamte. Da könnt Ihr Euch auskotzen wie Euch der Schnabel gewachsen ist. Wir verstehen das. Aber auf unseren öffentlichen Seiten erwarten wir, dass unsere Seitenregeln und damit unsere Arbeit und wir respektiert werden.

 

Gerade einer Berufsgruppe, die für sich mangelnden Respekt beklagt, sollte das Konzept, andere und deren Arbeit zu respektieren, doch einleuchten. Speziell, wenn es Arbeit für exakt diese Berufsgruppe ist.

 

Wir stehen weiterhin unverbrüchlich hinter unseren Polizeibeamten. Das heißt aber nicht, dass wir Eure Fußabtreter oder Eure verbalen Boxsäcke sind. Wir erwarten nicht, dass Ihr aus Dank für unsere Arbeit vor uns auf dem Knien liegt. Wir erwarten schlicht nicht mehr und nicht weniger als das, was Ihr für Euch einfordert – Respekt! Vor Euren Kollegen, vor uns als Mitgliedern eines polizeifreundlichen Vereins und vor uns als Admins öffentlich einsehbarer Seiten. Schönen Sonntag noch!

 

(Diesen Schuh brauchen sich nur jene anzuziehen, denen er passt!)

Allgemein Verein

Aktivitäten des Vereins “Keine Gewalt gegen Polizisten e.V.” im April 2014

Im April haben wir ein neues Mitglied dazugewonnen. Wir waren per 30.04.2014 genau 89 Mitglieder.  Nähere Informationen zu unserer Mitgliederstruktur per 31.03.2014 finden Sie hier.

Auf unserer Mitgliederversammlung am 11.04.2014 haben wir eine Satzungsänderung beschlossen, die uns ermöglicht, auch Fördermitglieder aufzunehmen. Diese Fördermitgliedschaft richtet sich explizit an jene, die uns zwar gut finden und gern regelmäßige Unterstützung in Form von Geld liefern möchten, aber aus den verschiedensten Gründen keine Vollmitgliedschaft anstreben. Ich persönlich bin bspw. Fördermitglied bei der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger. Abgesehen davon, dass mein Weg zur Küste schlicht zu weit ist, hätte ich auch viel zu viel Angst, bei Orkan auf die Nord- oder Ostsee rauszufahren. Allerdings finde ich, dass solche Menschen unterstützt gehören, also habe ich mich dort für die Fördermitgliedschaft entschieden.

Wir haben im April 112,83 Euro an Spenden bekommen, davon 58 Euro von blaucrowd.de. Die von uns eingenommenen Spenden sind hier auf unserer Spenderliste aufgeschlüsselt. Vielen Dank den Spendern. Wir freuen uns über jede Spende.

Zum Thema Geldeingänge für unseren Verein möchte ich noch die Zuweisungen von Auflagenzahlungen erwähnen. In Ermittlungs- und Strafverfahren kann dem Beschuldigten eine Auflage erteilt werden, einen bestimmten Betrag an eine gemeinnützige Einrichtung zu zahlen. Es ist sinnvoll, dass die gemeinnützige Einrichtung das Gebiet bearbeitet, auf dem der Täter auffällig wurde. So wird oft jemandem, der Tierquälerei begangen hat, auferlegt, eine bestimmte Summe an einen Tierschutzverein zu überweisen. In den Bundesländern werden Listen gemeinnütziger Einrichtungen geführt, damit Staatsanwälte, Richter und weitere Mitarbeiter von Justizbehörden sich entsprechend informieren können, welche Vereine es gibt.

Wir stehen in folgenden Bundesländern auf dieser Liste: Rheinland-Pfalz (bisher nur im Nordteil, im Südteil ab Juni 2014), Nordrhein-Westfalen, Hessen und seit August auch im Saarland. Weitere Bundesländer werden nach und nach folgen. Liebe Polizeibeamte, wenn Sie Opfer von Gewalt werden – sagen Sie das bitte Ihren Anwälten. Danke sehr!

