Danke-Polizei-Tag 2015, Bilanz

Endlich war er da, der große Tag – der Danke-Polizei-Tag. Der Tag, an dem nach angelsächsischem Vorbild Bürgerinnen und Bürger zu ihrer Polizeidienststelle gehen und ihren Polizeibeamten für ihren Einsatz danken.

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Die Vorbereitungen liefen wie im Vorjahr im Frühjahr an – es begann mit der Auswahl des Plakatmotives durch die Mitgliederversammlung. Man glaubt gar nicht, wie viel Vorbereitung in so einem Tag drinsteckt. Planungen, die man teilweise wieder verwerfen muss, neue Planungen. Daneben läuft ja das Tagesgeschäfts des Vereins weiter. Und immerhin arbeiten wir von Keine Gewalt gegen Polizisten e.V. ehrenamtlich, haben das Ganze also neben unserem Beruf zu bewältigen. Ein Familienleben haben wir auch noch.

An dieser Stelle unseren herzlichsten Dank für die Unterstützung durch das Polizeipräsidium Mainz. Danke auch an Innenminister Roger Lewentz für die Schirmherrschaft.

Doch zurück zum 19.09.2015. Gegen acht Uhr wurde das Auto vollgetankt und es ging los. Auf der A 61 Richtung Mainz erspähten Nadine und ich am Straßenrand den ersten Streifenwagen und witzelten herum, dass wir da jetzt wegen der hohen Geschwindigkeit die Chance verpasst hätten, unser erstes Danke loszuwerden. Schade eigentlich… wp-monalisa icon

In Mainz habe ich zehn der besten Jahre meines Lebens verbracht (Banklehre, Studium). Für mich ist es immer wie ein kleines Heimkommen, wenn ich dort anreise.

Unser erster Einsatz fand in der Polizeiinspektion Mainz 1 in der Innenstadt statt.

Bildquelle: Stephan Dinges
Bildquelle: Stephan Dinges

Übrigens wurde ich Anfang der 90er Jahre von einem Polizeibeamten dieser Inspektion verwarnt, als ich dort bei rot über die Ampel ging. Fünf Mark war damals der Tarif für diese Verfehlung. Wie man sieht, kann man trotz Grenzsetzung bekennende Polizistenfreundin werden. Er war ja nun mal im Recht gewesen. Mit Anfang 20 war mir die Bedeutung der Farben rot, grün und gelb bei Ampeln durchaus geläufig.

In der Polizeiinspektion Mainz 1 wurden wir sehr liebenswürdig empfangen. Es lag nebenher einiges an Einsätzen an, aber es war Zeit, unseren Dank entgegenzunehmen und ein paar freundliche Worte zu wechseln. Besonders merkbar war die Einsatzbelastung, als wir auf der Suche nach einem guten Hintergrund für dieses Foto einen Streifenwagen ausmachten – der dann aber leider in den Einsatz musste. Das hat dann auch Vorrang. Das Dienststellenschild ist ja auch sehr schön. wp-monalisa icon

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Es hat mich sehr gefreut, dass der Mainzer Oberbürgermeister Michael Ebling mit gutem Beispiel voranging, um den Polizeibeamtinnen und -beamten seiner Stadt für ihren täglichen Einsatz zu danken. Begleitet wurde er vom Leiter des Rechts- und Ordnungsamtes, Ulrich Helleberg, sowie dem für das Ordnungsamt zuständigen Abteilungsleiter, Burkhard Hofmann. Ordnungsbeamte sind ja auch Vollzugsbeamte im Sinne des Gesetzes und unterliegen ebenso unserem Vereinszweck. Die ebenfalls steigende Gewalt gegen sie hat aus unserer Sicht ähnliche Ursachen wie Gewalt gegen Polizeibeamte.

Es entspann sich ein Gespräch darüber, dass auch Rettungskräfte und Feuerwehrleute zunehmend attackiert werden, was aus Sicht des Vereins Keine Gewalt gegen Polizisten e.V. ebenfalls ein unhaltbarer Zustand ist.

Danke auch den sehr netten Pressevertretern, denen wir dort vor Ort begegneten.

Weiter ging es ins Bundespolizeirevier am Bahnhof. Auch dort wurden wir in reizender Weise empfangen, obwohl die Herren (es waren tatsächlich nur Herren dort) aufgrund der Flüchtlingskrise weniger Leute dort hatten als üblich. Sie hatten kaum Zeit, weil sie einen Tross Stuttgarter Fußballfans (die Nadine und ich dann auch später noch im Bahnhof sahen) erwarteten. Einen jungen Bundespolizisten sahen wir so schnell in die Wache und wieder herauszischen, dass wir sozusagen nur bläuliche Kondensstreifen erkennen konnten. Aber es war Zeit für ein Foto von uns. (Wir stellen den Damen und Herrn übrigens immer frei, ob sie mit aufs Bild wollen oder nicht.) Danke dafür!

