Danke für den Demoeinsatz – dieses Mal ganz deutlich

demo_plakat_final_klein_schrift„Unsere Polizei ist demokratisch legitimiert und rechtsstaatlich aufgestellt. Unseren Polizeibeamten danke zu sagen ist aus unserer Sicht eine klare Absage an jede Form des Extremismus.“

Dies sagen und schreiben wir von Keine Gewalt gegen Polizisten e.V. nicht nur regelmäßig, wir meinen es auch so. Deswegen ist es für uns Ehrensache, wenn ein großer Polizeieinsatz am Vereinssitz in Remagen stattfindet, dort vor Ort zu sein und Flagge zu zeigen, für unsere Polizistinnen und Polizisten als Vertreter einer Institution, die auf dem Boden der Verfassung steht. Damit zeigen wir auch Flagge gegen jede Form von Extremismus. Die Polizei schützt bei solchen Einsätzen das Recht auf freie Meinungsäußerung  – auch wenn uns diese Meinung nicht gefällt. Das ist nicht immer leicht und dafür verdienen unsere Polizeibeamtinnen und -beamten unseren Respekt und unseren Rückhalt.

Dieses Jahr hatten wir uns von den Polizeipräsidenten des Polizeipräsidiums Koblenz sowie der Bundespolizeidirektion Koblenz eine Kuchenspende für die Einsatzkräfte genehmigen lassen, ebenso wie eine Plakataktion. Beides sollte dazu dienen, den Einsatzkräften klar zu machen, dass sie in Remagen willkommen sind.

In diesem Zusammenhang ein herzliches Dankeschön an McDonalds, die Post, die Kreissparkasse Ahrweiler, Edeka, die Buchhandlung Hauffe, die Remagener Feuerwehr, die Bahn, die Schulleitungen der Grundschule und der Realschule sowie den beiden Hausmeistern und last but not least dem Ordnungsamt der Stadt Remagen für ihre Unterstützung, die mindestens die Erlaubnis für das Aushängen eines Plakates beinhaltete. Diese Unterstützung hat mich in meiner Ansicht bestärkt, dass die meisten Menschen hinter unseren Polizeibeamtinnen und -beamten stehen – nur leider fallen diese viel zu selten auf. Es ist auch ein Ziel von Keine Gewalt gegen Polizisten e.V.,  das zu ändern.

Nachdem ich bereits Freitag drei Mal bei fiesem Regen in Sachen Plakate unterwegs gewesen war, begann für Keine Gewalt gegen Polizisten e.V. der Demoeinsatz um 7:20 Uhr mit einem Treffen am Bahnhof – Nadine traf ein, um mit mir zusammen den Kuchen abzuholen. Das erwies sich auch als sinnvoll, denn alleine hätte ich nicht gewusst, wie ich solche Kuchenmengen ins Auto schaffen sollte. Wobei viel – wenn hundertschaftenweise Polizistinnen und Polizisten eintreffen, ist es gar nicht so furchtbar viel, sondern ein Tropfen auf den heißen Stein. Aber die Geste zählt und zudem ist ja jedes Jahr die Gewerkschaft der Polizei mit den Nussecken im Einsatz. Wir wollen den Einsatzkräften schließlich keinen Zuckerschock verpassen, sondern zeigen: „Wir sind froh, dass Ihr hier seid.“

20161112_075738_klein_schriftIn der ersten Versorgungsstation halfen uns zwei Polizisten und eine Polizistin beim Aufbauen. Erst gaben sie uns einen guten Tipp, dann packten sie tatkräftig mit an. Danke dafür! Schon zu dieser frühen Stunde erhielten wir ein erstes Dankeschön. Auch diese drei Polizeibeamten waren ganz klar nicht an solche Ansagen an die Polizei gewöhnt. Es ist wirklich an der Zeit, dass wir Bürger das endlich ändern.

Insgesamt vier Versorgungsstellen der Landes- und eine der Bundespolizei suchten wir auf, um dort unsere Plakate und unseren Kuchen zu hinterlassen. Überall wurden wir freundlich empfangen und man griff uns unter die Arme. Eigentlich wollten wir Danke sagen und doch wurde uns Danke gesagt. Wow!

