Aktivitäten des Vereins „Keine Gewalt gegen Polizisten e.V.“ im Oktober 2013

Hier nun die kleine monatliche Zwischenbilanz unserer Vereinsaktivitäten.

In diesem Monat haben wir zwei neue Mitglieder dazugewonnen. Wir sind jetzt 75.

Wir haben leider keine Spenden bekommen. Die von uns eingenommenen Spenden sind hier auf unserer Spenderliste aufgeschlüsselt. Vielen Dank den Spendern. Wir freuen uns über jede Spende.

Zum Thema Geldeingänge für unseren Verein möchte ich noch die Zuweisungen von Auflagenzahlungen erwähnen. In Ermittlungs- und Strafverfahren kann dem Beschuldigten eine Auflage erteilt werden, einen bestimmten Betrag an eine gemeinnützige Einrichtung zu zahlen. Es ist sinnvoll, dass die gemeinnützige Einrichtung das Gebiet bearbeitet, auf dem der Täter auffällig wurde. So wird oft jemandem, der Tierquälerei begangen hat, auferlegt, eine bestimmte Summe an einen Tierschutzverein zu überweisen. In den Bundesländern werden Listen gemeinnütziger Einrichtungen geführt, damit Staatsanwälte, Richter und weitere Mitarbeiter von Justizbehörden sich entsprechend informieren können, welche Vereine es gibt.

Wir stehen in folgenden Bundesländern auf dieser Liste: Rheinland-Pfalz (bisher nur im Nordteil, im Südteil ab Juni 2014), Nordrhein-Westfalen, Hessen und seit August auch im Saarland. Weitere Bundesländer werden nach und nach folgen. Liebe Polizeibeamte, wenn Sie Opfer von Gewalt werden – sagen Sie das bitte Ihren Anwälten. Danke sehr!

Was treiben wir nun mit dem Geld, das wir aus Spenden, Mitgliedsbeiträgen und Zuweisungen einnehmen?

Nun, wir verfolgen, grob gesagt, zwei Vereinsziele, nämlich die steigende Gewalt gegen Polizeibeamte bekannt zu machen“ und „Polizeibeamten Rückhalt zu vermitteln“.

Vereinsziel „Bekanntmachen der Problematik“:

Im Oktober 2013 wurden in unserer „Galerie der Gewalt“  insgesamt 391 Meldungen über Gewalt gegen Polizeibeamte veröffentlicht. Von diesen Meldungen stammen vier  aus der Schweiz, 23 aus Österreich und sieben aus Luxemburg.  Diese Zahlen bedeuten nicht, dass es außerhalb Deutschlands weniger Gewalt gegen Polizeibeamte gibt. Sie bedeuten, dass wir derzeit einfach keine Ressourcen haben, uns außerhalb Deutschlands genau so systematisch umzusehen, wie innerhalb Deutschlands.

Selbst in Deutschland bekommen wir (noch) nicht alle Meldungen.

Insgesamt 111 dieser Meldungen hatten verletzte Polizei- oder Zollbeamte zum Inhalt. Bei zwei Meldungen handelte es sich um getötete Polizeibeamte: der in Sanaa/Jemen ermordete deutsche Bundespolizist sowie der in Lorient/Frankreich mit einem Messerstich ins Auge getötete Polizist.

Das sind natürlich nur die Gewaltakte, die uns bekannt werden, also die Spitze des Eisbergs. Hier und da flutscht uns mal was durch, es wird vieles aus ermittlungstaktischen Gründen nicht veröffentlicht und manches auch nicht, um das Sicherheitsgefühl des Bürgers nicht zu stören. Last but not least muss auch eine Auswahl getroffen werden, denn vor dem Hintergrund, dass laut der polizeilichen Kriminalstatistik in 2012 ungefähr 60.294 gewalttätige Übergriffe auf Polizeibeamte verübt wurden, wird klar, dass das keine Presse leisten kann. Das wären durchschnittlich 165 Übergriffe am Tag und ca. 4.950 im Monat. Schon diese Zahlen zeigen, dass wir nur etwa ein Zehntel des Problems abbilden können.

Es bleibt natürlich nicht nur bei den Blogs, wir haben in Facebook, google+, wer-kennt-wen.de und auf Twitter weitere Präsenzen. Allein mit dem Sammeln der Pressemitteilungen, dem Posten im Blog sowie dem Weiterverteilen dieser Meldungen in die anderen Internetpräsenzen sowie der Überwachung dieser (der Betreiber eines Blogs ist rechtlich verantwortlich für die Inhalte, auch wenn andere sie dort hinterlassen) sowie weiteren Recherchen sind insgesamt neun Vereinsmitglieder mehr oder weniger täglich beschäftigt.

Unsere Broschüren, mit denen wir außerhalb des Internets informieren, können hier eingesehen werden.

Vereinsziel „Rückhalt“:

* Im Oktober 2013 haben wir wieder in 31 Fällen Besserungskarten an schwer, krankenhausreif und dienstunfähig verletzte Polizeibeamte geschickt. An dieser Stelle sei mir die Bemerkung erlaubt, dass es sich seit dem Septemberbeitrag einige Kritiker haben angelegen sein lassen, uns zu erklären, dass sie persönlich das Thema Unfälle für unseren Verein nicht angemessen finden. Dazu sei gesagt, dass über die Angemessenheit unserer Arbeit die Satzung sowie die Mitgliederversammlung entscheiden. Weiterhin sei gesagt, dass wir nicht gewillt sind, in Verletzte erster und zweiter Klasse zu unterscheiden. Damit ist aus unserer Sicht zu dieser Thematik alles gesagt. Weitere Informationen zu dieser Thematik sind in unserer Satzung einsehbar.

* Leider mussten wir diesen Monat wieder zwei Kondolenzkarten verschicken, nämlich in den beiden bereits weiter oben erwähnten Tötungsdelikten zu Lasten von Polizeibeamten (Sanaa/Jemen und Lorient/Frankreich).

* Wir schreiben auch Polizeibeamten, die harte Einsätze, wie bspw. einen Schusswaffengebrauch, hinter sich bringen mussten oder die auf eine besonders harte Art angegriffen werden. Da wurden im Oktober in insgesamt vier Fällen Karten verschickt.

* Zudem leisten wir noch in einigen anderen Dingen hier und da ein bisschen Unterstützung an den einen oder anderen Polizeibeamten. Da kann ich an dieser Stelle aber nicht ins Detail gehen. Mit seelsorgerlicher Arbeit für den Verein wurden in etwa elf Zeitstunden zusätzlich zu all dem anderen verbracht.

Abschließend sei gesagt, dass die Grenzen zwischen den Zielen fließend sind. Für so manchen Polizeibeamten bedeutet es schon Rückhalt, dass wir das Thema überhaupt aufgreifen. Das wird aus vielen Rückmeldungen deutlich, die man teilweise hier im Gästebuch nachlesen kann.

Natürlich ist das in diesem Beitrag Aufgeführte nicht alles, was wir tun, aber ich bitte in Hinblick auf unsere Tätigkeiten, den hier verlinkten Blogbeitrag zu unserem einjährigen Bestehen zu lesen.

Allen Unterstützern, Spendern, und besonders den Mitgliedern herzlichen Dank für Eure Unterstützung!!!wp-monalisa icon

One comment

  • Mandy White
    2. November 2013 - 13:28 | Permalink

    Danke!

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