Besuch bei der Autobahnpolizei Kaiserslautern

Ende 2011 stellte sich mir ein bayerischer Polizist folgendermaßen vor: „Ja, ich bin bei der Autobahnpolizei. Geradeaus-Polizei. Am Ende der Autobahn muss immer der Einsatzdienst kommen und den Wagen wenden, weil wir keine Kurven fahren können.“

Ok, er meinte das scherzhaft und griff damit Witze auf, die Kollegen anderer Sparten offenbar über seine Zunft machen. Mir war schon klar, dass die Realität vermutlich etwas anders aussieht.

Nun benutze ich nahezu täglich Autobahnen, aber was nun genau die Autobahnpolizei zu tun hat, blieb mir bisher verborgen, auch wenn mir ein österreichischer Autobahnpolizist im Sommerurlaub netterweise einiges erzählt hat. Ich fand, es war einmal an der Zeit, herauszufinden, was die Damen und Herren dort eigentlich machen. Freundlicherweise gab mir die Polizeiautobahnstation Kaiserslautern dazu die Gelegenheit. So gut wie alle wunderten sich ein bisschen über meine Anwesenheit, denn Autobahnpolizisten werden fast nie Opfer von Gewalt, weil sie selten in emotional sehr aufgeheizte oder aggressive Situationen kommen. Das höre ich sehr gerne. Allerdings ist auch Teil meines Themas, dass die Polizei gerne mal unterschätzt wird und in der medialen Berichterstattung eher schlecht wegkommt, weil gute Nachrichten keiner lesen will. Je realistischer mein Einblick in die Arbeit der Polizei wird, desto besser kann ich gegen solche Erscheinungen anargumentieren.

An diesem regnerischen Märztag machte unsere Polizei schon auf der Anfahrt mal wieder den allerbesten Eindruck. Als nämlich am Autobahnkreuz Alzey der nachfolgende PKW ganz offensichtlich in meinen Kofferraum einziehen wollte, überholte uns ein Streifenwagen. Damit hatte sich das ganz schnell erledigt und plötzlich war der Abstand wieder korrekt.

Nach einem sehr freundlichen Empfang durch den Dienststellenleiter zeigten mir zwei ebenfalls sehr freundliche Herren das Pro-Vida-Fahrzeug. Dabei handelt es sich um einen mit Videokameras ausgestatteten Zivilwagen. Auch die beiden Polizisten darin sind in Zivil. Mit den Kameras können Verstöße in Sachen überhöhte Geschwindigkeit, rechts überholen oder zu geringer Abstand beweissicher festgehalten werden. Die Kamera filmt das KFZ, dessen Fahrer einen Verstoß begeht und errechnet die Durchschnittsgeschwindigkeit des nachfolgenden Polizeiautos über einen gewissen Zeitraum. So kann niemand behaupten, er sei nur mal eben drüber gewesen. Da mir persönlich die Autobahn zunehmend vorkommt wie der Wilde Westen, bin ich eine große Freundin von Kontrolldruck, denn von Einsicht kann bei vielen Rasern kaum die Rede sein. Wäre das ausschließlich über Einsicht machbar, würde niemand rasen, denn dann würden die Bilder von Unfallwracks in den Medien ein- für allemal ausreichen. Das schreibt jemand, der selbst bei angemessenen Witterungs- und Sichtverhältnissen (trockene Fahrbahn, Tageslicht) ganz gerne mal schnell fährt und dafür auch öfter nette Post bekommt.

Nachdem mir die Technik ausführlich erklärt wurde, wurde ich ins Auto gepackt und wir fuhren los. Wie bei meinen beiden Nachtschichten, kam der Hinweis, dass es möglich sei, dass gar nichts passiert, denn „bei so einem Wetter fahren die Leute nicht schnell.“ Das erschien mir plausibel, denn auch ich würde bei derartiger Witterung keinesfalls schneller als 100 fahren und selbst das finde ich schon ein bisschen viel.

Wie Sie sehen, sehen Sie nichts – kein ideales Wetter für Bleifüße
Wie Sie sehen, sehen Sie nichts – kein ideales Wetter für Bleifüße

Dennoch fuhren wir los. Trotz der Ankündigung eines meiner beiden Begleiter waren wir noch nicht ganz auf der Autobahn aufgefahren und hatten gerade Geschwindigkeit aufgenommen, als schon das erste Auto an uns vorbeikesselte. Also hinterher. Nicht nur auf der Autobahn war die Dame gute 30 km/h zu schnell, auch nachdem sie auf eine Bundesstraße abgebogen war, ging es da lustig in derselben Preisklasse weiter.