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Und weiter ging es in die Inspektion Mainz 2, wo gerade Schichtübergabe war. Natürlich warteten wir ab, bis man sich uns widmen konnte – schließlich kamen wir, uns zu bedanken. Auch hier wurden wir sehr freundlich behandelt. Nett war der Dialog mit einem jungen Polizisten, der uns fragte: „Für welchen Einsatz wollen Sie sich denn bedanken?“ Ich: „Für keinen Speziellen. Für das, was Sie jeden Tag tun.“ „Oh, das ist ja toll.“  Dabei hätte ich persönlich durchaus einen Einsatz der PI Mainz 2, für den ich zu danken habe, nämlich die hier bereits beschriebene Rettung meines Lebens. Angesichts des Durchschnittsalters der Anwesenden verzichtete ich allerdings auf eine nähere Erläuterung, da niemand von ihnen daran beteiligt gewesen sein konnte. Ja, man wird nicht jünger, ne?

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Besonders liebenswürdig fand ich, dass sich aus beiden Schichten Leute bereit fanden, mit auf das Foto zu kommen, obwohl die Damen und Herren der Frühschicht schon erkennbar müde waren. Danke dafür!

Weiter ging es in die Polizeiinspektion Mainz 3, wo wir wieder genau in die Schichtübergabe platzten. Das war aber gar nicht schlimm, denn das gab mir Zeit, endlich meinen Obstsalat zu essen. Ich hatte schon seit geraumer Zeit Hunger bis unter beide Arme gehabt. Am Eingang dieser Dienststelle steht übrigens ein Körbchen, in dem die Dienststellenkatze wohnt. Sie war gerade unterwegs, deswegen ist sie leider nicht mit auf dem Foto. Auf unserer Facebook-Seite haben wir die Dienststelle wegen der Adoption der Katze lobend erwähnt. Ein Ausdruck davon hängt dort an der Wand. Das sind so kleine Zeichen, die uns riesig motivieren. Ebenso die Botschaft, dass unsere Facebook-Seite bekannt ist. Oder der Verein. Danke dafür!

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Und danke noch einmal für den supernetten Empfang!

Von hier ging es wieder zurück gen Norden, da natürlich die Dienststellen im Kreis Ahrweiler nicht fehlen durften. Da man auf dem Weg von Mainz nach Remagen an Andernach vorbeikommt, machten wir hier einen Zwischenstopp.

Mir ging wirklich das Herz auf, als ich erfuhr, dass schon drei Bürger vor uns dort gewesen waren, um sich zu bedanken. Super! DANKE!!!!!! wp-monalisa icon

Das wird alles nicht von jetzt auf gleich klappen, wir werden einen langen Atem brauchen. Aber das waren schon mehr als letztes Jahr. Vielleicht bekommen wir es ja hin, dass irgendwann bei uns der Tag so bekannt wird, wie im angelsächsischen Raum.

In Andernach wurden wir auch auf einen Kaffee eingeladen – den ich zu dem Zeitpunkt auch dringend nötig hatte. Danke für dieses Einfühlungsvermögen. Auch dort führten wir sehr nette Gespräche. Vielen Dank dafür!

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Gegen 17 Uhr gelangten wir dann zum Vereinssitz, Remagen. Auch der dortigen PI wurden wir sehr liebenswürdig empfangen. Wir bekamen auch gleich erzählt, dass im örtlichen Supermarkt (Edeka) Passanten Polizeibeamten angesprochen haben: „Heute ist Danke-Polizei-Tag! Wir wollen Ihnen danken.“ Und das auch gleich drei Mal.

Ich habe mich so sehr darüber gefreut.wp-monalisa icon

Vermutlich damit, und damit, dass Nadine und ich allmählich müde wurden, hängt es zusammen, dass wir auf dem Foto ein wenig herumalberten. Ist halt der Vereinssitz. Wir haben Euch alle lieb… wp-monalisa icon

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Anschließend waren wir bei der PI Bad Neuenahr-Ahrweiler. Ein drittes Mitglied unseres Vereins stieß extra für diesen Besuch zu uns, obwohl es derzeit wegen einer Fußverletzung auf Krücken geht.

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Von hier ging es nach Adenau. Hier stieß mit Andrea Eickhoff noch einmal ein Vereinsmitglied zu uns. Ich war mittlerweile so müde, dass es an ein Wunder grenzt, dass ich da noch zusammenhängend erklären konnte, wer wir sind und was wir wollen. Auch hier wurden wir auf das Freundlichste empfangen und man nahm sich Zeit für kurze Gespräche. Entlassen wurden wir mit dem sehr nett gemeinten Hinweis, dass wir besser vorsichtig fahren sollten, denn an den Straßen stünde derzeit viel Wild und die Rehe gebärdeten sich ein wenig „durchgedreht“. Danke dafür!

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Nach diesem langen Tag fiel ich dann erstmal ziemlich platt ins Bett. Doch damit ist dieser Beitrag noch lange, lange nicht zuende.

Bereits am Vorabend war ich kurz in Linz am Rhein gewesen und habe auch da unsere Karte übergeben sowie mich bedankt. Auch in dieser Polizeiinspektion finde ich immer ein offenes Ohr für meine Anliegen. DANKE!

