Aktivitäten des Vereins „Keine Gewalt gegen Polizisten e.V.“ im September 2013

Hier nun die kleine monatliche Zwischenbilanz unserer Vereinsaktivitäten.

In diesem Monat haben wir sechs neue Mitglieder dazugewonnen. Wir sind jetzt 73.

Wir haben 20 Euro Spenden eingenommen. Die von uns eingenommenen Spenden sind hier auf unserer Spenderliste aufgeschlüsselt. Vielen Dank den Spendern. Wir freuen uns über jede Spende.

Zum Thema Geldeingänge für unseren Verein möchte ich noch die Zuweisungen von Auflagenzahlungen erwähnen. In Ermittlungs- und Strafverfahren kann dem Beschuldigten eine Auflage erteilt werden, einen bestimmten Betrag an eine gemeinnützige Einrichtung zu zahlen. Es ist sinnvoll, dass die gemeinnützige Einrichtung das Gebiet bearbeitet, auf dem der Täter auffällig wurde. So wird oft jemandem, der Tierquälerei begangen hat, auferlegt, eine bestimmte Summe an einen Tierschutzverein zu überweisen. In den Bundesländern werden Listen gemeinnütziger Einrichtungen geführt, damit Staatsanwälte, Richter und weitere Mitarbeiter von Justizbehörden sich entsprechend informieren können, welche Vereine es gibt.

Wir stehen in folgenden Bundesländern auf dieser Liste: Rheinland-Pfalz (bisher nur im Nordteil, im Südteil ab Juni 2014), Nordrhein-Westfalen, Hessen und seit August auch im Saarland. Weitere Bundesländer werden nach und nach folgen. Liebe Polizeibeamte, wenn Sie Opfer von Gewalt werden – sagen Sie das bitte Ihren Anwälten. Danke sehr!

Was treiben wir nun mit dem Geld, das wir aus Spenden, Mitgliedsbeiträgen und Zuweisungen einnehmen?

Nun, wir verfolgen, grob gesagt, zwei Vereinsziele, nämlich die steigende Gewalt gegen Polizeibeamte bekannt zu machen“ und „Polizeibeamten Rückhalt zu vermitteln“.

Vereinsziel „Bekanntmachen der Problematik“:

Im September 2013 wurden in unserer „Galerie der Gewalt“  insgesamt 499 Meldungen über Gewalt gegen Polizeibeamte veröffentlicht. Von diesen Meldungen stammen fünf aus der Schweiz, 22 aus Österreich und eine aus Luxemburg.  Diese Zahlen bedeuten nicht, dass es außerhalb Deutschlands weniger Gewalt gegen Polizeibeamte gibt. Sie bedeuten, dass wir derzeit einfach keine Ressourcen haben, uns außerhalb Deutschlands genau so systematisch umzusehen, wie innerhalb Deutschlands.

Selbst in Deutschland bekommen wir (noch) nicht alle Meldungen.

Insgesamt 128 dieser Meldungen hatten verletzte Polizeibeamte zum Inhalt. Bei einer der Meldungen handelte es sich um den Mord an drei Polizeibeamten und einem Sanitäter in Niederösterreich.

Das sind natürlich nur die Gewaltakte, die uns bekannt werden, also die Spitze des Eisbergs. Hier und da flutscht uns mal was durch, es wird vieles aus ermittlungstaktischen Gründen nicht veröffentlicht und manches auch nicht, um das Sicherheitsgefühl des Bürgers nicht zu stören. Last but not least muss auch eine Auswahl getroffen werden, denn vor dem Hintergrund, dass laut der polizeilichen Kriminalstatistik in 2012 ungefähr 60.294 gewalttätige Übergriffe auf Polizeibeamte verübt wurden, wird klar, dass das keine Presse leisten kann. Das wären durchschnittlich 165 Übergriffe am Tag und ca. 4.950 im Monat. Schon diese Zahlen zeigen, dass wir nur etwa ein Zehntel des Problems abbilden können.

