Frankfurt

Mich wundert ja schon seit langem, mit welch ungeheurer Selbstgerechtigkeit so manche ihre Meinung bilden. Je ungetrübter von Sachkenntnis die Äußerungen dieser Menschen sind, desto selbstgerechter sind sie im Regelfall.

So richtig zum Kotzen ist es immer, wenn ein Polizist schießen musste.

Vorab:

Niemand ist beglückt, wenn ein Mensch sterben musste. Niemand findet es toll, dass die Frankfurter Polizistin schießen musste. Am allerwenigsten findet das diese Polizeibeamtin.

Nun, wenn man diese Situation realistisch betrachtet und sich erfrecht die „Das-hätte-man-auch-anders-lösen-können“-Fraktion  auf den einen oder anderen Denkfehler in ihrer Argumentation hinzuweisen, dann kommt ja gleich so eine mehr oder minder unterschwellige Unterstellung. Man wird dann selbst als schießwütig hingestellt und es wird so getan, als würde man eine Art Party schmeißen, weil da endlich mal wieder ein Mensch gestorben ist.

Ich wäre dankbar, wenn Ihr einfach mal die Sachebene der Informationen wahrnehmen würdet und Euch Eure Unterstellungen in den Allerwertesten schieben würdet. Etwa da gehören sie niveautechnisch nämlich auch hin.

Also, noch einmal zum Mitschreiben: Eine Frau hat aus ihrer Handtasche ein Messer geholt, einen Polizisten damit am Arm verletzt und es ihm in den Bauch gestochen. Gerammt würde es wahrscheinlich besser treffen, denn man braucht schon ziemlich viel Kraft dafür.

Eigentlich spricht es ja für die Polizei, dass sie sich in ihren offiziellen Verlautbarungen für eine sachliche Vokabel entscheidet. Schade nur, dass man mit Sachlichkeit heutzutage nicht wirklich weit kommt. Besonders nicht gegen die Gutmenschenfront der geballten Empörung.

Um den Polizisten verletzen zu können, muss die Frau schon sehr dicht vor ihm gestanden haben. Bei der Kraft, die man aufbringen muss, um ein Messer in einen menschlichen Körper zu rammen, ist keine andere Variante vorstellbar. Woher ich das weiß? Ich habe schon mal rohes Fleisch geschnitten. Sollte jeder der Klugscheißer hier mal ausprobieren, das gibt durchaus gewisse Hinweise darauf, wie nah die Frau dem Polizisten gewesen sein muss.

Fakt ist, dass unter fünf Meter Entfernung höchste Lebensgefahr gilt, weil man nur Sekundenbruchteile hat, um zu reagieren.

Das heißt, die Polizistin hatte nicht einmal einen Atemzug, um das Leben ihres Kollegen zu retten.

Ein Zeitraum, in denen man vom Adrenalin überschwemmt wird. Da hilft auch die auf Twitter viel zitierte „Nahkampfausbildung“ von Polizisten nicht weiter. Ja, sie bekommen eine entsprechende Ausbildung.

Wenn man diese Ausbildung schon in den Ring wirft, sollte sich vielleicht auch mit den Inhalten des Wortes „Nahkampf“ beschäftigen.

„Nahkampf“ heißt, dass der Kampf auf einer Distanz stattfindet, in der man den Gegner noch sehen kann, somit wäre bspw. das Duell im Western eine Art Nahkampf.

„Nahkampf“ beinhaltet hingegen nicht, dass man einen bewaffneten Gegner mit bloßen Fäusten erledigt. Das Ziel des Nahkampfes ist nämlich nicht, sich zu suizidieren, sondern sich selbst oder jemand anderen aus einer lebensgefährlichen Situation zu retten.

Insofern lernen Polizisten in dieser Ausbildung vor allen Dingen, dass ein Bewaffneter möglichst nicht nahe genug an einen selbst oder einen Kollegen herankommen darf, um seine Waffe anzuwenden. Ein Messer ist eine solche Waffe, oder wird selbst das mittlerweile bestritten?