Da blieb nur eines, überholen und davorsetzen:

Eine klare Ansage…
Eine klare Ansage…

Übrigens geht das auch multilingual – was auf einer Autobahn in einem Transitland wie Deutschland und kurz vor der französischen Grenze auch Sinn macht.

KL_4_klein_Schrift

KL_3_Klein_SChrift
In beiden Fällen wird übrigens die Höflichkeitsform genutzt „Please follow, Veuillez suivre“.

Auf einem Autobahnparkplatz stieg einer der beiden Polizisten aus und erklärte der Dame, warum sie angehalten wurde. Sie war einsichtig, wollte aber gern den Film ansehen. (Hätte ich auch gemacht!). Meine beiden Begleiter schafften eine sehr lockere Atmosphäre, wozu auch gehörte, dass ich mich kurz vorstellte, um Transparenz zu schaffen. Immerhin hatte die Dame niemanden umgebracht, sondern lediglich ihre Tachonadel aus den Augen verloren. „Fehler machen wir alle“, stellte einer der beiden ganz richtig fest.

Als Grund für ihre Unaufmerksamkeit gab die Dame an, dass sie sich so angeregt mit ihrem Mann unterhalten habe – was nach über 20 Ehejahren ja auch eine gute Sache sei. Da kann ich ihr uneingeschränkt Recht geben.

Anschließend fuhren wir noch ein wenig Streife auf der Autobahn. Mir wurde erzählt, was die rückwärtige Kamera, die nach dem Überholvorgang eingeschaltet wird, so alles festhält – bis hin zur SMS am Handy bei Höchstgeschwindigkeit ist alles nur Vorstellbare dabei. Für den Rest der Zeit machten wir niemanden mehr dingfest, der den Witterungs- und Sichtverhältnissen nicht angemessen fuhr.

Im Anschluss daran wurde ich von den beiden netten Herren an zwei weitere nette Herren übergeben. Auf mein nächstes Einsatzfahrzeug war ich schon ein bisschen scharf. Eigentlich bin ich ja der Ansicht, dass essentielle Aufgabe eines Autos ist, mich von A nach B zu bringen und der Rest egal ist. Uneigentlich finde ich diesen Mercedes E300 CDI-T schon optisch sehr schick:

Sehr schickes Auto – und hier blinkt und "arbeitet" es noch nicht mal.
Sehr schickes Auto – und hier blinkt und „arbeitet“ es noch nicht mal.

Auch das Innenleben sollte mir noch gefallen.

„Welche Erwartungen haben Sie denn an die Autobahnpolizei?“ wurde ich gefragt. Ehrlich gesagt hatte ich keine. Womit ich nun wirklich nicht gerechnet habe, war, dass wir, kaum auf die Autobahn aufgefahren, schon den ersten Einsatz hatten. Natürlich sieht man, wenn man privat auf deutschen Autobahnen unterwegs ist, durchaus den einen oder anderen Einsatzanlass – aber die vielen anderen, die sich zeitgleich abspielen, sieht man nicht. Nun, die sollte ich jetzt kennenlernen…

Der erste Einsatz war ein LKW, der in einer Ausfahrt liegen geblieben war… unglücklicherweise direkt hinter einer Kuppe. Wir konnten ihn wirklich erst im letzten Moment entdecken, weil auch das Warndreieck etwas tief stand.

Also wurde der Streifenwagen deutlich sichtbar vor der Kuppe geparkt, um eine erste Absicherung der Unfallstelle zu schaffen. Dann kam erstmal ein Fußmarsch durch den Regen zu unserem LKW-Fahrer.

Auf dem Balken zwischen den Blaulichtern steht "Gefahr"
Auf dem Balken zwischen den Blaulichtern steht „Gefahr“

Von hinten sah der Streifenwagen übrigens so aus, also im Grunde unübersehbar:

Andere Einsatzörtlichkeit
Andere Einsatzörtlichkeit

Der LKW-Fahrer war erleichtert über das Erscheinen der Polizei. Das ist überhaupt etwas, was die Autobahnpolizei von anderen Sparten unterscheidet – die meisten meiner Mitbürger sind dankbar für den jeweiligen Einsatz, weil die Polizei hier oft in einer helfenden Rolle auftritt. Es gibt wirklich Angenehmeres im Leben als an einer derart schnell befahrenen Straße liegen zu bleiben, wo die wenigsten ihre Bremse zu bedienen wissen. Dieser Aspekt seiner Arbeit bei der Autobahnpolizei ist mit ein Grund, warum einer meiner beiden Begleiter diese Arbeit sehr gern macht, wie er mir sagte. Schließlich hat er seinen Beruf ergriffen, weil er gerne anderen weiterhilft. Wie übrigens fast alle Polizistinnen und Polizisten, mit denen ich bisher sprach.

