Allgemein

Ein ganz besonderer Geburtstag: 30 Jahre Bayerisches Unterstützungskommando (Michaela)

Außerhalb von Bayern ist es kaum bekannt: das Unterstützungskommando der Bayerischen Polizei, kurz USK. Dabei besteht diese spezielle Einsatzeinheit schon seit dem Jahr 1987 und ist in Bayern im Bereich der Sicherheit kaum mehr wegzudenken. Das 30jährige Bestehen wurde am 26. Oktober 2017 in München mit einem Festakt gewürdigt, ausgerichtet durch das Präsidium der Bayerischen Bereitschaftspolizei, das Polizeipräsidium München und das Polizeipräsidium Mittelfranken.

Am Festakt in München nahmen hochrangige Gäste teil (police_pics_germany)

Die Anwesenheit hochrangiger Redner und Gäste unterstreicht die hohe Bedeutung des USK und die Wertschätzung, die das USK in Polizeikreisen erfährt. Eröffnet wurde der Festakt von Wolfgang Sommer, Präsident der Bayerischen Bereitschaftspolizei; die Festrede hielt Gerhard Eck, Staatssekretär im Bayerischen Staatsministerium des Innern, für Bau und Verkehr. Zu den Gästen zählten Abgeordnete des Bayerischen Landtags, Vertreter der Polizeien aus dem In- und Ausland, unter anderem der Landespolizeien Hessen, Sachsen, Rheinland-Pfalz, Thüringen, der Bundespolizei, des Bayerischen Landeskriminalamts sowie der österreichischen Spezialeinheiten WEGA. Ebenfalls zugegen waren Vertreter der Verbände der Bayerischen Landespolizei sowie der Personalvertretungen, unter anderem die Landesvorsitzenden der Deutschen Polizeigewerkschaft (DpolG), des Bunds Deutscher Kriminalbeamter (BdK) und der Gewerkschaft der Polizei (GdP).

Gründung als Reaktion auf Gewaltexzesse

Eindrucksvoll schilderte Innenstaatssekretär Eck den historischen Ursprung des USK. Gegründet wurde das USK als Reaktion auf die zunehmende Gewaltbereitschaft bei Versammlungen und Demonstrationen, die sich in den 80er Jahren abzuzeichnen begann. Als Beispiele nannte Eck die Ausschreitungen rund um die Wiederaufbereitungsanlage Wackersdorf in den Jahren 1987 bis 1989, die sogenannten Kurdenkrawalle bei Augsburg im Jahr 1994 oder die wiederkehrenden Konflikte im Zusammenhang mit den Castor-Transporten. Die Ermordung der zwei Polizeibeamten Klaus Eichhöfer und Thorsten Schwalm an der Startbahn West in Frankfurt am 2. November 1987 war ein trauriger Höhepunkt dieser Gewaltexzesse und trug dazu bei, dass die Bayerische Staatsregierung umgehend – nämlich nur 4 Tage später – die Gründung des USK beschloss und ihren Beschluss noch im selben Monat durch die Aufstellung entsprechender Einheiten umsetzte. USK-Einheiten gibt es heute beim Polizeipräsidium München, beim Polizeipräsidium Mittelfranken sowie bei den Bereitschaftspolizeien in Dachau, Nürnberg und Würzburg.

Ein Baustein der Sicherheitsarchitektur

Seither zeigt sich das USK als „wesentlicher Baustein der Sicherheitsarchitektur in Bayern“ – so Innenstaatssekretär Eck. Die Einsatzkräfte sind in Bayern vielerorts präsent, zum Beispiel an innerstädtischen Brennpunkten, bei Fußballspielen mit hohem Konfliktpotenzial oder bei Großveranstaltungen wie dem Nürnberger Christkindlesmarkt. Zudem unterstützt das USK  den polizeilichen Einzeldienst, etwa beim Umgang mit gefährlichen Personen. Aber auch außerhalb Bayerns kommt das USK immer wieder zum Einsatz, zuletzt etwa beim G20-Gipfel in Hamburg. Das USK leistet somit weit über die Landesgrenzen hinaus einen wesentlichen Beitrag zur Sicherheit. Das breite Aufgabenfeld mit vielfältigen Herausforderungen ist sicherlich einer der Gründe dafür, dass sich regelmäßig mehr Polizeibeamte für den USK-Dienst bewerben, als aufgenommen werden können.

Hohe Anforderungen an die Einsatzkräfte

Festschrift zum 30jährigen Bestehen mit dem Symbol des USK, dem Greif (police_pics_germany)

Das Abzeichen des USK, der babylonische Greif, steht für Stärke, Schnelligkeit und Wachsamkeit – Eigenschaften, die das USK mit seinen speziell qualifizierten Einsatzkräften auszeichnen. Der Präsident der Bayerischen Bereitschaftspolizei Wolfgang Sommer betonte in seiner Festrede die hohen Anforderungen, die an die Einsatzkräfte des USK gestellt seien. Erforderlich seien neben der körperlichen Fitness auch charakterliche Zuverlässigkeit, Teamfähigkeit, Besonnenheit, Entschlossenheit, Stressresistenz, Mut und Risikobereitschaft sowie ein Höchstmaß an Einsatzbereitschaft und Durchhaltevermögen. Nur auf Grundlage dieser Eigenschaften seien die USK-Kräfte für Einsätze unter extremen Bedingungen gerüstet, oft an der Grenze der psychischen und physischen Belastbarkeit.

Hinzu kommen, so Sommer, die oft kurzfristigen Einsatzplanungen. Diese führen, so Sommer weiter, zu unregelmäßigen Dienstzeiten, weshalb die Einsatzkräfte des USK bereit sein müssen, ihre individuellen und familiären Interessen hintenan zu stellen. Nicht zuletzt nehmen die Einsatzkräfte eine hohe Verletzungsgefahr in Kauf, denn aufgrund der besonderen Einsatzlagen komme es immer wieder zu teils schweren Verletzungen. Gleichzeitig, so betonte Sommer, steigen die Anforderungen durch die sich stetig erweiternden Aufgaben, die an das USK gestellt werden, wie zum Beispiel in den Bereichen Beweissicherung, Dokumentation oder in der Zusammenarbeit mit den Spezialeinheiten bei der Terrorismusbekämpfung.

Aufgrund dieser speziellen Aufgabenstellungen sei das USK seit jeher innerhalb der Polizei ein „innovativer Antreiber“, so Sommer. Dies gelte sowohl für taktische Belange als auch für Fragen der Ausstattung. So verfüge das USK über Ausstattungen, die im normalen Polizeidienst nicht durchgängig zur Verfügung stehen; aktuell werde etwa ein spezieller Einsatzanzug neu entwickelt. Auch Innenstaatssekretär Eck betonte die umfassenden Kompetenzen, welche die USK-Einsatzkräfte für die verschiedenen Felder der Polizeiarbeit mitbringen. Diese seien nicht zuletzt auf den hohen Anteil an Trainings und Fortbildungen zurückzuführen, einem festen Bestandteil der Tätigkeit beim USK.

Erfolg durch konsequentes Auftreten

Einsatzkräfte des USK (police_pics_germany)

Der Präsident der Bayerischen Bereitschaftspolizei, Wolfgang Sommer, betonte in seiner Festrede, dass die Deeskalation allein durch Präsenz eine der wichtigsten Aufgabe des USK sei. Oft könne schon der Anblick der USK-Einsatzkräfte ein gewaltbereites polizeiliches Gegenüber davon abhalten, Straftaten zu begehen. Jedoch werden, bedauerte Sommer, derartige Erfolge in der Öffentlichkeit kaum wahrgenommen, weil das Augenmerk eher auf dem USK als Festnahme- und Lagebereinigungseinheit liege. In der Festschrift  „30 Jahre USK Bayern“ deutet Hubertus Andrä, Polizeipräsident in München, darüber hinaus an, dass das USK „sich durch konsequentes Auftreten nicht immer nur Freunde macht.“ In der Tat gerät das USK immer wieder einmal in die Kritik. Hierbei steht oft der Vorwurf im Raum, die Einsatzkräfte gingen unverhältnismäßig vor, etwa durch die vorschnelle Ingewahrsamnahme verdächtiger Personen. Sicherlich kann sich in manchen Einsätzen die Entscheidung über das polizeiliche Vorgehen als Gratwanderung erweisen. Wie überall kann es hier vielleicht auch einmal zu Fehlentscheidungen kommen. Dies darf jedoch nicht die Diskreditierung des USK insgesamt zur Folge haben.

Kritik als Kehrseite

Die bisweilen negative Wahrnehmung des USK ist wohl die Kehrseite der anspruchsvollen Aufgabe, Lagen mit besonders hohem Gewaltpotenzial unter Kontrolle zu halten. Um eine differenziertere Wahrnehmung zu ermöglichen, wären Medienberichte über die facettenreichen Tätigkeiten des USK wünschenswert – das 30jährige Bestehen ist hierzu ein guter Anlass. Umso bedauerlicher, dass Pressevertreter, bis auf Lokalmedien, bei dem Festakt augenscheinlich nicht zugegen waren; bis auf einen Bericht der Abendzeitung München findet sich auch bei einer Google-Suche keinerlei Berichterstattung über den Festakt oder das 30jährige Bestehen des USK. Hier bleibt zu hoffen, dass das mediale Interesse an den positiven Aspekten der Polizeiarbeit zukünftig wächst, denn zu einem demokratischen Staat gehört eine umfassende und ausgewogene Berichterstattung, auch über die Polizei.

Allgemein Demo Verein

Am Ende hatte ich feuchte Augen – Demoeinsatz in Remagen – 18.11.2017

Unsere Polizei hat mir an diesem Tag feuchte Augen verschafft. Unsere Polizei, einige Vereinsmitglieder und weitere Unterstützer.

Mehr helfende Hände als sonst hatte ich beim jährlichen Demoeinsatz in Remagen. Darauf und auf die Reaktionen aus den Reihen der Polizei möchte ich den Schwerpunkt dieses Artikels legen. Dem Einsatzanlass möchte ich nur wenige Worte zum Schluss widmen. Einer demokratisch legitimierten und rechtsstaatlich verfassten Polizei Rückhalt zu vermitteln ist als Absage an jede Form des Extremismus deutlich genug.

Mein Einsatz begann, nach dem Einholen der entsprechenden Genehmigungen bei den beiden zuständigen Polizeipräsidenten, mit dem Bestellen der Leckereienspende im Vorfeld. Da wir im Vorjahr zurückgemeldet bekommen hatten, dass der viele Kuchen zusammen mit den Nussecken der Gewerkschaft der Polizei dafür gesorgt hatte, dass der eine oder andere Polizeibeamte sich kurz vorm Zuckerschock befand, wollten wir umdenken. Der Verein heißt schließlich KEINE Gewalt gegen Polizisten e.V.. Also sprachen wir im Verein seit Monaten über Alternativen. Zwei Mitglieder spendeten Geld, damit wir dieses Jahr mit mehr Variationen antreten konnten.

An dieser Stelle ein herzliches Dankeschön an die Bäckerei Müller und die Markthalle Remagen für sehr gute Beratung in der Sache. Neben Muffins spendeten wir dieses Mal Laugenkonfekt, Mini-Partystangen und Äpfel. Es kam alles sehr gut an. Zwar haben wir den einen oder anderen Apfel übrig, aber wir üben ja noch. In 20 Jahren haben wir es auf den Apfel und den Muffin genau austariert.wp-monalisa icon

Nach und nach bat ich in der Innenstadt wieder um das Aushängen diverser Plakate. Neben Grund- und Realschule (an dieser Stelle mein besonders herzlicher Dank an die jeweiligen Hausmeister für ihre Unterstützung und natürlich auch an die Schulleitungen) hängten die Kreissparkasse Ahrweiler, die Fahrschule Kühn, die Buchhandlung Hauffe, die Post, die Hubertus-Apotheke, die Graben-Apotheke und die Remagener Markthalle unsere Plakate aus. Um das Aushängen im Schaukasten der Evangelischen Kirche kümmerte sich unsere Schatzmeisterin. Danke auch an das Ordnungsamt für die Genehmigung, Plakate in der Lagerhalle am Bahnhof anzubringen, die ebenalls als Versorgungsstelle für die Bereitschaftspolizei dient.

Zwei Tage vor dem Einsatz machte ich mich daran, die Hundekekse für die Diensthunde zu backen. Unser Schriftführer hatte mir netterweise das notwendige Hackfleisch gekauft. Freitag brachte unser Mitglied Sabine Thumm-Kißling selbst gebackene Muffins – mengenmäßig ein Tropfen auf den heißen Stein. Wir verteilten diese aber gleichmäßig auf alle Versorgungsstellen, um rüberzubringen, dass die Polizistinnen und Polizisten im Einsatz Sabine wichtig genug sind, sich an den Ofen zu stellen. In der Zeit war ich mit unserem Mitglied Svenja unterwegs, schon einmal Plakate in einigen Versorgungsstellen aufzuhängen und noch letzte Besorgungen zu tätigen.

Die helfenden Hände unseres Schriftführers

Am Einsatztag selbst begann unser Tag um 6:30 Uhr damit, das Auto zu beladen. Dabei halfen der Schriftführer und unser Neumitglied Julia. Um Punkt sieben Uhr fuhren wir vor der Bäckerei vor. Unsere Schatzmeisterin und Nadine stießen dazu. Dadurch waren wir so schnell fertig, dass wir noch ein kleines Frühstück kaufen konnten. So brachten uns später die köstlichen Düfte, die aus den hübschen Geschenkkartons der Bäckerei Müller waberten und die Fensterscheiben beschlagen ließen, nicht ganz so um den Verstand. Unsere Schatzmeisterin fuhr dann erst einmal wieder nach Hause, um mit ihrem Mann zu frühstücken. Für den Rest des Tages blieb sie in Bereitschaft, aber wir konnten ihr einen ruhigen Samstag gönnen.

