Wasserschutzpolizei – was machen die eigentlich?

„Die sind ja wohl total tiefenentspannt“, stellte ein Bekannter fest, nachdem er mir von einem Erlebnis mit der Berliner Wasserschutzpolizei erzählt hatte.

Mag sein.

Wenn man damit meint, dass die Wasserschutzpolizei fast nie durch die Einsatzlage getrieben wird und ihr auch so gut wie keine Gewalt entgegenschlägt (zum Glück!) dann ist das wohl korrekt.

Wenn man damit meint dass die Damen und Herren bei der Wasserschutzpolizei nichts schaffen – wenn man davon absieht, dass sie bei bestem Wetter auf landschaftlich schönen Gewässern herumschippern – dann liegt man mit dieser Einschätzung natürlich meilenweit daneben.

Dazu sollte man wissen, dass beispielsweise eine umfassende Kontrolle eines Frachtschiffs zwei bis drei Stunden dauern kann. Besetzung, Sozialvorschriften, Ladung, Gefahrgutvorschriften, Technik usw.)

Zwei Beamte sind auf dem Schiff. Dieses geht natürlich nicht vor Anker, sondern fährt weiter. Da steht Zeitdruck dahinter, es geht um Geld, nicht nur, wenn die Schiffe kaum noch Ladung aufnehmen können, weil es nicht regnen will und die Flüsse Niedrigwasser haben.

Ein dritter Polizeibeamter folgt also mit dem Polizeiboot, damit seine Kollegen nach beendeter Kontrolle wieder umsteigen können.

Drei Beamte und ein Boot sind also über Stunden gebunden und rein statistisch war es dann nur ein einziger Einsatz. So kann man schon mal rein rechnerisch auf solche falschen Annahmen kommen wie mein Bekannter weiter oben.

Um zur Wasserschutzpolizei zu kommen, muss man zuerst eine Polizeiausbildung absolvieren, danach kommt noch mal zwei Jahre Ausbildung. Bis zum Bootsführerschein. „Ich habe also sozusagen zwei Berufe“, sagte einer der Herren zu mir. Danach braucht man ein weiteres Jahr Fahrtzeit, um das Behördenpatent zu erwerben, das einen letztlich zum „kompletten Wasserschutzpolizisten“ macht.

Boot fahren sieht übrigens einfach aus, ist es aber nicht! Ein nicht unwesentlicher Teil des Bootes liegt unter Wasser. Fahren auf Sicht fällt also aus. Man fährt mit Echolot. Für mich ziemlich komplex …

Nicht nur deshalb fand ich meinen Besuch bei der Wasserschutzpolizei Koblenz sehr spannend und beeindruckend. Auch wenn wir uns nur wenig vorstellen können, was die Wasserschutzpolizei macht – da sind kompetente Leute unterwegs, die einen Job machen.

Ich wünsche Euch immer eine Handbreit Wasser unter dem Kiel.

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