Die beiden Streifenpartner wechselten sich ab, wer welchen Einsatz bearbeitet. Der andere hatte immer den rückwärtigen Verkehr im Auge. Auch ich versuchte, den nicht zu vergessen, egal, wie interessant es wurde. Schließlich hatte ich weiß Gott bereits genug Meldungen in unsere Internetpräsenzen gesetzt, in denen der nachfolgende Verkehr Autobahnpolizisten von der Autobahn gefegt hatte – mit teilweise verheerenden Folgen.

Nachdem der LKW-Fahrer überredet worden war, seinen LKW etwas besser zu parken (Schritttempo ging noch) und sein Warndreieck etwas weiter oben auf der Kuppe zu positionieren, wurde ihm noch eine polizeieigene Warnbake geliehen, um die Gefahrenstelle insgesamt besser abzusichern. Schließlich legte noch einer „meiner“ Polizisten am Handy des LKW-Fahrers dem zuständigen Service-Dienst nahe, sich doch bitte ein bisschen zu beeilen – der ließ nämlich seit knapp einer Stunde auf sich warten, was im Nieselregen nicht wirklich angenehm für den Fahrer war. Außerdem, das habe ich an dem Tag gelernt, ist das Wichtigste, die Autobahn bzw. überhaupt Gefahrenstellen, so schnell wie möglich wieder frei zu bekommen, damit diese keine (weiteren) Unfälle generieren.

 

Im Anschluss an diesen Einsatz fuhren wir zu einer Tagesbaustelle. Für Benutzer einer Autobahn ohne polizeilichen Hintergrund ist eine Tagesbaustelle in erster Linie ein nerviges Hindernis. Man stellt sich an, staut sich durch und fährt, sobald das überstanden ist, weiter. Für die Polizei ist eine Tagesbaustelle eine Garantie für mindestens einen Unfall am Tag sowie Staugeschehen.

Deswegen sondierten „meine“ Polizisten, nachdem der LKW-Fahrer abgearbeitet war, die Sachlage an der Tagesbaustelle. Dort baute sich bereits ein Stau auf, an dem wir rechts auf dem Standstreifen (Blaulichtfahrzeuge dürfen das nämlich – aus gutem Grund) vorbeifuhren, um einen ausführlichen Blick zu werfen, damit die Polizei ggf. präventiv tätig werden könnte.

Tagesbaustelle voraus
Tagesbaustelle voraus

Hinter der Tagesbaustelle fuhren wir bis zur nächsten Ausfahrt und wendeten dort und fuhren auf der anderen Fahrbahn zurück, um abzuschätzen, wie lang der Stau ist, damit diese Meldung ins Radio weitergegeben werden kann. Da war sie übrigens bis abends, als ich heimfuhr, in mehrfach aktualisierter Form noch drin, denn der Stau wurde im Laufe des Tages nicht kürzer.

Wieder auf der richtigen Spur, wurde erst einmal dem nachfolgenden Verkehr signalisiert, dass hier ein Stau aufläuft – wieder mehrsprachig.

Ein blinkendes Blaulicht auf dem Dach ist für einige Zeitgenossen kein zwingender Grund, vom Gas zu gehen.
Ein blinkendes Blaulicht auf dem Dach ist für einige Zeitgenossen kein zwingender Grund, vom Gas zu gehen.

 

Bei dieser Gelegenheit erblickten wir weiter vorne in Richtung Tagesbaustelle den einen oder anderen LKW auf dem Standstreifen, dessen Warnblinkanlage angeworfen war. Wir fuhren hin. Ich dachte an eine Panne, aber weit gefehlt. Die Fahrer nutzten die Gelegenheit für ein kleines Päuschen. „Meine“ beiden Polizisten waren da kompromisslos, denn auf dem Standstreifen geht das gar nicht. Der muss frei bleiben für Einsatzfahrzeuge, wenn es wirklich einen schweren Unfall gibt.

Ein junger Mann war tatsächlich mit seinem PKW kurz hinter unserem Streifenwagen liegen geblieben. Er war sehr froh, dass die Polizei zufällig vor Ort war, konnte sie doch einen Pannendienst (passend zu seiner Automobilclub-Karte) aus der Umgebung vermitteln. Die Polizei hat eine Liste mit sämtlichen Pannendiensten der Region, was die Wartezeit für die meisten Menschen erheblich abkürzt. Auch dieser junge Mann fand den Nieselregen nicht so klasse und war froh, weniger Wartezeit vor sich zu haben.