Wenn man also dringend meint, über die Polizeiausbildung referieren zu müssen, wäre es vielleicht hilfreich, sich vorher  zu informieren und seine Belehrungen sachlich korrekt abzusondern. Am besten bezieht man diese Infos bei Menschen, die diese Ausbildung hinter sich gebracht haben, und nicht beim politisch-ideologischen Busenfreund, der seine Informationen aus schlechten Filmen oder noch schlechteren Propagandaschriften bezieht.

Dazu gehört auch das Wissen, dass diese Ausbildung dazu dient, die Panik so weit es geht zu reduzieren, um dann das richtige Mittel zur Selbstverteidigung bzw. Nothilfe für andere zu wählen. Sie kann hingegen nicht leisten, aus einem Polizeibeamten einen übermenschlichen Superhelden wie im Kino zu machen, der mal eben locker-lässig einen bis an die Zähne bewaffneten bösen Jungen im Kleiderschrankformat mit bloßer Hand entwaffnet und besiegt.

Auch ein gut ausgebildeter Polizeibeamter wird von Adrenalin überschwemmt, wenn er sieht, dass ein Kollege bereits ein Messer im Bauch hat und man keinen ganzen Atemzug mehr Zeit für eine Entscheidung hat. Wer da fordert, ins Bein zu schießen, hat einfach keine Ahnung vom Leben. Es geht darum, ein Menschenleben zu retten, und zwar das des unbestrittenen Opfers. (Daran kann es ja wohl keinen Zweifel geben, oder hat der Polizist sich etwa selbst das Messer in den Leib gestoßen?).

Was also soll ein Schuss ins Bein bringen? Das Messer wird im Allgemeinen nicht mit dem Bein geführt. Einknicken? Lachhaft! Befasst Euch mal mit Amokläufern, die werden allzu oft durch so eine kleine Kugel im Bein nicht gestoppt. Selbst wenn es also machbar wäre, sollte man vielleicht auf den Arm zielen, der noch schwerer zu treffen ist.

Leute, so etwas kann nur der Supercop im miesen Krimi oder aber Robocop. Und den wollen doch gerade jene nicht, die nie ein gutes Haar an der Polizei lassen. Oder verstehe ich da was falsch?

Würdet Ihr Euch bitte entscheiden, was Ihr nun von Polizisten wollt? Menschlichkeit oder Roboterhaftigkeit? Oder ist die Frage auch schon wieder zu logisch?

Gut, damit wäre also wenigstens für jene, die denken können, geklärt, dass die Forderung nach dem Schuss ins Bein zwar aus menschlichen Gründen nachvollziehbar ist, aber nicht erfüllbar. Auch aus menschlichen Gründen. Weil Menschen keine Maschinen sind.

Bliebe die nächste Variante. Die Polizistin hätte gar nichts machen sollen.

Das kann man doch nicht ernsthaft fordern?

Aber sicher doch. Zugucken, wie der eigene Kollege abgestochen wird. Tolle Idee!!! Das würde ich nicht mal bei einem Kollegen fertigbringen, den ich nicht mag. Mehr Worte verliere ich zu diesem Superschwachsinn nicht mehr. Vor allen Dingen möchte ich die Typen mal sehen, wenn sie schon ein Messer im Bauch haben und die Polizei kommt. Schreit Ihr dann auch: „Nicht schießen, es gibt bestimmt eine andere Lösung!“? Ja, nee, ist klar.

Abgesehen davon: Schon mal die Worte „Notwehr“, „Nothilfe“ oder „unterlassene Hilfeleistung“ gehört? Erst informieren, dann twittern. Kleiner Tipp: wenn man sich zu derartigen Themen äußert hilft auch immer, die herrschende Rechtslage nachzulesen.

Die Polizistin befand sich in einer Notwehr-Situation, denn wer sagte denn, dass nicht als nächstes sie das Messer in die Rippen bekommt. Einige meinen auch, dass sie in Nothilfe gehandelt hat, um ihren Kollegen zu retten. Manche sagen, das sei gemeinschaftliche Notwehr. Das will ich alles gar nicht entscheiden. Ich bin keine Juristin. Das sollen jene entscheiden, die dafür zuständig sind.

