Die kleinen Wünsche

Besuch des Vereins Keine Gewalt gegen Polizisten e.V. bei der Bundespolizei in Köln-Dellbrück

Nachdem die erste Genesungskarte bei der Mobilen Kontroll- und Überwachungseinheit (MKÜ) der Bundespolizei in Köln-Dellbrück eingegangen war, überraschten die Beamten dort die Vereinsvorsitzende Gerke Minrath mit einer freundlichen Nach-Dienst-Einladung an den ganzen Verein zum gegenseitigen Gedankenaustausch, die wir gerne mit immerhin fünf Mitgliedern wahrnahmen.

Zeichnerin: Vanessa Drossel
Zeichnerin: Vanessa Drossel

Die MKÜ gehört zur Bundespolizeidirektion Sankt Augustin und hat ihren Sitz in Köln. Dort befinden sich die Führungsgruppe und zwei Züge. Ein weiterer Zug ist in Goch und einer in Essen aufgestellt. Zusätzlich gehören dazu noch eine Entschärfergruppe in Düsseldorf und eine in Köln/Bonn. Zu ihrem Aufgabenspektrum gehören etwa Fußballeinsätze, Einsätze bei Versammlungen oder die Verstärkung des Streifendienstes.

 

Symbolfoto
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Es wurde ein ganz besonderer Vereinsausflug. Wir wurden mit viel Wärme und Gastfreundschaft empfangen und fürstlich mit Keksen, Kaffee und später Grillwürstchen bewirtet.

Auch die Gespräche auf der Dienststelle erwiesen sich als äußerst interessant. Das Vereinsthema „Gewalt gegen Polizisten“ und die darum herum liegenden Gebiete wurden ausführlich und ehrlich angesprochen und angeregt diskutiert. Dabei wurden mögliche Ursachen der Gewalt und natürlich auch Lösungsansätze besprochen. Immer wieder erzählten die Beamten Anekdoten aus dem Einsatzgeschehen, die uns manchmal belustigt, manchmal fassungslos zurückließen, wie bspw. die, dass es recht viele Mütter zu geben scheint, die ihren Kindern in Anwesenheit der Beamten sagen: „Wenn du nicht brav bist, holen dich die Polizisten.“ Wen wundert da noch die steigende Aggression gegen Polizeibeamte?

Uns gefiel, dass die Beamten allesamt auch durchaus selbstkritisch waren und damit auf die jüngst wieder aktuell gewordenen Vorwürfe reagierten, die Polizei im Allgemeinen würde oftmals zu hart oder auch rechtswidrig agieren. Es herrschte allgemeiner Konsens im Raum, dass derartige Vorfälle nicht die Regel sind, wenn sie aber geschehen, vor allem die Transparenz ein wichtiger Punkt ist, um mit dem eigenen Handeln offen und selbstkritisch umgehen zu können. Gleichzeitig wurde aber auch der Wunsch nach deutlich neutralerer Berichterstattung laut, gerade in Hinblick darauf, dass vermeintliche und tatsächliche Fehlleistungen von Polizeibeamten lautes Echo in der öffentlichen Diskussion und den Medien finden, es hingegen kaum auffällt, wenn Verfahren gegen Polizeibeamte eingestellt werden oder scharf kritisierte Einsätze sich dann doch als rechtmäßig herausstellen. Die vielfach von Polizeibeamten geforderte Selbstkritik würde vielen vermutlich deutlich leichter fallen, wenn ihnen umgekehrt das Gleiche häufiger entgegengebracht würde.

Auch die Belastungen durch die Einsätze waren ein Thema. Denn selbst, wenn man ohne Verletzungen aus der Lage zurückkehren kann, bleiben doch die Eindrücke, die geschluckten Beleidigungen und das vielleicht schwer zu verkraftende Erlebte beim Beamten zurück. Hier wurde doch deutlich, dass Dinge wie PTBS und Angstproblematik bisher eher selten thematisiert und die Hilfe durch Seelsorger oder nichtkonfessionelle Helfer wohl eher selten wahrgenommen würde. Hier sollte es sicher noch Verbesserungen auf Seiten des Angebots und auch der Überwindung, Hilfe anzunehmen, geben.

Bei der abschließenden Frage, was sich die Polizisten denn von unserem Verein und der Bevölkerung wünschten, kam neben anderen Dingen wie der Öffentlichkeitsarbeit eigentlich eine ganz kleine Sache zur Sprache: Einfach mal loben und danke sagen. „Ein einziges Lob rettet den ganzen Tag.“
Wir denken: Das sollte doch nicht zu viel verlangt sein, oder?

Die Atmosphäre war dabei die ganze Zeit über wirklich freundlich und sehr angenehm. Wir waren auch davon gerührt, dass uns nach Dienstschluss noch so viel Zeit gewidmet wurde. Sicher können wir stellvertretend für alle sagen, dass wir uns wirklich wohlgefühlt haben.
(Nicht zuletzt durch die gute Bewirtung.  wp-monalisa icon)

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Vielen Dank an die MKÜ sowie allen Polizeibeamten vielen Dank für ihren täglichen Einsatz!

 

Vanessa Drossel, Gerke Minrath

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