Was treiben wir nun mit dem Geld, das wir aus Spenden, Mitgliedsbeiträgen und Zuweisungen einnehmen?

Nun, wir verfolgen, grob gesagt, zwei Vereinsziele, nämlich die steigende Gewalt gegen Polizeibeamte bekannt zu machen” und “Polizeibeamten Rückhalt zu vermitteln”.

Vereinsziel “Bekanntmachen der Problematik”:

Im April 2014 wurden in unserer “Galerie der Gewalt”  insgesamt 424 Meldungen über Gewalt gegen Polizeibeamte veröffentlicht. Von diesen Meldungen stammen drei aus der Schweiz, 28 aus Österreich und zwei aus Luxemburg. Keine davon betraf Zollbeamte, eine einen Ordnungsbeamten.

Insgesamt 133 dieser Meldungen hatten verletzte Polizebeamte zum Inhalt. Zum Glück hatten wir diesen Monat wieder keine Meldungen über getötete Polizisten zu vermelden.

Das sind natürlich nur die Gewaltakte, die uns bekannt werden, also die Spitze des Eisbergs. Hier und da flutscht uns mal was durch, es wird vieles aus ermittlungstaktischen Gründen nicht veröffentlicht und manches auch nicht, um das Sicherheitsgefühl des Bürgers nicht zu stören. Last but not least muss auch eine Auswahl getroffen werden, denn vor dem Hintergrund, dass laut der polizeilichen Kriminalstatistik in 2012 ungefähr 60.294 gewalttätige Übergriffe auf Polizeibeamte verübt wurden, wird klar, dass das keine Presse leisten kann. Das wären durchschnittlich 165 Übergriffe am Tag und ca. 4.950 im Monat. Schon diese Zahlen zeigen, dass wir nur etwa ein Zehntel des Problems abbilden können.

Es bleibt natürlich nicht nur bei den Blogs, wir haben in Facebook, google+, wer-kennt-wen.de und auf Twitter weitere Präsenzen. Allein mit dem Sammeln der Pressemitteilungen, dem Posten im Blog sowie dem Weiterverteilen dieser Meldungen in die anderen Internetpräsenzen sowie der Überwachung dieser (der Betreiber eines Blogs ist rechtlich verantwortlich für die Inhalte, auch wenn andere sie dort hinterlassen) sowie weiteren Recherchen sind insgesamt acht Vereinsmitglieder mehr oder weniger täglich beschäftigt.

Unsere Broschüren, mit denen wir außerhalb des Internets informieren, können hier eingesehen werden.

Vereinsziel “Rückhalt”:

* Im April 2014 haben wir wieder in 36 Fällen Genesungskarten an schwer, krankenhausreif und dienstunfähig verletzte Polizeibeamte geschickt. An dieser Stelle sei mir die Bemerkung erlaubt, dass es sich seit ein paar Monaten einige Kritiker angelegen sein lassen, uns zu erklären, dass sie persönlich das Thema Unfälle für unseren Verein nicht angemessen finden. Dazu sei gesagt, dass über die Angemessenheit unserer Arbeit die Satzung sowie die Mitgliederversammlung entscheiden. Weiterhin sei gesagt, dass wir nicht gewillt sind, in Verletzte erster und zweiter Klasse zu unterscheiden. Damit ist aus unserer Sicht zu dieser Thematik alles gesagt. Weitere Informationen zu dieser Thematik sind in unserer Satzung einsehbar.

Es handelt sich hierbei um die Anzahl der Fälle, da kann es sich durchaus um mehrere Karten handeln. Ein Extremfall war sicherlich der Gewaltexzess vom 21.12.2013 in Hamburg, da steckten in einem Umschlag 20 Karten.

* Wir schreiben auch Polizeibeamten, die harte Einsätze, wie bspw. einen Schusswaffengebrauch, hinter sich bringen mussten oder die auf eine besonders harte Art angegriffen werden. Da wurde  im April nur in einem Fall eine  Karte verschickt nämlich an die Polizeibeamten, die den Einsatz in Biedenkopf (Hessen) fuhren, bei dem ein 37-Jähriger ums Leben kam.

