Am 01.Mai fanden in Hamburg mehrere Demonstrationen statt. Überwiegend nahmen die Demonstrationen den erwarteten friedlichen Verlauf.
Am Vormittag führte ein Aufzug, der vom DGB mit dem Tenor “Faire Löhne – Gute Löhne” angemeldet war, 5000 Personen vom Spielbudenplatz zum Fischmarkt. Es beteiligten sich auch 50 Motorradfahrer unter Inanspruchnahme eines erweiterten Marschweges an diesem Aufzug.
Ebenfalls am Vormittag waren etwa 500 Teilnehmer an einem Aufzug des DGB Ortsverbandes Harburg unter dem Tenor “Gerechte Löhne – Soziale Sicherheit” beteiligt. 800 Teilnehmer schlossen sich dem Aufzug des DGB Ortsverbandes Bergedorf an. Hier lautete der Tenor “Demonstration zum 01. Mai!”
Der jährlich stattfindende “Euromayday” setzte sich gegen 14:30 Uhr mit ca. 1700 Teilnehmern in Bewegung. Der Tenor lautete “Die Stadt ist unsere Fabrik – Bitte Platz nehmen!”.
Alle genannten Demonstrationen nahmen den erwarteten friedlichen Verlauf.
Für den fünften großen Aufzug, der unter dem Tenor “Es lebe der 1. Mai 2012!” angemeldet worden war, rechnete der Veranstalter mit etwa 1000 Teilnehmern.
Der Aufzug setzte sich um 18:40 Uhr vom Aufstellungsort Bei den St. Pauli Landungsbrücken in Bewegung. Es beteiligten sich etwa 1400 Personen, die über die Reeperbahn, Holstenstraße, Große Bergstraße, Max-Brauer-Allee, Paul-Nevermann-Platz zum geplanten Endkundgebungsort Spritzenplatz zogen.
Versammlungsteilnehmer warfen aus dem Aufzug heraus mehrfach Böller auf Einsatzkräfte und zündeten Pyrotechnik. Die Teilnehmer waren zum Teil vermummt. Vereinzelt wurden auch Steine und Flaschen auf Polizeibeamte geworfen.
Um 20:03 Uhr erreichte der Aufzug den Endkundgebungsplatz. Hier wurden vermehrt Böller und Flaschen auf Polizeibeamte geworfen. Ein Polizeibeamter wurde von einem Böller getroffen und verletzt. Er musste in ein Krankenhaus gebracht werden. Der mutmaßliche Werfer konnte vorläufig festgenommen werden.
Um 20:45 Uhr beendete der Versammlungsleiter die Demonstration. Die noch verbliebenen 400 ehemaligen Versammlungsteilnehmer entfernten sich danach in Kleingruppen vorwiegend in Richtung Schanzenviertel.
Im Anschluss kam es im Schanzenviertel vermehrt zu Würfen von Böllern und Steinen auf Einsatzkräfte und Sachbeschädigungen durch Brandstiftung an Müllcontainern. An einer Sparkasse wurden vier Scheiben beschädigt. Vereinzelt brannte Unrat auf der Straße. Die Polizei setzte zur Lagebereinigung Wasserwerfer ein.
An der Sternbrücke wurden Verkehrslenkungskräfte mit Steinen beworfen, hierbei ging eine Scheibe eines Funkstreifenwagen zu Bruch. Die Beamten blieben unverletzt.
Die Polizei nahm 23 Personen unter anderem wegen Körperverletzung, Widerstand und Landfriedensbruch vorläufig fest, 12 Personen wurden in Gewahrsam genommen.
An diesem Einsatz waren 1041 Polizeibeamte beteiligt. Es gab fünf verletzte Polizisten, von denen drei ihren Dienst nicht fortsetzen konnten.
Die Hamburger Polizei zieht für diesen Einsatz insgesamt ein positives Fazit. Das Gesamtkonzept zeigte die gewünschte Wirkung und verhinderte weitere Ausschreitungen.
Polizeipräsident Wolfgang Kopitzsch:” Mein Dank und meine Anerkennung gilt allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, die ein hohes Maß an Motivation und Engagement gezeigt haben. Ihr besonnenes Verhalten und ihr bedachtes Einschreiten führte insgesamt zu einem erfolgreichen Einsatz. Den verletzten Kollegen wünsche ich auf diesem Wege eine gute Besserung.”




Homepage Verein “Keine Gewalt gegen Polizisten”
One comment
Gemessen an früheren Ausschreitungen war dies wohl ein Erfolg für die Polizei, aber deprimierend finde ich es immer noch, dass es fünf verletzte Polizisten gab. Wir müssen uns also mit solchen Erfolgsmeldungen zufrieden geben.
Meine Wünsche für eine gesundheitliche Besserung an die betreffenden Beamten und Danke von einer Normalbürgerin.