Brief an den DFB

Folgendes Schreiben hat der Vorstand von Keine Gewalt gegen Polizisten e.V. an das Präsidium des DFB geschrieben:

 

„Fan“plakat, das am 23.03. sowohl beim Spiel Hansa-Rostock gegen Darmstadt 98 als auch beim Spiel der 2. Mannschaft des 1. FC Köln gegen Rot-Weiß Essen gezeigt wurde

Sehr geehrte Herren,

wir sind ein eingetragener und gemeinnütziger Verein aus Nichtpolizisten und Polizeibeamten und wenden uns gegen Gewalt gegen Polizeibeamte. Die dabei regelmäßig auch im Rahmen von Fußballeinsätzen stattfindende Gewalt beschäftigt uns natürlich auch.

Mit diesem Plakat („Wer hoch fliegt fällt auch tief a.c.a.b.“) wurde nun eine letzte Grenze der Menschenverachtung überschritten.

Jedes Wochenende halten Tausende von Polizeibeamten ihren Kopf bei Fußballeinsätzen hin. Ihre Familien und Freunde hoffen, dass sie heil und am Stück wieder nach Hause kommen.

Wir im Verein sind der Ansicht, dass Menschen, die ihren Kopf für die Gesellschaft hinhalten, nicht mit Gewalt begegnet werden sollte. Wir sind teilweise selbst Fußballfans, aber es kann doch nicht sein, dass Wochenende für Wochenende Polizeibeamte beleidigt, bespuckt, angegriffen und teilweise auch verletzt werden, nur weil eine Minderheit der Fußballfans meint, aus einem schönen Sport einen Vorwand für eine Art Krieg machen zu müssen.

Am 21. März starb ein Bundespolizist bei einer Übung, die eben wegen solcher so genannter „Fans“ stattgefunden hat (meines Erachtens kann man mit einem derart merkwürdigen Verständnis von sportlicher Fairness eigentlich kein Fußballfan sein).

Es ist unerträglich, dass sich zwei Tage nach diesem Vorfall Angehörige und Kollegen des Verstorbenen auf eine derart geschmacklose Weise öffentlich verhöhnen lassen müssen.

Wir erwarten vom DFB eine deutliche Entschuldigung für diese Vorfälle. Rot-Weiß Essen und Hansa-Rostock haben es vorgemacht, sich bei der Familie des tödlich Verunglückten zu entschuldigen.

Darüber hinaus möchten wir Sie bitten, dem guten Beispiel von Hannover 96 zu folgen und sich dafür einzusetzen, dass endlich die A.C.A.B.-Transparente in deutschen Stadien verboten werden. Es kann doch nicht sein, dass sich gerade jene, die mit ihrem allwochenendlichen Einsatz den Gewinn der Fußballvereine – und damit letztlich auch Ihr Einkommen, meine Herren – sicherstellen, auch noch als Bastarde beleidigen lassen müssen.

Hertha BSC plant ein Benefizspiel für die Hinterbliebenen des Bundespolizisten Lutz Albrecht. Es wäre doch eine gute Idee, wenn der DFB ebenfalls eine Spende an das von der Bundespolizeistiftung eröffnete Spendenkonto für die Hinterbliebenen überweisen würde. Das kann zwar den Schmerz über den Verlust eines geliebten Menschen nicht aufwiegen. Ebenso kann es den Schmerz, dafür auch noch öffentlich verhöhnt zu werden, nicht ausgleichen, aber wenigstens auf dem Weg in die Zukunft helfen. Und es wäre ein klares Zeichen, was der Deutsche Fußballbund von der Aussage A.C.A.B. hält. Vielen Dank dafür im Voraus.

Mit freundlichen Grüßen

 

Nachtrag: Auch im Fußballstadion Zwickau wurde ein Plakat gezeigt. Die Aufschrift: „Bundespolizei: Flieg nicht zu hoch, mein kleiner Freund.“

3 Comments

  • Susanne ZECH
    6. April 2013 - 18:17 | Permalink

    Die sollten sich alle mal in Grund und Boden schämen – überhaupt so etwas zu veröffentlichen .
    Meine Truppe ist ein so geiler Haufen – und , ich möchte auf keine/n einzige/n Kollegen und Kollegin verzichten müssen …
    Ich habe die BESTEN um mich …. <3 ;-9

  • Frank
    7. April 2013 - 11:36 | Permalink

    „Solche Kreaturen müssen aussortiert und mit aller Härte der Gesetze bestraft werden.“
    Jawoll Josef. Für welche Partei bist du tätig? Natürlich haben die Jungs durch die Verwendung des Plakates gezeigt, wessen Geistes Kind sie sind. Und ja, ich empfinde es auch abscheulich. Aber genauso abscheulich empfinde ich deine Forderung.

  • 7. April 2013 - 13:18 | Permalink

    Da ich eben gelernt habe, dass es sich hier nicht nur um eine „unschöne“ Ausdrucksweise handelt, sondern auch um eine, die möglicherweise strafrechtlich relevant ist, habe ich den betreffenden Kommentar wieder ausgeblendet.
    Entschuldigung für das Hin und Her, aber die Gratwanderung zwischen juristischer Korrektheit und Zensur ist auch nicht immer so einfach.

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