Wir lagen so gut in der Zeit, dass Nadine, Julia und ich die erste Versorgungsstelle schon bestückt hatten, bevor wir in der Feuerwache um acht Uhr morgens unsere Plakate aufhängen konnten. Zu Nadines und meiner Freude trafen wir dort Polizeibeamte, die uns schon vom Vorjahr kannten. Also brauchten wir gar nicht viel zu erklären und machten uns ans Aufbauen des ersten Tisches.

Im Vordergrund: Sabines selbst gebackene Muffins

Weiter ging es zur Feuerwache. Dort waren schon einige Polizisten und auch Feuerwehrleute emsig am Werk.

Am Streifenwagen ganz links sieht man, wie schattig es war.

Auch hier bekamen wir einen Tisch zur Verfügung gestellt und hängten unsere Plakate aus. Zu meiner Freude begegnete ich dem einen oder anderen, den ich schon mal bei einer Schicht begleiten durfte. Einer der Herren war kürzlich im Einsatz verletzt worden und hatte eine Karte von KGgP bekommen. Er zeigte mir die letzten Narben: „Aber schau mal, kaum noch etwas zu sehen.“

Abgesehen davon machte die Müdigkeit uns ein wenig albern, so dass ich, als wir wieder ins Auto stiegen, das hier vorfand. Danke, Nadine, Du Künstlerin! wp-monalisa icon

Nadine, Du bist echt eine Wolke.

 

Nach einer kurzen Erledigung in der Innenstadt kamen wir noch einmal wieder – ich wusste, dass der Einsatzleiter der Hundeführer kurz an der Feuerwache sein würde. So konnte ich ihm für alle Diensthunde unsere Hundekekse geben. Darauf regierte er mit großer Freude. Hunde sind auch nur Menschen. Und ja, wäre eine Reiterstaffel anwesend, würde Keine Gewalt gegen Polizisten e.V. auch Möhren spenden.

Nächste Station – Polizeiinspektion. Auch hier lieferten wir einige Leckereien ab – schließlich muss neben dem Großeinsatz auch der normale Dienstbetrieb abgewickelt werden. Da war auch einiges geboten, jedenfalls kam der Wachhabende kaum dazu, ein paar Worte mit mir zu wechseln. Nun blieb nur noch die Lagerhalle am Bahnhof, damit wir unsere letzte Versorgungsstelle der Landespolizei bestücken konnten. Also nix wie los.

Am Bahnhof war es im Vergleich zu sonst deutlich zugeparkter. Offensichtlich waren die Parkverbotsschilder von unseren Mitbürgerinnen und Mitbürgern nur sehr eingeschränkt wahrgenommen worden.

Ein Mannschaftswagen der Polizei hatte sich jedoch ein Plätzchen ganz nah an der Lagerhalle gesucht. Um genau zu sein, den Platz, den ich gern gehabt hätte. Also wurde ich mal kurz ein bisschen dreist und rangierte den Wagen mit unserem Kofferraum genau vor den Bug des Mannschaftswagens – das kurzfristig fassungslose Gesicht des Fahrers im Rückspiegel.

Aus beiden Fahrzeugen stiegen alle aus. Schnell hob ich die Kofferraumhaube, um die beiden Beamten mit dem Anblick unserer Leckereien friedlich zu stimmen. Beide lachten.

Der Beifahrer sagte: „Ich meinte bereits zu meinem Kollegen: ‚Pass auf, da geht gleich der Kofferraum auf und da kommt Kuchen raus!‘ So war es dann auch!“

Ich erkannte den Herrn wieder, der schon im Vorjahr die Schlüsselgewalt über die Lagerhalle gehabt hatte. Nachdem wir uns ausgiebig begrüßt hatten, halfen uns die beiden Herren dabei, unsere Gaben in die Lagerhalle zu tragen.

 

Da ich mittlerweile ein dringendes Bedürfnis verspürte, ging ich auf die an die Lagerhalle angeschlossenen Toiletten. Nach Vollendung meiner Erledigung wusch ich mir die Hände.

Seife?

Suchend schweifte mein Blick umher.

Keine Seife!

Zurück zu meinem Ansprechpartner.
„Habt Ihr eigentlich Seife dabei?“

„Nein! Ist da keine?“

„Nein!“

Unfassbar. Das ging gar nicht. Über mehrere Stunden ohne eine Möglichkeit, sich ordentlich die Hände zu waschen – und das in einer Jahreszeit, in der erste Grippe- und Erkältungswellen um sich greifen…

Da unser Termin bei der Bundespolizei erst um elf Uhr stattfinden würde, blieb uns noch Zeit.

„Wir kommen wieder!“

Mit Julia und Nadine fuhr ich zu einem Supermarkt in der Nähe und beschaffte vier Seifenspender und – wo ich schon mal da war – Desinfektionstücher. Auf Vereinskosten. Damit fuhren wir zurück zum Parkplatz und übergaben das an unseren Ansprechpartner.

„Ihr seid der Wahnsinn!“ war seine Reaktion.

Gerne! Aus unserer Sicht das Mindeste.

 

Schließlich fuhren wir los zur Versorgungsstelle der Bundespolizei. Genau vor der Haustür war ein Parkplatz frei. Manchmal muss man auch Glück haben. Ich glaube, die Idee war auch, dass dort für das Versammlungsgeschehen die Parkplätze frei gemacht werden sollten – aber wir standen ja nur zehn Minuten da.

Wir wurden sehr herzlich empfangen. Offenbar machte unsere Spende Freude. Uns freut es jedenfalls, wenn es gemundet hat.

Bildquelle: Bundespolizei

 

Nun wurde es Zeit, das Auto aus der Stadt zu schaffen. Oder sollten wir doch noch mal versuchen, zur ersten Versorgungsstelle zu kommen und noch etwas nachzulegen? Ok, das wollten wir probieren.

Klappte nicht!

Wir liefen auf zwei Straßensperrungen auf und entschieden, das Auto dann doch aus der Stadt zu bringen. Was uns eine interessante Schleichfahrt hinter einem Streifenwagen einbrachte.  wp-monalisa icon Ist ok. Ich mag solche Aussichten. wp-monalisa icon

Julia musste uns wegen anderweitiger Verpflichtungen verlassen, Nadine und ich gingen wieder zurück in die Stadt. Als erstes besuchten wir noch einmal die Bundespolizei – wir hatten doch glatt die Hundekekse für die Hundeführer beim ersten Anlauf nicht abgegeben. Da die Bundespolizei schon heftig im Einsatz und unter Strom stand, versprach uns eine Polizistin, die Hundekekse weiterzugeben.

Danke! Ihr macht mich stolz.

Anschließend liefen Nadine und ich durch die Stadt, von Versorgungsstelle zu Versorgungststelle. Von einigen mir bekannten Polizisten wusste ich, dass sie in diesem Einsatz stehen würden – ich schaffte auch im Laufe des Tages, jedem von ihnen wenigstens die Hand zu schütteln. Das ist mir auch immer sehr wichtig. Von einigen Bekannten wusste ich es nicht – und freute mich über ein Wiedersehen. Wir lernten viele neue Polizeibeamtinnen und -beamten kennen, die sich interessiert nach unserem Verein erkundigten. Und nicht nur Polizeibeamte…

Zu meiner Freude hörten wir mehrfach, dass sich zunehmend Bürgerinnen und Bürger einfach mal so bei der Polizei bedanken. Einige Gesprächspartner hatten den Eindruck, ein gesellschaftlicher Wandel finde statt. Einige führten es auf den islamistischen Terror zurück, der den Bürgern wieder vor Augen führe, was sie an ihrer Polizei haben. Was immer der Grund ist – wir von Keine Gewalt gegen Polizisten e.V. können diese Entwicklung nur begrüßen.  wp-monalisa iconHoffen wir, dass sie nachhaltig ist.

Abschließend war noch Zeit für ein gemeinsames Gruppenbild mit den Leuten von der GdP, die ihrerseits im Versorgungseinsatz standen und eifrig Nussecken verteilten. Man beachte das schöne rote Auto im Hintergrund. Sagte ich bereits, dass ich auch großer Fan der Feuerwehr bin?

Wie immer war ich nebenher auf der Jagd nach Symbolfotos. Dabei musste ich einigen Polizisten die Angst vor meinem großen Objektiv nehmen. Bei mir gelten Persönlichkeitsrechte auch für Polizeibeamte. Wie immer sagte ich am Ende des Einsatzes: „Ich bin kaum zum Fotografieren gekommen!“ Und wie immer waren es am Ende dann doch einige brauchbare Fotos.

Wir schauten auch an der Fachhochschule vorbei, wo wir kurz auf eine liebe Bekannte trafen, die im Remagener Bündnis für Frieden und Demokratie aktiv ist. Auch hier schüttelten wir einige Hände.

Auf dem Weg dahin kamen wir einige hundert Meter entfernt an der Aufzugstrecke einer Gegendemonstration vorbei, pünktlich zu dem Zeitpunkt, an dem eine Lautsprecherdurchsage erklang: „Die Polizisten haben Helme auf. Das finden wir nicht gut.“

Da war ich inhaltlich dabei. Ich finde das auch nicht gut, wenn Polizisten ihre Helme aufsetzen müssen. Das heißt nämlich, dass es dann gewisse Anzeichen dafür gibt, dass sie etwas an den Kopf geworfen bekommen könnten. Aus Spaß tun sie das jedenfalls nicht.

Sie sind nämlich nicht zwingend scharf darauf, ihre Helme aufzusetzen. Es wäre also allseits geholfen, wenn man sich als Demonstrant von denen trennen könnte, die ihr Recht auf freie Meinungsäußerung nicht gewaltlos ausüben können oder wollen.

Stünde jemand so dicht hinter mir, wie der Demonstrant links außen hinter den beiden Polizisten, würde ich mich reichlich körperlich bedrängt fühlen. Auch nicht nett!

Insgesamt verlief der Einsatz friedlich und endete entsprechend früh. Darüber bin ich sehr froh. Der Verein heißt schließlich KEINE Gewalt gegen Polizisten e.V. Früher als gedacht begannen die Beamten mit dem Abbau. Netterweise halfen uns Polizistinnen und Polizisten an allen Versorgungsstellen einfach damit, unsere Materialien vor die Tür zu stellen. So brauchten wir sie letztlich nur noch schnell einzusammeln.

Bevor ich nun zum Ende des Artikels komme, noch einmal eine kleine Ansage für alle, denen meine Absage an Extremismus in jeglicher Form zu subtil war: Ich lehne Rechtsextremismus ab. Jede Form der Menschenverachtung ist mir zutiefst zuwider. Da ich dem rechten Aufzug aber weitestgehend aus dem Weg gegangen bin, sehe ich nicht ein, wieso ich diesen Leuten in diesem Artikel eine Bühne bieten sollte.

Ganz am Schluss fand ich auf einigen übrig gebliebenen Äpfeln folgende Nachricht vor:

 

WOW!

Davon hatte ich echt feuchte Augen! Ihr seid der Hammer. Ihr und unsere Mitglieder, die mich so tatkräftig unterstützt haben. Ich bin immer noch ganz gerührt, wenn ich dieses Bild sehe.

Zum Abschluss trotzdem noch unser Dank – denn es ist ganz an uns Bürgerinnen und Bürgern, Euch für Euren täglichen Einsatz für uns als Gesellschaft zu danken!

 

Und wie immer zum Abschluss die Pressemitteilung der Polizei dazu:

Versammlungsgeschehen in Remagen

Aktivisten aus verschiedenen politischen Lagern hatten heute zu Versammlungen und Kundgebungen in Remagen aufgerufen und bei der Kreisverwaltung Ahrweiler angemeldet. Aufgabe der Polizei ist es, die von der Verfassung garantierten Grundrechte auf Versammlungsfreiheit zu gewährleisten und Konfrontationen zwischen den rivalisierenden Aktivisten zu verhindern. Um diesen Aufgaben gerecht zu werden, setzte die Polizeidirektion Mayen mehrere hundert Einsatzkräfte in und um Remagen ein.

Um 11:00 Uhr fand an der „Schwarzen Madonna“, einer kleinen Friedenskapelle in der Nähe der Rheinwiesen, ein ökumenischer Gottesdienst statt.

Über den Tag verteilt fanden in Remagen und am Rhein-Ahr-Campus eine Vielzahl von verschiedenen Veranstaltungen statt, welche sich gegen die rechte Gesinnung richteten.

Die Anhänger „Rechts“, ca. 200 Personen, trafen sich ab 12.00 Uhr im Bereich des Güterbahnhofs an der B 9. Die Teilnehmer zogen durch verschiedene Straßenzüge der Innenstadt. Nach einer Kundgebung in der Nähe der Friedenskapelle ging der Aufzug wieder zurück zum Güterbahnhof und endete dort.

Zirka 350 Personen des linken Spektrums suchten heute den Weg nach Remagen. Auseinandersetzungen zwischen rechten und linken Gruppen konnte durch die eingesetzten Polizeikräfte verhindert werden.

Pressemitteilung der Polizeidirektion Mayen vom 18.11.2017

Allgemein Polizeiarbeit

Autobahnpolizei – ein Luxus?

Sonntag, später Nachmittag bis Abend. Ich hatte einen schönen Tag in der Pfalz hinter mich gebracht und fuhr auf der A61 gen Norden. Gerade passierte ich Frankenthal.

Plötzlich fiel mir an dem Wagen, hinter dem ich fuhr, etwas auf.

Hä? Was hat der denn unterm Auto hängen?

Vorsichtig nahm ich das Ganze näher in Augenschein, nicht ohne den Verkehr und die Autobahn generell aus den Augen zu lassen.

Gehört das so, oder kann das gefährlich sein? Ein Fall für die 110?

Eine Baustelle.

Der Fahrer vor mir scherte plötzlich auf die linke Spur, ich blieb rechts, weg war er.

Kurz vor Gau-Bickelheim, also fast 50 Kilometer weiter, hatte ich ihn wieder vor mir. Dort gibt es eine Autobahnpolizeistation.

Wäre ja günstig.

