Exemplarisch für alle Meldungen zu dieser großen Razzia:
“Ich teile die politische Einschätzung des Innenministers zur Gefahr des Rechtsextremismus und begrüße daher das heutige Verbot als konsequente Reaktion einer wehrhaften Demokratie”, sagte Polizeipräsident Norbert Wesseler in einer ersten Reaktion.
Mit einem Großaufgebot hat die Dortmunder Polizei heute Morgen 93 Objekte in Dortmund, Hamm, Bochum, Lünen, Essen, Unna, Gelsenkirchen, Münster, Herdecke, Schwerte und Bielefeld der vom Innenminister verbotenen Rechtsextremen Vereinigungen durchsucht.
Mittlerweile sind die Durchsuchungen an allen Objekten abgeschlossen. Es wurde zahlreiches Beweismaterial sichergestellt. Dabei handelt es sich um Reizstoffsprühgeräte, Schutzschilde, Vermummungsmaterial, Teleskopschlagstöcke, Propagandamaterial, Datenträger, Computer und mobile Kommunikationsmittel, NS-Devotionalien, Schusswaffen, einen Kleinbus, …….
Offenbar wurden die Rechtsextremen durch den von langer Hand vorbereiteten Einsatz völlig überrascht. An vielen der Privatadressen wurden sie von Polizeikräften aus dem Schlaf gerissen. Bereits um kurz nach 05:00 Uhr wurden die ersten Verbotsverfügungen in Justizvollzugsanstalten übergeben und setzte somit das Verbot in Kraft.
Eine erste sichtbare, offenbar verabredete Gegenreaktion erfolgte gegen kurz nach 09:00 Uhr, als ein Protagonist des verbotenen Dortmunder Vereins eine Spontandemonstration “Gegen polizeiliche Willkür” anmeldete. Diese wurde, wie bereits berichtet, von der Polizei aufgelöst.
Der Einsatzleiter, Leitender Kriminaldirektor Ulrich Kuhne, hob den hohen logistischen Aufwand des Einsatzes hervor und lobte das Engagement aller beteiligten Polizeibeamten die zum Gelingen des Einsatzes beigetragen haben.
“Wir haben in Dortmund bereits in der Vergangenheit den Rechtsextremisten gezeigt, dass wir ihnen auf den Füßen stehen werden. Dies haben wir durch die Arbeit unserer Ermittlungsgruppe “Kein Raum für Rechtsextreme” deutlich gemacht. Die hier gewonnenen Erkenntnisse trugen wesentlich zur Umsetzung des Vereinsverbotes bei”, erläuterte der Polizeipräsident. “Das heutige Verbot ist ein Erfolg gegen den Rechtsextremismus in der Region Dortmund und Hamm, ein ungeheuer schwerer Schlag in die Vereinsstrukturen, das Vermögen und die Logistik. Gerade deswegen müssen und werden wir unseren Kurs konsequent fortsetzen.”
Quelle: PM des PP Dortmund vom 23.08.2012
Vorab: Ich bin sehr froh, dass diese Razzien stattgefunden habe. Ich finde Rechtsextremismus und die Menschen verachtende Ideologie, die dahinter steckt, verachtenswert und ekelhaft.
Aber fällt eigentlich nur mir auf, dass keiner auf den Zug aufgesprungen ist “Gegen polizeiliche Willkür”? Wird eine ähnliche Razzia im sehr linken Milieu durchgeführt, ist der Aufschrei groß. Ich erinnere da nur an die Wohnungsdurchsuchung eines Jenaer Pfarrers. Da entblödeten sich sogar Parlamentarier und Bischöfinnen nicht, von einer “rechtswidrigen” Durchsuchung zu sprechen. Und viele Presseprodukte nahmen den Ball fröhlich auf. Dabei hätte ein Blick ins Gesetz diesen Vorwurf zügig entkräften können. Hier mein damaliger Blogbeitrag zu diesen Vorgängen.
Soweit zu dem Thema, wie blind diese Republik auf dem rechten Auge sei…
Selbst auf die Gefahr hin, mich zu wiederholen: Wo ist eigentlich der gute, alte Antitotalitarismus-Konsens hin? ![]()





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