Polizisten eine Stimme geben: Liebe Medien (Birgit Mücke)

SchreibenLiebe (insbesondere deutsche) Medien,

jetzt schlagt ihr wieder auf die Sicherheitsorgane ein: „Man hätte die Täter (ich nenne sie feige Mörder) doch schon vorher einsperren können, die standen doch auf Fahndungs- und Observationslisten und sogar auf no-fly-Listen.“

Der Ruf nach Vorratsdatenspeicherung wird laut.

Soll jedem, der schon mal in einen derartigen Verdacht geraten ist, ein Polizist an den Gürtel gekettet werden? 
Wie stellt ihr euch das vor?

Guckt ihr eigentlich zu viele Filme und verwechselt das mit der Wirklichkeit?
Das Leben hat kein Drehbuch – und falls doch, ist es nicht jedem bekannt.

Überlegt doch mal, wie lange es gedauert hat, Bin Laden und Sadam Hussein (um nur zwei zu nennen) endgültig dingfest zu machen und wieviele Gräueltaten die in der Fahndungszeit begangen und initiiert haben! Und die hatten mehr als einen Sicherheitsbeamten an den Fersen kleben.

Die Polizisten in Paris haben auch durch die Täter drei Kollegen (für manche sicher enge Freunde) verloren, mussten aber dennoch professionell, besonnen und effektiv weiter arbeiten. In welchem seelischen Zustand waren diese Menschen?

Sie haben großen Mut bewiesen und unter extremen Anspannungen dafür gesorgt, dass es nach Bekanntwerden keine weiteren Opfer dieser Täter gab (zwei verletzte Polizisten sind euch, wenn überhaupt, ja nur eine Randnotiz wert).

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