Viele gute Gespräche – Demoeinsatz in Remagen – 17.11.2018

Alle Jahre wieder … Das ist mittlerweile die gängige Begrüßungsformel, mit der nicht nur wir von Keine Gewalt gegen Polizisten e. V. begrüßt werden, sondern unter der wir auch unseren Beitrag zum Demoeinsatz planen. Natürlich wie immer mit Genehmigung der Polizeipräsidenten des Polizeipräsidiums Koblenz und der Bundespolizeidirektion Koblenz.

Anlass ist, auch alle Jahre wieder, ein rechtsextremistischer Aufmarsch sowie die Gegenveranstaltungen, unter denen ich besonders den Tag der Demokratie des Bündnis für Frieden und Demokratie in Remagen hervorheben möchte.

Zwar sind die Voraussetzungen für uns jedes Jahr ein Bisschen anders (an welchen Stellen sammeln sich Polizeibeamte, wo sind Versorgungsstellen, wann treffen wir wo wen an, wer von Keine Gewalt gegen Polizei e.V. unterstützt), aber manches bleibt eben auch immer gleich.

So hängte ich dieses Mal am Tag vorher die Plakate allein auf, wurde aber von beiden Hausmeistern, sowohl der Grund- als auch der Integrierten Gesamtschule, unterstützt. Abends half mir der Schriftführer, schon einmal einen Teil unserer Spende in der Remagener Markthalle abzuholen.

Unser Tag begann um 04:00 Uhr, denn um 05:45 Uhr traf Julia bei mir ein. Wir beluden das Auto, dieses Mal auch mit einem schicken Tapeziertisch, da wir wussten, dass eine von uns bisher immer genutzte Versorgungsstelle wegfallen würde. Da wir aber nicht wussten, wie viele Polizisten sich wie lange an diesem Ort würden aufhalten müssen, wollten wir gerüstet sein, dort im Falle eines Falles eine Freiluftversorgung aufzubauen. Das Wetter versprach ja, trocken zu bleiben.

Um 06:30 Uhr holten wir bei der Bäckerei Müller den zweiten Teil unserer Spende ab.

Polizeisterne

Julia hatte einen traumhaften Schokoladenkuchen mitgebracht und ich steuerte wie immer Hundekekse für die Diensthunde bei sowie Polizeisterne.

Von dort fuhren wir als erstes zu Polizeiinspektion, denn dort ist ja die Tür immer offen, und hinterlegten bereits den ersten Teil unserer Spende.

Auf dem Weg zur IGS stellten wir nicht nur fest, dass es ein traumhafter Herbstmorgen war, der wunderbare Fotomotive bot, sondern dass auch neben der Schwarzen Madonna ein einsamer Streifenwagen im Nebel stand mit zwei mutmaßlich frierenden Polizisten darin.

Da parkten wir doch mal spontan ein paar Meter weiter ein und brachten schon mal einen Teil unserer Spende persönlich an den Mann.

„Passt gut, wir hatten noch kein Frühstück“.

Dann bauten wir in der IGS einen ersten Tisch auf. Ab zur Feuerwehr. An der Feuerwehr stießen erst wir auf die Helfer der Gewerkschaft der Polizei, dann stieß spontan Michaela zu uns, ebenfalls mit vier Kuchen bewaffnet. Wow!

Gewerkschaft der Polizei und Keine Gewalt gegen Polizisten e.V. – Polizisten und Bürger ziehen an einem Strang

 

Michaela Knieps,, Julia Reinhardt und Gerke Minrath (alle von KGgP) in Kommunikation mit der Kommunikation. ;-)

Nun ging es mit zwei Wagen zuerst zum Parkplatz am Bahnhof, wo wir zwar kurz auf unseren Ansprechpartner von den Vorjahren trafen, der aber auch nicht so recht wusste, wie dieses Jahr zu verfahren sein könnte. Also schoben wir die Entscheidung hinaus, brachten noch einmal einiges zur IGS und dann zur Bundespolizei im Jugendbahnhof.

