Fußballeinsatz in Kaiserslautern

Symbolfoto
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Nachdem ich Ende 2014 schon einmal bei einem Fußballeinsatz der Polizei Kaiserslautern dabei sein durfte, war es wieder so weit. 2014 habe ich besonders die Pressearbeit dazu ansehen dürfen und hatte mich als kleine Nebenwirkung ein bisschen in den FCK verliebt. Was soll man auch machen, wenn eine Mannschaft gleich mehrere Tore schießt, wenn man gerade mal für wenige Minuten im Stadion ist?

Dieses Mal spielte Kaiserslautern an einem Montagabend gegen RB Leipzig und hatte ich die Ehre, die Arbeit der Einsatzleitung aus der Nähe zu sehen. Das mit der Ehre meine ich ernst.

Wieder einmal bin ich beeindruckt. Obwohl mir schon klar war, dass die Organisation eines Einsatzes dieser Art mehr an Arbeit verursacht als ein Kindergeburtstag, hat mich der tatsächliche Aufwand überrascht.

Seit dem 25. April weiß ich, dass ich damit richtiger lag als ich selbst vermutete. Für diesen Teil der Planung muss man nämlich wissen, wie viele Fans beider Lager zum Spiel kommen werden. Entsprechend muss man die Anzahl der eingesetzten Polizeibeamten planen.

Aufgrund meiner Tätigkeit als Vorsitzende von Keine Gewalt gegen Polizisten e.V. werde ich oft und gern als ausgelagerte Beschwerdestelle der Polizei betrachtet und bekomme häufig zu hören, dass „mal wieder übertrieben viel Polizei“ bei Fußballspiel x oder Demo y „aufgelaufen“ sei. Schon immer war meine Antwort darauf: „Nun stell dir vor, du würdest dir da eine blutige Nase holen, weil nicht genug Polizei da war – und dann?“ Ich warte auf den Tag, an dem ich mal höre: „Die Polizei war genau richtig aufgestellt, denn alles blieb ruhig!“ Die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt.

Nun ist ja unsere Polizei sehr kompetent, aber Hellsehen kann sie leider nicht. Also muss mit der Informationsgewinnung für die Planung des Personaleinsatzes schon Wochen vorher angefangen werden. Dabei ist die Anzahl der verkauften Tickets nur ein Anhaltspunkt von vielen.

Wie so oft ist es eine winzige Minderheit, die den meisten Aufwand verursacht, nämlich jene „Fans“, die in erster Linie wegen der Möglichkeit kommen, Gewalt zu verüben. Die große Mehrheit will einfach Spaß haben und einen schönen Nachmittag oder Abend verleben.

Diese Minderheit muss allerdings berücksichtigt werden, selbst wenn sie letztlich gar nicht erscheint. Wobei wir wieder bei dem Problem mit dem Hellsehen wären.

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Darüber hinaus sind auch Fanfeind- und -freundschaften zu berücksichtigen. Wenn sich die Fans der beiden Mannschaften überwiegend nicht riechen können, ist eine strikte Trennung sinnvoll. Auch dafür braucht man Polizeibeamte.

Letztlich muss auch flexibel reagiert werden können – wenn nämlich beispielsweise auf einer Einfallstraße, auf der der Bus mit der gegnerischen Mannschaft entlangkommen wird, ein Unfall passiert. Der Bus muss pünktlich im Stadion sein und eine Attacke durch jene eben erwähnte Minderheit auf den Bus darf auch nicht passieren.

Insgesamt sind die Bereitschaftspolizei, Hundeführer, die Motorradstaffel und noch weitere Einheiten im Einsatz.

Während des Spiels (dieses Mal nicht ganz so spektakulär in Sachen geschossene Tore wie beim letzten Mal) wurde es etwas ruhiger. Da blieb auch mal Zeit für ein paar private Worte. Ich erinnere mich daran, wie sich vier Polizeibeamte aller Dienstgrade und Funktionen darüber unterhielten, wie schön es ist, Vater zu werden und dann zu sein. Das war was fürs Herz. Menschen in Uniform eben.

Insgesamt waren die in den Einsatz involvierten Polizistinnen und Polizisten ab 12:30 Uhr mittags im Einsatz. Offizielles Einsatzende wurde gegen 23:30 Uhr ausgerufen. Dies war möglich, weil alles ruhig blieb. Es kann auch anders kommen.

Übrigens macht es mich sehr froh, wenn es ruhig bleibt. Der Verein heißt ja Keine Gewalt gegen Polizisten e.V. Ich finde es deswegen spannend, der Polizei beim Arbeiten aus allernächster Nähe zusehen zu dürfen, weil mir das hilft, gegen negative Rückmeldungen anzuargumentieren.

Das nächste Mal, wenn mir jemand erzählen will, da sei ein Einsatz „total schlecht gemacht“ gewesen, nur weil er bei seinem Besuch im Stadion mal ein paar Minütchen länger warten musste oder weil er bei demonstrieren nicht genau da langlaufen durfte, wo er wollte, weiß ich Bescheid – natürlich kann es immer mal sein, dass es irgendwo nicht ganz rund läuft. Aber daraus zu konstruieren, dass ein ganzer Einsatz schlecht war, nur weil man selbst minimal in seinen Wünschen beeinträchtigt wurde, geht deutlich zu weit.

In ganz seltenen Fällen gehen sicherlich tatsächlich Einsätze auch mal komplett schief. Dieses Urteil zu fällen bedarf aber sehr vieler Informationen, über die wir Bürger im Regelfall nicht vollständig verfügen. Überlassen wir solche Urteile doch besser den dafür zuständigen Instanzen.

Allen, die daran beteiligt waren, dass ich diese Erfahrung machen durfte, möchte ich herzlich für ihr Vertrauen danken. Und allen Einsatzkräften, die nicht nur an diesem Tag ihren Dienst in Kaiserslautern verrichten – vielen Dank für Ihren täglichen Einsatz!

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