Trotz Aufrufen zu Gewalt und Sachbeschädigungen im Vorfeld einer unbewilligten Demonstration kam es in Bern am Samstag zu keinen Ausschreitungen. Mehrere grössere Personengruppen wurden kontrolliert, 172 Personen für genauere Abklärungen angehalten. Die Kantonspolizei Bern hat über 150 Personen Anzeigen wegen Landfriedensbruch in Aussicht gestellt.
An der Demonstration in der Berner Innenstadt vom Samstag, 21. Januar 2012, gegen das Weltwirtschaftsforum musste in Folge entsprechender Aufrufe von einem hohen Gewaltpotenzial ausgegangen werden. Die Kantonspolizei Bern stand unter Mithilfe weiterer Kantone deshalb mit einem Grossaufgebot im Einsatz.
Schliesslich wurde um zirka 1400 Uhr ein Kundgebungszug beim Bollwerk gestoppt, aus diesem wurden Petarden und andere Gegenstände gegen die Polizei eingesetzt, worauf sämtliche Personen für weitere Abklärungen angehalten wurden. Auch bei der Heiliggeistkirche und später in der Speichergasse wurden zwei grössere Personengruppen kontrolliert (siehe Mitteilung vom 21. Januar 2012), wobei ein Grosssteil nach einer Kontrolle vor Ort wieder entlassen wurde.
Im Verlaufe des Tages wurden insgesamt 172 Personen – der weitaus grösste Teil beim Bollwerk – zu einer genaueren Überprüfung angehalten. Dies insbesondere weil sie sich einer Straftat schuldig gemacht hatten oder weil sie verbotene Gegenstände bei sich trugen. Es handelt sich dabei um 37 weibliche und 135 männliche Personen, welche mehrheitlich aus den Kantonen Bern und Zürich stammen. Bei mehreren Minderjährigen wurden die Eltern informiert. Es wurde Vermummungsmaterial, Pfeffersprays, Schutzbrillen, Helme, Petarden, Spraydosen und Filzstifte sichergestellt.
Insgesamt wurden 153 Anzeigen wegen Landfriedensbruch in Aussicht gestellt. Dies betrifft wiederum zum grössten Teil Personen, welche beim Bollwerk angehalten worden waren. Weiter werden sich mehrere Personen unter anderem wegen Gewalt und Drohung gegen Beamte, Verstoss gegen das Waffengesetz und Widerhandlungen gegen das Vermummungsverbot zu verantworten haben. Eine Person war zudem polizeilich gesucht worden. Insgesamt wurden 140 schriftlich begründete und juristisch kontrollierte Fernhalteverfügungen verfügt. Sämtliche Angehaltenen konnten den Festhalte- und Warteraum vor 0100 Uhr wieder verlassen.
Im Zusammenhang mit der Demonstration sind bis am Sonntagmorgen keine Meldungen über Sachbeschädigungen eingegangen. Im Verlaufe des Tages kam es in der Innenstadt zu mehreren kleineren und grösseren friedlichen Protestkundgebungen. Auch die für den Samstagabend angekündigte Tour de Lorraine verlief friedlich.
Quelle: PM der Kantonspolizei Bern vom 22.01.2012




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