Aktivitäten des Vereins “Keine Gewalt gegen Polizisten e.V.” im September 2014

logoIm September haben wir fünf neue Mitglieder dazugewonnen. Wir waren per 30.09.2014 genau 99 Mitglieder.  Nähere Informationen zu unserer Mitgliederstruktur per 30.09.2014 finden Sie hier.

Auf unserer Mitgliederversammlung am 11.04.2014 haben wir eine Satzungsänderung beschlossen, die uns ermöglicht, auch Fördermitglieder aufzunehmen. Diese Fördermitgliedschaft richtet sich explizit an jene, die uns zwar gut finden und gern regelmäßige Unterstützung in Form von Geld liefern möchten, aber aus den verschiedensten Gründen keine Vollmitgliedschaft anstreben. Ich persönlich bin bspw. Fördermitglied bei der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger. Abgesehen davon, dass mein Weg zur Küste schlicht zu weit ist, hätte ich auch viel zu viel Angst, bei Orkan auf die Nord- oder Ostsee rauszufahren. Allerdings finde ich, dass solche Menschen unterstützt gehören, also habe ich mich dort für die Fördermitgliedschaft entschieden.

Diese Satzungsänderung ist nun auch eingetragen. Es ist also möglich, reines Fördermitglied bei uns zu werden.

Wir haben im September 155 Euro an Spenden bekommen. Die von uns eingenommenen Spenden sind hier auf unserer Spenderliste aufgeschlüsselt. Vielen Dank den Spendern. Wir freuen uns über jede Spende.

Zum Thema Geldeingänge für unseren Verein möchte ich noch die Zuweisungen von Auflagenzahlungen erwähnen. In Ermittlungs- und Strafverfahren kann dem Beschuldigten eine Auflage erteilt werden, einen bestimmten Betrag an eine gemeinnützige Einrichtung zu zahlen. Es ist sinnvoll, dass die gemeinnützige Einrichtung das Gebiet bearbeitet, auf dem der Täter auffällig wurde. So wird oft jemandem, der Tierquälerei begangen hat, auferlegt, eine bestimmte Summe an einen Tierschutzverein zu überweisen. In den Bundesländern werden Listen gemeinnütziger Einrichtungen geführt, damit Staatsanwälte, Richter und weitere Mitarbeiter von Justizbehörden sich entsprechend informieren können, welche Vereine es gibt.

Wir stehen in folgenden Bundesländern auf dieser Liste: Rheinland-Pfalz, Nordrhein-Westfalen, Hessen und seit August auch im Saarland. Weitere Bundesländer werden nach und nach folgen. Liebe Polizeibeamte, wenn Sie Opfer von Gewalt werden – sagen Sie das bitte Ihren Anwälten. Danke sehr!

Was treiben wir nun mit dem Geld, das wir aus Spenden, Mitgliedsbeiträgen und Zuweisungen einnehmen?

Nun, wir verfolgen, grob gesagt, zwei Vereinsziele, nämlich die steigende Gewalt gegen Polizeibeamte bekannt zu machen” und “Polizeibeamten Rückhalt zu vermitteln”.

Vereinsziel “Bekanntmachen der Problematik”:

Im September 2014 wurden in unserer “Galerie der Gewalt”  insgesamt 431 Meldungen über Gewalt gegen Polizeibeamte veröffentlicht. Von diesen Meldungen stammen vier aus der Schweiz, 21 aus Österreich und zehn aus Luxemburg. Eine davon betraf Zollbeamte, vier betrafen Ordnungsbeamte.

Insgesamt 118 dieser Meldungen hatten verletzte Polizeibeamte zum Inhalt.

Am 17.09.2014 starb in Berlin ein Polizeibeamter in zivil durch einen Unfall, bei dem er beim Überqueren einer Straße überfahren wurde. Wir haben eine Kondolenzkarte sowohl an seine Kollegen als auch an seine Angehörigen über die Polizei Berlin geschickt.

