„Kunst im PP“ – Menschen im Polizeipräsidium Koblenz

Schon als KGgP noch ein Projekt war, hatte ich immer die Künstler im Polizeidienst im Auge. Schließlich ist eines unserer Anliegen, dass auch der Mensch im Polizisten erkannt wird. Künstlerisches Schaffen ist sicherlich ein Ausdruck des Menschseins.

Am Mittwoch, 15. Oktober, eröffnete der Koblenzer Polizeipräsident die Vernissage zur Ausstellung, die bis zum 12. November dieses Jahres dort zu sehen sein wird. Es kamen über 130 Werke von 15 Künstlern zusammen.

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Dies ist bereits die zweite Ausstellung ihrer Art. Im Jahr 2012 fand zum ersten Mal eine Ausstellung auf Anregung von Claudia Völkel statt.

Insgesamt stellen 15 Künstler dort aus, darunter auch ein Polizeiseelsorger. Zu sehen sind Werke der Malerei, der Fotografie, aber auch Modellbau und Skulpturen. Eine Bodypainterin zeigt per Fotos ihre Kunst und zwei Autoren stellen ihre Werke vor.

Viele Interessierte fanden sich zur Vernissage im Polizeipräsidium ein
Viele Interessierte fanden sich zur Vernissage im Polizeipräsidium ein.

 

Gerhard Starke
Gerhard Starke

Mit einigen der Künstler kam ich auch ins Gespräch. Besonders gefreut habe ich mich über ein kurzes Gespräch mit Gerhard Starke, der in Zusammenarbeit mit Christoph Kloft zwei Bücher geschrieben hat, u.a. das Buch „Ich musste sie töten“. Darin berichtet er über seine Zeit als Mordermittler. Da der Vereinssitz in einem Ort liegt, in dem ein besonders schrecklicher Mord stattgefunden hat und ich in der Gegend, in der Gerhard Starke seine Fälle gelöst hat, aufgewachsen bin haben mich seine Bücher besonders fasziniert. Kleine Anekdote am Rande: Empfohlen wurden mir die Bücher von einem anderen Mitarbeiter der Polizeipräsidiums im Polizeipräsidium. Mehr über Gerhard Starke ist auf seiner Homepage www.starke-kriminalfaelle.de nachzulesen.

 

 

 

 

 

 

 

 

Eddie Bragard
Eddie Bragard

Anschließend traf ich Eddie Bragard, der seine Fotos mit Photoshop zu digitaler Malerei verschmelzen lässt. Er kombiniert klassische Inhalte mit der modernen Medienkultur und interpretiert diese neu. Unter der eingetragenen Marke think tank ART® fokussiert er in seinen Erotik- und Fetischbildern provozierende Motive und düstere Obsessionen, vermittelt gleichzeitig auch eine intime Nähe und Sensibilität, die in seinen Portraitaufnahmen besonders deutlich werden. Unter dem Label ttA on tour fotografiert er auch u.a. Landschaften oder sucht sich Ansichten von Koblenz. Mehr Infos und auch Ansichten seiner Werke sind auf www.think-tank-art.de zu finden.

 

 

 

 

 

 

 

Wilhelm Schäfer
Wolfgang Linker

Wolfgang Linker fotografiert ebenfalls. Über viele Jahre arbeitete er beim Erkennungsdienst. Dort wird sich mit Spurensuche, Spurensicherung, Spurenauswertung sowie auch mit der Personenbeschreibung befasst. Dabei entwickelt man einen guten Blick für das Detail. Dies schlägt sich in überraschenden Detailaufnahmen nieder, in denen Wilhelm Schäfer eigentlich bekannte Motive, wie bspw. den Fernsehturm am Alexanderplatz oder auch den Reichstag, auf überraschende Weise festhält.

 

 

 

Carmen Müller
Carmen Müller

Carmen Müller von der Polizeiinspektion Westerburg ist Bodypainterin. Dabei spielt sie mit Farben und dem Ungewöhnlichen. Sie bemalt u.a. die Bäuche von Schwangeren mit lustigen Motiven, wie bspw. einem Garfield, der von dem Bauch abrutscht. Meist arbeitet sie mit Fotografinnen zusammen, um das Ergebnis festzuhalten. Da ich selbst fotografiere, haben mich die Bilder sehr beeindruckt, auf denen Frauen mit farbigen Flüssigkeiten beworfen wurden, und auf dem Bild der Eindruck entsteht, es handele sich um ein Kleid. Ich kann nachempfinden, wie oft dies wiederholt werden musste, um ein brauchbares Bild herauszubekommen. Aber, so versichert Carmen Müller, alle Beteiligten haben dabei ihren Spaß. Sie selbst beschreibt sich so: „Einfach mal anders sein, sich anders sehen, das Beste aus jedem herauszuholen – das ist es, was Menschen dazu bewegt, sich unter ‚meine Hände‘ zu begeben.“ Carmen Müller ist bei Facebook unter dem Namen Carmen’s Art vertreten.