Entgegen der hier und da in den Sozialen Netzwerken laut werdenden Unterstellungen bin ich auf Grund meiner Vereinstätigkeit nicht zur Oberverdachtschöpferin vor dem Herrn mutiert. Im Gegenteil. Mein Wissen um die personelle Lage einer „auf Kante genähten“ Polizei macht mir wenig Lust, die Damen und Herren für nichts in den Einsatz zu jagen. Also schaute ich noch einmal ganz genau hin.

Der Unterboden hängt halb auf dem Asphalt. Geht gar nicht…

Also Polizeinotruf. Über Freisprechanlage übrigens, aber das nur am Rande.

„Polizeinotruf.“

Ich nannte meinen Namen, dann: „Ich bin auf der A61 unterwegs Richtung Köln. Ich bin kurz vor Gau-Bickelheim. Vor mir fährt ein niederländisches Fahrzeug, dem der Unterboden halb auf dem Asphalt hängt.“

Polizist: „Ein niederländisches Fahrzeug?“

Ich: „Ja, folgende Zulassung..“
Ich diktierte die Zulassung.

Der Beamte wiederholte die Zulassung, nannte dabei eine 93[*].

Als er fertig war, korrigierte ich noch einmal: „Nein, Zwoundneunzig. Der Rest stimmt.“ Dann schob ich nach: „Renault, dunkelblau, soweit ich das unter dem Dreck erkennen kann.“

Polizist: „Fährt der Wagen schnell?“

Ich: „Ja, wir fahren beide 140!“

Polizist: „Sind Sie schon an Gau-Bickelheim vorbei?“

Ich: „Nein, wir passieren gerade den letzten Parkplatz vor Gau-Bickelheim.“

Polizist: „Alles klar, ich schicke sofort eine Streife!“

Ich: „Danke! Tschüß!“

Ich entschied, hinter dem Fahrzeug zu bleiben, falls es die Autobahn verlassen sollte. Dann hätte ich noch einmal bei der 110 durchgeklingelt. Allerdings hielt ich das Szenario für unwahrscheinlich, da ja die A61 geradewegs in die Niederlande führt, aber man weiß nie.

Zehn Minuten später (ich war schon echt nervös), sah ich dann im Rückspiegel Blaulicht. Mit hoher Geschwindigkeit kam der Mercedes der Autobahnpolizei RLP näher. Ich sofort rechts eingeschert. Die flogen an mir vorbei, ich zog hinter ihnen raus. Ich gebe offen zu, ich wollte möglichst sehen, was passiert!

Das Fahrzeug war auch vor dem Streifenwagen auf die rechte Spur gezogen, die Polizei setzte sich sofort vor das Fahrzeug und warf „FOLGEN“ an. Bei der nächsten Anschlussstelle verließen sie die Autobahn.

Meine Helden!!!

Ich nehme nicht an, dass sie meinen Daumen hoch gesehen haben…

Im Grunde könnte mit meinem Erleichterungsgefühl und meinem Dank an die Autobahnpolizei dieser Artikel enden. Tut er aber nicht…

Die nächste PASt (Polizeiautobahnstation) hinter Gau-Bickelheim ist Emmelshausen. Dazwischen liegen etwa 58 Autobahnkilometer. Die nächste nach Emmelshausen ist Mendig, ca. 45 Autobahnkilometer weiter.

Wenn es nach dem Willen des Innenministers von Rheinland-Pfalz geht, wird die PASt Emmelshausen wohl demnächst geschlossen. Dann wären insgesamt 103 Autobahnkilometer ohne PASt.

Was, wenn ich den Wagen erst kurz nach Gau-Bickelheim aufgelesen hätte anstatt bei Frankenthal und genau so lange gebraucht hätte, mir klar zu werden, dass ein Notruf sinnvoll ist? Ich hätte den Entschluss mitten im autobahnpolizeimäßigen Niemandsland gefasst.

Aus beiden Richtungen zwischen 30 und 45 Minuten Anfahrt – bei normalen Verkehrsverhältnissen. Fragt sich halt, was auf deutschen Autobahnen normal ist… Die Anfahrtszeiten passen aber nur, wenn die fraglichen Streifen nicht gerade am anderen Ende des Dienstgebietes sind, was bei Gau-Bickelheim beispielsweise auch bedeuten kann, dass sie auf der A63 schon ganz schön weit Richtung Kaiserslautern unterwegs sein können. Auch müssen alle Mitautofahrer bei Sinnen sein, wenn das Polizeifahrzeug mit Blaulicht von hinten kommt. Zu der Thematik des Verhaltens von uns Bürgern, wenn ein Blaulichtfahrzeug mit Sondersignalen unterwegs ist, kann man ja mal mit Polizisten Gespräche führen…

In meinem Fall waren sie innerhalb von zehn Minuten da. In dem von mir konstruierten Beispiel hätten sie bis zu vier Mal so lang gebraucht. Was hätte in der Zeit alles passieren können? Der Unterboden kommt runter und fliegt dem nachfolgenden Fahrzeug in die Windschutzscheibe. Oder zwingt das nachfolgende Fahrzeug bei rappelvoller Autobahn in wilde Ausweichmanöver. Oder…

Übrigens – außer mir hatte wohl niemand angerufen. Was in mir mal wieder die Frage aufwirft, wo meine Mitbürger beim Autofahren ihre Augen haben. Aber das wäre ein anderer Artikel.

Laut Innenminister wird übrigens das Anfahrtsproblem dadurch gelöst, dass ununterbrochen im aktuellen Dienstgebiet der PASt Emmelshausen eine „Hunsrückstreife“ unterwegs sein soll.

Liest sich gut.

Heißt das aber, dass da zwei Beamte eine Achtstundenschicht ununterbrochen im Auto verbringen sollen? Holla, die Waldfee! Mein Rücken ist ja schon nach spätestens drei Stunden komplett bedient und ich sitze noch nicht mal mit einem schweren Waffengürtel an der Hüfte im Auto.

Kaffee trinken gestrichen? Oder soll das dann in den Raststätten stattfinden? Wäre sicherlich eine schöne Erfahrung, wenn man bedenkt, wie viele meiner Mitbürger Schnappatmung von dem Gedanken bekommen, ein Polizeibeamter könne ernstlich eine Pause machen wollen. Und wer bezahlt die raststättentypischen Mondpreise?

Und was ist eigentlich für den Schichtwechsel vorgesehen? Für mindestens eine Stunde keine Hunsrückstreife, oder ein überlappender Schichtwechsel?

Meiner Meinung nach wird es am Ende darauf hinauslaufen, dass die Inspektionen im Dunstkreis der Autobahn das mit abdecken. Abgesehen davon, dass sie weniger stark motorisiert sind (ok, „mein“ Fall war mit 140 km/h unterwegs, aber es geht ja auch schneller), müssen sie auch erstmal zur Autobahn kommen.

Wenn es darum geht, den Fahrer in eine Ausfahrt zu ziehen, mag das ja noch angehen. Aber was, wenn der Verkehr auf einer Autobahn komplett zum Stehen gebracht werden muss. Dafür haben Autobahnpolizisten eine spezielle Ausbildung. Oder was, wenn es um noch speziellere Einsätze geht?

Irgendwann ist einfach mal Schluss mit „auf Kante nähen“. Insbesondere, wenn die Kante sowieso schon nur noch aus sehr fadenscheinigem Stoff besteht und jeden Augenblick zu reißen droht.

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[*] Aus Datenschutzgründen wurden sämtliche Daten des KfZ verändert.

Allgemein Polizeiarbeit

Vom Stinkefinger zu einem Einsatz mit fünf Streifenwagen – eine Sommernacht in Neuwied

Nachdem meine Nachtschicht mit Stephan und Stephan letzten Dezember den täglichen Wahnsinn auf Neuwieds Straßen nur sehr unzureichend belegt hatte, wollte Stephan diesen Stunt noch einmal mit mir wiederholen. (Stephan ist mittlerweile in einer anderen Dienststelle.)

Wer mich kennt, weiß, dass ich mich da nicht lange bitten lasse – und so war es Ende Juni wieder so weit.

Dieses Mal war ich mit Stephan und Sebastian unterwegs.

 

Als erstes passierten wir (ich hatte zu diesem Zeitpunkt Hunger bis unter beide Arme) einen Garten, aus dem verführerische Grilldüfte herüberwehten.

Sebastian: „Soll ich mal fragen, ob die noch zwei übrig haben?“

Ich: „Wieso zwei? Wollt Ihr keins?“

Stephan: „Nee, Sebastian und ich teilen uns eins.“

 

Stephan war an diesem Tag Dienstgruppenleiter, also dauerte es ein wenig, bis es auf die Straße ging.

In dieser Zeit fragte mich allerdings ein Anwärter nach unserem Patch.

Aber gerne doch!

Ihr macht mich immer wieder stolz! wp-monalisa icon

 

Nachdem wir Essen besorgt hatten, ging es auch schon auf Streife.

Da in dieser Nacht in zwei Stadtteilen Neuwieds Kirmes war, begannen wir damit, eine davon zu bestreifen.

Vor einem Getränkestand hielt sich eine Gruppe junger Leute auf. Während wir den Ort des Geschehens langsam passierten, entfuhr Sebastian: „Ich glaub, ich träume.“

Es gefiel einem der jungen Herren, der Besatzung des Streifenwagens zu demonstrieren, dass sein Mittelfinger vollständig intakt und sehr gerade gewachsen war. Eine junge Frau, mutmaßlich seine Freundin, hängte sich förmlich in seinen Arm, um diesen herunter – und damit den Mittelfinger aus dem Bild – zu ziehen. Ohne Erfolg!

Das konnten meine beiden Herren natürlich nicht auf sich sitzen lassen, also hielt Stephan an. Personenkontrolle!

Der Besitzer des gut gewachsenen Mittelfingers erklärt Stephan und mir ein wenig abseits sehr ausführlich, dass wir ihn gerade massiv in seinen Kreisen störten:
„Da will man einfach einen schönen Abend mit seinen Freunden verbringen und dann sowas…“

Nun ja. Wer hat noch mal wem den Mittelfinger gezeigt?

Schließlich, als Stephan darauf so gar nicht mit Einknicken reagieren wollte, klärte er uns auf, dass er doch gar keinen Mittelfinger gezeigt habe. Wir hätten uns verguckt.
„Ich hab mit dem Zeigefinger auf das Polizeiauto gezeigt und dabei gesagt: ‚Das sind die Guten!‘ Fragt das mal meine Freunde.“

Genau das tat Sebastian gerade. Um sicherzugehen, dass die Freunde auch ganz bestimmt das Richtige aussagen, wollte der junge Herr sich auch gleich zu ihnen begeben, was allerdings Stephan nicht wollte.

„Bitte bleiben Sie stehen!“

„Hey! Stehenbleiben!“

Letztlich machte Stephan zwei Schritte um den Delinquenten drumherum und schob ihn zurück an dem Ort, an dem er ihn haben wollte.

„Heeee! Polizeigewalt!“

Ja, sicher…

 

Langer Rede, kurzer Sinn: Die Freunde des jungen Mannes sagten alle aus, dass er der Polizei den Mittelfinger gezeigt habe. Jede andere Aussage wäre ja auch völlig sinnlos gewesen.

So gewinnt man dann auch eine Anzeige wegen Beleidigung.

 

Bliebe noch der Herr zu erwähnen, der anhand meines Aufzugs erkannte, dass ich irgendwie nicht Polizei bin und sich interessiert erkundigte, was ich da mache. Ich erklärte es ihm kurz, er erkundigte sich dann noch danach, wo der Artikel erscheinen würde. Auch das erklärte ich. Bin gespannt, ob er es lesen wird.

Beim weiteren Bestreifen der Gegend passierten wir eine Gruppe Jugendlicher, von denen einer plötzlich losbrüllte: „Hey, guck mal, die haben einen hinten drin.“

Herrlich! Deswegen mache ich diese Schichtbegleitungen so gerne mit. Mein Sinn für Ironie bekommt immer wieder Futter.

 

Da es im Frühsommer über einen langen Zeitraum zu heiß und zu trocken gewesen war, hatte das Land Rheinland-Pfalz die höchste Waldbrandalarmstufe ausgerufen. Entsprechend war es wenig verwunderlich, dass wir einen Einsatz reinbekamen, bei dem es brannte. Also so richtig, meine ich. Bei der Polizei brennt es ja häufig…

Hier sollte ein Gartenhäuschen in Flammen stehen.

„Feuerwehr ist auch alarmiert.“

Blaulichtfahrt.

Am angegeben Ort wurden wir von einem jungen Mann erwartet, der sich als unser Anrufer herausstellte. Er wies uns direkt ein!

Der Eigentümer des Gartenhäuschens löschte schon das Gartenhaus erfolgreich mit seinem Schlauch. Allerdings kokelte der Hang darunter fröhlich vor sich hin.

Stephan und Sebastian machten sich auf den Weg zu ihm, währenddessen fiel mir die Aufgabe zu, die Feuerwehr einzuweisen.

Die löschte dann auch in Windeseile den glimmenden Hang und kontrollierte mehrfach, ob sie auch alle Glutnester erwischt hatte.

Erst dann war Zeit, sich die Aussage des jungen Mannes anzuhören, der den Notruf abgesetzt hatte. Seine Partnerin und er waren gerade schlafen gegangen, als sie Brandgeruch wahrnahmen. Obwohl ihr Schlafzimmer zur anderen Seite rausgeht, sahen sie den Feuerschein im Fenster des gegenüberliegenden Hauses. Der junge Mann rannte sofort auf die Straße, weckte die betroffenen Nachbarn und rief die 110 und die 112 an. Alles richtig gemacht! Bravo!

 

Kaum bestreiften wir wieder die Gegend, als wir über Funk hörten, dass im Bereich der Nachbar-PI ein Notruf eingegangen war. Ein Mann war dabei gesehen worden, wie er auf einem Volksfest ordentlich dem Alkohol zugesprochen hatte. So weit so gut, allerdings war er mit einem mutmaßlich sehr strammen Alkoholpegel in sein Auto gestiegen und losgefahren. Dabei hatte er noch einen Fußgänger gestreift.