Er war allerdings der einzige tatsächlich „Bedürftige“, mit dem wir zu tun bekamen. Für einige andere Zeitgenossen erwies sich der Standstreifen als recht beliebte Rennstrecke. Nun ist es eine Sache, etwas Verbotenes zu tun, und sich dann schnell beim Anblick des blau blinkenden Polizeifahrzeuges schnell wieder auf der Autobahn einzufädeln. Das macht es zwar nicht besser, im Zweifel den Standstreifen zu verstopfen, zeugt aber immerhin von einer gewissen Kenntnis der StVO. Es ist aber schon arg dreist, bis exakt hinter dieses Polizeifahrzeug zu fahren. „Jetzt übertreibt er’s aber“, sagte einer meiner beiden Begleiter. Insgesamt drei PKW-Fahrer wurden zur Kasse gebeten. Der Standardsatz in solchen Fällen: „Ich mach das sonst nie.“ Na ja, dann musste es sich wohl dieses Mal richtig lohnen, dass man so weit nach vorn fährt…

 

Wir versuchten, den Standstreifen zu verlassen, aber dass ein einschlägig beschriftetes Auto einen Blinker nach links setzt, ist offensichtlich nicht für jeden ein ausreichender Grund, im Stau eine Lücke zu lassen. Deswegen standen wir einige Minuten, die uns schon den nächsten Einsatz bescherten: Einen LKW aus einem unserer Nachbarländer. An einer Metallstange hinten am Auflieger baumelte lustig ein freischwebender Eimer.

Also wurde der Blinker wieder eingezogen, dafür der LKW angehupt und dem Fahrer bedeutet, rechts ranzufahren. Was er auch tat. Er stieg aus und kam um den LKW herum nach hinten.

Einer meiner beiden Begleiter deutete auf den Eimer: „Das geht so nicht, der kann runterfallen.“ Sogar mir als Laiin war klar ersichtlich, dass beim nächsten Mal, wenn ordentlich Gas gegeben werden musste, der Eimer auf der Fahrbahn landen würde. Allmählich erschloss sich mir die eine oder andere Meldung im Radio über die merkwürdigsten Gegenstände auf der Autobahn… mir wurde langsam klar, wie die dahinkamen.

Die Diskussion ging eine Weile hin und her – was bemerkenswert war, denn beide Parteien sprachen keine gemeinsame Sprache. Es war aber offensichtlich, wer was wollte. Der Fahrer wollte seinen Eimer genau da haben, wo er war – und die Polizei wollte ihn genau da eben nicht haben. Die Polizei gewann die Auseinandersetzung – der Eimer wanderte nach vorne hinter eine Klappe. Sicher verschlossen.

 

Kaum auf die Autobahn eingefädelt ereilte uns die erste Unfallmeldung – hinter uns im Stau. Nun musste es wirklich schnell gehen – also so schnell wie möglich zur nächsten Ausfahrt, auf der anderen Seite wieder drauf auf die Autobahn und mit Höchstgeschwindigkeit zurück zur letzten Ausfahrt. Auf der Rückbank dieses Mercedes saß ich so bequem wie auf meiner heimischen Couch, obwohl wir recht flott fuhren. In meinem Wagen fühlt sich zügiges Tempo deutlich anders an.

An der nächsten Ausfahrt wieder wenden und dann kamen wir auch schon zum Unfallort. Zum Glück hatte es keine Verletzten gegeben, nur ein „kleiner“ Auffahrunfall zwischen zwei LKW. Am vorderen LKW war nicht viel passiert, der hintere hatte eine eingebeulte Front. Der Fahrer des vorderen LKW wollte im Grunde von der Polizei nur eine Bestätigung, dass der Unfall aufgenommen wurde, für seine Schadensmeldung, damit war für ihn der Fall erledigt und er fuhr wieder seiner Wege.

Auch das Signal für Unfall erfolgt international.
Auch das Signal für Unfall erfolgt international.