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An dieser Stelle ein herzliches Dankeschön an die Bundespolizei für den Tweet über unsere Spende.

Bildquelle: Bundespolizei
Bildquelle: Bundespolizei

Nachdem wir das erledigt hatten, wurde es Zeit, das Auto aus der Innenstadt herauszubekommen, solange es noch ging.

Wieder in der Innenstadt angekommen, begaben wir uns als erstes zum alten Güterbahnhof, um dort mit den in und um ihre Mannschaftswagen auf den Einsatz wartenden Polizeibeamten zu reden. Dabei gab es auch ein herzliches Wiedersehen mit den fleißigen Nusseckenverteilern der Gewerkschaft der Polizei. Nadine und ich bekamen auch eine. Danke dafür! Ich betrachte das als Zeichen der Wertschätzung unserer Arbeit, ebenso wie das Patch, das Marco trägt.

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Gerke Minrath (KGgP), Rolf Pörtner (GdP RLP), Nadine Imo (KGgP) und Marco Christen (GdP) (Bild: Achim Recktenwald)

Irgendwann  wurde es auf der anderen, der Innenstadt zugewandten, Seite des Bahnhofes laut. Lautes Schimpfen und wilde Beleidigungen an die Adresse der bereits eingetroffenen Teilnehmer des rechtsextremistischen Marsches flogen über die Bahnschienen. Dass dazwischen Einsatzkräfte der Bundes- und Landespolizei (und die Gewerkschafter und wir im Gespräch mit den Einsatzkräften) standen, schien nicht weiter zu stören. Bundespolizisten sorgten dafür, dass wieder Ruhe einkehrte.

Um nicht missverstanden zu werden – ich bin die Letzte, die etwas gegen Protest gegen Menschen hat, die ein offensichtliches Problem mit unserer Verfassung haben. Aber eben nach den Spielregeln des Versammlungsrechts und nicht auf Kosten der Einsatzkräfte.

Es dauerte eine Weile, bis der Aufzug sich in Bewegung setzen konnte. In dieser Zeit interessierten sich noch einige der eingesetzten Polizisten für unser Patch. Ganz ehrlich? Ihr macht mich damit echt ein bisschen stolz.

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Nadine und ich sammelten dann noch eine Weile Eindruck vom Demonstrationsgeschehen, dessen Beschreibung ich gleich lieber der Pressestelle der Polizeidirektion Mayen überlasse, denn wir waren ja nur sehr punktuell vor Ort. Ich machte auch wieder eine Menge Bilder, Symbolfotos kann ich immer gut für unsere Arbeit brauchen.

Wir begegneten im Geschehen auch dem Dienststellenleiter der PI Remagen, der sich kurz erkundigte, ob wir unseren Kuchen gut losgeworden seien. Ja, sind wir. Ich habe ihn bei der Gelegenheit gefragt, ob ich auch der Nachtschicht noch eine Palette bringen dürfe, da ja für die Polizei solch ein Einsatzgeschehen nicht schon dann beendet ist, wenn wir Bürgerinnen und Bürger nach Hause gehen. Natürlich stimmte er zu. Die Nachtschicht gehört zum Einsatzgeschehen dazu.

Als ich um kurz nach acht Uhr abends dort eintraf, waren auch bis auf den Wachhabenden alle ausgeflogen. Zwar nicht wegen des Versammlungsgeschehens, aber in einer Samstag-Nacht ist auch sonst viel zu tun.

Was ich leider nicht komplett losgeworden bin, sind die (ebenfalls von den Polizeipräsidenten genehmigten) Hundekekse für die Diensthunde, die ich immer im Vorfeld unter fachkundiger Aufsicht meines eigenen Hundes backe – Diensthunde sind auch Einsatzkräfte. Wir haben einfach nicht alle Diensthundeführer angetroffen. Dafür muss ich mir nächstes Mal eine andere Taktik überlegen. Für dieses Mal können sich die Hundebesitzer im Verein schon mal auf Post in den nächsten Tagen freuen.