Es bleibt natürlich nicht nur bei den Blogs, wir haben in Facebook, google+, wer-kennt-wen.de und auf Twitter weitere Präsenzen. Allein mit dem Sammeln der Pressemitteilungen, dem Posten im Blog sowie dem Weiterverteilen dieser Meldungen in die anderen Internetpräsenzen sowie der Überwachung dieser (der Betreiber eines Blogs ist rechtlich verantwortlich für die Inhalte, auch wenn andere sie dort hinterlassen) sowie weiteren Recherchen sind insgesamt neun Vereinsmitglieder mehr oder weniger täglich beschäftigt.

Unsere Broschüren, mit denen wir außerhalb des Internets informieren, können hier eingesehen werden.

Vereinsziel „Rückhalt“:

* Im September 2013 haben wir in 31 Fällen Besserungskarten an schwer, krankenhausreif und dienstunfähig verletzte Polizeibeamte geschickt. Den in derMaibilanz versprochenen Blogbeitrag dazu musste ich wieder leider aus Zeitgründen wieder verschieben.

* Leider mussten wir diesen Monat sehr viele Kondolenzkarten verschicken. Anfang September verunglückte ein Schweizer Polizist (Kantonspolizei Wallis) auf seinem Dienstkrad und verstarb bald darauf an den Unfallfolgen. Am 14.09.2013 gab es einen Unfall auf der A 30 bei Quendorf, bei dem ein Bundespolizist auf dem Weg zum Dienst unter sehr tragischen Umständen ums Leben kam. Die Unfallverursacher wechselten erst einmal in aller Gemütsruhe einen Reifen, bevor sie nach über einer Stunde auf die Idee kamen, doch mal Hilfe zu rufen. Sie geben an, nicht bemerkt zu haben, wie ihr Kleintransporter ein Motorrad gerammt hatte. Auf diese Art dauerte es gute anderthalb Stunden, bis der Notarzt an der Unfallstelle eintraf. Schließlich fand am 17.09.2013 das Drama um den Wilderer in Niederösterreich statt, der drei Polizeibeamte und einen Sanitäter erschossen hat.

* Wir schreiben auch Polizeibeamten, die harte Einsätze, wie bspw. einen Schusswaffengebrauch, hinter sich bringen mussten oder die auf eine besonders harte Art angegriffen werden.

* Zudem leisten wir noch in einigen anderen Dingen hier und da ein bisschen Unterstützung an den einen oder anderen Polizeibeamten. Da kann ich an dieser Stelle aber nicht ins Detail gehen. Mit seelsorgerlicher Arbeit für den Verein wurden in etwa fünf Zeitstunden zusätzlich zu all dem anderen verbracht.

Abschließend sei gesagt, dass die Grenzen zwischen den Zielen fließend sind. Für so manchen Polizeibeamten bedeutet es schon Rückhalt, dass wir das Thema überhaupt aufgreifen. Das wird aus vielen Rückmeldungen deutlich, die man teilweise hier im Gästebuch nachlesen kann.

Natürlich ist das in diesem Beitrag Aufgeführte nicht alles, was wir tun, aber ich bitte in Hinblick auf unsere Tätigkeiten, den hier verlinkten Blogbeitrag zu unserem einjährigen Bestehen zu lesen.

Allen Unterstützern, Spendern, und besonders den Mitgliedern herzlichen Dank für Eure Unterstützung!!!wp-monalisa icon

6 Comments

  • Siggi
    12. Oktober 2013 - 13:57 | Permalink

    Ich persönlich finde, dass wenn ein Polizeibeamter verunglückt auf den Weg zum Dienst oder auf den Weg nachhause hat, dass nichts mit Gewalt gegen Polizeibeamte zutun sondern ist einfach etwas was leider passieren kann genauso wie einem Busfahrer, Maurer etc auch

    • 12. Oktober 2013 - 14:07 | Permalink

      Es hat auch niemand behauptet, dass es etwas mit Gewalt gegen Polizeibeamte zu tun hat. Zumindest wir von KGgP nicht.