Natürlich kann man auch nicht pauschal sagen, dass sie sich der unterlassenen Hilfeleistung schuldig gemacht hätte, wenn sie ihrem Kollegen nicht das Leben gerettet hätte. Unter Schock reagiert ein menschlicher Körper nicht immer so wie er soll. Dennoch kann man von keinem Menschen verlangen, tatenlos zuzusehen, wie ein anderer Mensch abgestochen wird. Soviel ist mal klar. Wer wegsieht, macht mit. Das gilt nicht nur für Mobbing. Das gilt auch für lebensbedrohliche Situationen.

Am „besten“ fand ich den Tweet, der sich darüber beklagte, dass das Todesopfer erwerbslos war.

Äh?

Na und?

Sagt mir bitte, wenn ich mich irre, aber steht da im Grundgesetz nicht was von Gleichheit vor dem Gesetz?

Entschuldigung, aber wo ist der Unterschied, ob ein Multimillionär oder eine Arbeitslose ein Messer in einen Menschen rammt? Bei manchen Argumentationslinien bin ich wirklich dankbar, dass ich ihnen nicht folgen kann. Das ist eine davon.

Andere entblöden sich nicht, diese schreckliche Geschichte und die Tote zu benutzen, um der Hartz IV-Gesetzgebung diesen Tod in den Schuh zu schieben. Ach so? Nicht dass ich Hartz IV toll fände. Aber das kann doch wohl kein Argument dafür sein, dass eine Polizistin keine Nothilfe leisten darf.

Vielleicht bin ich da ja ein bisschen altmodisch, aber ich finde ehrlich gesagt, dass man nicht bewaffnet in einem öffentlichen Gebäude herumzulaufen hat, solange man nicht bei der Polizei oder einem Sicherheitsdienst arbeitet. Ich bin der Ansicht, dass man seine Konflikte mit nervigen Behörden nicht über Randale lösen sollte. Ich finde auch, dass man mit einem Messer keine Menschen zu attackieren hat. Und ich finde schlussendlich, dass man Menschen in Not beizustehen hat.

Offensichtlich vertrete ich damit mittlerweile eine Minderheitenmeinung, aber aus meiner Sicht haben nicht die beiden Polizisten das Problem verursacht. Sie haben die Frau weder gezwungen, bewaffnet durch die Gegend zu laufen, noch haben sie sie gezwungen, einen von ihnen anzugreifen.

So tragisch das für die Angehörigen der Frau ist – die Frau hat das Ganze provoziert. Sei es nun bewusst oder weil sie nicht ganz bei sich war. Mag sein, dass diese Frau auch ein Opfer ist. Der Polizist ist aber auch eines – oder will mir hier jemand erzählen, es sei witzig, einen Messerstich abzubekommen?

Warum hackt also überhaupt jemand auf der Polizistin herum, die unter Einsatz ihres seelischen Wohlbefindens ein Menschenleben gerettet hat?

Ich bedaure die Angehörigen der toten Frau. Mein Beleid!

Ich bedaure aber auch den verletzten Polizisten. Möge er bald wieder auf die Beine kommen und dieses furchtbare Erlebnis schnell verarbeiten. Nach den psychischen Folgen dieses Angriffs auf ihn fragt ja derzeit niemand. Das hält nur dabei auf, der Polizistin auf das Überheblichste dumm zu kommen.

Gute Besserung Ihnen!

Am meisten bedaure ich jedoch die Polizistin. Die Mär vom schießwütigen Polizeibeamten ist schon lange widerlegt. Wenn man denn zuhören will. Ich bin mir mehr als sicher, dass es ihr extrem dreckig gehen wird in den nächsten Tagen, Wochen, Monaten, vielleicht Jahren. Es wird immer die Frage bleiben, ob es nicht anders gegangen wäre. Kein Polizist, der schießen musste und diese Frage nicht kennt…

Diese Frau leidet jetzt erstmal ordentlich. Und ich finde es beschämend, wie wenige Menschen in der Lage sind, das zu erkennen.

Sie haben Ihrem Kollegen das Leben gerettet! Ich wünsche Ihnen viel Kraft bei der Bewältigung dieses Erlebnisses.

P.S.: Vielen Dank an die FAZ für Ihren wirklich guten Kommentar in der Sache. Ich bin froh, dass diese Sichtweise tatsächlich auch noch existiert.

