Aktivitäten des Vereins “Keine Gewalt gegen Polizisten e.V.” im Juni 2013

Hier nun die kleine monatliche Zwischenbilanz unserer Vereinsaktivitäten.

Diesen Monat haben wir ein neues Mitglied dazugewonnen. Wir sind jetzt 65.

Wir haben keine Spenden eingenommen. Die in den Vormonaten eingenommenen Spenden sind hier auf unserer Spenderliste aufgeschlüsselt. Vielen Dank den Spendern. Wir freuen uns über jede Spende, sind allerdings diesen Monat nicht so sehr traurig über mangelnden Spendeneingang, weil wir die Spendenaufrufe der Bundespolizeistiftung sowie der Polizeigewerkschaften des Landes Sachsen-Anhalt für die Flutopfer im Polizeidienst unterstützt haben. Es wäre aber doch schön, wenn das kein Dauerzustand bleiben müsste.

Zum Thema Geldeingänge für unseren Verein möchte ich noch die Zuweisungen von Auflagenzahlungen erwähnen. In Ermittlungs- und Strafverfahren kann dem Beschuldigten eine Auflage erteilt werden, einen bestimmten Betrag an eine gemeinnützige Einrichtung zu zahlen. Es ist sinnvoll, dass die gemeinnützige Einrichtung das Gebiet bearbeitet, auf dem der Täter auffällig wurde. So wird oft jemandem, der Tierquälerei begangen hat, auferlegt, eine bestimmte Summe an einen Tierschutzverein zu überweisen. In den Bundesländern werden Listen gemeinnütziger Einrichtungen geführt, damit Staatsanwälte, Richter und weitere Mitarbeiter von Justizbehörden sich entsprechend informieren können, welche Vereine es gibt.

Wir stehen in folgenden Bundesländern auf dieser Liste: Rheinland-Pfalz (bisher nur im Nordteil, im Südteil ab Juni 2014), Nordrhein-Westfalen und Hessen. Weitere Bundesländer werden nach und nach folgen. Liebe Polizeibeamte, wenn Sie Opfer von Gewalt werden – sagen Sie das bitte Ihren Anwälten. Danke sehr!

Was treiben wir nun mit dem Geld, das wir aus Spenden, Mitgliedsbeiträgen und Zuweisungen einnehmen?

Nun, wir verfolgen, grob gesagt, zwei Vereinsziele, nämlich die steigende Gewalt gegen Polizeibeamte bekannt zu machen“ und „Polizeibeamten Rückhalt zu vermitteln“.

Vereinsziel „Bekanntmachen der Problematik“:

Im Juni 2013 wurden in unserer „Galerie der Gewalt“  insgesamt 416 Meldungen über Gewalt gegen Polizeibeamte veröffentlicht. Von diesen Meldungen stammen sieben aus der Schweiz, 28 aus Österreich und sechs aus Luxemburg. Zwei Meldungen betrafen deutsche Zollbeamten. Diese Zahlen bedeuten nicht, dass es außerhalb Deutschlands weniger Gewalt gegen Polizeibeamte gibt. Sie bedeuten, dass wir derzeit einfach keine Ressourcen haben, uns außerhalb Deutschlands genau so systematisch umzusehen, wie innerhalb Deutschlands.

Selbst in Deutschland bekommen wir (noch) nicht alle Meldungen.

Insgesamt 108 dieser Meldungen hatten verletzte Polizeibeamte zum Inhalt.

Das sind natürlich nur die Gewaltakte, die uns bekannt werden, also die Spitze des Eisbergs. Hier und da flutscht uns mal was durch, es wird vieles aus ermittlungstaktischen Gründen nicht veröffentlicht und manches auch nicht, um das Sicherheitsgefühl des Bürgers nicht zu stören. Last but not least muss auch eine Auswahl getroffen werden, denn vor dem Hintergrund, dass laut der polizeilichen Kriminalstatistik in 2012 ungefähr 60.294 gewalttätige Übergriffe auf Polizeibeamte verübt wurden, wird klar, dass das keine Presse leisten kann. Das wären durchschnittlich 165 Übergriffe am Tag und ca. 4.950 im Monat. Schon diese Zahlen zeigen, dass wir nicht einmal ein Zehntel des Problems abbilden können.

Unsere Broschüren, mit denen wir außerhalb des Internets informieren, können hier eingesehen werden.

Vereinsziel „Rückhalt“:

* Im Juni 2013 haben wir in 27 Fällen Besserungskarten an schwer, krankenhausreif und dienstunfähig verletzte Polizeibeamte geschickt. Den im Vormonat versprochenen Blogbeitrag dazu musste ich leider verschieben.

* In einem Fall mussten wir leider Kondolenzkarten verschicken, nämlich nach dem tödlichen Unfall des Stuttgarter Polizeipräsidenten Thomas Züfle.

* Wir schreiben auch Polizeibeamten, die harte Einsätze, wie bspw. einen Schusswaffengebrauch, hinter sich bringen mussten oder die auf eine besonders harte Art angegriffen werden. Dies war im Juni insgesamt sechs Mal der Fall, davon leider zwei Mal im Zusammenhang mit tödlichen Schusswaffengebräuchen.

* Zudem leisten wir noch in einigen anderen Dingen hier und da ein bisschen Unterstützung an den einen oder anderen Polizeibeamten. Da kann ich an dieser Stelle aber nicht ins Detail gehen.

Abschließend sei gesagt, dass die Grenzen zwischen den Zielen fließend sind. Für so manchen Polizeibeamten bedeutet es schon Rückhalt, dass wir das Thema überhaupt aufgreifen. Das wird aus vielen Rückmeldungen deutlich, die man teilweise hier im Gästebuch nachlesen kann.

Natürlich ist das in diesem Beitrag Aufgeführte nicht alles, was wir tun, aber ich bitte in Hinblick auf unsere Tätigkeiten, den hier verlinkten Blogbeitrag zu unserem einjährigen Bestehen zu lesen.

Allen Unterstützern, Spendern, und besonders den Mitgliedern herzlichen Dank für Eure Unterstützung!!!wp-monalisa icon

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