Polizisten eine Stimme geben: Dank an Kollegen

Symbolfoto
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Ich bin Polizist bei der Bundespolizei. Am Freitag, den 12.09., war ich gegen Mittag nach meinem Dienst in Frankfurt / Main mit meinem privaten Kfz auf dem Weg nach Hause. Ich war noch in Uniform. Kurz vor der Autobahn krachte es. Ein Auto war mit von hinten aufgefahren.

Der Unfallverursacher und ich waren uns über die Schuldfrage einig. Also setzten wir ein für die Versicherung auf und unterschrieben dieses. Er reichte mir eine Visitenkarte mit seinen Personalien.

Nun kann man ja auf eine Visitenkarte alles drucken. Also bat ich ihn um einen Ausweis oder Führerschein. Irgendetwas, was mir die Sicherheit geben konnte, dass er derjenige war, der er zu sein vorgab.  Da war es dann vorbei mit seiner Kooperation.

„Dann rufe ich jetzt die zuständige Polizei an“, sagte ich. „Dann können die Ihre Angaben überprüfen.“

Noch während ich die Nummer der zuständigen Dienststelle wählte, kam zufällig eine Streife der Wachpolizei von Offenbach vorbei. Schnell winkte ich den Kollegen, die dann auch anhielten. Ich teilte ihnen den Sachverhalt mit.

Allmählich wurde immer klarer, dass der Unfallverursacher mich bezüglich seiner Personalien belogen hatte. Offenbar hatte er auch den Wagen von einem Würzburger Autohaus in Würzburg unterschlagen und hatte wegen ähnlicher Betrugsdelikte in der Vergangenheit schon im Gefängnis gesessen.

Die zufällig gekommenen Kollegen nahmen sich der Sache an und mich ins „Schlepptau“ zur zuständigen Polizeistation Neu Isenburg. Die Kollegen dort waren sehr freundlich, der Unfall wurde aufgenommen und ich konnte meine Heimreise mit Verspätung antreten.

Leider hatte ich vergessen mir die Namen der beiden Kollegen von der Wachpolizei von Offenbach geben zu lassen. Ich bin sehr dankbar, dass sie sich meiner Sache so gewissenhaft und kollegial angenommen haben und den Sachverhalt vor Ort so gut geklärt haben. Ohne ihre Hilfe wäre die Geschichte vielleicht nicht so reibungslos abgelaufen. Das ganze Erlebnis verdeutlichte mir wieder einmal den kollegialen Umgang zwischen Polizisten aus unterschiedlichen Behörden, immerhin waren in den ganzen Sachverhalt ich als Bundespolizist in Uniform auf privater Heimreise, die zwei Kollegen der Wachpolizei Offenbach und die Kollegen der Landespolizei von Neu Isenburg eingebunden.

Anbei hänge ich einen Zeitungsbericht an, der den Sachverhalt öffentlich machte: http://www.mainpost.de/regional/wuerzburg/Nach-Haftentlassung-Auto-unterschlagen-Unfall-gebaut;art492151,8326000

Außerdem möchte ich dem Verein „Keine Gewalt gegen Polizisten e.V.“ für Ihre moralische Rückendeckung und Unterstützung danken, vielen Dank!

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