Aktivitäten des Vereins ‚Keine Gewalt gegen Polizisten e.V.‘ im Februar 2013

Dieser Monat war insgesamt etwas ruhiger, was u.a. damit zu tun hatte, dass einige Mitglieder, auch ich, beruflich recht beansprucht waren.

Wir haben seit Ende Januar wieder sechs neue Mitglieder dazugewonnen. Herzlich willkommen. Jetzt sind wir 49. Dieser Trend sollte möglichst anhalten. Aus diesem Grund haben wir hier auf unserer Homepage ein Online-Formular entwickelt, mit dem der Eintritt mit etwas weniger Aufwand für angehende Mitglieder verbunden ist. Das 50. Mitglied wird für das Jahr 2013 von seinen Beiträgen befreit. Eine Mitgliedschaft ist übrigens ab 50 Cent im Monat zu haben. Das macht gerade mal sechs Euro im Jahr. Es geht natürlich auch mehr, aber wir setzen da lieber auf Freiwilligkeit. Je mehr wir werden, desto lauter werden wir auch und desto schwerer wird es, uns zu überhören.

Im Februar 2013 gab es keine einzige Spende für uns. Schade! Damit findet auch niemand einen Platz auf unserer Spenderliste.  Wer uns unterstützen möchte, dem sei gesagt, dass wir auch ein Paypal-Konto haben. Wir freuen uns über jede Spende.

Was treiben wir nun mit dem Geld, das wir aus Spenden und Mitgliedsbeiträgen einnehmen?

Nun, wir verfolgen, grob gesagt, zwei Vereinsziele, nämlich die steigende Gewalt gegen Polizeibeamte bekannt zu machen“ und „Polizeibeamten Rückhalt zu vermitteln“.

Vereinsziel „Bekanntmachen der Problematik“:

Im Januar 2013 wurden in unserer „Galerie der Gewalt“ insgesamt 390 Meldungen über Gewalt gegen Polizeibeamte veröffentlicht. Von diesen Meldungen stammen sechs aus der Schweiz, eine aus Österreich, vier aus Luxemburg und eine aus Frankreich. Diese Zahlen bedeuten nicht, dass es außerhalb Deutschlands weniger Gewalt gegen Polizeibeamte gibt. Sie bedeuten, dass wir derzeit einfach keine Ressourcen haben, uns außerhalb Deutschlands genau so systematisch umzusehen, wie innerhalb Deutschlands. Selbst in Deutschland bekommen wir (noch) nicht alle Meldungen.

Insgesamt 120 dieser Meldungen hatten verletzte Polizeibeamte zum Inhalt. Eine Meldung, die aus Frankreich, hatte zwei ermordete Polizeibeamte (Boris Voelckel, 32 Jahre alt, sowie Cyril Genest, 40 Jahre alt) zum Inhalt, die bei einer Verfolgungsjagd auf dem inneren Autobahnring um Paris von dem Verfolgten absichtlich gerammt wurden und sofort verstarben. Der dritte Polizist, Frédéric Kremer, 54 Jahre alt, liegt mit schweren Verletzungen im Koma und kämpft nach wie vor um sein Leben, obwohl sich erste Besserungen abzuzeichnen scheinen.

Das sind natürlich nur die Gewaltakte, die uns bekannt werden, also die Spitze des Eisbergs. Hier und da flutscht uns mal was durch, es wird vieles aus ermittlungstaktischen Gründen nicht veröffentlicht und manches auch nicht, um das Sicherheitsgefühl des Bürgers nicht zu stören. Last but not least muss auch eine Auswahl getroffen werden, denn vor dem Hintergrund, dass laut der polizeilichen Kriminalstatistik in 2011 ungefähr 53.200 gewalttätige Übergriffe auf Polizeibeamte verübt wurden, wird klar, dass das keine Presse leisten kann. Das wären durchschnittlich 146 Übergriffe am Tag und ca. 4.300 im Monat. Schon diese Zahlen zeigen, dass wir nur etwa ein Zehntel des Problems abbilden können.

Vereinsziel „Rückhalt“:

* Im Februar 2013 haben wir in acht Fällen Besserungskarten an schwer, krankenhausreif und dienstunfähig verletzte Polizeibeamte geschickt.

* In einem Fall mussten wir leider Kondolenzkarten verschicken, nämlich im Falle der beiden ermordeten Polizeibeamten in Paris. Bei Todesfällen, in denen die Polizeibeamten durch Gewalteinwirkung zu Tode kommen und die in einer Demokratie stattfinden, verschicken wir auch außerhalb des deutschsprachigen Raums Beileidskarten – sofern wir der Sprache des Zielgebietes mächtig sind.

* Wir haben zwei Briefe geschrieben, in denen wir der Ansicht waren, dass Pressedarstellungen nicht angemessen waren. Der erste Brief ging an die Redaktion von Freelens, da ein für Freelens tätiger Autor im hier verlinkten Artikel ganz offensichtlich vergessen hatte, wer nach der Gewaltenteilung für Durchsuchungsbeschlüsse zuständig ist. Darauf erhielten wir keine Antwort.

Der zweite Brief ging erst am 28.2. raus an Frau Haupt, die für die FAS diesen Artikel hier geschrieben hat. Auszüge daraus werden auch demnächst hier im Blog veröffentlicht. Eine Kopie des Schreibens ging auch an ihre Redaktion.

* Zudem leisten wir noch in einigen anderen Dingen hier und da ein bisschen Unterstützung an den einen oder anderen Polizeibeamten. Da kann ich an dieser Stelle aus Gründen des Vertrauens nicht ins Detail gehen.

Abschließend sei gesagt, dass die Grenzen zwischen den Zielen fließend sind. Für so manchen Polizeibeamten bedeutet es schon Rückhalt, dass wir das Thema überhaupt aufgreifen. Das wird aus vielen Rückmeldungen deutlich, die man teilweise hier im Gästebuch nachlesen kann.

Natürlich ist das in diesem Beitrag Aufgeführte nicht alles, was wir tun, aber ich bitte in Hinblick auf unsere Tätigkeiten, den hier verlinkten Blogbeitrag zu unserem einjährigen Bestehen zu lesen.

Allen Unterstützern, angehenden Spendern, die sich jetzt sicher nicht mehr zurückhalten können, und besonders den Mitgliedern wp-monalisa iconlichen Dank für Eure Unterstützung!!!

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