Wasserburg (Bayern): Polizisten mit abgebrochener Wodka-Flasche bedroht – Junger Mann greift leichtfertig ein

Am 18.11.16 zur Mittagsstunden spielten sich in der Köbingerbergstraße Ecke Krankenhausstraße dramatische und auch überraschende Szenen für die Polizei Wasserburg ab.
Als gegen 12.00 Uhr die Mitteilung bei der Polizei einging, dass im Ringelnatzweg ein schwer Betrunkener randaliert, Passanten bedroht und Fahrzeuge beschädigt, war den Polizisten schon alleine wegen der noch frühen Tageszeit klar, dass dies kein Standardfall wird.

Eine erste Streifenbesatzung konnte sehr schnell in der Köbingerbergstraße Ecke Krankenhausstraße einen erst 18-Jährigen Mann antreffen, der völlig außer sich war und für die Polizisten nicht ansprechbar. Ganz offensichtlich war für ihn die Polizei ein rotes Tuch. Er fuchtelte nämlich mit einer halbgefüllten Wodkaflasche herum, aus der er abwechselnd trank und mehrfach nach den Polizeibeamten schüttete. Die Uniform eines Beamten wurde dabei vom Hochprozentigen beschmutzt.

Der 18-Jährige verweigerte sich jeder Anweisung der Polizisten, weshalb diese in einem Sicherheitsabstand versuchten, auf ihn beruhigend einzureden. Nachdem er immer noch nicht reagierte und mit seiner Flasche für die zahlreichen Passanten, die inzwischen auf diese Situation aufmerksam wurden, weiterhin eine Gefahr darstellte, mussten die Polizisten die gefährliche Situation durch eine rasche Festnahme beenden. Dazu waren sie gezwungen, Pfefferspray einzusetzen.

Der 18-Jährige zeigte jedoch darauf keine nennenswerte Reaktion. Im Gegenteil, er zerschlug plötzlich ohne Vorankündigung die Wodkaflasche auf dem Boden und hielt diese nun scharfkantige Waffe den Polizisten drohend entgegen. Aufgrund dieser Eskalation zog ein Beamter sicherheitshalber seine Dienstwaffe.

Was dann passierte, war für die Polizisten sehr überraschend und unvorhersehbar. Plötzlich trat ein ca. 25 Jahre alter Mann auf den 18-Jährigen zu, nahm ihm einfach die zerbrochene Flasche weg, warf sie ins Grüne und ging wortlos weiter. Gleich darauf nahmen die Polizisten den nun unfreiwillig entwaffneten Täter fest.

Von dem jungen Mann war jedoch nichts mehr zu sehen. Was ihn dazu bewogen hat, trotz dieser bedrohlichen Situation sich ins potentielle Schussfeld der Polizisten zu begeben und den Betrunkenen einfach so zu entwaffnen, ist momentan ein Rätsel. Die Polizei Wasserburg bittet den jungen Mann, sich bei der Polizeiinspektion Wasserburg als Zeuge zu melden. Sie unterstreicht jedoch, dass er sich dabei leichtfertig verhielt, ist aber sehr froh, dass dabei nichts passiert ist.

Der 18-Jährige Täter wurde ins ISK Wasserburg verbracht, wo er, wie sich herausstelle, erst zwei Stunde zuvor entlassen wurde. Dort wurde er vor ein paar Tagen untergebracht, weil er in einem Zug bei Brannenburg ebenso randalierte und Widerstand gegen Polizeibeamte leistete.

Im Laufe der Ermittlungen wurde bekannt, dass der 18-Jährige, der nebenbei auch ohne festen Wohnsitz ist und Drogenprobleme hat, vor Eintreffen der Polizei eine gefährliche Situation mit einem fahrenden Pkw hatte. Einer Zeugenaussage zufolge soll er unvermittelt vor ein Auto gesprungen sein. Ob es dabei zum Kontakt kam, ist noch unklar. Die Polizei Wasserburg bittet die Fahrerin des unbekannten Pkw, sich bei der Polizei zu melden.

Zudem bitte die Polizei Wasserburg, dass sich Bürger melden, deren geparktes Fahrzeug durch den Randalierer beschädigt wurde.

Polizeiinspektion Wasserburg – Tel. 08071/9177-0

PM der PI Wasserburg vom 18.11.2016

 

Wir berichteten, dass am 18.11.16 in der Köbingerbergstraße, Ecke Krankenhausstraße, ein 18-jähriger Mann völlig betrunken und unter Einfluss von Drogen Polizeibeamte mit einer zerbrochenen Wodkaflasche bedrohte.

Aufgrund eines Zeugenaufrufs in der Presse meldeten sich inzwischen die 51-jährige Fahrerin des Pkw. Der 18-jährige Täter, der aus Libyen stammt, warf sich am Tattag auf die Motorhaube des langsam fahrenden Pkw der Wasserburgerin.

Da bei der Polizei zunächst die Meldung einging, dass der Täter Pkw beschädigen soll, bat  die Polizei auch dazu um Meldungen aus der Bevölkerung. Bis dato sind jedoch keine Mitteilungen zu beschädigten Fahrzeugen, die in Tatortnähe geparkt waren, eingegangen.

Zudem wurde der junge Mann bekannt, der für die eingesetzten Polizisten völlig überraschend dem Täter die Wodkaflasche wegnahm. Wir berichteten. Der erst 17-jährige Wasserburger Schüler meldete sich bei der Polizei Wasserburg als Zeuge.

Er erkannte offensichtlich die Gefährlichkeit der Situation nicht. Als der Täter seinen Pulli auszog und dadurch die Flasche dabei nur kurz zwischen die Beine klemmte, nahm er an, dass dies ein gute Gelegenheit wäre und ging auf ihn zu. Wie er doch vor ihm stand, hatte dieser bereits wieder die Flasche als Waffe in der Hand. Darauf hin kam es zu einem kurzen Wortwechsel, in dem der fast gleich alte 18-Jährige Täter sagte, dass er Muslim wäre. Der  junge  17-Jährige Wasserburger, der ebenfalls Muslim ist, entgegnete mit „haram“, was soviel bedeutet, dass er einen Fehler begeht. Dies veranlaßte dann offensichtlich den Täter, die Flasche zu überreichen. Danach folgte die Festnahme durch die Polizeibeamten.

Die Polizei Wasserburg ist froh, dass die Situation so glimflich verlaufen ist. Wie sich herausstellte, hat der 17-jährige, in Deutschland geborene Deutsch-Bosnier nicht wahrgenommen, dass einer der beiden eingesetzen Polizeibeamten seine Dienstwaffe bereits vorsorglich gezogen hatte.

PM der PI Wasserburg vom 24.11.2016

 

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