7 Comments

  • jörg aus weißenfels
    21. Mai 2011 - 00:43 | Permalink

    Stimme Mildred voll und ganz zu.

  • Ngiri
    21. Mai 2011 - 10:25 | Permalink

    Liebe Mildred,

    Bitte bedenke, dass es sehr sehr viele Menschen gibt, die eine gleiche oder ähnliche Meinung vertreten, die Du hier niedergeschrieben hast. Der Reinfall ist, dass solche Stimmen eher selten in den Medien auftauchen. Vielleicht sind solche Dinge wie Mitgefühl und Empathie nicht besonders geldbringend…
    Es sind sicher -nicht- wenige Menschen in der Lage, die Situation des Polizeibeamten, der Polizeibeamtin, der Täterin und der Umstände zu erkennen. Das täuscht nur! Es ist vielleicht manchmal schwer, sich von der Beeinflussung der Medien auszuklammern, doch bin ich der Meinung, dass Vielen diese Fähigkeit noch erhalten ist.
    Aber Deinen Ärger über „wir wissen es besser“-Fraktion kann ich sehr gut teilen!

    VG, Ngiri

  • 21. Mai 2011 - 14:55 | Permalink

    Hallo Ngiri,

    erstmal vielen Dank für Deine Unterstützung.

    Allerdings muss ich zugeben, dass ich ein bisschen verwirrt bin. Was willst Du mir sagen?

    Gut, vielleicht hätte ich noch dazu schreiben sollen, dass es durchaus möglich ist, dass ich mich mit meiner Annahme, eine Minderheitenmeinung zu vertreten, irre. Allerdings glaube ich das nicht.

    Allerdings ist dies ein bissiger Blogbeitrag. Zu verschärftem Sarkasmus gehört das Stilmittel der Übertreibung durchaus dazu.

    Zudem erwähne ich in dem Beitrag beispielhalber die FAZ. Also kann nicht die Rede davon sein, dass ich behaupte, allein mit meiner Meinung dazustehen.

    Und eigentlich ist es doch auch vollkommen egal, wer im stillen Kämmerlein meine positive Einstellung zur deutschen Polizei teilt. Wichtig ist doch, dass diese Botschaft bei den Polizeibeamten ankommt. Und ganz offensichtlich kommt es zwar hier und da an, aber nicht so oft wie gewünscht. Also werde ich hier weiter diese Botschaften versenden und zwar mit den Mitteln, die mir zur Verfügung stehen. Davon ist mein Stil eines der stärksten.

  • Reinhard Ladig
    21. Mai 2011 - 16:08 | Permalink

    ich finde ebenfalls, dass es insgesamt 3 Opfer gibt:
    1. der verlezte Kollege
    2. die Kolleging die schießen musste (alternativlos in der Situation)
    3. die Messerstecherin

    Der verletzte Kollege muss physiche wieder gesund werden, dann kommt der längere Teil der psychischen Wiederherstellung. Wie wird es ihm das nächste Mal gehen, wenn er nach dem Ausweis fragt und jemand in eine Tasche greift ?
    Die Kollegin die schießen musste (als ehemaliger Polizeitrainer sage ich, dass Sie absolut richtig gehandelt hatte) muss damit fertig werden, zwar aus rechtfertigenden Gründen, einen Menschen auf ihrem Gewissen zu haben. Sie wird diese Verantwortung ihr Leben lang tragen müssen. Ich hoffe nur, dass Sie genügend Beistand und Hilfe bekommt aber auch Zeit.
    Die Messerstecherin muss ein verzweifelter Mensch gewesen sein, der keinen Halt mehr gefunden hat und offenbar auch keine Hilfe mehr. Das soll nicht ihre Schuld an dieser Situation schmälern aber uns bewusst machen wieviel Leid jeder von uns verhindern könnte, wenn man frühzeitig Menschen zuhört und auf Sie Acht gibt.
    Dann darf man alle Angehörigen dieser in der Situation handelnden nicht vergessen. Deshalb bete ich als gläubiger Christ und Polizist für die Genannten.
    Mit einem Irrtum möchte ich aber doch aufräumen.: ein Polizist schießt NIE aus Notwehr, Nothilfe etc. da für jeden Polizist nach dem jeweiligen Polizeigesetz handelt. Und dort steht sehr klar und eindeutig etwas über den Unmittelbaren Zwang und Schusswaffengebrauch drin. Das ist eindeutig unsere Rechtsgrundlage. Den Paragrafen kann ich hier nicht angeben, da dies von Bundesland zu Bundesland anders ist. Aber grundsätzlich ist der Inhalt identisch.
    Ich bin ein Polizist aus Dresden (Polizeihauptkommissar)

    • 21. Mai 2011 - 16:32 | Permalink

      Vielen Dank für die Informationen.