Ein letzter Versuch auf dem Parkplatz, wieder ergebnislos. Also ein letztes Mal zur IGS, immer schön vom einen Ende der Stadt zum anderen, und dort dann den Rest abgeliefert.

Michaela musste sich an diesem Punkt, ich zitiere, „vom ordnungsgemäßen Zustand meiner Familie“ überzeugen, also verließ sie uns an dieser Stelle.

Wir sahen zu, dass wir nun das Auto loswurden, denn wenn erstmal die Aufzüge laufen, ist kein Durchkommen mehr. Schließlich ist Sinn der ganzen Übung die Gewährleistung der freien Meinungsäußerung. Entgegen anderslautender Gerüchte schützt nämlich die Polizei keine besondere Meinung, sondern das Recht auf freie Äußerung derselben.

Zu Fuß kamen wir wieder zurück in die Innenstadt und besuchten zuerst noch einmal die Bundespolizei im Jugendbahnhof.

Bildquelle: Bundespolizei

Von dort spazierten wir wieder zur IGS. Unterwegs trafen wir immer wieder bekannte und für uns neue Gesichter aus den Reihen der Polizei. Entsprechend dauerten die Gespräche länger als sonst. Im Foyer der IGS und später bei der Feuerwehr bekamen wir auch noch ein paar Heißgetränke gespendet. Da der Einsatz insgesamt recht friedlich verlief, war er auch schnell zuende und wir konnten mit Hilfe des Schriftführers unsere Siebensachen einsammeln. Dabei wurde ich zufällig Zeugin, wie unglaublich schnell unsere Freiwillige Feuerwehr Remagen ist, wenn sie alarmiert wird. Wow! Ihr seid mit ein Grund, warum ich ruhig schlafen kann.

Den Rest des Abends ließ ich dann auf unserer Couch ausklingen.

Danke allen Unterstützern! Ihr seid klasse!

Und natürlich danke allen Einsatzkräften.

Wie üblich kommt zum Abschuss die Polizei selbst zu Wort:

Aktivisten aus verschiedenen politischen Lagern hatten heute zu Versammlungen und Kundgebungen in Remagen aufgerufen und bei der Kreisverwaltung Ahrweiler angemeldet. Aufgabe der Polizei ist es, die von der Verfassung garantierten Grundrechte auf Versammlungsfreiheit zu gewährleisten und Konfrontationen zwischen den rivalisierenden Aktivisten zu verhindern. Um diesen Aufgaben gerecht zu werden, setzte die Polizeidirektion Mayen mehrere hundert Einsatzkräfte in und um Remagen ein.

Über den Tag verteilt fanden in Remagen und am Rhein-Ahr-Campus eine Vielzahl von verschiedenen Veranstaltungen statt, welche sich gegen die rechte Gesinnung richteten.

Im Bereich der Bahnunterführung am Bahnhof Remagen kam es zu einer Blockade durch Aktivisten des linken Spektrums. Diese wurde aufgelöst.

Die Anhänger „Rechts“, rund 130 Personen, trafen sich ab 12.00 Uhr im Bereich des Güterbahnhofs an der B 9. Telefonisch ging eine Bombendrohung gegen diesen Aufzug bei der Polizei Remagen ein. Vor diesem Hintergrund wurden Teile der Aufzugsstrecke von der Versammlungsbehörde in Abstimmung mit der Polizei kurzfristig umgelegt. Durch die notwendige Streckenumlegung entstanden auf der B9 Verkehrsstörungen. Die Ermittlungen in Bezug auf die Bombendrohung wurden sofort aufgenommen und dauern zurzeit an. Der Täter muss mit empfindlichen Strafen rechnen. Nach einer Kundgebung in der Nähe der Friedenskapelle ging der Aufzug wieder zurück zum Güterbahnhof und endete dort ohne weitere Zwischenfälle.

Zirka 250 Personen des linken Spektrums suchten heute den Weg nach Remagen. Auseinandersetzungen zwischen rechten und linken Gruppen konnte durch die eingesetzten Polizeikräfte verhindert werden.

(Pressemitteilung der Polizeidirektion Mayen vom 17.11.2018)

 

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