      Aber es hat eben eine Menge mit unserem Vereinsziel „Rückhalt an Polizeibeamte vermitteln“ zu tun, auch diese verletzten Menschen zur Kenntnis zu nehmen und ein paar liebe Worte zu schicken. Dieses Vereinsziel findet sich neben anderen in unserer Satzung.

  • 24. Oktober 2013 - 19:49 | Permalink

    Tausend Dank für den tollen Tätigkeitsbericht und den großen Elan! Es ist wunderschön zu verfolgen, wie alles wächst und sich die Wahrnehmung ausbreitet! Viel Kraft, Freude und Erfolg auf Ihren vielen Wegen! Beste Grüße Eva shg-mobbing-graz@gmx.at

  • Michael
    1. November 2013 - 12:59 | Permalink

    Hier wird eine wichtige Arbeit durchgeführt, denn Gewalt kann nie richtig sein.
    Besonders Gewalt an Menschen, die Arbeit zum Wohle der Allgemeinheit durchführen.

    Polizisten haben dabei teils einen gefährlichen Job. Gut, Kritiker sagen: „sie haben sich den Job ausgesucht“ wobei ich dabei denke, man kann es auch anders betrachten und Polizisten als Menschen betrachten, die gewollt ihre Gesundheit, manchmal sogar das eigene Leben, einsetzen, damit unsere Gesetze eingehalten und die Bürger sicherer leben können.

    Respekt …..

    Doch, sogenannte „Wegeunfälle“, sind kein Problem, das nur Polizisten betrifft, sondern jeden Bürger. Und wer unterstützt die Bürger bei Wegeunfällen? Ich glaube, rein nach dem Grundgesetzen, müssen hier ALLE Menschen gleichberechtigt werden.
    Das gilt natürlich auch, wenn es um die Frage geht, Dinge kritisch zu beleuchten, denn alles hat zwei Seiten …

    • 1. November 2013 - 13:48 | Permalink

      Zuerst einmal danke für das Lob. Genau das ist auch unsere Betrachtungsweise – gerade WEIL Polizisten sich diesen Job ausgesucht haben, haben sie diese Gewalt nicht verdient.

      Ihre Ansichten in Hinblick auf „Wegeunfälle“ teile ich grundsätzlich. Allerdings gehören auch Unfälle bei Dienstfahrten zu Ereignissen, bei denen Menschen im Polizeidienst verletzt werden können. Unsere Satzung, die erster Bewertungsmaßstab für die Beurteilung unserer Arbeit ist, sieht vor, dass wir Polizeibeamten Rückhalt vermitteln, allein für die Tatsache, dass sie den Beruf gewählt haben, den sie gewählt haben. Was wäre die Rechtfertigung, sich nur um die Opfer von Gewalt zu kümmern und nicht um die Opfer von Unfällen? Entweder wir vermitteln Polizeibeamten Rückhalt – und dann ALLEN – oder wir lassen es ganz. Eine Einteilung in Verletzte erster und zweiter Klasse kann nicht Sinn der Sache sein. Das ist die zweite Seite…

    • 1. November 2013 - 13:57 | Permalink

      Ach ja, und Deine Frage „Und wer unterstützt die Bürger bei Wegeunfällen?“ kann ich auch gerne beantworten: Wenn ein Unfall auf dem Weg von oder zu der Arbeit ist, dann tut es die Berufsgenossenschaft bzw. die Unfallversicherung bzw. die Krankenversicherung.

      Falls Du emotionale Unterstützung meinst – wenn Dir da noch nicht ausreichend vorhanden ist, und das Thema liegt Dir am Herzen, dann gründe doch einen Verein dazu. Das meine ich vollkommen ernst. Wir leben in einem Staat, der das Subsidiaritätsprinzip unterstützt. Also, immer frisch ans Werk….

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