      Zu dem Thema, ob Polizeibeamten manchmal in “Notwehr / Nothilfe” handeln oder nicht, habe ich mittlerweile so viele unterschiedliche Meinungen von Polizeibeamten gehört und gelesen, dass ich mich da komplett raushalte. Bitte nicht falsch verstehen, das ist nicht als Widerrede gedacht. (Dazu bin ich mangels juristischem Fachwissen gar nicht in der Lage). Ich lege allerdings großen Wert auf die Feststellung, dass die Emotionen in meinen Beiträgen zwar aus dem Bauch kommen, ich aber hinsichtlich der Faktenlage im Regelfall bei mir bekannten Polizisten rückfrage.

      Und gerade zu der von Ihnen hier angesprochenen Frage besteht unter den mir bekannten Polizeibeamten eine gewisse Uneinigkeit. Sie verursacht auch z. B. in den Threads auf Facebook regelmäßig Diskussionen auf sehr hohem Niveau.

      Ich empfinde Ihre Argumentation sehr schlüssig und glaube Ihnen auf’s Wort. Mein Problem ist, dass mir die Argumentation derer, die die Gegenmeinung vertreten, auch sehr schlüssig erscheint und ich denen auch auf’s Wort glaube.

      Das ist eines der Themen, bei denen ich sehr froh bin, nicht entscheiden zu müssen, wer nun Recht hat. Dafür bin ich auch gar nicht qualifiziert.

      Das Wichtigste an Ihren Worten ist für mich jedoch, dass sie der Polizistin Rückhalt vermitteln. Vielen Dank dafür!

      Was Sie über die Messerstecherin schreiben, sehe ich genau so.

      • 21. Mai 2011 - 20:22 | Permalink

        So, jetzt hat mir das mit der Notwehr doch keine Ruhe gelassen und ich habe es mal nachgelesen in folgendem Buch:

        Pieroth/Schlink/Kniesel: Polizei- und Ordnungsrecht mit Versammlungsrecht, 6. Auflage, München 2010

        Nach Lektüre bin ich zum Schluss gelangt, dass die Wahrheit zwar ein Stück weit zwischen den beiden Positionen liegt, aber mit sehr deutlicher Tendenz in Richtung derer, die vertreten, dass Polizisten nicht nach Notwehr handeln.

        Aber das hier ist ja kein Jurathread, deswegen werde ich das hier nicht weiter ausführen.

        Und ich kann mich irren…

        • Hans-Gerd Birkholz
          27. Mai 2011 - 22:50 | Permalink

          Ja, es gibt das Polizei- und Ordnungsrecht und darin steht in jedem Polizeigesetz der „unmittelbare Zwang“!
          Doch aus eigener Feststellung muss ich dagen, dass Richter, Staatsanwälte dieses Gesetz gar nicht kennen und dem entsprechend nach StGB/StPO handeln bzw. Recht sprechen!

          Aber was geht eigentlich in der/dem Beteiligten vor:
          Ich will hier nicht langatmig dokumentieren, doch vielleicht 2 Beispiele meiner eigenen Erfahrung:

          VU- Personenschaden – ich habe ca. 3 Monate gebraucht, bis ich nicht mehr in Schweiss ausgebrochen bin, als ich die Unfallstelle passierte ( eigene Beteiligung)!

          Als ich Opfer einer Körperverletzung wurde, habe ich es nicht geschafft mich mit der gleichen Person erneut zu konfrontieren ( beim gleichen Sachverhalt )!
          Ich weiss, bei manchen kommt jetzt das sprichwörtliche „Weichei“ auf, doch jeder Mensch , ob PB oder nicht, hat eine Psyche! Und die reagiert manchmal anders, als man denkt!

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