„Wir haben alle Streifen im Einsatz“, hörten wir als nächstes.

Ein Fall für Stephan und Sebastian.

Die nächste Blaulichtfahrt. Und dieses Mal so richtig lang. Direkt zur Wohnadresse des Herrn. Na gut, kurz vorher schaltete Sebastian die Sondersignale ab. Kein Grund, das ganze Wohnviertel aus dem Schlaf zu reißen.

Mittlerweile hatten wir auch das Kfz-Kennzeichen sowie eine Beschreibung des Wagens und des Mannes, den wir suchten. Noch während wir Ausschau nach dem Kfz hielten, kam ein Mann in der entsprechenden Altersklasse um die Ecke gebogen. Zu Fuß!

Ich (leise): „Der passt doch auf die Beschreibung?“

Stephan (laut): „Herr X.?“

Der Mann: „Ja?“

Bingo!

Er wusste auch sofort, was die Polizei von ihm wollte.

Ein Atemalkoholtest ergab einen ziemlich hohen Promillewert, also musste der Herr von uns in den Streifenwagen verladen und zur Polizeiinspektion Straßenhaus zur Blutprobe gefahren werden.

So lernte ich dann auch mal diese Dienststelle kennen.

Es dauerte eine Weile, bis der Arzt eintraf. Herr X. war übrigens von Beginn an freundlich und sehr einsichtig.

„Ich habe diesen Fehler gemacht und keiner sonst.“

Daran sollten sich so einige ein Beispiel nehmen, mit denen die Polizei zu tun bekommt.

Da er sich so kooperativ gezeigt hatte, und wir eh über seinen Wohnort zurück nach Neuwied mussten, nahmen Stephan und Sebastian ihn mit, um ihn bei sich daheim abzusetzen. Sehr nett!

Auf der Fahrt erkundigte sich Herr X. sehr intensiv danach, was nun passieren würde. Stephan klärte ihn auf, soweit er das sagen konnte – schließlich entscheidet das die Staatsanwaltschaft.

 

Ein in Osteuropa zugelassenes Fahrzeug kreuzte unseren Weg. Da war eine Verkehrskontrolle angesagt. Viele Fahrzeughalter lassen ihre Fahrzeuge nämlich nur sehr ungern in Deutschland zu, weil die Kfz-Steuer hierzulande ungleich höher ist als in den meisten Ländern Osteuropas. Allerdings muss, wer in Deutschland seinen Wohnsitz hat, natürlich auch in Deutschland seinen Wagen zulassen.

Und Bingo! Der Halter wohnte seit drei Jahren in Deutschland, der Wagen war seit drei Monaten (!) zugelassen – in Osteuropa. Bei unterstelltem linearen Verlauf der Zeit kann es sich da kaum um ein Vergessen handeln…

Natürlich mopperte der Halter auch gleich herum, dass er nur angehalten worden sei, weil er Ausländer sei.

Nun, eigentlich nicht!

Er war angehalten worden, weil der eine oder andere mit ausländischem Kennzeichen vergisst, sein Kfz hier zuzulassen – so wie er es „vergessen“ hatte.

Ich bin auch schon mal angehalten worden, weil mein Auto alt und dreckig war und somit ins „Raster“ „Drogen am Steuer“ fiel. Man kann dann die eingesetzten Polizisten bepöbeln, man kann aber auch einfach seinen Wagen mal durch die Waschanlage fahren – oder wahlweise korrekt zulassen.

 

Nächster Einsatz: eine Schlägerei. Diese war allerdings nicht existent. Hingegen winkten am uns durchgebenen Ort drei junge Leute den Streifenwagen heran. Beim zweiten Durchfahren der Straße wohlgemerkt. Es stellte sich heraus, dass es sich vielmehr um eine familiäre Auseinandersetzung handelte.

Eine Mutter war nicht einverstanden mit dem Freund ihrer Tochter. Keine günstige Verhandlungsposition für die Mutter, da die Tochter bereits von diesem schwanger war. Diese junge Frau und der besagte Freund waren zwei der drei jungen Leute. Die Wortführerin war eine Freundin der Schwangeren.

Nach allem, was ich den äußerst wirren Angaben, die da auf meine beiden Herren einprasselten, entnehmen konnte, war da auch noch ein rechtsextremer Exfreund im Spiel, mit dem die Mutter wohl gemeinsame Sache mache, weil der neue Freund Ausländer sei.

Jedenfalls fürchtete man nun um die Katzen der Tochter, da sich der Ex und die Mutter nun auf den Weg zur Wohnung der Tochter gemacht hatten. Die sich übrigens im Wohnhaus der Mutter befand.

Von der Polizei wurde nun erwartet, zur Wohnung der Tochter zu fahren, um die Katzen zu retten.

Dies lehnten Stephan und Sebastian ab. Solange keine strafbare Handlung vorliegt, sondern nur Annahmen, kann die Polizei nichts machen. Es lag keine konkrete Gefahr für die Katzen vor. Familienstreitigkeiten sind auch erst einmal nichts, was die Polizei tangiert, so lange keine Straftaten im Raum stehen.

 

An diesem Punkt wollten meine beiden Herren sich an ihre Berichte machen und wir fuhren in die Dienststelle. Dort wurde ich noch einmal intensiv zum Verein und zu meiner Tätigkeit ausgefragt.

 

Schließlich musste die Polizei Neuwied noch einmal alles auf die Straße werfen, was sie hatte.

Häusliche Gewalt.

Wir rückten mit insgesamt fünf Streifenwagen aus.

Weil die Nummerierung der Häuser dort nicht wirklich logisch war, parkten wir etwa 100 Meter weiter. Kein Ding, die rheinland-pfälzische Polizei kann sehr schnell rennen.

Einsatzort war der 5. Stock. Ich traf als Letzte ein. Ich würde ja gern behaupten, dass das nur daran läge, dass ich netterweise den Profis Platz gemacht hätte (was ich getan habe), aber… nun ja… selbst, wenn ich gewollt hätte, wäre ich nicht schnell genug für einen anderen Platz in diesem Rennen gewesen. wp-monalisa icon

Im entsprechenden Stockwerk angekommen, hörte ich schon ein herzhaftes „Durak“ (russisch, in etwa „Vollidiot“) in den Flur schallen.

Damit titulierte der Familienvater, der gerade für zehn Tage der Wohnung verwiesen wurde, seinen Sohn, der die Polizei gerufen hatte. Ansonsten war er aber recht friedlich, so dass eine Streife schon mal wieder abrückte.

Die Polizei wollte einen Alkotest machen. Der Alkomat lag in den Streifenwagen. Fünf Stockwerke tiefer und 100 Meter weiter.

„Gerke…“

Hmpf!

„Ja?“

„Kannst du mal…?“

„Klar.“

Sieh es positiv – so kriegst du um drei Uhr morgens schon vorm Aufstehen den Schrittzähler für den Tag voll…

Als ich wiederkam (ich war gar nicht mal so sehr aus der Puste), hörte ich, wie der Herr meine Begleiter darüber aufklärte, wie übertrieben der ganze Einsatz sei. Das war ja noch nie da gewesen. Das hätte ich ja nun um kein Geld der Welt verpassen wollen.

„In Russland kommt ein Polizist für zehn Leute. Hier kommen zehn Polizisten für einen.“

Nun ja. In Russland ist die Polizei auch ein bisschen anders drauf als hier. Ich persönlich hab ja lieber eine demokratisch legitimierte und rechtsstaatlich verfasste Polizei als eine Ordnungsmacht nach russischem Vorbild.

Letztlich verließ er aber dann die Wohnung.

 

Mit diesem denkwürdigen Einsatz endete diese Nacht. Es soll für Neuwied wieder eine untypisch ruhige Nacht gewesen sein. Ich für meinen Teil fand es wie immer sehr spannend, unserer Polizei bei der Arbeit zuzusehen und fand auch nicht, dass meine beiden Herren zu wenig zu tun gehabt hätten. Und was das für Neuwied typische Einsatzaufkommen betrifft – ich gebe nicht auf. Ich komme wieder… wenn ich darf… wp-monalisa icon

 

Im Nachgang dazu teilte Stephan mir einige Tage später mit, dass der junge Mann, der seinen Mittelfinger so schön fand, dass er ihn uns um jeden Preis zur Schau stellen wollte, sich im Nachgang persönlich in der Dienststelle bei Sebastian und Stephan entschuldigt hatte.

„Es gibt doch noch anständige Jungs!“

Erfreulich! Zum Glück!

Allgemein Verein

Danke-Polizei-Tag 2017 – Bilanz

Wie jedes Jahr bin ich beim Schreiben dieser Bilanz am Tag danach genau so glücklich wie ich erschöpft bin. Sehr happy und einfach nur müde. Und einfach nur froh,  dass wir daran arbeiten, diesen Tag in Deutschland einzuführen.

Ich höre und lese sehr oft, dass es dieses Tages nicht bedürfe, weil man doch der Polizei täglich danken könne. Den zweiten Teil des Satzes unterschreibe ich zu 100%. Es gibt einen Polizisten, der hat noch eine Mail, die ich vor vier Jahren seinem Dienststellenleiter geschrieben habe, in der ich mich für einen Routineeinsatz bedankt habe. Aber genau da liegt der Hase im Pfeffer. Mit Sicherheit war ich nicht die einzige Person in all seinen Dienstjahren, bei der er seine Arbeit gut gemacht hat. Offensichtlich war ich aber die einzige Person in all seinen Dienstjahren, die ihm dafür Danke gesagt hat.

Soweit zum Thema, was man nicht alles könnte…

Wir, also der Verein Keine Gewalt gegen Polizisten e.V., wollen erreichen, dass es dieses Tages tatsächlich eines Tages nicht mehr bedarf, weil das Bewusstsein dafür geschärft wurde, dass man der Polizei nicht nur danken kann – sondern es auch tut. Gerne auch einmal anlasslos, denn selbst wenn gerade keine Polizeibeamtin oder kein -beamter an uns dienstlich tätig wird, so können wir doch noch weitgehend ruhig schlafen, weil diese Menschen rund um die Uhr ihren Dienst für uns verrichten. Sie geben uns Sicherheit, sie helfen uns, wenn wir Opfer werden, sie schützen die Meinungsfreiheit. Selbst wenn man die Polizei 40 Jahre lang nicht zu Gesicht bekommen hat, wie eine Dame, mit der ich mich neulich unterhalten habe, so zeigt das doch, dass diese Dame in den 40 Jahren die Polizei auch nicht bewusst brauchte. Sie lebte 40 Jahre lang sicher und ohne Opfer zu werden. Warum? Weil viele Männer und Frauen ihre Arbeit tun und uns Sicherheit geben. Diese Dame konnte ich überzeugen. Sie sagte schließlich danke, mit einer Postkarte.

Selbst wenn wir mit diesem Tag nichts erreichen außer den leuchtenden Augen unserer Gesprächspartner, die sich freuen, dass da anlasslos Menschen in ihre Dienststelle kommen, um sich für ihren täglichen Dienst zu bedanken – dann ist das schon sehr viel. Mir persönlich bedeutet diese Freude, die wir damit bereiten, jedenfalls eine ganze Menge. Hier eine Auswahl der Worte, die wir im Zusammenhang mit diesem Tag zu hören bekamen:

„Ich weiß, es ist Danke-Polizei-Tag, aber wir wollen Euch für Eure Arbeit danken.“

„Das gibt Rückhalt, dass es Menschen gibt, die versuchen, diesen Tag zu etablieren.“

„Ich hoffe, dass dieser Tag sich einbürgert. Nicht, weil ich unbedingt ein Danke bräuchte, aber etwas mehr Anerkennung wäre schön.“

„Ich lese immer, dass die Mehrheit der Bevölkerung hinter uns steht – zu sehen war davon bisher sehr wenig.“

„Anlassbezogen kommt schon mal ab und zu ein Danke, aber sehr selten. Anlasslos gar nicht. Das freut uns jetzt sehr.“

 

Der Tag selbst

Auch dieses Jahr war Nadine meine Begleiterin für den Tag selbst (und am Tag davor – dazu komme ich noch). Er begann um acht Uhr bei der Bundespolizeiinspektion in Kaiserslautern. Wir wurden herzlich empfangen und bekamen den ersten Kaffee des Tages. Der tat sehr gut, insbesondere, weil der Morgen kalt und neblig angefangen hatte – da ist so eine Tasse Heißgetränk genau das Richtige.

 

Um neun Uhr ging es weiter mit der Polizeiinspektion Kaiserslautern 2, direkt um die Ecke. Der Tag wurde übrigens ab hier von Frau Walz von der Pressestelle des PP Westpfalz begleitet. An dieser Stelle ein herzlicher Dank für die kontinuierliche Abdeckung unseres Einsatzes auf Twitter und Facebook. Ich bin wirklich froh, dass dadurch so viele Polizistinnen und Polizisten sehen konnten, dass wir uns bedanken, und auch viele Mitbürgerinnen und Mitbürger vielleicht auf diese Idee gekommen sind. Danke!

Die Inspektion befindet sich in einem Gebäude mit dem Polizeipräsidium Westpfalz. Dort stieß ein Journalist der Rheinpfalz zu uns, mit dem wir erst einmal zu einem Informationsgespräch zusammenkamen.

Wir bedankten uns bei den Herren der Schutzpolizei sowie beim Kriminaldauerdienst – repräsentiert von den beiden Herren in Zivil links im Bild unten. Meinem Eindruck nach waren alle, die vor Ort im Dienst waren zuerst ein wenig verwirrt, weil sie es nicht gewohnt waren, anlasslos gedankt zu bekommen. Aber zuguterletzt tauten sie auf, als sie merkten, dass wir das ernst meinen. „Wir sind über diese Wertschätzung und Würdigung sehr froh.“

Nach einem weiteren Kaffee ging es von hier zur Polizeiinspektion Kaiserslautern 1. Auch hier war der Empfang sehr herzlich. Mittlerweile hatte sich der Nebel gehoben und die Sonne strahlte von einem tiefblauen Himmel. Hier stieß ein Team des SWR zu uns und drehte einen sehr schönen Kurzbeitrag (ab 10:36), den ich auch abends im Fernsehen gesehen habe. Übrigens an dieser Stelle ein Dank an den SWR für die Erwähnung des Tages auf Facebook!