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Und dann ist es ja nicht so, als sei der Rest des Vereins untätig gewesen. Ganz im Gegenteil. Auf einige Rückmeldungen warte ich noch, aber die, die schon da sind, findet Ihr hier:

Unser Mitglied Stefanie Poth war wieder in der Polizeiinspektion Hildesheim und wurde genau so liebenswürdig und freundlich empfangen wie im Vorjahr. Danke dafür nach Niedersachsen.

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Ein weiteres Mitglied war in Mecklenburg-Vorpommern unterwegs. Leider war in Ducherow gerade niemand vor Ort. Aber wenn wieder jemand kommt, wird unsere Karte gefunden werden.

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Dafür war jemand in Heringsdorf. Hier unser Mitglied Dani und unser Facebook-Admin Dirk beim Besuch der Wache in Heringsdorf. Der Polizist, der sie empfing, war auch superlieb, wurde mir glaubhaft versichert.

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Unser Kieler Mitglied Vanessa war auf dem ersten Kieler Revier, um sich zu bedanken. Auf dem Weg nach Hause stolperte sie zufällig mehr oder minder in den Einsatz wegen des Fußballspiels Kiel-Rostock. Sie nutzte die Gunst der Stunde, um wenigstens den Kraftfahrern zu danken. Die Bereitschaftspolizisten (aus Hamburg und Schleswig-Holstein) waren im Moment zu beschäftigt. Ich bin sicher, ihre Kollegen haben es ihnen ausgerichtet.

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Last but not least sind schon erste Rückmeldungen aus den Reihen der Polizei eingetrudelt. Aus der Polizeidienststelle in Brake bekamen wir folgendes Foto, mit dem Hinweis, dass ein kleines Mädchen mit seiner Mutter dagewesen sei und unsere Postkarte abgegeben habe. Danke dafür!

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Auch auf unsere 4.800 verschickten Postkarten kamen schon zwei Reaktionen:

Aus Brandenburg:

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Und aus NRW:

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Danke für diese Rückmeldungen! Sowas motiviert uns ja auch.

Ich bin schwer gespannt, was ich noch alles an Rückmeldungen bekomme!

In jedem Fall danke ich an dieser Stelle allen Vereinsmitgliedern, die dazu beigetragen haben, dass dieser Tag ein Erfolg wird, sei es durch das Erstellen von Adresslisten von Polizeidienststellen (eher unspannend, aber enorm wichtig), für das Bekleben der vielen Postkarten, für das Besuchen der Dienststellen und und und… DANKE! Wir sind ein Verein von Nichtpolizisten für Polizisten. Auch wir sind Bürger, die ihrer Polizei danken.

Danke allen Bürgerinnen und Bürgern, die nicht in unserem Verein organisiert sind, aber den Sinn des Danke-Polizei-Tages erkennen und daran teilnahmen! Danke!

Und last but not least noch einmal ein Danke an unsere Polizistinnen und Polizisten für Euren täglichen Einsatz für uns alle! Ja, das sollte man jeden Tag sagen, im Grunde nach jedem gut gelaufenen Einsatz. Selbst, wenn man gute Arbeit als Selbstverständlichkeit erachtet, kann man dafür danken. Uns selbst motiviert ein freundliches Danke ja auch, nicht wahr? Aber es ist nun mal so, dass man im Alltag oft vergisst, was man noch vorhatte. Wir von Keine Gewalt gegen Polizisten e. V. sind der Meinung, dass es nicht schaden kann, diese Idee an einem Tag im Jahr ins Bewusstsein zu holen.

6 Comments

  • 20. September 2015 - 12:08 | Permalink

    Auch ich als pensionierter Polizeibeamter erhielt gestern ein farbig ausgedrucktes Blatt des letztjährigen „Danke-Polizei-Tag“ mit einer Schachtel Pralinen.
    Versäumt habe ich, dies fotografisch festzuhalten :-(
    Anlässlich eines Kindergeburtstages in unserem Museum informierte sich die Mutter vorab auf unserer Webseite und stieß dabei auch auf den Hinweis zum „Danke-Polizei-Tag“.
    Ich war überrascht und habe mich sehr gefreut.

  • 20. September 2015 - 16:23 | Permalink

    Liebe Gerke!
    Tausend Dank für die tolle Zusammenfassung zum DANKE-POLIZEITAG 2015 und für deinen immensen unermüdlichen und so wichtigen Einsatz! Ich bzw. die SHG Mobbing Graz ist stolz, deinen Verein als Netzwerkpartner zu „haben“, ich hoffe sehr, dass sich auch bald viele aus Österreich einschließen werden!
    Verbundene Grüße, Eva

  • Ernst Scharbach
    20. September 2015 - 19:03 | Permalink

    Gaaaaaaaaaaaaaanz herzlichen Dank an Euch alle Aktive im Verein! Das tut allen Kolleginnen und Kollegen gut und hilft uns dabei, das Verhältnis zwischen Bürgern und Polizei zu verbessern! :-)

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