 

 

 

Paul Dresen
Paul Dresen

Paul Dresen hat als Polizeibeamter noch eine fundierte Ausbildung in Fotografie bekommen. Zu Zeiten der analogen Fotografie mussten Unfallort- und Tatortaufnahmen noch selbst entwickelt werden. Allerdings hatte man weniger Möglichkeiten als heute, digital nachzuhelfen, deshalb war es wichtig, sich mit Blenden- und Verschlusszeiteneinstellungen gut auszukennen. Deshalb beherrscht er das Handwerk des Fotografen aus dem FF. Er selbst will sich wegen der speziellen Wahrnehmung, die man als Polizeibeamter entwickelt, den Blick für die Schönheiten der Natur bewahren. Das sieht man seinen Bildern auch an. Neben idyllischen Landschaften hat er auch malerische Fotos von Autowracks geschossen.

 

 

 

Die Organisatorin Isabel Heinz im Gespräch mit dem Polizeipräsidenten Wolfgang Fromm vor einem Teil der Kunstwerke. (Bildquelle: PP Koblenz)
Die Organisatorin Isabel Heinz im Gespräch mit dem Polizeipräsidenten Wolfgang Fromm vor einem Teil der Kunstwerke. (Bildquelle: PP Koblenz)

Nicht unerwähnt lassen möchte ich an dieser Stelle die Organisatorin des Ganzen, Isabel Heinz. Angesichts dessen, was für ein irrer Aufwand schon die Organisation einer Mitgliederversammlung unseres Vereins ist, kann ich nur erahnen, wie viel Arbeit es gewesen sein muss, diese Ausstellung und Vernissage zu organisieren.

Leider waren nicht alle Künstler da und ich kam auch nicht mit jedem ins Gespräch. Deswegen möchte ich an dieser Stelle die Pressemitteilung des PP Koblenz vom 16.10.2014 dazu auszugsweise zitieren:  „Monika Baab, Norbert Göbel und Helga Schaller [sind] mit abstrakten, farbenfrohen Leinwandbildern und Zeichnungen [vertreten]. Helga Schaller kombiniert die Malerei mit ungewöhnlichen Collagen. Realistische Zeichnung und Malereien sind von Friedhelm Hermanni und Bernd Nüßer zu bewundern.

In der Sparte der Fotografie zeigt Reinhard Behnke makrohaft seine wesentlichen Augenblicke. Wolfgang Linker zeigt sein fotografisches Können in einer S/W Serie und… Wilhelm Schäfer kombiniert seine Bilder mit den verschiedensten Zitaten. Neben Fotos können die Gemälde und Holzskulpturen, die Achim Peesel ausstellt, bewundert werden. Mit viel Geduld und in vielen Arbeitsstunden hergestellte Modelle zeigt Wolfgang Mayer.

Auch die Literatur ist [auch durch] … Jörg Schmitt-Kilian vertreten. …

Diese Ausstellung zeigt uns die Polizeiwelt unter einem neuen Aspekt. Alle Teilnehmer finden in ihrer künstlerischen Tätigkeit einen Ausgleich zur Arbeitswelt. Durch die Präsentation der Werke erlauben sie uns einen Blick auf ihr Inneres. Sensibilität, Zweifel, Mut und Freude bleiben nicht länger verborgen und erlauben einen veränderten Blick auf die Künstler.

Ein Besuch lohnt sich und ist bis zum 12. November 2014, montags bis donnerstags zwischen 9:00 und 16:00 Uhr, freitags von 9:00 Uhr bis 13:00 Uhr möglich (während der Öffnungszeiten des Haupteinganges).

Der Eintritt ist selbstverständlich frei!“

Der Besuch lohnt wirklich. Das Polizeipräsidium liegt am Moselring 10 in Koblenz. Vereinsmitglieder können sich auch daran freuen, dass unser Plakat im Besuchereingang des Polizeipräsidiums hängt.

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:-)

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