Auch hier freuten sich die Anwesenden Polizistinnen und Polizisten über unser Kommen. Ein junger Mann dankte mir im Gespräch für eine Genesungskarte, die er einmal vom Verein bekommen hatte.

Insgesamt stieß die Idee des Tages auf positive Resonanz. Unser Ziel ist ja nicht, dass die Menschen NUR an diesem Tag ihrer Polizei danken, sondern dass sie es irgendwann überhaupt einmal tun. Insgesamt kam bei uns an, dass die Arbeit des Vereins Keine Gewalt gegen Polizisten e.V. bekannt ist und auch gewürdigt wird. „Es ist toll, dass es diese Initiative gibt, hoffentlich etabliert sich der Tag bundesweit.“

Von diesem Ort, an dem die Sonne in den Herzen lachte, ging es zuerst in eine kleine Kaffee- und Kuchenpause:

 

Von hier ging es zur Autobahnpolizei. Auch dort war der Empfang sehr herzlich und unser Danke wurde positiv aufgenommen. Autobahnpolizisten sind in der Regel bei den Bürgern, mit denen sie zu tun haben, willkommen, da sie in einer helfenden Rolle auftreten. Da hören sie schon hier und da mal ein Danke, aber im Großen und Ganzen wird ihre Anwesenheit als selbstverständlich aufgenommen. Wir haben mal stellvertretend gedankt!

 

Von hier ging es nach Kusel, als Landdienststelle ein gewisser Kontrast zu den Dienststellen in Kaiserslautern. Dort herrschte eine hohe Geschäftigkeit bei unserem Eintreffen, da ein kleiner Demoeinsatz anstand und zudem zwei Parteien dort Wahlkampfveranstaltungen abhielten. Dennoch nahm man sich kurz für uns und unseren Dank Zeit. Der stellvertretende Dienststellenleiter bezeichnete unser Engagement als eindrucksvoll und sagte „Das gibt Rückhalt!“ Das tat uns auch gut. Danke!

 

 

Zuguterletzt ging es nach Zweibrücken. Auch dort wurden wir erst einmal misstrauisch beäugt, dann jedoch auf das Liebenswürdigste empfangen. Ich denke, das Lächeln in den Gesichtern der Herrschaften spricht für sich. „Es geht mir nicht darum, dass mir gedankt würde. Aber es ist schön, die Wertschätzung der Bevölkerung, von der ich in der Zeitung lese, auch mal zu erfahren“, sagte einer der Herren. Damit fasste er sehr gut zusammen, worum es mir mit diesem Tag geht.

 

Von dort ging es dann nach Hause.  Egal, wo in Deutschland ich mich befinde – selbstverständlich besuche ich an diesem Tag noch die Polizeiinspektion Remagen. Das ist ein Muss – keine Frage. Dort waren schon wieder alle im Einsatz, bis auf zwei nette Menschen, von denen einer das Foto von uns machte, während der andere Funk und Telefon bewachte.

 

Unsere Mitglieder:

Netterweise waren auch noch andere Mitglieder aktiv. Unser Mitglied Silvia Gutermuth war in Mönchengladbach unterwegs:

 

 

 

Unsere Mitglieder Steffi Poth und ihr Mann waren bei der Polizei in Braunschweig: „Da saßen sechs oder sieben Polizeibeamte m/w hinterm Tresen… das war sooooo unglaublich COOL! Die waren alle so LIEB (obwohl sie still blieben und nur einer sprach) und ich sah in deren Gesichtern, dass sie sich wirklich gefreut haben, so verhalten es auch immer gewirkt haben mag.“

 

Majonna, Mitglied in Berlin:

 

Ein Neumitglied besuchte zwei Dienststellen:

 

 

 

Unser Mitglied Bea Müller besuchte zwei Dienststellen. Vorgesehen waren fünf, bei dreien traf sie aber niemanden an und steckte die Post in den Briefkasten:

Mannheim-Neckarau:

Mannheim-Käfertal:

 

Weitere Mannheimer Dienststellen:

 

Nichtvereinsmitglieder:

Zu meiner großen Freude sind viele Nichtvereinsmitglieder zur Polizei gegangen, um den Danke-Polizei-Tag zu begehen. So viele, dass es viel zu viel wäre, die alle hier aufzulisten. Deswegen nur beispielhaft dieser Besuch hier:

Mein herzlicher Dank an diese Menschen!

 

Rückmeldungen aus der Polizei:

Eine Rückmeldung aus Sachsen:

„Huhu, ich habe gestern aus der Revierpost eure Karte herausgefischt. Schön, dass ihr an uns gedacht habt!“

 

Eine Rückmeldung aus Norddeutschland:

„Danke für die Karte! Toll das es euch gibt!“

 

Polizei Mannheim auf Twitter und auf Facebook:

 

Polizei Mönchengladbach auf Twitter und auf Facebook:

 

Auch ein Dank von der Wasserschutzpolizei war dabei: „Eure Karte kam an. Vielen dank dafür und für eure Arbeit.“

Insgesamt sind wieder 4.800 Karten auf die Reise gegangen, an alle Polizei- und Zolldienststellen der Republik! Dabei wurde ich von einigen Mitgliedern unterstützt. Danke dafür! Ihr seid großartig!

 

Im Vorfeld:

Einige Tage vor dem Danke-Polizei-Tag wurde schon dieses Plakat an einer von uns, Keine Gewalt gegen Polizisten e.V. gekauften, Plakatwand angebracht:

Schon letzten Sonntag (10.09.) haben einige Mitglieder von uns die Polizeiinspektion Bad Neuenahr-Ahrweiler, der Kreisstadt des Vereinssitzes, besucht. Unglücklicherweise waren auch hier gerade alle im Einsatz, so dass wir zwar unser Foto bekamen, aber niemand mit uns aufs Bild konnte.

 

Mittwoch, den 13.09., war ich zufällig in Linz am Rhein und nutzte die Gelegenheit, mich auch dort für den täglichen Einsatz zu bedanken:

 

Freitag, den 15.09., starteten Nadine und ich gen Süden, weil wir in Kaiserslautern übernachten wollten, um am 16.09. selbst die stressige Autobahnfahrt zu vermeiden, und um schon mal ein wenig Freizeit zu genießen. Da am Weg zu unserer Freizeitgestaltung zwei von mir häufig frequentierte Dienststellen liegen, habe ich mir erlaubt, mich auch dort schon einmal zu bedanken.

PI Ludwigshafen 1:

 

PI Frankenthal:

An dieser Stelle ein herzliches Danke an unser Frankenthaler Mitglied Claudia Berg, dass sie auch dabei war.

Danke auch an den Dienststellenleiter, Thomas Lebkücher, der uns im Zusammenhang mit dem Strohhutfest (das ist ein einmal im Jahr in Frankenthal stattfindendes Volksfest) erzählte, dass dieses Jahr viel mehr Bürger danke gesagt haben als sonst: „Das ist mit ein Verdienst von Keine Gewalt gegen Polizisten e.V.“ – Ich war an dieser Stelle gerührt und ehrlich gesagt auch ein bisschen stolz – und ich hatte feuchte Augen.

Anschließend genossen wir in der Tat ein wenig Freizeit und besichtigten das Hambacher Schloss, das 1832 beim Hambacher Fest zu einem der Schauplätze früher Demokratiebewegungen in Deutschland wurde. Aus unserer Sicht ein durchaus passender Programmpunkt, wenn man gerade dabei ist, seiner demokratisch legitimierten und rechtsstaatlich verfassten Polizei zu danken.

 

 

Von hier ging es nach einem kleinen Schlenker über Frankreich zur Polizeiinspektion Pirmasens. Die Dienststelle umrundeten wir vier bis fünf Mal. Schließlich rief Nadine verzweifelt dort an, weil wir keinen Parkplatz fanden.

„Parken Sie einfach bei uns im Hof!“

Und schon öffnete sich das Gitter!

Danke!

Wir wurden vom Dienststellenleiter, Herrn Bauer, in Empfang genommen. Nachdem er uns erst noch einmal ein wenig über den Verein und unsere Motivation ausgefragt hat, kamen nach und nach einige seiner Mitarbeiter aus dem Einsatz und gesellten sich zu uns. Das Gespräch wurde sehr offen und ausführlich. Vermutlich würden wir jetzt noch reden, wenn Nadine und ich nicht noch einen Folgetermin in Waldfischbach-Burgalben gehabt hätten. Ich komme aber in jedem Fall noch einmal wieder. Pirmasens scheint mir eine Nachtschicht wert.

 

Die Polizeiinspektion in Waldfischbach-Burgalben ist ein recht kleine Dienststelle. Dennoch hielten wir uns da am längsten auf. Der Empfang war sehr freundlich. Ich selbst war ja schon um Ostern herum anlässlich eines Urlaubs in der Pfalz dort gewesen, um den Verein kurz vorzustellen. Dieses Mal war das Willkommen nicht minder herzlich, man hatte uns sogar einen Kuchen besorgt. DANKE!

Wir bekamen die Dienststelle gezeigt, viel über das Dienstgebiet erzählt und machten schon einmal ein Foto. Anschließend, nach dem Schichtwechsel, zeigte uns der Dienstgruppenleiter der Nachtschicht den Gewahrsam, wo wir uns – neben der Toilette einer Zelle – ausführlich unterhielten. Das Gespräch war so spannend, dass wir alle erst im Nachgang merkten, wo wir gestanden hatten.

 

Irgendwann kurz vor dem Tag selbst klappte auch die Plakatwand „um“, d.h. unser Motiv war für eine ganze Weile auf der anderen Seite zu sehen:

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Im Nachgang:

Am 19.09. besuchte ich die Polizeiinspektion Neuwied. Dort war schon jemand vor mir gewesen, der einen viel schöneren Dank abgegeben hat als ich, deswegen gibt es nur ein Foto von seinem Kunstwerk. Das Bild wurde übrigens äußerst liebevoll in einer Plastikhülle am Dienstgruppenschrank aufgehängt:

 

Last but not least besuchten unser Mitglied Andrea Eickhoff und ich noch am 22.09. die Polizeiinspektion Adenau – im selben Landkreis wie der Vereinssitz, aber 50 Minuten mit dem Auto von dort entfernt. Danke für den sehr herzlichen Empfang dort.

 

Unsere Schatzmeisterin Erdmute Wittmann besuchte ebenfalls die Polizei Remagen – offenbar zur Frühschicht. Das ist gut, denn Nadine und ich waren zur Spätschicht da – so hatten zwei Schichten etwas davon!

 

Unser Mitglied Susan Walsh-Nass hat folgende Dienststellen besucht: 16.09.: Polizei Kleve, 18.09.: Polizei Geldern, 19.09. Polizei Neukirchen/Vluyn und am 20.09. Polizei Krefeld-Nord.