Der Fahrer des hinteren LKW erwies sich als recht schwieriger Zeitgenosse, denn er schien sich gar nicht so sehr dafür zu interessieren, dass vor ihm die Polizei stand, die gerne die Autobahn wieder freihaben wollte. Nach außen hin seelenruhig quasselte er ausgiebig in einer uns dreien unbekannten Sprache in sein Handy – immerhin wohl mit seinem Arbeitgeber – und erst nachdem einer meiner beiden Begleiter sehr vehement wurde, hörte man ab und zu das Wort „Polizei“ heraus. Nach geraumer Zeit dann geruhte er das Handy an einen der beiden Polizisten weiterzureichen, damit jemand, der deutsch sprechen konnte, weiterhilft. Erst dann erfuhren wir, dass der LKW nicht mehr fahrbereit war.

Letztlich konnte dann mit Hilfe des Menschen am anderen Ende des Handys geklärt werden, wer einen Abschleppdienst organisiert. Dann fiel dem Fahrer auf, dass der die Daten des Unfallgegners nicht hatte. Auch hier konnte dem Mann weitergeholfen werden.

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Daten schreibt man bei Regen am besten im Auto ab…

Es wurde noch einmal klargemacht, dass der Standstreifen baldmöglichst zu räumen sei, dann ging es schon weiter, denn mittlerweile war die Meldung reingekommen, dass die an den Fahrer des ersten Pannen-LKW verliehene Warnbake nicht mehr benötigt werde. Also fuhren wir an der Pannenstelle vorbei und sammelten sie wieder ein. Ich war ehrlich verwundert, dass das gar nicht mal so weit weg vom letzten Einsatzort war, denn ich hatte durch das Wenden an den Ausfahrten nachhaltig die Orientierung verloren.

 

Im Grunde war es fast schon Zeit, mich wieder zur Dienststelle zurückzubringen, denn dieses Mal konnte ich erstmalig nicht die ganze Schicht mitfahren, da ich noch einen Termin in Kaiserslautern selbst hatte. Was ich sehr bedauerte und ich hoffe, dass ich das eines Tages noch mal nachholen kann.

Deswegen fuhren wir schon einmal Richtung Dienststelle. Dabei mussten wir feststellen, dass nicht nur der Stau auf der A6 über ein Autobahnkreuz auf eine weitere Autobahn zurückstaute, sondern dass das auch jemand bemerkt hatte, der dann mal ganz unkonventionell über das Grasdreieck zwischen Auf- und Abfahrt wendete, um dem Stau zu entgehen. Blöderweise waren da wir… deswegen endete die Fahrt über die sumpfige Wiese vorrübergehend kurz vorm Asphalt.

Die entsprechende Euro-Summe hatte der junge Mann leider gerade nicht vorrätig. Da er keinen festen Wohnsitz in Deutschland hat, wurde er gebeten, uns zur nächsten Bank zu folgen. Die war ein paar Ortschaften weiter. So lernte der junge Herr (und ich auch) eine weitere Ecke des schönen Rheinland-Pfalz kennen, wo er sein Bußgeld auch brav aus dem Automaten zog und den Polizisten abgab.

Fast geschafft… aber nur fast.
Fast geschafft… aber nur fast.

Damit war mein Aufenthalt (leider) bereits beendet.

Mein sehr guter Eindruck von unserer Polizei wurde mal wieder bestätigt. Nicht nur waren die vier Herren zu mir ausgesprochen höflich, sondern auch zu ihrem jeweiligen Gegenüber. Die Ansagen waren klar, aber es wurde immer deutlich gemacht, dass Fehler passieren können. Sehr sympathisch.

Die im Scherz meines allerersten Autobahnpolizisten anklingenden Vorurteile stimmten auch nicht – die Jungs können sehr wohl wenden. Schließlich hat sich mein Nachmittag offenbar schwerpunktmäßig zwischen zwei Ausfahrten abgespielt.

Ich bin sogar sehr beeindruckt von dieser Arbeit, weil im Grunde in beiden Fällen bereits mit Auffahren auf die Autobahn schon die ersten Einsätze anlagen. Wenn ich mir das Fahrverhalten einiger meiner Mitmenschen auf unseren Autobahnen durch den Kopf gehen lasse, ist das vermutlich immer so.

Die Einsätze am Rande einer Schnellstraße sind auch mit viel Lärm verbunden. Für mich wäre das wirklich hart.

Danke für diesen interessanten Nachmittag! Ihr seid klasse und macht einen tollen Job!

Damit seid Ihr voll mein Thema. Es stört mich unter anderem, dass unseren Polizistinnen und Polizisten mit Gewalt begegnet wird, weil die allermeisten von Euch eine für uns alle sehr wertvolle Arbeit leisten. Ohne Euch würde nur Willkür und das Recht des Stärkeren gelten. Auch auf der Autobahn!

Danke für Euren täglichen Einsatz!

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