Das sind natürlich nur die Gewaltakte, die uns bekannt werden, also die Spitze des Eisbergs. Hier und da flutscht uns mal was durch, es wird vieles aus ermittlungstaktischen Gründen nicht veröffentlicht und manches auch nicht, um das Sicherheitsgefühl des Bürgers nicht zu stören. Last but not least muss auch eine Auswahl getroffen werden, denn vor dem Hintergrund, dass laut der polizeilichen Kriminalstatistik in 2013 ungefähr 59.044 gewalttätige Übergriffe auf Polizeibeamte verübt wurden, wird klar, dass das keine Presse leisten kann. Das wären durchschnittlich 162 Übergriffe am Tag und ca. 4.920 im Monat. Schon diese Zahlen zeigen, dass wir nur etwa ein Zehntel des Problems abbilden können.

Es bleibt natürlich nicht nur bei den Blogs, wir haben in Facebook, google+ und auf Twitter weitere Präsenzen. Allein mit dem Sammeln der Pressemitteilungen, dem Posten im Blog sowie dem Weiterverteilen dieser Meldungen in die anderen Internetpräsenzen sowie der Überwachung dieser (der Betreiber eines Blogs ist rechtlich verantwortlich für die Inhalte, auch wenn andere sie dort hinterlassen) sowie weiteren Recherchen sind insgesamt acht Vereinsmitglieder mehr oder weniger täglich beschäftigt.

Unsere Broschüren, mit denen wir außerhalb des Internets informieren, können hier eingesehen werden.

Vereinsziel “Rückhalt”:

* Im September 2014 haben wir nur in 10 Fällen Genesungskarten an schwer, krankenhausreif und dienstunfähig verletzte Polizeibeamte geschickt. Auch durch Unfall verletzte Polizeibeamte verdienen dabei unseren Rückhalt. Weitere Informationen zu dieser Thematik sind in unserer Satzung einsehbar.

* Wir schreiben auch Polizeibeamten, die harte Einsätze, wie bspw. einen Schusswaffengebrauch, hinter sich bringen mussten oder die auf eine besonders harte Art angegriffen werden. In diesem Monat ist da insbesondere der Shitstorm zu erwähnen, dem die Polizeibeamten in Rüsselsheim ausgesetzt waren.

* Zudem leisten wir noch in einigen anderen Dingen hier und da ein bisschen Unterstützung an den einen oder anderen Polizeibeamten. Beispielsweise schrieben wir einen Brief an die Ministerpräsidentin von Rheinland-Pfalz, da eine Ausgleichszahlung für Polizeibeamte, die früher aus dem Dienst gehen, wegfallen soll. Über weitere Unterstützung kann ich an dieser Stelle nicht ins Detail gehen. Mit seelsorgerlicher Arbeit wurden in etwa sieben Stunden verbracht.

* Last but not least haben wir ein nicht mehr ganz neues neues Präventionsprojekt. Wir wollen dieses Plakat (jedes Bundesland sowie die Bundespolizei hat eine eigene Version) in alle KiTas, Grundschulen und Polizeidienststellen Deutschlands bringen, ebenso an alle Bahnschalter. In Rheinland-Pfalz und Sachsen-Anhalt läuft es schon. Die Bundespolizei hat uns vorläufig abschlägig beschieden, was wir schade finden, aber aufgeben werden wir nicht. Eine nette Bestellung aus Niedersachsen konnten wir diesen Monat erfüllen.

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Mehr Infos zum Plakatprojekt finden Sie hier.

Abschließend sei gesagt, dass die Grenzen zwischen den Zielen fließend sind. Für so manchen Polizeibeamten bedeutet es schon Rückhalt, dass wir das Thema überhaupt aufgreifen. Das wird aus vielen Rückmeldungen deutlich, die man teilweise hier im Gästebuch nachlesen kann.

Last but not least bliebe der „Danke-Polizei-Tag 2014“ zu erwähnen, von dem wir hoffen, dass wir ihn in 2015 noch auf deutlich breitere Füße stellen können.

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Natürlich ist das in diesem Beitrag Aufgeführte nicht alles, was wir tun, aber ich bitte in Hinblick auf unsere Tätigkeiten, den hier verlinkten Blogbeitrag zu unserem einjährigen Bestehen zu lesen oder auch einen Blick in die hier verlinkten Ausgaben der Mitgliederzeitschriften zu werfen.

Allen Unterstützern, Spendern, und besonders den Mitgliedern herzlichen Dank für Eure Unterstützung!!!

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