Unser Mitglied Michaela B. berichtete Folgendes:
Da ich im Vorfeld zu Besuch in anderen Städten war, habe ich auch dort die örtlichen Polizeidienststellen besucht, um anlässlich des bevorstehenden Danke-Polizei-Tages einen Dank auszusprechen.
  • Am 29. August besuchte ich die Wache Nord in Gelsenkirchen. Da ich zu diesem Zeitpunkt noch keine Danke-Polizei-Karte hatte, habe ich eine von den allgemeinen Karten mitgenommen. Der diensthabende Beamte war über die Existenz eines Vereins wie den KGGP erstaunt und fragte mich nach meinen Beweggründen dafür, mich auf diese Weise zu engagieren.
  • Am 30. August war ich in der Polizeiinspektion Lüdinghausen. Die diensthabenden Beamten waren sehr erfreut über meinen Besuch und darüber, dass sie einen Dank ganz ohne Grund erhalten. Einen Dank bekomme man normalerweise sowieso nie zu hören, aber auch das respektvolle Miteinander habe insgesamt stark nachgelassen, auch in ländlichen Gebieten. Daher sei jede freundliche Geste besonders willkommen.
  • Am 8. September war ich an der Verkehrspolizeiinspektion Würzburg-Biebelried. Die Pforte war jedoch nicht persönlich  besetzt, sodass ich die Karte in den Postkasten geworfen habe.
  • Am 9. September war ich an der Polizeiinspektion in Kitzingen. Dort war man gerade sehr gestresst, nahm sich jedoch trotzdem ein paar Minuten Zeit für mich. Die Überraschung war groß, dass es überhaupt einen Verein wie den KGGP gibt und dann auch noch einen Danke-Polizei-Tag.
  • Am 13. September stieß ich beim Einwerfen der Karten vor der Post auf eine Streife der Wasserschutzpolizei. Auch diesen sprach ich meinen Dank aus und zeigte ihnen die Karten, die ich gleich einwerfen würde. Sie waren sehr erfreut darüber, dass es eine solche Initiative gibt.
  • Am 16. September suchte ich die Wachen in Nürnberg auf.
    • Zuerst besuchte ich die Polizeiinspektion Nürnberg-Süd. Die beiden anwesenden Polizisten waren zuerst etwas skeptisch, gaben mir jedoch Gelegenheit, über die Arbeit des Vereins zu berichten und gaben anschließend auch einige Einblicke in ihre Arbeit. So berichteten sie, dass es zwar oft Beschwerden gäbe, selten aber einmal einen Dank, weshalb man auch etwas erstaunt über meinen Besuch sei. Schließlich dankten sie mir im Namen der Dienststelle und versprachen, die Dankesbotschaft an die gesamte Dienststelle weiterzuleiten.
    • Anschließend machte ich Halt bei der Bereitschaftspolizei. Dem diensthabende Beamten an der Pforte war der KGGP bislang auch noch nicht bekannt. Er freute sich über meinen Dank dafür, diesen Beruf trotz aller Gefahren auszuüben. Bescheiden erwiderte er, dass ja jeder letzlich immer Gefahren ausgesetzt sei, auch zu Hause könne man sich schließlich tödlich verletzen. Auch half er mir mit einem Tesastreifen aus, um ein Foto von der Karte vor dem Dienststellenschild machen zu können. Er erwies sich somit als ein pragmatisch denkender und handelnder Zeitgenosse, somit genau richtig bei der Polizei :) Er informierte auch seinen Vorgesetzten über meinen Besuch, dieser ließ seinen herzlichen Dank an den Verein ausrichten.
    • Danach besuchte ich die Polizeiinspektion Nürnberg-Ost. Die diensthabenden Beamten waren sehr zurückhaltend, da auch sie noch nie etwas vom Verein Keine Gewalt gegen Polizisten oder vom Danke-Polizei-Tag gehört hatten. Nachdem ich über die Hintergründe berichtet hatte, freuten sie sich jedoch, dass es solche Initiativen gibt.
    • Im Anschluss besuchte ich die Polizeiinspektion Nürnberg-West. Die anwesenden Polizisten nahmen mein Anliegen zunächst etwas ungläubig entgegen, zeigten sich dann jedoch sehr interessiert, und ich bekam Gelegenheit, ausführlich über den Verein und seine Arbeit zu berichten.
    • Als nächstes stattete ich der Polizeiinspektion Nürnberg-Mitte einen Besuch ab. Nach einer kurzen Erläuterung  meines Anliegens durfte ich die Glaspforte passieren und den diensthabenden Beamten „Auge in Auge“ für ihre Arbeit danken. Mir wurden viele Fragen gestellt, auch zu meiner persönlichen Motivation, mich für die Polizei zu engagieren. Die mitgebrachte Karte wurde von allen Anwesenden genauestens inspiziert und man versprach, hierfür einen guten Platz in der Dienststelle zu finden.
    • Abschließend schlenderte ich noch über das Nürnberger Altstadtfest, das an diesem Tag von der Polizei Schwabach gesichert wurde. Insgesamt sprach ich dort mit etwa 10 Polizisten, dankte ihnen für ihre Arbeit und überreichte ihnen jeweils eine Karte. Einige dieser Polizisten kannten den Verein bereits, unter anderem, weil sie schon einmal eine Genesungskarte bekommen hatten. Die anderen zeigten sich sehr an den Hintergründen des Vereins interessiert.
An den Dienststellen in Nürnberg habe ich überall auch noch ein von befreundeten Kindern gemaltes und eingerahmtes Bild hinterlassen, was auf positive Resonanz gestoßen ist. Auch der Polizei Schwabach, die auf dem Altstadtfest Nürnberg anwesend war, habe ich ein solches Bild überreicht.
Insgesamt war es eine schöne, aber auch anstrengende Aufgabe, der Polizei einmal einen Dank auszusprechen. Schön war, dass man die Polizisten auf diese Weise positiv überraschen konnte. Anstrengend war, dass man fast immer zunächst auf eine gewisse Skepsis gestoßen ist. Dies zeigt leider, dass eine explizit  positive Haltung gegenüber der Polizei wohl eher die Ausnahme ist. Ich freue mich, wenn ich durch den Verein und den Danke-Polizei-Tag ein wenig dazu beizutragen kann, diese Situation ein wenig zu ändern.
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Unser Mitglied Bea Müller besuchte noch im Nachgang das Revier Schwetzingerstadt:
Bericht unseres Mitglieds Kerstin Wenninger:
Den Anfang machten unsere Dietenheimer Polizisten :-) Sie hatte dieses Jahr viel Zeit für mich und den Verein. Es entstand ein schönes Gespräch und natürlich der Wunsch das mehr Menschen einfach mal DANKE sagen.
Als nächstes besuchte ich die Polizei in Memmingen – ein etwas kürzeres Gespräch mit Vorstellung des Vereins, aber auch alle sehr freundlich und freuten sich über den Besuch – teilweise kennt man uns aus Facebook :-)
Illertissen war nun dran, wobei wir auf später vertröstet wurden da Sie gerade Stress hatten.
In Weißenhorn kannte man uns noch nicht war aber auch erfreut dass mal jemand DANKE sagt :-) auch hier der Wunsch das dies öfter passieren könnte das jemand einfach mal Danke sagt. Desweiteren bemängelte man die Übergriffe auf Beamte da auch dies erst neulich in der Dienststelle Thema war und zwei Beamte bei einer Widerstandshandlung verletzt worden waren.
Als wir in Senden waren wurden wir fast schon übermäßig begrüßt da der Beamte dort KGgP von Facebook kennt. Wir wurden herein gebeten und bekamen zu trinken wärend wir eine informative Unterhaltung führten :-D
Wieder zurück in Illertissen wurden wir etwas kurz empfangen und konnten gerade noch erklären was wir wollten.
Auf Bitte eines Beamten aus Dietenheim fuhren wir den Polizei Posten in Ulm-Wiblingen an wo leider keiner vor Ort war und wir somit mit dem Briefkasten vorlieb nahmen.
In Neu-Ulm war heute wohl auch viel Stress angesagt da es auch hier recht kurz von statten ging.
Als wir nach Ulm wollten stellten wir fest, dass an diesem Tag der Einstein-Marathon stattfindet und ganz Ulm abgeriegelt ist.
Wir kämpften uns wieder zurück und fuhren erstmal nach Laupheim . Dort wurden wir freundlich begrüßt und man freute sich auch hier über unseren Besuch der auch etwas kürzer war.
In Biberach angekommen wurde ich in den Besucherraum gebeten und der Dienststellenleiter kam persönlich zu mir. Ich meinen geübten Spruch gesagt und schon ging es in ein super tolles Gespräch über. Er kennt die Kartenaktion vom letzten Jahr und freut sich im Namen der Kollegen. Er teilte mir mit, dass ich die Kollegen aus Ochsenhausen eher nicht erreichen kann (einsatzbedingt).
Nach einer kurzen Pause fuhren wir wieder zurück nach Ulm ins Polizeipräsidium. Bedingt durch den Marathon war man dort heute auch sehr kurz, aber die Freude war auch hier groß.
Im Anschluss und mit viel Stau verbunden kämpften wir uns zum Bahnhof um die Bundespolizei Ulm zu besuchen. Ein kurzes, freundliches Gespräch war auch hier da es heute sehr stressig bei Ihnen zugeht. Gefreut hat man sich auch hier :-D

Alles in allem gesehen war die Runde sehr erfolgreich und die Gespräche super :-D Im Prinzip wünschen sich alle das selbe – ein besseres Ansehen in unserer Gesellschaft, mehr Bürger die mal eben nur Danke sagen wollen, mehr Respekt und Anerkennung.

Einen Tag später habe ich den Polizeiposten in Ochsenhausen besucht. Ich hatte Glück, denn die Beamten waren da. Es ist wieder ein wunderbares Gespräch entstanden, wobei auch hier die gewaltbereite und respektlose Gesellschaft zu Sprache kam. Auch diese Beamten würden sich mehr Respekt und Anerkennung wünschen. Das war der letzte Besuch dieses Danke Polizei Tages 2017.
Per Post gingen Karten nach Günzburg, Krumbach, Kempten Polizeipräsidium sowie die Bundespolizei, Lindau BUPO Und Polizeiinspektion und Ravensburg.
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Nadine ging im Nachgang auch noch zur Anlaufstelle GABI in Bonn. Die Herrschaften hatten einsatzbedingt wenig Zeit, aber für ein Danke reichte es.

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Was uns stolz macht:

Zum ersten Mal in der Vereinsgeschichte teilte die Polizei Rheinland-Pfalz unsere Inhalte auf ihrer Facebook-Seite. DANKE!

Was uns außerdem das Herz erwärmt, ist, wenn wir in eine Dienststelle kommen und sehen auf einer Einsatztasche das:

 

Oder auf einem Ärmel in trauter Zweisamkeit dies hier:

Danke dafür!

 

Fazit:

Unsere Polizistinnen und Polizisten leisten jeden Tag für uns alle hochprofessionelle Arbeit. Zeigen wir ihnen, dass wir sie dafür wertschätzen!!! Sicher, man kann mit einem Danke-Polizei-Tag nicht die Besoldungssituation verbessern, man kann keinen Respekt bei jenen erzwingen, die keinen haben, man kann damit nicht mehr Polizisten herzaubern, man kann damit keinen Rückhalt da erzwingen, wo er fehlt und man kann es sicherlich nicht allen Recht machen. Man kann damit allerdings langfristig das gesellschaftliche Klima dahingehend verändern, dass sich diese Probleme leichter anpacken und vielleicht sogar lösen lassen – wenn man denn am Ball bleibt.

Wenn man es ganz ohne Emotionen betrachten möchte, kann man sich sagen, dass die Beziehung zwischen Bürger und Polizist ein Stück weit eine Arbeitsbeziehung ist, in der der Polizist für den Bürger arbeitet. Professionelle Arbeitgeber loben ihre Mitarbeiter regelmäßig. Professionelle Mitarbeiter wissen Lob anzunehmen. Auf dieser sachlichen Ebene waren wir alle hochprofessionell.

Professionelle Menschen schämen sich auch nicht ihrer Gefühle und deswegen möchte ich damit enden, dass ich immer wieder sehr berührt davon bin, wie viel Freude dieser Tag allen Beteiligten immer wieder macht. Allein dafür werden wir von Keine Gewalt gegen Polizisten e.V. diesen Tag immer wieder begehen.

 

 

 

 

Allgemein

Eine ungewöhnliche Spätschicht in Remagen

„Eine Freitagsnachmittagsspätschicht in Remagen, das musst du dir echt mal geben. Das ist die Hölle. Da kommst du nicht mal zum Essen.“

Ok…

Da ich das nicht nur einmal gehört hatte, sondern mehrfach, und das auch nicht nur aus Remagen, gehe ich davon aus, dass Freitagnachmittage wirklich übel sind.

Es sei denn natürlich, ich habe mich für einen solchen angemeldet.

„Mein“ Streifenteam, Daniel und Rebecca, nahm mich freundlich auf, der Rest der Schicht auch. Daniel hat bei mir persönlich schon recht lange einen Stein im Brett, denn er war einer der ersten, die sich regelmäßig für den Einsatz von Keine Gewalt gegen Polizisten e.V. bedankten. Zum ersten Mal tat er das nach Weihnachten 2010, als wir noch nicht einmal Verein waren und ich Heiligabend einfach mal in Remagen der Polizei „Frohe Weihnachten“ gewünscht habe. Das mache ich seit 2009 jedes Jahr – und ich finde, auch das sollten mehr Leute tun. Einfach mal jenen Menschen ein frohes Fest wünschen, die dafür sorgen, dass wir sicher feiern. Aber das ist ein anderes Thema…

 

Nachdem Daniel und Rebecca ihren Papierkram fertig hatten, ging es schon auf die Straße. Streife fahren.

 

Wir mussten gar nicht lange streifen, schon zwei Orte weiter flog uns ein leerer Plastiksack von der Ladefläche eines LKW entgegen.

Verkehrskontrolle.

„Sonst mach ich das nie, dass ich meine Ladung nicht gut sichere.“

Verwarnung.

 

Danach bestreiften wir die Gegend sehr ausgiebig.

 

Nächste Verkehrskontrolle. Der Fahrer kam Daniel bekannt vor. Wenn, dann hatte er diverse Fahrten unter Betäubungsmitteln im Register. Das Ganze entpuppte sich allerdings als Verwechslung.

Keine Verwarnung.

 

In die Dienststelle, etwas essen.

 

Ein Unfall an einer Tankstelle, ein paar Orte weiter. Also eine Unfallaufnahme. Beide Seiten waren im Grunde schon einig, freundlich und einsichtig. (Auch mal schön, übrigens!). Die Polizei wurde eigentlich nur gebraucht, weil eines der beteiligten Fahrzeuge ein Firmenwagen war und entsprechend eine Anzeigenaufnahme für die Versicherung benötigt wurde.

Wie üblich ging Daniel ein paar Meter zur Seite, um die Beteiligten abzufragen. Ich schaute derzeit Rebecca zu, wie sie die beiden Fahrer dazu aufforderte, gegenseitig Personalien zu tauschen.

Plötzlich, mitten in die Routine, platzte Daniel herein:

„Wir müssen das hier abbrechen!“

Gesagt, getan. Die Fahrer wurden darüber aufgeklärt, dass wir abrücken müssen.

Zum Glück waren alle Daten notiert, als Daniel den Streifenwagen auf die Straße lenkte und durchstartete, während Rebecca Blaulicht und Martinshorn anwarf.

Ich glaube, ich werde niemals aufhören, diese Blaulichtfahrten aufregend zu finden. Und mich mehr oder weniger im Stillen über meine Mitbürger zu ärgern. Ok, ich kriege auch schweißnasse Hände, wenn von hinten ein Blaulicht ranfliegt, aber irgendwie bekomme ich das Auto doch aus dem Weg bugsiert, das ich gerade fahre.

„Wo fahren wir eigentlich hin?“ wollte ich dann doch wissen.

„Da wurde gemeldet, dass möglicherweise eine Tankstelle überfallen wird.“

Daniel nannte einen Ort, gute 11 km von unserer Tankstelle entfernt.

Oha… und… ach du Sch***!

Meine Hände wurden feucht und ich merkte, wie ich schneller atmete.

Wenn das jetzt wirklich ein Überfall ist – was mach ich denn da? Da steh ich doch nur im Weg rum. Ok, ich könnte im Auto bleiben! Aber Autos sind nicht kugelfest.

Ich hatte schon bei den Einsatztrainern des Polizeipräsidiums Südhessen gezeigt bekommen, was Schusswaffen aller Kaliber bei einer Volvo-Tür anrichten können. Sich hinter einem Passat in Sicherheit vor scharfen Schüssen zu bringen funktioniert ganz klar nur im Fernsehen.

Ich brauch ein neues Ehrenamt, SOFORT!

Das Heck des Wagens rutschte unter mir nach rechts, es ging in einer Kurve den Berg hinauf.