* Zudem leisten wir noch in einigen anderen Dingen hier und da ein bisschen Unterstützung an den einen oder anderen Polizeibeamten. Da kann ich an dieser Stelle aber nicht ins Detail gehen. Mit seelsorgerlicher Arbeit wurden in etwa drei Stunden verbracht.

* Last but not least haben wir ein neues Präventionsprojekt. Wir wollen dieses Plakat (jedes Bundesland sowie die Bundespolizei hat eine eigene Version) in alle KiTas, Grundschulen und Polizeidienststellen Deutschlands bringen, ebenso an alle Bahnschalter. Hier mal die Bundespolizeiversion. In dieser Frage haben wir auch bereits den Bundespolizeipräsidenten angeschrieben und warten da noch auf Antwort.

kggp BPOL_klein_klein

Mehr Infos zum Plakatprojekt finden Sie hier.

Abschließend sei gesagt, dass die Grenzen zwischen den Zielen fließend sind. Für so manchen Polizeibeamten bedeutet es schon Rückhalt, dass wir das Thema überhaupt aufgreifen. Das wird aus vielen Rückmeldungen deutlich, die man teilweise hier im Gästebuch nachlesen kann.

Natürlich ist das in diesem Beitrag Aufgeführte nicht alles, was wir tun, aber ich bitte in Hinblick auf unsere Tätigkeiten, den hier verlinkten Blogbeitrag zu unserem einjährigen Bestehen zu lesen oder auch einen Blick in die hier verlinkten Ausgaben der Mitgliederzeitschriften zu werfen.

Allen Unterstützern, Spendern, und besonders den Mitgliedern herzlichen Dank für Eure Unterstützung!!!

Allgemein Verein

Fulminante Autorenlesung im Haus der Familie / Mehrgenerationenhaus

Einblicke in Gefühle von Polizeibeamten durch Keine Gewalt gegen Polizisten e.V. und WEISSER RING

Am 11. April 2014 lasen die schreibenden Polizeibeamten Janine Binder und Ralf Zander bei einer Autorenlesung, die der Verein Keine Gewalt gegen Polizisten e.V. und der WEISSE RING im Haus der Familie/Mehrgenerationenhaus in Bad Neuenahr-Ahrweiler ausrichteten, autobiografische Geschichten aus ihrem Dienstleben. Anlass war die zweite Mitgliederversammlung des 2011 gegründeten Vereins Keine Gewalt gegen Polizisten e. V., der mehr Verständnis für die Arbeit von Polizeibeamten bewirken möchte.

Insgesamt fanden sich etwa 25 Interessierte ein.

Das Publikum hört gebannt zu (Bildquelle: S. Frank, KGgP)

Das Publikum hört gebannt zu (Bildquelle: S. Frank, KGgP)

Nach kurzen Einführungsworten durch Rudi Frick (Beigeordneter des Bürgermeisters), Friedhelm Münch (Kreisbeigeordneter), Gerke Minrath (Vorsitzende von Keine Gewalt gegen Polizisten e.V.) und Hubertus Raubal (Leiter der Außenstelle Ahrweiler des WEISSEN RINGS), las Janine Binder mit viel Gefühl eine Geschichte über einen Jungen, der in Köln-Chorweiler aus dem 26. Stock sprang.

Janine Binder (Bildquelle: S. Frank, KGgP)

Janine Binder (Bildquelle: S. Frank, KGgP)

“Ich musste dabei weinen”, gab eine junge Frau später zu. Ralf Zander, pensionierter Polizeibeamter der Davidwache, las über einen Demoeinsatz 1990 in Sachen Flora-Theater in Hamburg, heute besser bekannt als “Rote Flora”. “Dieser Hass, der mir damals von einigen Demonstranten entgegenschlug, beschäftigt mich bis heute mehr als mancher Toter meines Dienstlebens”, resümiert er im Anschluss.

