Polizisten für Obachlose e. V.

Bereits seit April 2013 hörte ich bei Berlinbesuchen von dem Berliner Verein „Polizisten für Obachlose e. V.“ „Die sind super“, sagte einmal ein junger Bundespolizist zu mir. Seitdem war ich neugierig.

Dann wurde es doch Februar 2014, bis ich endlich in Berlin den aktuellen Vorsitzenden dieses Vereins, Kersten Müller-Beyer, kennenlernen und mit meinen Fragen dazu bombardieren konnte.

Die Geschichte dieses Vereins begann im Jahre 1999 mit einem Anruf. Eine Polizeibeamtin der Berliner Polizei, die dann später die erste Vorsitzende werden sollte, wurde informiert, dass ein Herr lag drei Tage lang in einer Bushaltestelle. Bei Eintreffen der Polizei reagierte er zuerst ablehnend: „Lasst mich in Ruhe! Ich habe genug!“ Eigentlich nur ein Beispiel von vielen für die Hilflosigkeit, der sich viele Polizeibeamte im dienstlichen Alltag ausgeliefert fühlen, weil sie nicht in der Lage sind, diesen Leuten zu helfen! Immerhin handelt es sich dabei in Berlin mittlerweile um über 10.000 Menschen.

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Uneigentlich eine Initialzündung. Man WOLLTE helfen. Die Polizistin und ein Kollege sammelten intern bei der Polizei Kleidung für diesen Herrn, sowie andere Obdachlose. Eine erste Idee war, diese bei der Bahnhofsmission am Bahnhof Zoo auszugeben, das wurde aber abgelehnt. Also stellte man sich dort am Bahnhof in einen Durchgang. Mittlerweile stellt die Bahnhofsmission ihre Räumlichkeiten für Ausgaben zur Verfügung.

Nach zwei Jahren inoffizieller Arbeit erfolgte 2001 die Vereinsgründung. Derzeit besteht der Verein aus sieben Mitgliedern. Fünf davon arbeiten bei der Bundes- bzw. der Landespolizei, hinzu kommen ein Rentner und eine Ordnungsbeamtin.

Bild_1_KMB„Polizisten für Obdachlose e.V.“ verfügt über Sammelcontainer am Berliner Hauptbahnhof, am Ostbahnhof, im Bundespolizeirevier vom Bahnhof Zoo sowie in der Bundespolizeidirektion in der Schnellerstraße. Unterstützt wird er sowohl von der Bundespolizeidirektion Berlin, die die Nutzung von Dienst-Kfz für den Transport der Sachspenden zur Ausgabestelle gestattet, als auch vom Polizeipräsidenten in Berlin, der Räumlichkeiten in der Direktion 4 für die Lagerung der Sachspenden zur Verfügung stellt.

Die Sachspenden darin werden gesammelt, gelagert und sortiert. Einmal die Woche findet eine Ausgabe statt. Im Sommer ist es etwas ruhiger, weil die Menschen weniger frieren.

Die Reaktionen der Leute, die zu den Ausgaben erscheinen, beschreibt Kersten Müller-Beyer als durchweg positiv. „Man erfährt teilweise bewegende Geschichten“, sagt er – und ich konnte es ihm in diesem Augenblick ansehen, wie ihn diese Schicksale anrühren. „Man sieht sich gegenseitig als Mensch.“

00000027Obwohl der Verein „Polizisten für Obdachlose e.V.“ von Frank Zander unterstützt wird, der einmal jährlich ein Gänseessen mit Obdachlosen organisiert, werden immer wieder Spenden benötigt, besonders jetzt in der kalten Jahreszeit.

Gebraucht wird Kleidung, allerdings nur Herrenbekleidung. Besonders dringlich sind Hosen, vor allen Dingen strapazierfähige Jeans. Außerdem sind Schlafsäcke bzw. Wärmematten dringend notwendig, sowie Hygieneartikel.

Wer diesem großartigen Verein etwas spenden möchte, kann seine Sachspenden an Herrn Kersten Müller-Beyer, Bundespolizeiinspektion Berlin Ostbahnhof, Am Ostbahnhof 1, 10243 Berlin schicken. Weiter Informationen finden sich unter http://www.pfo-berlin.de. Weitere Informationen, wie bspw. eine Spendenkontonnummer, können unter info@pfo-berlin.de erfragt werden.

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