Festhalten.

Aussteigen ging sowieso nicht mehr.

Also einfach keine Zeit für Angst nehmen und darauf achten, was meine beiden Begleiter tun.

Daniel trieb den Streifenwagen den Berg hoch. Rebecca hielt den Funkkontakt mit den anderen.

„Wir kommen von…“

Sie nannte die Straße, die wir entlangrasten.

Auch die Autobahnpolizei meldete sich zu Wort, ebenfalls auf dem Weg zur Tankstelle.

Die Spannung stieg.

Zumal diese Blaulichtfahrt über 11 km kurvenreiche Bergstraße schon verdammt beeindruckend war.

Wir passierten das Ortsschild, mittlerweile geräuschlos.

Schlagartig wurde mir schlecht.

Entspannt bleiben. Die sagen mir schon, was ich tun soll.

Eine Tankstelle kam ins Blickfeld.

Ok, die kann es schon mal nicht sein, sonst hätte die Frau da Besseres zu tun, als zwischen den Zapfsäulen zu fegen…

Daniel fuhr auf die Tanke auf.

Hääääääääää?

Ich warf einen schnellen Blick durch die Scheiben. Im Verkaufsraum zwei entspannt wirkende Personen, eine noch entspannt wirkendere Person kam auf uns zu.

Ganz klar kein Überfall.

Tief durchatmen.

Erst jetzt bemerkte ich, dass meine Schultern sich äußerst schmerzhaft verkrampft hatten.

 

Letztlich stellte sich alles als ganz harmlos heraus. Ein Nachbar hatte einen Wagen gesehen, der zweimal langsam an der Tankstelle vorbei gefahren war. Dann hatte er gesehen, wie eine der Damen, die dort arbeiten, hektisch Leute weitergeschickt hatte. Also schloss er auf einen Überfall und alarmierte die Polizei.

Beruhigend, so aufmerksame Nachbarn – und das meine ich ernst.

Allerdings wurden die Leute deswegen weitergeschickt, weil das Kassensystem ausgefallen war.

Ich persönlich war ziemlich froh, dass nichts an der Sache dran gewesen war.

 

Wo die Polizei aber schon mal da war, hatte der Pächter auch gleich eine Bitte – ein Stammkunde hatte vergessen zu bezahlen. Außer dem Kfz-Kennzeichen hatte er von ihm keine Daten. Er wollte ihn einfach nur freundlich ans Bezahlen erinnern.

Das war für die Polizei nun eine der leichtesten Übungen.

 

„Wenn die Dame da nicht so seelenruhig gefegt hätte, wäre ich übrigens nicht mitten auf die Tankstelle aufgefahren“, sagte Daniel zu mir, als wir wieder zum Auto gingen. Ich mit immer noch ziemlich weichen Knien und leichtem Schwindelgefühl im Kopf.

Du – schon ok. Ihr wisst schon, was Ihr macht.

Symbolfoto

Wo wir schon da oben weit oberhalb der Rheinschiene waren, sollten wir auch gleich mal in einem der nächsten Orte in der Wohnung einer Frau nach ihrem Freund sehen. Dieser war nämlich nach einer heftigen Auseinandersetzung verschwunden und hatte mit Selbstmord gedroht. Übrigens nicht zum ersten Mal. Während die Frau unten in Remagen in der Polizeidienststelle war, hätte es ja sein können, dass er wieder in die Wohnung zurückgekehrt war. War er aber nicht.

 

Zurück zu unseren Verkehrskontrollen. Ein Fahrer ohne Gurt.

„Ich fahre Pizza aus.“

Bezug?

Das schienen sich auch Daniel und Rebecca zu fragen, denn sie wirkten beide nicht so, als hätte diese Begründung sie überzeugt.

„Ich kenne mich nicht aus.“

Ach so? Und da hilft es dann, keinen Gurt zu tragen? Vielleicht wäre der Kauf eines Navis da zielführender?

Angesichts dieser unendlichen Einsicht hat er sich seine Verwarnung wirklich redlich verdient.

 

Nach einer weiteren kurzen Zwischenlandung in der Dienststelle für die zu schreibenden Berichte ging es noch einmal auf Streife.

Als erstes ging es um eine Fahrerermittlung. Eine Dame war in Hessen geblitzt worden, aber die Post war nicht an die bekannte Adresse zustellbar.

Dabei bekamen wir mit einer Menge netter Leute zu tun, die wirklich freundlich zu „meinen“ beiden Beamten waren (weiter so!), uns aber nicht wirklich weiterhelfen konnten.

 

Letztlich gewann noch jemand eine Verkehrskontrolle, da sein Bremslicht defekt war und auch er nicht verstanden hatte, dass der Sicherheitsgurt nicht nur zur Zierde am Auto hängt.

Damit war diese Spätschicht schon rum.

 

„Das war die ruhigste Spätschicht an einem Freitagnachmittag, an die ich mich erinnern kann.“

Darüber waren sich Rebecca und Daniel einig.
„Willst du nicht öfters kommen?“

Och, wenn Ihr so fragt… aber gerne doch!

 

Auch wenn die Schicht vergleichsweise ruhig verlaufen ist, so zeigte sie doch ganz klar, wie die Lage in Sekundenschnelle umschlagen kann. Soeben steht man noch tiefenentspannt (sogar ich fühlte mich bereits milde routiniert) neben einer Unfallaufnahme an einer Tankstelle, bei der alle sehr nett zueinander sind. Keine zwei Atemzüge später schleudert man auf der Rückbank eines Streifenwagens einen Berg hoch und fragt sich, wo man sich demnächst am günstigsten vorm Kugelhagel versteckt.

Abgesehen davon, dass ich mutmaße, dass bei einem Verdacht auf einen Tankstellenüberfall in Großstädten mindestens zehn Streifenwagen losjagen würden.

Wer hat, der hat…

 

Anfügen möchte ich noch die Worte einer Freundin, der ich diese Anekdote gerade eben, vor der ersten Veröffentlichung, erzählt habe: „Was man in dem Beruf für einen Mut braucht!“

Recht hat sie!

Und ja, sie ist schon Mitglied bei Keine Gewalt gegen Polizisten e. V.

 

Zurück zu „meinen“ Remagenern:

Auch wenn es „ruhig“ war – keine Frage – Ihr macht einen sehr tollen Job in Remagen. Danke!

Allgemein Danke-Polizei-Tag Verein

„Danke-Polizei-Tag“ am 16. September 2017

Polizistinnen und Polizisten: „Menschen im Dienst für Menschen“

Der „Danke-Polizei-Tag“ findet 2017 – der angelsächsischen Tradition folgend – am Samstag, 16. September, statt. An diesem „“Say thank you to a police officer day“ sind Bürgerinnen und Bürger herzlich eingeladen, „ihre“ Polizeibeamtinnen und Polizeibeamten auf den Dienststellen aufzusuchen und ihnen für deren Einsatz zu danken.

Einen „Danke-Polizei-Tag“ hat die Vorsitzende des Vereins „Keine Gewalt gegen Polizisten e.V.“, Gerke Minrath-Grunwald, vor drei Jahren erstmals initiiert. In den Jahren 2015 und 2016 folgten weitere Aktionen in den Bereichen der Polizeipräsidien in Mainz und Rheinpfalz. Und dieses Jahr wird dieser besondere Tag beim Polizeipräsidium Westpfalz stattfinden. Auftakt dazu war die heutige Pressekonferenz in Kaiserslautern, an dem der rheinland-pfälzische Innenminister Roger Lewentz teilgenommen hat, der Schirmherr des „Danke-Polizei-Tages“ ist, sowie der Behördenleiten des Polizeipräsidiums Westpfalz, Michael Denne, sowie die Vereinsvorsitzende Gerke Minrath-Grunwald.

Polizeipräsident Michael Denne machte in seinem Statement deutlich, dass die allermeisten den Polizeiberuf gewählt hätten, weil sie anderen Menschen helfen wollen. Polizistinnen und Polizisten seien Menschen im Dienst für Menschen, stellte er heraus. Dass sie dabei respektlos behandelt, beleidigt oder manchmal schwer verletzt werden, könne nicht hingenommen werden. „In den Polizeiuniformen stecken Menschen – Frauen und Männer mit Gefühlen und Verletzlichkeit!“, konstatierte er.

Seit Jahren stellt die Polizei bundesweit und landesweit einen permanenten Anstieg von Gewaltdelikten unterschiedlichster Art und Weise gegen Polizeibeamtinnen und Polizeibeamten fest. Auch in der Westpfalz ist die Anzahl der Straftaten gegen Polizeikräfte in den letzten Jahren gestiegen.

Mit dem „Danke-Polizei-Tag“ könne man gut ein Signal gegen die steigende Respektlosigkeit und die zunehmende Gewalt gegen Polizistinnen und Polizisten setzen, das sei seine Überzeugung, so der Polizeichef. Dieser Tag sei eine tolle Sache: Bürgerinnen und Bürger könnten auf diesem Wege mit ihrer Polizei ins Gespräch kommen und die Polizeibeamtinnen und Polizeibeamte erhielten ein Dankeschön, ein Zeichen der Wertschätzung ihrer Arbeit. Michael Denne bedankte sich herzlich für das Engagement der Initiatorin, Gerke Minrath-Grunwald, und allen Mitgliedern ihres Vereins.

Innenminister Roger Lewentz, Schirmherr des „Danke-Polizei-Tages“ 2017, stellte heraus, dass man den Einsatz der Vorsitzenden des Vereins „Keine Gewalt gegen Polizisten e.V. gar nicht hoch genug einschätzen könne. Ein großes Dankeschön richtete er an alle, die die Zielsetzung des Vereins mittragen.

„Ich freue mich, wenn Bürgerinnen und Bürger hinter unserer Polizei stehen!“, so der Minister. Der größte Teil der Bevölkerung habe Vertrauen in die Polizei und stehe hinter ihr. Sie sei nicht der Fußabstreifer der Nation. Seit Jahren sei eine konstant hohe Zahl von Angriffen auf Polizeibeamtinnen und Polizeibeamte auch in Rheinland-Pfalz zu beklagen: In 2016 seien insgesamt 2.421 Straftaten registriert worden, darunter 1.398 Gewaltdelikte, wie Körperverletzungen oder Widerstände sowie 1.023 Beleidigungen. Dies bedeute eine Steigerung von beinahe 20 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Um unsere Polizistinnen und Polizisten besser zu schützen, seien Investitionen getätigt worden, und zwar in die polizeiliche Schutzausstattung sowie in Aus- und Fortbildung. Beispielhaft nannte Roger Lewentz den landesweiten Einsatz von Bodycams oder die Beschaffung von Titanhelmen.

Gerke Minrath-Grunwald stellte ihren Verein „Keine Gewalt gegen Polizisten e.V.“ vor, der zurzeit 130 Mitglieder zähle. Genau zwei Ziele verfolge ihr Verein: „Gewalt gegen Polizei: Wir wollen, dass darüber gesprochen wird! Und außerdem wollen wir den Polizeibeamtinnen und Polizeibeamten Rückhalt geben.“, erklärte die Vorsitzende die hehren Ziele.

Einblicke in den Polizeialltag, insbesondere im Umgang mit Gewalt gegen Polizeikräfte, hatten der Leiter der Polizeiinspektion 1 in Kaiserslautern, Polizeirat Thorsten Mayer, und Polizeioberkommissar Ben Witthaus, ein erfahrener Polizist im Wechselschichtdienst, der seit Jahren in der Kaiserslauterer Altstadt unterwegs ist, geben können. Dabei wurde herausgestellt, dass der Faktor ALKOHOL eine zentrale Rolle bei der Gewaltbereitschaft und -ausübung spiele. Die Gesprächsrunde mit den beiden Polizeibeamten führte die Leiterin der Pressestelle, Kriminalhauptkommissarin Angela Walz.

Bildquelle: PP Westpfalz

Am Ende der Pressekonferenz waren sich alle einig: Ein großartiges Engagement im Ehrenamt, das gar nicht hoch genug geschätzt werden kann, so wie es Innenminister Roger Lewentz heute treffend formulierte.

PM des PP Westpfalz vom 01.09.2017

Polizeiarbeit

Petition: Änderung der Landeserschwerniszulagen – Verordnung; Wechselschichtzulage

Liebe Leserinnen und Leser dieses Blogs,

anbei ein Link zu einer Petition an den Bürgerbeauftragten des Landes Rheinland-Pfalz. Es geht dabei um die Wechselschichtdienstzulage, die jeder Beamte, der Schichtdienst versieht, erhalten sollte. Schichtdienst ist bekanntlich mit besonderen körperlichen und seelischen Belastungen verbunden, entsprechend sollte er also auch entlohnt werden.

Näheres bitte ich dem Link zu entnehmen, da ist es besser erklärt als ich es könnte.

https://formular.derbuergerbeauftragte.rlp.de/icc/assisto/nav/237/broker.jsp?uMen=2372ab86-608f-d216-0b60-987fcb2c4510&uCon=eef07d37-9e80-e51c-554b-0f6c1847c614&uTem=5242ab86-608f-d216-0b60-987fcb2c4510&class=net.icteam.cms.utils.externalContents.ExternalContentManager&class_lookup=petition&petitionID=eef07d37-9e80-e51c-554b-0f6c1847c614

Ich habe diese Petition selbstverständlich gezeichnet, vielleicht möchte sich mir ja der eine oder andere Leser anschließen. Danke für Eure/Ihre Unterstützung.

Herzliche Grüße und allen eine wunderbare Woche,

Gerke Minrath

Allgemein Polizeiarbeit

Junge Männer und ihre Späße – hier: Bereitschaftspolizei Hessen

Es begann vorgestern. Im Internet kursierten Hinweise auf ein Video, auf dem zwei Polizisten ein Schmählied über einen Bundesligaspieler sängen, der bei RB Leipzig spielt.