Dieser schöne Kerl bspw. kam nicht in den Genuss unsere Kekse. Er sieht zwar recht entspannt aus, war aber gerade beim Arbeiten und wir konnten da schlecht stören.
Dieser schöne Hund bspw. kam nicht in den Genuss unsere Kekse. Er sieht zwar recht entspannt aus, war aber gerade beim Arbeiten und wir konnten da schlecht stören.

„Ich möchte mich auf diesem Wege nochmals sehr herzlich für den guten Kuchen und für Ihre Mühe bedanken. Wir finden es wirklich bemerkenswert, dass Sie und die Mitglieder/-innen der KGgP uns so toll unterstützten. Das erleben wir so äußerst selten.“ So schrieb mir im Nachgang einer der eingesetzten Polizisten. Damit fasste er zusammen, was viele seiner Kolleginnen und Kollegen uns mündlich mit auf den Weg gaben. Und wirklich, liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger – den Teil mit dem „äußerst selten“ sollten wir endlich mal ändern.

Umfragen zeigen wieder und wieder und wieder, dass die Polizei bei uns Bürgerinnen und Bürgern ein hohes Vertrauen genießt. Warum überlassen wir das Feld der Minderheit, die das anders sieht?

 

 

Versammlungsgeschehen in Remagen

Aktivisten aus verschiedenen politischen Lagern hatten heute zu Versammlungen und Kundgebungen in Remagen aufgerufen und bei der Kreisverwaltung Ahrweiler angemeldet. Aufgabe der Polizei ist es, die von der Verfassung garantierten Grundrechte auf Versammlungsfreiheit zu gewährleisten und Konfrontationen zwischen den rivalisierenden Aktivisten zu verhindern. Um diesen Aufgaben gerecht zu werden, setzte die Polizeidirektion Mayen mehrere hundert Einsatzkräfte in und um Remagen ein.

Um 11:00 Uhr fand an der „Schwarzen Madonna“, einer kleinen Friedenskapelle in der Nähe der Rheinwiesen, ein Gottesdienst und eine Versammlung des „Bündnis Remagen für Frieden und Demokratie“ statt. In der Innenstadt von Remagen wurde ein Bürgerfest zum „Tag der Demokratie“ durchgeführt. Hier hielt der rheinland-pfälzische Innenminister, Herr Roger Lewentz, auf dem Marktplatz eine Rede.

Eine weitere Versammlung fand unter dem Motto „NS Verherrlichung stoppen! Rechtsterrorismus bekämpfen Genug ist Genug“ statt.

Unter dem Motto: „Lauf der Demokratie statt Verdrehung der Geschichte an historischen Orten durch Neonazis!. Nie wieder Krieg, nie wieder Faschismus!“ wurde ein Staffellauf im Stadtgebiet Remagen organisiert.

Die Anhänger „Rechts“, ca. 250 Personen, trafen sich ab 12.00 Uhr im Bereich des Güter-bahnhofs an der B 9. Der Demonstrationszug zog gegen 13:15 Uhr durch verschiedene Straßenzüge der Innenstadt an die „Schwarzen Madonna“. Nach einer Kundgebung an der Friedenskapelle ging der Aufzug wieder zurück zum Güterbahnhof und endete dort.

Zirka 500 Personen des linken Spektrums suchten heute den Weg nach Remagen. Auseinandersetzungen der rechten und linken Gruppen konnte durch die eingesetzten Polizeikräfte verhindert werden. Durch die Versuche den Aufzugsweg zu erreichen und die Kundgebung der „Rechten“ zu stören kam es zwischen der Polizei und Personen des linken Spektrums in einigen Fällen zu Konfrontationen welche ein polizeiliches Einschreiten erforderlich machten. Eine kurzfristige Sitzblockade löste sich nach Ansprache durch die Polizei auf.

(Pressemitteilung der Polizeidirektion Mayen vom 13.11.2016)

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