Aus dem Verein: Mein erstes Aufeinandertreffen mit der Polizei

Mein erstes Aufeinandertreffen mit der Polizei, wie lange ist das schon her?

Ich war im besten Alter, so ungefähr 7 oder 8 Jahre alt.

Meine von mir ach so „geliebte“ Klassenlehrerin verkündete uns: „Wir machen einen Fahrradführerschein“.
#Schluck#

Da saß ich nun klein, schüchtern und ohne Selbstvertrauen.
#Mist#

Symbolfoto
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Und dann standen da noch, zwei große Menschen im grünen Outfit. So viel größer als ich, ein Mann und eine Frau. Die redeten viel und mein Knoten im Bauch wurde immer größer.

Von einer schriftlichen Arbeit war die Rede.

Da bin ich doch ganz doll schlecht drin, das geht nicht. Fahrrad fahren und das vor den Augen anderer. 

Ab da hatte ich Angst und war den Tränen nahe.wp-monalisa icon

Und so wie ich es gedacht hatte, so kam es dann auch. Die Übungen mit dem Rad, eine pure Katastrophe. Nicht nur die Verunsicherung, sondern auch das Niedermachen meiner Lehrerin hinterließ tiefe Narben.

Wenn schon meine Lehrerin sagt, dass ich nichts tauge und nichts kann, dann müssen es auch andere so sehen. Vor allem die Polizei, denn denen kann man ja nichts vormachen. Also jetzt weiß es jeder, ich bin nichts wert.

Der Tag der Prüfungen kam.
#zitter#

Und dann die Prüfungsergebnisse. Ich wollte sie nicht wissen. Meine Lehrerin schon, ich hatte den Eindruck, die Häme stand ihr schon ins Gesicht geschrieben. Sie schien sich über mein offensichtliches Versagen zu freuen.
#bibber#

Und dann guckte mich die hübsche blonde Frau an. Erst sehr, sehr ernst und dann zeigte sie das wunderschönste Lächeln, was ich je im Leben gesehen habe.

„Bestanden, mit wehenden Fahnen“, sagte sie.

Die Sonne ging für mich wieder auf und definitiv für meine Lehrerin unter.
#kicher#

Theorie ohne Fehler und die Praxis auch, aber noch ein wenig unsicher. Und dann sagte die Polizistin etwas zu mir, das mich im Unterbewusstsein mein Leben lang begleitete.
„Die kleine kann was, sie ist nur sehr schüchtern. Du musst ein bisschen Mutiger werden, ein wenig mehr Selbstvertrauen; das schaffst du schon“.

Als ich meine Sachen holte, strahlte mich die Polizistin an und der dunkelhaarige Polizist zwinkerte mir zu.
#freude#

Natürlich, hat mir meine Lehrerin das Ganze nicht gegönnt. Als die Polizei weg war, meinte sie dann zu mir, ich solle mir nichts darauf einbilden. War mir aber egal. Wieso? Tja, als meiner Lehrerin die Gesichtszüge entgleisten,  drehte sich der Polizist weg und grinste kurz.

Seitdem weiß ich, dass sich die Polizei eine eigene Meinung bildet und sich nicht von doofen Leuten beeinflussen lässt.

Danke dafür.

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