Ich fand das Video recht schnell und muss sagen, dass ich mehr erwartet hatte. Nachdem ich zuerst hochgradig empörte Postings dazu gelesen hatte, hätte ich erwartet, dass das öffentlich und im Einsatz passiert sei. Am besten noch beim Einsatz in Sachen RB Leipzig. Stattdessen einfach zwei junge Männer in einer Dienststelle der Bereitschaftspolizei – wir, also die Mitglieder von Keine Gewalt gegen Polizisten e.V., die sich dazu austauschten, vermuteten anhand des im Video nur verwischt erkennbaren Ärmelabzeichens Hessen, was sich mittlerweile bestätigt hat. Gut, sie greifen verbal gewaltig in die allerunterste Schublade, indem sie einen nicht sonderlich abwechslungsreichen Satz wiederholen, in dem sie auf den Beruf der Mutter des jungen Mannes anspielen. Aus meiner Sicht eine der dämlicheren Beleidigungen – so redet man einfach nicht über Menschen. Dann nimmt einer von ihnen ein entsprechendes Trikot aus dem Schrank, es wird damit in der Luft herumgewedelt (der Gesang wird dabei fortgesetzt), man amüsiert sich königlich, am Ende spuckt einer der beiden auf das Trikot.

Um nicht missverstanden zu werden – ich finde das als Aktion insgesamt ziemlich dämlich. Mein Humor ist das echt nicht.

Mir ist auch klar, dass das die betroffene Polizei in eine dumme Situation bringt. Eigentlich die Polizei insgesamt, denn für die meisten Menschen ist da, wo Polizei draufsteht, auch Polizei drin. Selbst wo nicht Polizei drauf steht, passiert das oft genug – die Leser unserer Facebook-Seite, die glauben, wir seien die Polizei, sind Legion. Ein nicht-hessisches Landeswappen wird also keinen, der wegen dieses Videos auf Krawall gebürstet ist, davon abhalten, seinen Unmut über irgendwelche greifbaren Polizisten auszuschütten.

Die Polizei hat neutral zu sein, und sie hat oftmals bei Fußballeinsätzen eine Rolle inne, in der sich sämtliche Aggressionen auf sie fokussieren – insbesondere bei Risikospielen. Es gibt nun einmal eine Kategorie so genannter „Fans“, für die entsprechende Spiele ein willkommener Anlass für eine Art Minikrieg sind. Und wenn der Gegner nicht greifbar ist, weil die Polizei dazwischen steht, dann geht man eben auf die Polizei los. In einem derart aufgeheizten Klima kann die Polizei wirklich keinen zusätzlichen Ärger wegen eines solchen Unsinns brauchen.

Entsprechend nachvollziehbar ist für mich auch die Reaktion der hessischen Polizei, die nicht lange auf sich warten ließ:

Am Sonntagnachmittag erlangte das Hessische Bereitschaftspolizeipräsidium Kenntnis über ein YouTube-Video, welches Polizeibeamte in einem Spindraum zeigt, die ein Schmählied über einen Spieler des Bundesligisten RB Leipzig singen. Nach derzeitigem Erkenntnisstand entstand das Video in einer Räumlichkeit der Hessischen Bereitschaftspolizei.

Das in dem Video zu sehende Verhalten der Beamten widerstrebt dienstlichen Grundsätzen. Gegen die Beamten werden Disziplinarverfahren eingeleitet.

Das Hessische Bereitschaftspolizeipräsidium missbilligt das Verhalten der Beamten ausdrücklich. Die Behördenleitung hat bereits Kontakt zu Ulrich Wolter, Vorstand des RB Leipzig aufgenommen und sich ausdrücklich entschuldigt. Ulrich Wolter sicherte zu, dies auch an den betroffenen Spieler weiterzugeben.

(Pressemitteilung des Hessischen Bereitschaftspolizeipräsidiums vom 21.08.2017)

 

Seitens der Polizei geht also alles seinen Gang. Der Spieler selbst und alle seine Fans erhalten Satisfaktion. Wobei ich an dieser Stelle schon mal anmerken möchte, dass auch Fußballstadien nicht unbedingt Orte sind, an denen man gemeinhin intellektuell hochwertiges und pazifistisches Liedgut zu hören bekommt – im Gegenteil findet sich ein Video, wo eine ganze Fankurve genau diesen Satz skandiert.

In Bezug auf unsere beiden jungen Herren von der hessischen Bereitschaftspolizei möchte ich noch einige Dinge zu bedenken geben.

Für mich sieht dieses Video aus, als handele es sich um einen internen Spaß. Und ganz ehrlich – intern können die Damen und Herren bei der Bereitschaftspolizei (egal bei welcher) aus meiner Sicht ihre Späßchen treiben, solange sie wollen und solange der Dienst davon nicht beeinträchtigt wird. (Bevor wieder die Goldwaagen ausgepackt werden – Spaß ungleich Straftat!) Ich weiß, dass Bereitschaftspolizisten einen sehr anspruchsvollen Job machen, und sie machen ihn gut. Dafür wird ihnen viel zu selten gedankt. Deswegen an dieser Stelle mal wieder ein Dank an die Bereitschaftspolizisten. Ihr seid klasse! Danke für Euren Einsatz!

Junge Männer machen Späßchen, die ich persönlich ziemlich oft ziemlich unwitzig finde. Na und? Solange sie mich damit verschonen, ist mir das echt wurscht.

Die heutige junge Generation ist auch aus irgendeinem mir ein wenig schleierhaftem Grund der Ansicht, sie müsse auch derartige Lebensäußerungen grundsätzlich filmen. Warum auch nicht?

Problematisch wird das Ganze eigentlich erst an dem Punkt, den dem es öffentlich wird, denn hier kommt die Wohlverhaltenspflicht von Beamten ins Spiel. Und ja, diese existiert, auch wenn das gerne vom einen oder anderen in Abrede gestellt wird.

Für mich stellen sich an dieser Stelle allerdings Fragen:

Wer hat das Video eigentlich hochgeladen? Einer der beiden Beteiligten? Dann war es Absicht, das Video hochzuladen und dann würde ich sagen, ist es schon in Ordnung, denen auf die Finger zu hauen.

Wenn das Video von keinem der beiden hochgeladen wurde – wer war es dann? Ein Kollege, der glaubte, das sei lustig und nicht nachgedacht hat? Oder ein „Kollege“, der den beiden so richtig Ärger machen wollte? Oder ein vermeintlicher Freund? Der vielleicht auch nur zeigen wollte, wie „cool“ sein Kumpel bei der Polizei ist und dabei auch nicht von der Tapete bis zur Wand gedacht hat? Sollte dann nicht vor allen Dingen der, der dann aus einem internen Späßchen eine öffentliche Aktion gestrickt hat, Ärger bekommen? Hat das auch nicht etwas mit einer Verletzung der Vertraulichkeit des Wortes zu tun (§ 201 StGB) oder zumindest mit „Recht am eigenen Bild“?  Ich hoffe doch sehr, dass auch dieser Aspekt genau angesehen wird.

Wie dem auch sei – mir zeigt das vor allen Dingen eines:

Diese jungen Menschen tragen allein durch die Aufschrift „Polizei“ auf ihrer Arbeitskleidung eine enorme Verantwortung (denn seien wir ehrlich – ein ähnliches Video über zwei Metzgergesellen würde keinen Menschen anheben, außer vielleicht dem betroffenen Spieler, das Ganze würde in einem Strafverfahren geklärt und fertig). Sie waren unbedacht und leichtfertig im Umgang mit Neuen Medien mit dem Resultat, dass ihr Arbeitgeber Ärger hat, sie mit ihrem Arbeitgeber und eine Menge Kollegen Ärger mit vergrätzten Fans des fraglichen Spielers. Nicht zu vergessen, die polizeifreundlichen Vereine von Bürgern für Polizisten, die für die Polizei gehalten werden und zu einem Statement genötigt werden sollen, so wie es uns vorgestern passiert ist. wp-monalisa icon

Ob der Upload der Datei auch lediglich leichtfertig erfolgte, wird sich sicherlich herausstellen. Die beiden jungen Männer werden in jedem Fall merken, dass das Internet nichts vergisst und sie dieses Video viele Jahre lang verfolgen wird.

Viele junge Menschen sind unbedarft im Umgang mit diesen Medien. Ich kann da nur um Milde bitten und darum, den jungen Menschen in den Polizeischulen noch einmal ganz klar zu machen, was es bedeutet, wenn ein solches Video öffentlich geht – falls das nicht schon geschieht.

Mir sind mehr Polizeibeamte bekannt als genug, die mit einem Video über angebliche Polizeigewalt auf Youtube gelandet sind. Ich weiß, wie es ihnen damit ging und teilweise immer noch geht. Die entsprechenden Verfahren können hundertmal die Unschuld der beteiligten Beamten bewiesen haben – irgendein Troll gräbt das Video wieder aus und wieder geht der Zirkus von vorne los, Reduziert auf diesen einen Einsatz, der einfach nicht schön aussieht, und keinen interessiert mehr, dass man über Jahre hinweg Tag für Tag für Tag einen einwandfreien Job gemacht hat und Menschen geholfen hat… das ist nicht schön. Es ist schlimm genug, dass solche Dinge von außen an die Polizei herangetragen werden. Es ist wirklich nicht nötig, dass sich junge Polizisten nun selbst auf diese Weise ins Aus setzen.

Liebe junge Polizistinnen und Polizisten – denkt dreimal nach, WAS Ihr filmt und wenn ja, mit WEM Ihr das Werk dann teilt.

Allgemein Schusswaffengebrauch Trauriges Verein

Forderungen nach Respekt und Schusswaffengebräuchen – in einem Atemzug?

Aus gegebenem Anlass hier noch einmal eine Erläuterung, für WEN wir unsere Arbeit machen – sei es auf Facebook, auf Twitter oder sei es der Löwenanteil unserer Arbeit außerhalb der sozialen Netzwerke (aka Realität).

In allererster Linie machen wir das hier, um jenen Polizistinnen und Polizisten, die Gewalt erleben mussten, Rückhalt aus der Bevöökerung zu signalisieren.

Darüber hinaus geben wir auch gerne Rückhalt an Polizeibeamte generell – für die fantastische Arbeit, die sie für uns alle tun.

Last but not least können sich auch unsere Vereinsmitglieder auf unseren Internetpräsenzen informieren, was so im Verein läuft.

Die erste genannte Gruppe ist jedoch prioritär – der Name des Vereins gibt da auch einen gewissen Hinweis. Entsprechend interessieren uns vorrangig deren Gefühle.

Ein Mensch (oder mehrere) wurde im Dienst an uns als Gesamtgesellschaft verletzt. Eine Organisation, die sich gegründet hat, um in solchen Fällen Rückhalt zu geben, hat eine Facebook-Seite / einen Twitter-Account. Auf diese schaut dieser Mensch dann… und muss zur Kenntnis nehmen, dass dort fröhlich mehr oder minder berufene Menschen ausführlich darlegen (zum Glück ist Twitter durch die Begrenzung auf 140 Zeichen da nicht ganz so intensiv, aber gruselig genug), was er alles falsch gemacht haben soll. Menschen, die bei dem Einsatz nicht einmal dabei waren und in nicht wenigen Fällen ganz eindeutig keine blasse Ahnung von Polizeiarbeit haben. Aber Hauptsache, mal einem Opfer von Gewalt öffentlich deutlich machen, dass es selbst einfach zu doof war.

Am besten packt dann noch mindestens ein Schlauberger (allerdings ist auch hier eine steigende Tendenz erkennbar) eine Forderung nach einem Schusswaffengebrauch hinzu, mit einem Hinweis darauf, dass es anders ja wohl nicht mehr ginge.

Früher hatten wir häufig das Problem, dass nach Schusswaffengebräuchen den Polizisten erklärt wurde, was sie stattdessen  hätten tun sollen (von Leuten, die keinen Fatz mehr Ahnung hatten als jene, die heute bei jeder sich bietenden Gelegenheit nach einem Schusswaffengebrauch schreien), um das zu vermeiden. Heute ist es umgekehrt.

Geht es eigentlich noch? Wo leben solche Menschen eigentlich? Im Fernsehen, in irgendwelchen Actionserien, wo irgendwelche Typen (deren Sozialkompetenz mir vielfach äußerst fragwürdig erscheint) reihenweise Leute umnieten ohne einen Hauch von Gewissensbissen zu verspüren?

Leute, werdet mal erwachsen. Die Realität ist eine andere. Ein Schusswaffengebrauch gegen einen Menschen ist kein Spaziergang. Manche der Betroffenen gehen danach durch ein wahres Martyrium.

Wer sowas leichtfertig fordert, verübt Gewalt gegen Polizisten – in einer sehr heftigen Weise.

Aber das ist diesen Leuten wohl egal. Man selbst muss es ja nicht machen. Hauptsache, mal wieder irgendwas in eine Kommentarspalte gekotzt…

Abgesehen davon, dass die betroffenen Beamten kompetent genug sind, sowas selbst zu entscheiden. Wenn sie sich gegen die Ultima Ratio, das letzte Mittel, entschieden haben, dann haben sie sich dagegen entschieden. Und das ist dann, verdammt noch mal, zu respektieren.

Ich kann jedenfalls nur noch müde lächeln, wenn da jemand „Respekt“ einfordert, der selbst auf diese Weise Respektlosigkeit demonstriert – gegenüber den Polizisten, die er auf derartige Weise belehrt, denen er eine derartige Entscheidung aufzwingen will und letztlich auch gegenüber dem Gewaltmonopol, um das er sich vorgeblich solche Sorgen macht.

Für diese Menschen noch ein Rat, bevor sie blockiert werden: Fangt mal bei Euch selbst an mit dem Respekt!

Das gilt übrigens auch für sämtliche Pöbeleien an UNSERE Adresse im Zusammenhang mit diesem Post. Es hat auch etwas mit Respekt zu tun, sich zu informieren, was eine Institution eigentlich will, der man das Leben erklärt – und für uns steht das Gewaltmonopol genau so wenig zur Disposition wie die Tatsache, dass die Polizistinnen und Polizisten, für die wir das tun, bei uns an erster Stelle stehen.