Ralf Zander (Bildquelle: S. Frank, KGgP)

Ralf Zander (Bildquelle: S. Frank, KGgP)

Nach der Lesung ging Keine Gewalt gegen Polizisten e.V. in die Mitgliederversammlung. Der Vorstand wurde entlastet und für weitere zwei Jahre im Amt bestätigt. Zusätzlich bietet der Verein nun auch Fördermitgliedschaften an.

Mehr Informationen bietet www.kggp.de.

Allgemein Verein

Aktivitäten des Vereins “Keine Gewalt gegen Polizisten e.V.” im März 2014

Im März haben wir ein neues Mitglied dazugewonnen. Wir waren per 31.03.2014 genau 88 Mitglieder.  Nähere Informationen zu unserer Mitgliederstruktur per 31.03.2014 finden Sie hier.

Wir haben im März 370 Euro an Spenden bekommen. Die von uns eingenommenen Spenden sind hier auf unserer Spenderliste aufgeschlüsselt. Vielen Dank den Spendern. Wir freuen uns über jede Spende.

Zum Thema Geldeingänge für unseren Verein möchte ich noch die Zuweisungen von Auflagenzahlungen erwähnen. In Ermittlungs- und Strafverfahren kann dem Beschuldigten eine Auflage erteilt werden, einen bestimmten Betrag an eine gemeinnützige Einrichtung zu zahlen. Es ist sinnvoll, dass die gemeinnützige Einrichtung das Gebiet bearbeitet, auf dem der Täter auffällig wurde. So wird oft jemandem, der Tierquälerei begangen hat, auferlegt, eine bestimmte Summe an einen Tierschutzverein zu überweisen. In den Bundesländern werden Listen gemeinnütziger Einrichtungen geführt, damit Staatsanwälte, Richter und weitere Mitarbeiter von Justizbehörden sich entsprechend informieren können, welche Vereine es gibt.

Wir stehen in folgenden Bundesländern auf dieser Liste: Rheinland-Pfalz (bisher nur im Nordteil, im Südteil ab Juni 2014), Nordrhein-Westfalen, Hessen und seit August auch im Saarland. Weitere Bundesländer werden nach und nach folgen. Liebe Polizeibeamte, wenn Sie Opfer von Gewalt werden – sagen Sie das bitte Ihren Anwälten. Danke sehr!

Was treiben wir nun mit dem Geld, das wir aus Spenden, Mitgliedsbeiträgen und Zuweisungen einnehmen?

Nun, wir verfolgen, grob gesagt, zwei Vereinsziele, nämlich die steigende Gewalt gegen Polizeibeamte bekannt zu machen” und “Polizeibeamten Rückhalt zu vermitteln”.

Vereinsziel “Bekanntmachen der Problematik”:

Im März 2014 wurden in unserer “Galerie der Gewalt”  insgesamt 534 Meldungen über Gewalt gegen Polizeibeamte veröffentlicht. Von diesen Meldungen stammen sechs aus der Schweiz, 24 aus Österreich und sieben aus Luxemburg. Eine davon betraf Zollbeamte, eine einen Ordnungsbeamten, eine Justizvollzugsbeamte.

Insgesamt 156 dieser Meldungen hatten verletzte Polizebeamte zum Inhalt. Zum Glück hatten wir diesen Monat wieder keine Meldungen über getötete Polizisten zu vermelden.

Das sind natürlich nur die Gewaltakte, die uns bekannt werden, also die Spitze des Eisbergs. Hier und da flutscht uns mal was durch, es wird vieles aus ermittlungstaktischen Gründen nicht veröffentlicht und manches auch nicht, um das Sicherheitsgefühl des Bürgers nicht zu stören. Last but not least muss auch eine Auswahl getroffen werden, denn vor dem Hintergrund, dass laut der polizeilichen Kriminalstatistik in 2012 ungefähr 60.294 gewalttätige Übergriffe auf Polizeibeamte verübt wurden, wird klar, dass das keine Presse leisten kann. Das wären durchschnittlich 165 Übergriffe am Tag und ca. 4.950 im Monat. Schon diese Zahlen zeigen, dass wir nur etwa ein Zehntel des Problems abbilden können.

