Unvermeidlich

Nachdem ich in Basel bei der Hauptpost meine Karten abgeliefert hatte, trat ich also in die Freizeit ein. Wobei ich natürlich immer auf der Jagd nach Fotomotiven wie Streifenwagen, netten Beiträgen zur Aktion „All cops are beautiful“ und ähnlichen Dingen bin.

Schon öfters hatte ich im Rahmen dieses Blogs erwähnt, dass seit Gründung des Projekts „Keine Gewalt gegen Polizisten“ im Mai 2009 für mich quasi kein Tag ohne Polizeisichtung vergeht. An diesen Tagen in der Schweiz haben diese sich sogar multipliziert, wie man an meiner eindrucksvollen Sammlung von Polizeifotos sehen kann. Natürlich waren es noch viel mehr Sichtungen, aber selbst ich kriege nicht immer die Kamera rechtzeitig hoch.

Allerdings hatte ich den festen Vorsatz, außerhalb dieser Kleinigkeiten dem Thema zu Erholungszwecken aus dem Weg zu gehen. Klappte auch ganz gut. Bis Solothurn.

Der Zufall wollte es, dass der öffentliche Parkplatz, den meine Bekannte wählte, gegenüber der Kantonspolizei lag. Zu meiner leichten Frustration parkten auch diese Herrschaften ihre Streifenwagen hinter dem Haus. Aber egal, das Ganze diente ja der Erholung, also ab nach Solothurn und Kultur, Sonne und Vermicelles tanken.

Das taten wir dann auch ausgiebig und erreichten letztlich das Aare-Ufer. Genau vor der Jugendherberge passierte es dann.

Ein Fotoapparat lag herum. Einfach so. Herrenlos. Einsam. Auf einem Steinblock. Direkt vor der Jugendherberge. Es handelte sich um eine Kleinbildkamera. Eine Befragung einiger Passanten ergab, dass niemandem der aktuell Anwesenden diese Kamera gehörte. Da sie auch recht auffällig verziert war, nahmen wir an, sie könne einem Kind gehören und versuchten, sie in der Jugendherberge abzugeben. Leider war die Rezeption dort geschlossen. Die nächste Öffnung der Rezeption stand zu einer Uhrzeit in Aussicht, zu dem meine Freundin einen Termin in Basel hatte und ich in meinem Zug nach Hause zu sitzen gedachte.

„Dann gehen wir eben zur Polizei“, stellte meine Bekannte fest. „Das Auto steht ja eh da in der Nähe.“

War ja irgendwie auch klar gewesen. Wie konnte ich mir auch einbilden, eine Kantonshauptstadt zu besichtigen, ohne wirklich die einmalige Chance zu erhalten, die Streifenwagen hinter dem Haus zu sehen? Dass ich, wenn ich schon dort auftauchen musste, danach fragen würde, war auch klar.

Zuerst wirkten die Dame und der Herr am Empfang der Kantonspolizei nicht so begeistert. Bevor sie aber auf die Idee kommen konnten, uns weiterzuschicken, erläuterte ich ihnen unsere zeitlichen Restriktionen. Der Wunsch nach pünktlichem Erscheinen ist in der Schweiz immer ein gutes Argument, das mit großem Verständnis aufgenommen wird.

Da wurden sie auch ganz freundlich und nahmen die Kamera mit unseren Informationen dazu entgegen. Meine Adresse hinterließ ich auch. Schließlich will ich wissen, ob der Eigentümer gefunden wird.

Zu meinem Entzücken gab es auch eine Vitrine mit einigen Werbeartikeln. Meine beiden deutschen Polizeibären haben jetzt Gesellschaft eines schweizer Kollegen aus Solothurn bekommen.

Na ja, und die Streifenwagen durfte ich auch noch fotografieren.

Vermutlich halten die beiden mich jetzt für ein bisschen bluna. Aber das muss man ja auch sein, wenn man KGgP dauerhaft durchhalten will. Insofern passt das schon!

3 Comments

  • horti
    9. Oktober 2011 - 08:11 | Permalink

    sind wir nicht alle in bisschen BLUNA…

    MfG
    das hortkind

  • 9. Oktober 2011 - 12:33 | Permalink

    lach find es lustig , hm bluna sind wir schon manchmal , ich lese deine berichte , mit bewunderung , wollte ich mal schreiben .

  • Hans-Gerd Birkholz
    9. Oktober 2011 - 17:09 | Permalink

    „Bluna ist prima, Bluna ist die Wucht!“
    Und wenn dann noch was Vernünftiges wie KGgP herauskommt: Lasst doch alle bluna sein!

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