Fremdbloggen: Der Tag! (Text von RenéSuaK)

… und dann ist er da, der Tag!

Wie so oft stehe ich voll aufgeturtelt inmitten meiner vielen Kollegen, ein mulmiges Gefühl überkommt mich, ich sehe durch unsere Reihe und hoffe, dass alles gut gehen wird, wie so oft! Viel Zeit zum nachdenken habe ich nicht, ich schaue den Menschen entgegen, die heute ihre Meinung vertreten wollen, wie so oft! Ich bin kein ängstlicher Mensch, aber ich merke wie ich etwas nervös werde beim Anblick der Menschenmassen die mir und meinen Kollegen gegenüberstehen. Ich erkenne kaum Gesichter, ich blicke lediglich in eine vermummte Menge, wie so oft! Ich merke, wie die Stimmung kocht, und ich blicke zu meinen Kollegen, die mir ein angestrengtes Lächeln entgegenbringen, und ich weiß es geht ihnen wie mir, wie so oft! Ein kurzer Gedanke an meine Frau und an die Familie verschafft mir ein kurzes wohltuendes Gefühl und ich werde ruhiger, wie so oft!

Plötzlich tut sich was, die Masse von gegenüber setzt sich in Bewegung, ich habe schwer damit zu kämpfen, den umherfliegenden Gegenständen auszuweichen. Plötzlich ein Stoß und ich falle zu Boden, „Steh auf schnell,“ schießt mir durch den Kopf, wie so oft. Ich sehe nur wild umher laufende Menschen, als ich nach oben schaue, in der Hoffnung einen Kollegen zu sehen, blicke ich in die Augen einer Person die sich über mich beugt, ein Tuch und eine Mütze verdecken das Gesicht. Ich spüre diesen hasserfüllten Blick eines Menschen, dem ich nie zuvor im Leben begegnet bin und der mir nie zuvor begegnet ist… Ich liege immer noch da und weiß nicht genau ob ich bei dem Versuch aufzustehen von diesem Menschen erschlagen werde oder er mir vielleicht sogar hilft ?! Ich sehe ihn an und merke das er mindestens genauso nervös ist wie ich. Ich setze mich etwas auf und bin fast Stirn an Stirn mit ihm. Ich blicke in seine Augen und sage: „Kannst Du mir bitte helfen, ich schaff es alleine nicht.“ Ich merke wie er nun völlig verunsichert vor mir steht… Er schaut sich nervös um, bevor er mir kurzerhand unter den Arm greift und auf die Beine hilft. Wiederum sehe ich in seine Augen und merke das sein Blick entspannter, um nicht zu sagen menschlich geworden ist… ich werfe ihm ein kurzes „Danke“ entgegen, bevor ich wieder zu meinen Kollegen laufe… Mir wird bewusst, wieviel Glück ich gehabt habe, und in mir macht sich etwas Hoffnung breit… vielleicht gibt es doch noch so etwas wie Menschlichkeit und Respekt… doch plötzlich klingelt mein Wecker, wie so oft!!!

Text von RenéSuaK

One comment

  • Axel Griesinger
    19. Januar 2014 - 20:36 | Permalink

    Toll geschrieben, geht einem sehr Nahe und lässt einen die Emotionen verstehen!

    Grüsse eines Kollegen!

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