Es bleibt natürlich nicht nur bei den Blogs, wir haben in Facebook, google+, wer-kennt-wen.de und auf Twitter weitere Präsenzen. Allein mit dem Sammeln der Pressemitteilungen, dem Posten im Blog sowie dem Weiterverteilen dieser Meldungen in die anderen Internetpräsenzen sowie der Überwachung dieser (der Betreiber eines Blogs ist rechtlich verantwortlich für die Inhalte, auch wenn andere sie dort hinterlassen) sowie weiteren Recherchen sind insgesamt acht Vereinsmitglieder mehr oder weniger täglich beschäftigt.

Unsere Broschüren, mit denen wir außerhalb des Internets informieren, können hier eingesehen werden.

Vereinsziel “Rückhalt”:

* Im März 2014 haben wir wieder in 34 Fällen Genesungskarten an schwer, krankenhausreif und dienstunfähig verletzte Polizeibeamte geschickt. Im Februar waren es  24 Fälle. An dieser Stelle sei mir die Bemerkung erlaubt, dass es sich seit ein paar Monaten einige Kritiker angelegen sein lassen, uns zu erklären, dass sie persönlich das Thema Unfälle für unseren Verein nicht angemessen finden. Dazu sei gesagt, dass über die Angemessenheit unserer Arbeit die Satzung sowie die Mitgliederversammlung entscheiden. Weiterhin sei gesagt, dass wir nicht gewillt sind, in Verletzte erster und zweiter Klasse zu unterscheiden. Damit ist aus unserer Sicht zu dieser Thematik alles gesagt. Weitere Informationen zu dieser Thematik sind in unserer Satzung einsehbar.

Es handelt sich hierbei um die Anzahl der Fälle, da kann es sich durchaus um mehrere Karten handeln. Ein Extremfall war sicherlich der Gewaltexzess vom 21.12.2013 in Hamburg, da steckten in einem Umschlag 20 Karten.

* Wir schreiben auch Polizeibeamten, die harte Einsätze, wie bspw. einen Schusswaffengebrauch, hinter sich bringen mussten oder die auf eine besonders harte Art angegriffen werden. Da wurden im März in insgesamt drei Fällen Karten verschickt (Schusswaffengebrauch durch LKA-Beamten in Kempten; Todesfall bei Verekehrskontrolle in München; Antwort auf eine Pressemitteilung der PI Mayen zum Thema “Karneval”, die mit der Frage überschrieben war “Haben Polizeibeamte das verdient?”).

* Zudem leisten wir noch in einigen anderen Dingen hier und da ein bisschen Unterstützung an den einen oder anderen Polizeibeamten. Da kann ich an dieser Stelle aber nicht ins Detail gehen. Mit seelsorgerlicher Arbeit wurden in etwa drei Stunden verbracht.

* Last but not least haben wir ein neues Präventionsprojekt. Wir wollen dieses Plakat (jedes Bundesland sowie die Bundespolizei hat eine eigene Version) in alle KiTas, Grundschulen und Polizeidienststellen Deutschlands bringen, ebenso an alle Bahnschalter:

kggp RLP_klein_klein

Mehr Infos zum Plakatprojekt finden Sie hier.

Abschließend sei gesagt, dass die Grenzen zwischen den Zielen fließend sind. Für so manchen Polizeibeamten bedeutet es schon Rückhalt, dass wir das Thema überhaupt aufgreifen. Das wird aus vielen Rückmeldungen deutlich, die man teilweise hier im Gästebuch nachlesen kann.

Natürlich ist das in diesem Beitrag Aufgeführte nicht alles, was wir tun, aber ich bitte in Hinblick auf unsere Tätigkeiten, den hier verlinkten Blogbeitrag zu unserem einjährigen Bestehen zu lesen oder auch einen Blick in die hier verlinkten Ausgaben der Mitgliederzeitschriften zu werfen.

Allen Unterstützern, Spendern, und besonders den Mitgliedern herzlichen Dank für Eure Unterstützung!!!